Abschiednehmen statt kirchliche Bestattung

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

Moderator: Moderatorengruppe

Andrea mit Roman
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 148
Registriert: 30.08.2006, 15:30
Wohnort: Schweiz, über dem Bodensee

Abschiednehmen statt kirchliche Bestattung

Beitragvon Andrea mit Roman » 10.05.2016, 21:05

Hallo
Ich bin auf der Suche nach Anregungen von euch:
Meine Tante ist mit 86 Jahren verstorben, sie hat sich gewünscht, dass keine Bestattung stattfindet und . Sie wohnte weit weg von uns, doch erst vor einem Monat hatte ich sie mit Roman besucht und er kann sich gut an sie erinnern und hatte schon wieder gesagt: Anna besuchen.
Ich habe ihm noch nicht gesagt, dass sie gestorben ist. Will es dann tun, wenn ich weiss, wann und wie wir das Abschiednehmen organisieren. Das habe ich auch gut so machen können, da ich jetzt nicht fassungslos und sehr traurig durch ihren Tod bin, sie ist körperlich immer schwächer geworden und da er willkommen war nach 20 Jahren psychiatrischer Krankheit und sie nur 1 Tag im Krankenhaus verbracht hat.

Nun möchte ich mit meinen Brüdern doch ein gemeinsames Abschiednehmen organisieren ( wir sind 3 Geschwister mit 7 Kindern von 10-18 Jahren), damit auch unsere Kinder den Tod von Anna mit einem Ritual verbinden können.
Ich finde es aber ziemlich schwierig, auch wegen Roman. Wir sehen nie meine beiden Brüder mit Familien gleichzeitig, da sie 3 Std. weit weg wohnen und sehen sie selten und Roman mag sehr gerne Besuch. Wenn sie alle zu uns heimkommen, ist das ein Fest für ihn, das verbindet er dann nicht mit dem Tod von Anna. Zudem steht sein Geburtstag am 18. Mai bevor und er wünscht sich Besuch von den Familien meiner Brüder, aber das wollen wir nicht mit dem Abschiedsnehmen von meiner Tante verbinden.

Roman weiss, was tot ist, sein Grossvater ist vor 8 Jahren gestorben, er wurde kirchlich bestattet und Roman war mit dabei. Danach hat er oft im Rollenspiel die Bestattung gespielt.
Wir alle 3 Familien haben keine Bezug zur Kirche.

Wie gestalten wir das am besten? Hat jemand von euch das schon einmal gemacht und teilt mir seine Erfahrungen mit?
viele Grüsse aus der Schweiz
Andrea mit Roman 5/2000, Trisomie 21 (Down-Syndrom) Innenohrschwerhörigkeit (Hörgeräte erst seit 2008),Visusminderung, schwerer geistiger Behinderung, und schwerer Sprechdyspraxie. Er verständigt sich mit Gebärden, Worten und elektr. Kommunikationshilfe

Werbung
 
Ines73
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 320
Registriert: 26.09.2011, 10:48
Wohnort: berlin

Beitragvon Ines73 » 10.05.2016, 21:38

Wie wäre es, wenn ihr auf einen eurer tollen Berge kraxelt, ein Picknick veranstaltet und Luftballons mit letzten Wünschen für Anna steigen lasst- Dann könnt ihr ja dort einen symbolischen Ort für sie und den Abschied haben, der nichts mit eurem direkten zu Hause zu tun hat und trotzdem könnt ihr als Familie einen guten Tag verbringen - Draußen sein entzerrt ja auch sehr.
Warum soll es nicht ein "Fest" sein, vor allem wenn man wie Anna endlich Ruhe und Frieden finden kann- MIR würde es richtig gut gefallen, wenn meine Lieben ein Fest feiern könnten, wenn ich mich mal auf den Weg mache...

Ganz liebe Grüße schickt ines73

Benutzeravatar
claudia64
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1811
Registriert: 21.09.2007, 16:09
Wohnort: Ruhrgebiet/NRW

Beitragvon claudia64 » 10.05.2016, 21:40

Soll denn die Feier bei euch stattfinden? Die Tante wohnte doch weiter weg?
Wie wird sie denn beerdigt? Oder habt ihr eine Friedwald-, Seebestattung etc. vor?
Denn irgendwo muss die Tante ja hin, :? auch, wenn sie keine "Bestattung" wollte.
Das müsste man erst mal wissen, um Ideen entwickeln zu können.
C., Hashimoto, Morbus Dercum,
mit R., ♀, * '96, ASS, HB, ADHS, Asthma, Gelenkschmerzen
und M., ♀, * '00, Asthma, seit 05/16 Sensibilitätsstörungen d. li. Körperhälfte ohne erkennbare Ursache

Andrea mit Roman
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 148
Registriert: 30.08.2006, 15:30
Wohnort: Schweiz, über dem Bodensee

Beitragvon Andrea mit Roman » 12.05.2016, 21:15

hallo
schon mal danke für eure Anregungen,
Fest solle es keines sein, in Sinne dass er merkt, es geht um Tante Anna, daher ist die Idee, von uns aus wohin in die Natur zu gehen schon gut.

ja wir hatten mal die Idee die Feier bei uns in der Schweiz zu mache.
Ev. aber auch bei meine Geschwistern in D, da die eine Schwägerin hochschwanger eist und ev. nicht mehr Reisen mag, bis wir einen Termin gefunden haben. Ist eh schwierig mit den Terminen, da die beiden ältesten jetzt zu unterschiedlichen Zeiten noch Abiturprüfungen haben und eine Nichte noch im Ausland ist. Aber ewig hinausschieben möchte ich es auch nicht. Denn wenn es eine offizielle Beerdigung geben würde, würde man sich mit den vorgeschlagenen Terminen auch arrangieren. Und doch sollen alle dabei sein die es auch möchten.
Die Tante wohnte auch 3 Std. weit weg. Es gibt keine Beerdigung und sie wünschte sich, dass ihre Asche im See verstreut wird. Wir wissen noch nicht, ob wir Geschwister das machen oder ein guter Bekannter, der in ihrem Ort wohnte und es angeboten hat. Denn die Asche verstreuen möchte ich nicht mit Roman, das versteht er sicher nicht.

P.S. Funktioniert leider nicht mit automatischer Benachrichtigung, obwohl ich es angeklickt habe.
viele Grüsse aus der Schweiz
Andrea mit Roman 5/2000, Trisomie 21 (Down-Syndrom) Innenohrschwerhörigkeit (Hörgeräte erst seit 2008),Visusminderung, schwerer geistiger Behinderung, und schwerer Sprechdyspraxie. Er verständigt sich mit Gebärden, Worten und elektr. Kommunikationshilfe


Zurück zu „Religion/Spirituelles“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste