Wie kommt ein Rollikind die Treppe hinauf?

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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*Martina*
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Beitragvon *Martina* » 11.01.2005, 09:18

Hallo Birgit,
das von dir erwähnte Scalamobil ist meinen Eltern vom Rehahaus gezeigt worden. Nach Aussage meiner Mutter muss es an sich sehr praktisch sein, man muss aber den Rolli nach hinten gekippt halten können (und das schafft meine Mutter bei meinem Vater leider nicht). Es gibt aber noch Raupen, die einen Transport über Treppen auch möglich machen sollen.
Nach Aussage unseres Rehaberaters werden die Kosten auch für das Scalamobil von der KK übernommen (natürlich nur, wenn vernünftige Gründe vorliegen). Ruf doch mal im Sanihaus an und lass dich beraten..
Liebe Grüße,
Martina
Martina mit Jakob (schwerst mehrfachbehindert, 17 Jahre), Pauline (23 J.), Sophie (21 J.)

Haase
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Beitragvon Haase » 11.01.2005, 11:18

Nochmal für alle, die zur Miete wohnen: auch gemietete Wohnungen darf man inzwischen behindertengerecht umbauen. Einwände des Vermieters könnensich nur bei der Außengestaltung z. B. bei einer Rampe oder Einwände wg. evtl. Denkmalschutz ergeben. das habe ich mal beim ARD-Ratgeber recht gelesen. Da der Bedarf an behindertengerechten Wohnungen größer ist als der bisherige Markt, haben Vermieter rechtlich keine Chance mehr, dagegen anzugehen. Zumal davon auszugehen ist, dass bei einem späteren Auszug eine umgebaut Wohnung besser zu vermieten ist als eine nicht-umgebaute....
Ellen

*Martina*
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Beitragvon *Martina* » 12.01.2005, 15:14

Hallo Birgit,
meine Eltern sind heute total aufgekratzt, weil das Reha-Haus ihnen eine "Raupe" vorgestellt hat, mit der meine Mutter meinen Vater problemlos 2 Stockwerke hoch und runter bringen kann. Ich habe sie selten in der letzten Zeit so ermutigt gehört. Die Raupe müsste auch von der KK übernommen werden!
Gruß,
Martina
P.S. War wieder nur ein "halbes" Posting: meine Eltern wohnen in einem Mietshaus, daher ist ein Umbau/Anbau oder ähnliches nicht möglich.
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Beitragvon kati+paul » 21.02.2005, 21:23

Hallo Ellen,
du hast recht das man die Wohnung umbauen darf aber wenn man auszieht muß das ganze wieder rückgängig gemacht werden. Und das ist häufig genauso teuer. Wir haben nämlich auch das Problem mit dem Rolli. Wir haben zwar das "Glück" im EG zu wohnen aber Hochpaterre. Wir kommen mit unserem E-Rolli nicht so ohne weiteres in die Wohung. Den Aktivrolli kann ich noch die Stufen hochziehen. Und als wir eine Genehmigung der Eigentümergemeinschaft haben wollten, das wir einen "nur einfachen Weg" hinter rum, durch den Garten zu unserer Terasse machen wollten, haben die ganz schön lange Überlegt. Auch die Bitte an unsere Vermieterin (Eigentümerin der Wohnung) auf einen langfristen Mietvertrag, wurde abgelehnt.

Ja, was soll man da tun. Wir haben in den letzen 1 1/2 Jahren nach einem für uns bezahlbarem Bungalow oder Eigentumswohung gesucht. Leider vergeblich. Ich finde diese Situation schwierig und bin nicht sicher was wir bezüglich Umbau machen sollen.

Gruß Kati
Paul 25.02.2000, SMA Typ II - Spinale Muskelatrophie (Muskelschwund)

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Beitragvon jessie » 21.02.2005, 21:46

hallo kati u. ellen

irgentwie habt ihr beide recht. wenn ich meine mietwohnung behindertengerecht umbauen will, muß ich zwar meinen vermieter um erlaubnis fragen, allerdings kann der diese maßnahmen nicht so ohne weiteres ablehnen. dazu müssten seine ablehungsgründe an dem jetzigen wohnungszustand viel schwerer wiegen als an einer umgebauten. dieses wird abhängig von der schwere der behinderung, dem umfang der baulichen maßnahmen, interesse der mitmieter... die möglichkeit eines umbaus kann natürlcih in betracht gezogen werden, ist aber bei einem behindertengerechten bad völlig witzlos. der vermieter muss seine ablehnung begründen, und ich kenne keinen fall, der damit im notfalle vor gericht durchgekommen ist.

gruß jessie
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Beitragvon benni » 21.02.2005, 21:57

Hallo Kati

das gleiche Problem haben wir auch, ebenfalls Hochparterre.
Von der Haustür bis zur Wohnungstür sind es 6 Stufen, von der Tiefgarage bis zur Wohnung fast 20 Stufen, Treppenhaus mit Rolli( wir haben erst 1/2 Jahr einen ) sehr eng. Zum Bus Früh und Nachmittag trage ich unseren Sohn , anders geht es kaum. Innerhalb der Wohnung in Bad /Toil./Küche ist es mit Rolli sehr eng und geht mehr sehr schlecht als recht. Wir haben genau wie Ihr in den letzten 2 - 3 Jahren nach einer geeigneten Wohnung / Haus gesucht, was in der Region hier auch bezahlbar ist - keine Chance. In der Wohnung wollen wir aber nicht bleiben, weil 1. nicht behindertengerecht und 2. wird sie immer teurer, wir hatten in 6 Jahren schon 2 Mieterhöhungen. Mit einem Lift wie in anderen größeren Häusern hier in der Nähe wäre es noch einfacher, aber so nicht. Deshalb haben wir eine für uns geeignete Alternative gesucht und bauen 2005 behindertengerecht, allerdings ziehen wir dafür 600 Km weg zurück in unsere Heimat, zu den Bedingungen hätten wir hier nie bauen können.

Gruß Anja
Anja mit Benjamin 03/97- schwere Mehrfachbehinderung wahrscheinlich durch 6- fach-Impfung, Muskelhypotonie,Wahrnehmungsstörungen/aut. Züge, Grand-mal-Epilepsie, Skoliose, Gastrotube, Tracheostoma, Sondennahrung
Benjamin hat 1 grossen und 3 kleine Brüder

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behindertengerechter Umbau einer Mietwohnung

Beitragvon dieMeike » 22.02.2005, 21:53

Hallo Ihr Lieben,

sicherlich kann der Vermieter nicht den behindertengerechten Umbau einer Wohnung ohne triftigen Grund untersagen.

Aber er kann verlangen:
- das die Wohnung nach DIN umgbaut wird, was da heisst alle Richtlinien zum barrierefreien Wohnen müssen eingehalten werden. Diese Kosten wird sich kein Mieter an den Hals ketten. Wenn der Umbau nicht DIN gerecht ausgeführt wurde kann der Vermieter, bei Auszug den Rückbau in den Urzustand verlangen.

- er kann die Übernahme für Genehmigungsverfahren verlangen
Bsp.: eine Rampe für eine 20 cm hohe Stufe im Eingangsbereich, bei uns nötig Genehmigungen der unteren Denkmalbehörde, des Strassenverkehrsamtes, des Tiefbauamtes, des Bauamtes, weil die Rampe in den öffentlichen Verkehrsraum (Fußweg) ragt.

Ich bearbeite gerade die Anfrage eines Unterschenkelamputierten (mit Prothese) Mieters der um einen Handlauf von 40 cm, zur Hauseingangstür mit 3 Stufen bittet. Das wäre eine Sache von 24 Stunden :roll:

Aber da das Haus denkmalgeschützt ist...
Brauchen wir die Genehmigung der Denkmalbehörde, die uns vorschreibt:
ob und überhaupt
welche Form
welche Farbe


Deutschland Deine Ämter :evil:

Liebe Grüße
dieMeike mit

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Beitragvon jessie » 22.02.2005, 22:38

hallo meike

bei kindern/jüngeren behinderten ist die umbaufinanzierung einer mietwohnung gar nicht mal so problematisch, erkundige dich mal beim versorgungsamt. es kommt allerdings auf die behinderung drauf an, die wohnungsänderung ist so durchaus finanzierbar. dann gibt es noch den zuschuss der pflegekasse, und evtl. das sozialamt (das sozialamt kann dir auch die anschrift der nächsten wohnberatungsstelle nennen, die erkären dir auch alles zu der finanzierung und zu dem umbau selber)

es gilt die DIN-Norm 18025, Teil 1 beinhaltet Normen für rollstuhlfahrergerechte wohnungen, Teil 2 enthält allgemeine normen für barrierefreie wohnungen. beides lässt sich logischerweise nur schwer im 2. og verwirklichen. leider ist dieses aufgrund des benötigten platzbedarfes eh nur schwer realisieren, da die grundfläche einfach zu gering ist. dennoch wäre es möglich, lediglich ein behindertengerechtes bad und breite türen einzubauen, ist schon für viele zwecke ausreichend, und da ist es auch nicht weiter schwer, die din einzuhalten. schwer wird es, wenn ich die komplette wohnung umkrempeln will, dann fangen wir bei der höhe der lichtschalter an und hören bei den fenstern noch lange nicht auf.

gruß jessie
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Beitragvon dieMeike » 22.02.2005, 23:05

allo Jessie,

nicht das wir uns hier falsch verstehen :wink:

Als Vermieter kann ich die gesamte Umkrempelung (nach DIN) verlangen, dann übernehme ich oder kann ich u.U. auch die Kosten übernehmen. Bei Kleinumbauten oder genehmigten Umbauten kann ich den Rückbau verlangen.

Da kommt es auf das Verhandlungsgeschick an... :wink:

Ich habe über zwei Jahre eine Wohnung für Behinderte offeriert, Umbau nach eigenen Wünschen und ich hatte
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0,00 Interessenten :shock: und das obwohl auch hier im "Osten" der Republik wenig Wohnraum für Behinderte vorhanden ist.

Unsere Wohnung ist bis auf zwei Stufen barrierefrei, liegt aber dummerweise im 3.OG, :? dat war so ja auch nicht geplant :)

Und glaub mir ein Versorgungsamt steht hinter dem Bauamt und der Denkmalschutzbehörde... :(

Liebe Grüße
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Beitragvon jessie » 23.02.2005, 10:06

hallo meike

ich habe dich, denke ich schon, richtig verstanden.
es ist auch absolut korrekt, das im aussenbereich des hauses jede veränderung abgelehnt werden darf. komischerweise dürfen gerade rampen und treppenlifte verweigert werden :?: eine regelung, die ich bisher nie verstanden habe (die können nämlich die fluchtwege der anderen mieter behindern). desweiteren haben denkmalschutz und andere technische/bautechnische auflagen dem barrierefreien/behindertengerechten bauen gegenüber vorrang.

ein recht auf kostenübernahme habe ich als mieter nicht, die muß ich selber tragen, nicht der vermieter. dementsprechend kann der vermieter keinen totalumbau verlangen (vielleicht haben wir beide unterschiedliche vorstellungen vom totalumbau??? für mich bedeutet das nämlich wand/decke/boden/fenster (handhabung und pflege)/türen (funktionalität)/möbel/heizung/lüftung/sanitärbereich/elektrische einrichtungen passend auf den nutzer /aufzüge/abfallbeseitigung/brandschutz/armaturen/zufahrten/stossleisten/rolläden/fluchtwege....), der meistens schon aus bautechnischen gründen nicht machbar ist. es gehört z.b. dazu, nach möglcihkeit in kleinen räumen eine fußbodenheizun zu installieren, aber wie soll ich das im altbau verwirklichen? min. 5cm estrichbeton abschleifen, das polystyrol eindrücken um ein paar rohre zu verlgen? ist nicht wirklich sinnvoll (obwohl theoretisch durchaus machbar) ich werde nur sehr wenige altbauten finden, die aus statischer sicht die ganze last auf den aussenwänden tragen, und das wäre eigentlich das optimale, da ich sonst häufig einfach nicht mit meinem wendekreis klarkomme, ohne irgentwelche wände zu versetzten oder einzureissen. auch muß die eigentliche bausubstanz geeignet sein. die wand muß schließlich genügend stabilität vorweisen, um auch einen haltegriff befestigen zu können, an dem sich auch jemand hochziehen kann.
obwohl der mieter für die kosten zuständig ist, hat der vermieter ein klares mitspracherecht bei den bauarbeiten, ich muß seine wünsche berücksichtigen. zu den normalen bauauflagen darf mir der vermieter zusätzliche auflagen zum baumaterial, sicherheit und bautechnik geben (er kann natürlich keine fliesen in einer sonderfarbe erwünschen, wenn es sie nicht in r11 gibt) die ausführbarkeit des projektes darf der vermieter durch seine wünsche nicht verhindern.
es ist auch so, daß der vermieter eine sicherheit verlangen darf, die im todesfalle oder bei auszug die vorraussichtlichen kosten des rückbaus decken. mit dem verhandlungseschick gebe ich dir natülich völlig recht.
nur, wer lässt freiwillig eine bodengleiche dusche wieder rausreissen? die ist schließlich nicht nur für behinderte super. sowas lässt sich auch prima an senioren vermieten (ich nutze überings auch lukas dusche, war am anfang sehr gewöhnungsbedürftig)
ich denke, den meisten ist mit der ausstattung von behindertengerechten sanitäreinrichtungen und breiteren türen geholfen, beides ist natürlich nicht ohne aufwand, aber machbar. für die wc´s gibt es z.b. mittlerweile ein adapterstück, welches mir den höhenunterschied ausgleicht, ich muß zwar immer noch die fliesen z.t. von der wand reissen, aber die leitungen bleiben auf der alten höhe. oder aber die fliesen bleiben dran, und ich überlege, ob ich mit einer speziellen klobrille klarkomme, die mehrere ringe hat, die ich nach bedarf runterklappe, so das jeder seine wunschhöhe hat (so ein ding gibt es tatsächlich!)

die unterschiedlichen "macken" von versorgungsamt, wfa und bauämten sind mir durchaus bekannt, das bauamt muß sich an die vorschriften der jeweiligen landesbauordnung halten, dann kommt der rest.

eine wohnung im 3. og ist nur barrierefrei, wenn sie mit einem fahrstuhl erreichbar ist :wink:

gruß jessie
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