Besuchen eure älteren Autisten noch Therapien?

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Andrea5
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Besuchen eure älteren Autisten noch Therapien?

Beitrag von Andrea5 »

Hallo alle Zusammen,

Ben ist mittlerweile schon 12 Jahre alt. Letztes Jahr haben wir die Ergo-
Therapie abgeschlossen, weil er keine Lust mehr dazu hatte. Dieses
Jahr läuft Autismustherapie aus, die ich nicht mehr weiter verlängern
werde. Die haben wir dann über 4 Jahre gemacht. Logo bleibt bis auf
weiteres. Wir sind dazu übergegangen, dass Ben 1x die Woche zum
Turnen (Intergrationssport) besucht. Und das soll dann auch langen.
Nach den Sommerferien ist auch vorraussichtlich Nachmittagsunterricht
angesagt bis 15:30 Uhr (zu Hause dann um 16:30 Uhr).

Und irgendwann ist bei uns Eltern auch die Luft draußen durch die ewigen
Therapiebesuche. Logo bleibt, weil es eben noch eine Menge bringt.

Wie sieht es bei euch aus, besuchen eure älteren Autistenkinder noch
Therapien?

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD) blockadefrei, Legasthenie mit kormobide AVWS
Ben 01/04 KISS(KIDD) blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis und
Sternenmama *1931 bis 09/2019

"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)

Felix83
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Beitrag von Felix83 »

Was heißt Autismustherapie?
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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo,

ich denke, das hat prinzipiell nix mit dem Alter zu tun, sondern ob sich die Therapie irgendwie "erschöpft" hat, wie lange man überhaupt schon Therapie macht, und vor allem wie gut die Therapie ist.
Wir haben ja recht spät angefangen, weil Bayern eine Therapiewüste ist. Bis man da die Oasen gefunden hat ... :roll:

Ich seh aber auch, dass die Ergo beim Junior im Moment richtig viel bringt, der macht große Entwicklungsschritte. Mit UK auf Profiniveau haben wir auch grade erst angefangen, und Logo hatte er eh noch nie, die soll jetzt (wenn's nach mir geht) in der Einrichtung anfangen.

@Felix: Autismustherapie ist nichts feststehendes, sondern - jedenfalls im guten Fall - eine multimodale Therapie, die für das jeweilige Kind maßgeschneidert wird.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Bettina C.
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Beitrag von Bettina C. »

Hallo zusammen,

wir sind erst seit einem Jahr im Autismuszentrum, das wird noch eine ganze Weile laufen, was auch super für ihn ist :) Die Ergo hingegen werden wir nach vier Jahren ruhen lassen, bis evtl. wieder ein konkreter Bedarf besteht. Er hat jetzt die 4.Verordnung bekommen, und arbeitet an einem Holzprojekt ( Burg ).
Wenn das fertig gestellt ist, machen wir eine Pause. Ich werde mich auch in sportlicher Richtung für ihn orientieren...

@Engrid: Einrichtung ?

VG, Bettina
Betty, Asperger - Autistin & B., *2005, HFA F.84.0,Teilleistungsstörung/Koordination, Einschränkung der Visuomotorik, Dysdiadochokinese, stark eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis. Und das tollste Kind :-)

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

@Bettina: Schule & angegliederte Tagesstätte :wink: Den geb ich noch nicht her, den Junior :wink:
Engrid
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Nicomum
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Beitrag von Nicomum »

Hallo,

Nico wird mittlerweile bald 13 und wir machen schon länger keine Therapien mehr. Bei ihm war die Luft draußen was das anbelangt und bei uns auch.

Ich denke wir haben ihm in Bezug auf Therapien mitgegeben was möglich war und er hat sich auch wirklich gut entwickelt. Von daher denke ich, dass es gut ist so.
Liebe Grüße
Elke

Sohnemann (5.03), Hypospadie, Autismus-Spektrum-Störung - mit großem Bruder und großer Schwester

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo Andrea,

tendenziellell ist sicher so, dass der Therapiebedarf bei vielen autistsichen Kinder geringer wird, je älter sie werden und desto mehr Kompetenzen sie sich bereits angeeignet haben.

Es kann aber auch spärer noch kritische Lebensphasen geben, wo man zwischenzeiltich wieder mehr Unterstützung von außen benötigt. Zum Beispiel beim Übergang ins Erwachsenenleben, wenn es darum geht, sich ins Berufsleben zu integrieren oder vom Elternlos loszulösen. Oder wenn man ungefähr in der Mitte seines Leben steht und einem schmerzlich bewusst wird, dass man vieles, was für andere Menschen selbtsverständlich ist (z.B. Kinder und Familie) nicht verwirklichen konnte. Sich mit den eigenen Stärken und Schwächen (auch Einschränkungen) anzunehmen, bleib für viele Autisten eine Lebensaufgabe, die niemals endet.

Wenn man es als Autist erst einmal geschafft hat "auf eigenen Füßen zu stehen", sind sie Chancen aus meiern Sicht gut, dass man von da an vergleichsweise wenig Unterstützungsbedarf hat. Man muss aber immer damit rechnen, dass auch Rückschläge und Krisen gibt, dass die Kräfte irgendwann wieder nachlassen usw. Es wird in den meisten Fällen ein Auf und Ab sein, auch noch in späteren Jahren.

Vicki
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Beitrag von Vicki »

Hallo,
also bei unserer Tochter hat das JA die Therapie ja binnen zwei Wochen abgebrochen weil wir deren Anweisungen nicht Folge geleistet haben.

Das ist jetzt schon einige Zeit her, jetzt wird sie nächsten Monat 14.

Gerade jetzt wäre ich wirklich sehr froh, wenn wir die Frau wieder in Anspruch nehmen könnten. Das wäre ein Segen, weil die unsere Tochter ganz genau verstanden hat und uns immer super Infos geben konnte sowie auch der Schule.

Da bei uns die Diagnose ja im Moment raus ist, ginge das eh nicht.
Bei uns lief das knapp zwei Jahre, aber da waren ja auch immer wieder Unterbrechungen drin wie Urlaub, Krankheit etc.

Gruss Vicki

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Regina Regenbogen
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Beitrag von Regina Regenbogen »

Nicomum hat geschrieben:Nico wird mittlerweile bald 13 und wir machen schon länger keine Therapien mehr. Bei ihm war die Luft draußen was das anbelangt und bei uns auch.

Ich denke wir haben ihm in Bezug auf Therapien mitgegeben was möglich war und er hat sich auch wirklich gut entwickelt. Von daher denke ich, dass es gut ist so.
Bei uns auch so, wir sind seit letzten Sommer erfolgreich therapielos. :lol:

Unser Jüngster hatte seit seinem 3. Lebensjahr Ergo, Logo, Krankengymnastik und Autismustherapie (nicht alles auf einmal) und er war gut aufgestellt. Auch die Autismustherapeutin hat uns ein erfolgreiches Ende der Therapie bescheinigt.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Nicomum
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Beitrag von Nicomum »

Hallo Regina,

schön, wenn du das so sehen kannst.
Ich weiß jetzt nie wies euch im Alltag so geht, aber man darf sich auch ruhig mal auf seinen Lorbeeren ausruhen! :D
Liebe Grüße
Elke

Sohnemann (5.03), Hypospadie, Autismus-Spektrum-Störung - mit großem Bruder und großer Schwester

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