Wie kommt ein Rollikind die Treppe hinauf?

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Birgit
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Wie kommt ein Rollikind die Treppe hinauf?

Beitragvon Birgit » 15.12.2004, 17:11

Hallo zusammen,
unser Sohn Niklas ist nun 6 Jahre alt geworden und hat einen Rolli sowie einen Rehawagen. Wir wohnen im eigenen Haus in der 1. und zusätzlich 2. Etage. Es wird nur leider immer problematischer, Niklas die Treppe noch oben in die Wohnung zu tragen. Er wiegt jetzt 16 kg, das geht noch, aber unser Rücken macht sich allmählich bemerkbar. Wie bekommt Ihr Eure Kinder die Treppe hinauf? Da wir über zwei Etagen wohnen ist zusätzlich zum Treppenhaus noch eine weitere Treppe zum Wohnzimmer im Dachgeschoß vorhanden. Auf der Rehamesse hatte ich schon das "Scalamobil" gesehen, eine Art Treppenraupe. Ein Angebot für einen Treppenlift, wo wir den Rolli einhängen könnten, sollte lt. Angebot 17.000,--€ !!! kosten. :shock: Das ist der pure Wahnsinn!!
Wer kann Tipps hierfür geben und kann aus Erfahrung mit so etwas berichten ?
Da es nächstes Jahr bei der Pflegekasse eine Art Prüfer für Hilfsmittel geben soll, gerade bei teuren Hilfsmitteln, hat uns die Ärztin vom medizinischen Dienst dazu geraten, die Versorgung für die Treppenhilfe zügig in Angriff zu nehmen. Was genau da geprüft wird und unter welchen Voraussetzungen dies erfolgt, konnte sie mir aber auch nicht sagen. Dies hängt wohl von Krankenkasse zu Krankenkasse ab.
Liebe Grüße,
Birgit

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Beitragvon Lisa Maier » 15.12.2004, 18:46

Hallo Birgit,

ich weiß nicht, wie fit dein Sohn ist. Aber sollte er in der Lage sein sich irgendwie selbst fortzubewegen, dann bringt das Scalamobil nur bedingt etwas, da er dabei immer auf den nichtbehinderten Helfer angewiesen ist. Ein Lift ist da schon besser. Man findet übrigens auch Treppenlifte ab und zu wenig gebraucht bei Ebay.

Viele Grüße

Lisa

Gast

Beitragvon Gast » 15.12.2004, 20:15

Hallo Birgit,

Euer (Haus oder Kinder-) Arzt sollte schnellstmöglich ein Scalamobil verordnen.
Diese Verordnung gibst du am besten persönlich bei Deiner Krankenkasse ab mit der Bitte um schnellste Bearbeitung.
Alles weitere macht dann das Sanitätshaus das von Eurer Krankenkasse beauftragt wird.

Bei einem Treppenlifter handelt es sich um einen "Behindertengerechten" Umbau des Wohnumfeldes. Bei solch einer Maßnahme bekommst Du von deiner Krankenkasse bis 2500 Euro. Den Rest mußt Du allerdings selber zahlen.

Wenn Du noch mehr Infos brauchst, dann schicke mir bitte eine PM da ich nur selten hier im Forum bin.

Gruß
Georg

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Dirk K
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Beitragvon Dirk K » 16.12.2004, 10:35

Hallo Birgit,

wir stehen im Grunde vor dem gleichen Problem, allerdings ist unsere Treppe zu eng und zu stark gewunden für einen Lifter.
So schwer es uns auch fällt, wir werden anbauen, so daß unsere Nadja (3 Jahre 24 Kilogramm....) ebenerdig ein Bad und ein Schlafzimmer bekommt, so daß sie gar nicht mehr auf die erste Etage rauf muss. Wie wir das finazieren werden ist noch etwas unklar, auf lange Sicht aber ist der Anbau vermutlich die sinnvollste Lösung.

Ich hoffe, daß sich für euch eione gute und tragbare Lösung finden wird, berichte doch bitte mal drüber.

Viele Grüße
Dirk
Papa von den 09/01 geb. Zwillingen Rebecca, gesund, und Nadja, ehem. eutrop. Frühgeb., blind, periventrikuläre noduläre Heterotopie, Hydrocephalus mit Shunt versorgt, Balkenagenesie, Kleinhirndisplasie, unterschiedlich schwere Epilepsie, geistig und motorisch retardiert, nach Unfall 2005 posttraumatischer ADH-Mangel und Diabetes Insipidus

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Beitragvon KatrinS. » 16.12.2004, 12:06

Hallo Birgit!
Das gleiche Problem haben wir auch. Wir wohnen in einem kleinen verwinkeltem Häuschen. Umbauen können wir nicht, da es gemietet ist. Eine barrierefreie Wohnung für eine Familie zu finden, ist ganz schön schwer! :x
Klappt das mit dem Scalamobil auch bei einer engen, gewundenen Treppe?
Ich wünsche euch eine gute Entscheidung. Berichtet doch mal, wie ihr das Problem gelöst habt.

Haase
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Beitragvon Haase » 16.12.2004, 17:04

Hallo zusammen,
ich habe Kontakt zueiner Familie, die beides hat bzw. hatte, Sclamobil udn dann noch Lifta. Sclamobil bei einer 2-fach-geschwungenen Reihenhaustreppe. Ein paar Wochen hat es halbwegs funktioniert, dann wuchs der Sohn ( 15 ) noch minimal und um die 2.Ecke kam man nicht mehr drumrum, weil man das Sclamboil beim besten Willen nicht mehr umsetzen konnte. Die Füße stießen an die Wand. Dann gabs einen Lifta. ( Die Familie hat um alle Hilfsmitel kämpfen müssenm öffentlich mit Medien.) Solche Dinger werden zwar gebraucht angeboten, dann stimmt aber nach Angaben der Mutter die Programmierung nicht und man doch hohe Kosten am Hals. Da also mal sorgfältig erkundigen. Gebraucht könnte man solche Dinge auch über www.hilfsamittelboerse.de erhalten. Aber beim Lifta eben gucken, ob der wirklich - und zu welchen Konditionen - umbaubar. Die Familie, die beides hat, könnt ihr gerne fragen, ich darf sie auch hier mit TelNr. zitieren, Fam. Kulla, 02041/23603 in Bottrop. Zusätzlich haben die noch so eine raffinierte Stofftrage zum Mitnehmen im Auto ( für 2 Helfer mit Gurtschlaufen ).
Gruß
Ellen

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Beitragvon Haase » 16.12.2004, 17:04

Tippfehler, das heißt natürlich www.hilfsmittelboerse.de
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Beitragvon Chrissie » 16.12.2004, 21:53

Hallo Birgit,

wir haben einen C-max von Alber und einen Hiro-Treppenlifter. Wir haben zuhause eine Halbwendeltreppe, die auch sehr steil ist. Unser Treppenlifter ist ein Innenlifter, d.h. er fährt innen an der Treppe am Treppenauge entlang. Damit kann man auch engere Treppen gut befahren. Bevor wir den Treppenlifter hatten, habe ich Alexander mit dem C-max die Treppe hochgefahren. Der C-max ist ein Treppensteiger mit integriertem Sitz. Alexander hat dafür unter anderem auch eine Fußbegurtung, sodaß wir damit auch sehr enge Treppen befahren können.

Mit einem gebrauchten Treppenlifter wäre ich auch sehr vorsichtig. Wenn man nicht exakt die gleiche Treppe hat, braucht man sowieso die ganzen Schienen neu und oftmals sind die Lifter auch veraltet. Mit allem, was man dann noch dazu braucht, ist man auch nicht viel günstiger, als mit einem neuen. Und bei einem neuen hat man noch Garantie drauf.

Falls Du noch Fragen hast, kannst Du mir gerne eine PN schicken.

Liebe Grüße
Ulli
Alexander 10/91 spastische Tetraparese, Epilepsie, Christina 5/90 und Niklas 10/2002 ADHS


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Beitragvon Birgit » 18.12.2004, 15:08

Hallo miteinander,
Danke erst einmal für Eure Tipps zur Treppenbeförderung. Ein Umbau wird für uns in nächster Zeit nicht in Frage kommen, da wir vor Niklas Geburt dies erst getan haben. Wir wußten ja nicht, was das Schicksal anschließend mit uns tun würde. Deshalb kommt dies nicht in Frage(Kohle alle!!) Mit einem eingebauten Treppenlift hätte ich nur wieder das Problem, daß dieser dann im Treppenhaus fest installiert wäre. Wir haben nur das Problem, ja noch eine weitere Treppe in der Wohnung zu haben, die ins Wohnzimmer führt. Also wäre am besten etwas nicht fest eingebautes.
Außerdem muß ich den Rolli ja auch ständig nach oben in die Wohnung bekommen, damit Niklas sich dort fortbewegen kann. Mit einem fest eingebauten Lift mit Sitzfläche nützt mir das ganze deshalb recht wenig.
Einem gebrauchten Treppenlift stehe ich auch etwas skeptisch gegenüber, dann paßts da nicht und da nicht. Es ist ja außerdem eine ganze Menge Geld für so ein Hilfsmittel. Ich werde mir den X-max und den anderen Treppenlifter mal auf einer Internetseite angucken.
Dank erst einmal für Eure guten Tipps.
Herzliche Grüße,
Birgit

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Heidi
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Beitragvon Heidi » 11.01.2005, 09:10

Hallo Birgit,
wir werden aus den oben genannten Gründen (Kind wird allmählich zu schwer zum Tragen, Treppenlift wegen zu steiler, enger Treppen nicht möglich) in diesem Jahr anbauen (interessantes Projekt, wer will, kann von uns Infos bekommen). Vorher hatten wir die Idee, außen am Haus einen Fahrstuhl anzubauen.
Wegen der Finanzierung habe ich noch einen Tipp: es gibt die Möglichkeit, Landesmittel für behindertengerechten Um- oder Anbau zu beantragen. Sie belaufen sich auf 15500 Euro, sind ein zinsloses Darlehen, kosten allerdings pro Jahr 0,5% Bearbeitungsgebühr. Genaueres teile ich euch später mit, wenn ich mir die Unterlagen genauer angesehen habe.
LG - Heidi
Heidi mit Peter, Jo Anna (21) und Janika (19)

wer mehr von uns wissen will: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic264.html


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