meineschwestertotundichhier

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Valeriela
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meineschwestertotundichhier

Beitragvon Valeriela » 01.04.2016, 12:19

Hallo,
ich möchte euch meinen Blog vorstellen.
https://meineschwestertotundichhier.wordpress.com/

Ich schreibe über meine behinderte Zwillingsschwester, die im Alter von fünf Jahren gestorben ist, darüber, wie ich als Kind ihre Behinderung und ihren Tod erlebte.

Vielleicht ist der Blog für manche von euch interessant.

Liebe Grüße

MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 01.04.2016, 13:45

Hallo,

erst einmal herzlich willkommen.

Magst du dich vielleicht mal vorstellen?
Wie alt bist du heute?
Welche Behinderung hatte denn deine Schwester?

Grüße,
Miriam

Valeriela
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Beitragvon Valeriela » 04.04.2016, 18:00

Hallo,
danke.
Nein, gerade möchte ich mich nicht vorstellen, vielleicht später mal.
Ich bin heute etwas älter als früher.
Meine Schwester hatte sie im Mutterleib mit der Nabelschnur stranguliert, sie konnte nichts, außer fühlen. Ja fühlen, das konnte sie prächtig.

Thea-OS
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Beitragvon Thea-OS » 04.04.2016, 19:37

Du solltest dir Hilfe suchen und eine Psychotherapie machen, wenn dies noch nicht der Fall ist. Das liest sich so als ob du noch viel aufzuarbeiten hast.
Thea *84 mit Birte *04/10 Frühchen 28.SSW nach Blasensprung in 21.SSW, PVL, ICP-beinbetont, 3/16 erste freie Schritte!! :) Inklusionskind in der Regelschule
Räuberkind *1/14 gesund, fröhlich, und anstrengend

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Beitragvon Juler » 05.04.2016, 18:39

Für mich liest es sich auch so als solltest du dir dringend Hilfe suchen. Es ist für dich vielleicht oberflächlich eine Art es zu verarbeiten aber man liest darin dass da noch was getan werden muss.



LG


Juler
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Valeriela
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Beitragvon Valeriela » 05.04.2016, 18:57

Hallo,
das ist eine Fehlinterpretation, Verwechslung des lyrischen Ichs mit dem Autor.
Um Missverständnisse wie diese zu vermeiden, habe ich diesen Text verfasst: https://meineschwestertotundichhier.wor ... en-zeiten/

Beatrice1967
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Beitragvon Beatrice1967 » 06.04.2016, 12:21

Hallo Valeriela
Ich kann aktuell nicht Deinen ganzen Blog lesen, doch der oben von Dir genannte Beitrag - der trifft ziemlich viel, was auch ich erlebt habe und drückt vieles aus
https://meineschwestertotundichhier.wor ... en-zeiten/
Auch mein Bruder war behindert und starb plötzlich - Herzversagen im Schulbus. Er hatte das Down-Syndrom und eben diesen Herzfehler und einen etwas zu grossen Kopf- darum einen Shunt. Er war auch eine Art Prinz -alle hatten ihn gern und er hatte die Menschen gern und wusste das zu zeigen.
Und auch bei uns ist es geschehen, dass man ihn irgendwie überall vergessen hat, ausser ich als älteste Schwester. Da sein Tod so plötzlich war, hatten wir viele Fragen - doch wir merkten dass die Mama nicht darüber sprechen mag und der Papa auch nicht. Damals gab es keine Trauergruppen für Kinderf, man hat die Geschwister einfach vergessen. Wir in uns haben die Fragen totgeschwiegen -den Bruder totgeschwiegen - ausser ich.
Wenn ich gefragt werde, wieviele Geschwister ich habe, nenne ich den Daniel dazu und sage, dass er 1981 ein Engel geworden ist.
Die anderen damals jüngeren Geschwister von mir, wir haben erst vor 2 Jahren aufgrund einer Begegnung auf einem Spielplatz wieder zusammen über Daniel geredet - die anderen beiden hatten ihn irgendwie wirklich vergessen gehabt - weil das Sprechen über ihn und seinen Tod ja zuhause wie TABU war.

Eine Begebenheit hat mich dann aber sehr berührt. Ich traf eine ehemalige Schulkollegin an, in Begleitung ihrer Mutter. Die Mutter hat Alzheimer und alles zieht irgendwie an ihr vorbei. Sie wusste dann darum auch gar nicht, wer ich bin. Da sagte Regula zu ihr: Aber weisst Du noch Mami, was damals bei der Erstkommunion von unserem Bruder Willi passiert ist? Das mit dem Daniel, weisst Du noch , was er gemacht hat? Und da hellte sich dieses versteinerte, fragende Gesicht auf und sie lachte und sagte: Der Daniel hat doch den Pfarrer umarmt! Ja, das weiss ich noch!

Mir sind die Tränen gekommen vor Rührung und der Freude, dass da doch noch Menschen sind, die noch etwas von meinem geliebten, lange verstorbenen Bruder wissen. Sogar eine Frau mit Alzheimer, die sonst so vieles vergessen hat. Auch Regula sagte mir nachher, wie sehr sie das berührt habe, seit sehr langer Zeit habe ihre Mami mal wieder richtige Freude gezeigt.

Gibt es in Deinem Erleben auch solche Begebenheiten wo Du merkst, dass die Prinzessin doch noch in den Herzen mancher wohnt oder Erinnerungen an sie da sind?

Ich wünsche Dir alles Liebe und mach weiter mit Deinem Blog - ich werde reinlesen, sobald es mir gesundheitlich möglich ist - ich habe Gürtelrose mit bösen Nervenschmerzen....

Bis dann
Bea
selbstbetroffen von Cerebralparese und kongenitaler Amblyopie, hochgradiger Kurzsichtigkeit und Makuladegeneration,
-------------------------------------
Bücher-und Homepage-Fee im Schweizer Forum für Eltern behinderter, chronisch kranker oder mit Fehlbildung geborener Kinder
www.dasanderekind.ch

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Beitragvon HannahKillian » 06.04.2016, 15:57

Meine lieben Vorschreiberinnen!

Da kommt hier ein Mädchen zu uns und stellt uns ihren - sehr berührenden - Blog über den Tod ihrer Schwester vor....

Über sich selbst möchte sie keine direkte Auskunft geben, aber da sie ja für sich selbst keine Unterstützung erwartet, sollte man ihr das auch zugestehen, dass sie hier für uns weitestgehend "anonym" bleiben möchte.

Es hat mich aber doch etwas irritiert, dass ihr sie nun aber in einem "Zack- und-Basta!"- Satz dazu "verdonnert", sie solle sich doch professionelle Hilfe holen...!? Euer Engagement in allen Ehren, aber die Ansicht "da muss etwas getan werden...!" finde ich - so ins Blaue hinein - schon etwas abenteuerlich und nicht sehr feinfühlig... "MUSS" denn immer unbedingt etwas "getan" werden?

Jeder muss seinen eigenen Weg durch seine persönliche Hölle finden und wenn ihr Weg ihr Blog ist, dann ist das gut, dass sie ihn für sich gehen kann - auch ohne Seelenklempner...

Liebe Grüße,

Hannah
"Aufgeben?'" Komisches Wort, kenn ich gar nicht...

Meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... hannah+icp

Valeriela
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Beitragvon Valeriela » 06.04.2016, 19:22

Hallo Bea,
danke für deine Worte. Traurig, dass dein Bruder so "totgesschwiegen" wurde und toll, dass er für dich immer noch da ist. Die Begebenheit mit der Mutter deiner ehemaligen Schulkameradin ist wirklich sehr berührend und zeigt auch sehr gut, dass er eben nicht vergessen ist.

In meiner Familie wurde das Thema nicht totgeschwiegen, aber auch nicht sonderlich beredet. Es war einfach so. Für mich kam der Tod meiner Schwester sehr plötzlich und unerwartet, ich hatte überhaupt nicht in Betracht gezogen, dass meine Schwester sterben könnte, für mich war das ja alles normal, ihre Behinderung gehörte zu ihr, und dass sie daran sterben könnte, wusste ich damals mit fünf Jahren noch nicht. Meine Eltern hingegen wussten es seit unserer Geburt, dass ihre Lebenszeit begrenzt war, und es war erstaunlich, dass sie überhaupt so alt wurde.
Ich merke leider kaum, dass noch Erinnerungen an sie da sind, vielleicht liegt das auch daran, dass sie selbst "nichts" konnte, sie konnte nicht sprechen, sich nicht bewegen, usw. und bis meine Eltern und anderen Geschwister kenne ich auch kaum Menschen, die sie auch kennengelernt haben und über sie erzählen könnten. Da ist einfach kein Interesse mehr an ihr.
Ich will einfach darüber erzählen, wie ich diese Zeit erlebt habe. Ich konnte lange nicht darüber sprechen, weil ich immer Unbehagen und Desinteresse gesprürt habe in meinem Umfeld.
Ich freue mich, dass du in meinem Blog lesen willst und wünsche dir auch alles Gute, und dass es dir schnell wieder besser geht!

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Beitragvon Valeriela » 06.04.2016, 19:47

Hallo Hannah,
auch dir vielen Dank. Deine Worte haben mich sehr erleichtert.




Ich habe meine Texte vorgestellt, wer möchte, kann sie lesen, wer nicht möchte, muss nicht. Was spielt es für eine Rolle, wie alt ich jetzt bin? Ob ich nun 12 oder 35 bin, was spielt das für eine Rolle? Die Behinderung meiner Schwester kann ich leider nicht genauer beschreiben, ich kann keine medizinischen Fachbegriffe dazu, aber im Grunde spielt das auch keine Rolle. Welche Fakten, die ich in einer Vorstellung nennen könnte, spielen eine Rolle?

Ihr wisst sonst nichts von meiner Vergangenheit, könnt nicht wissen, wie "gut" oder "schlecht" ich daran "gearbeitet" habe, kennt mich nur anhand dessen, was ich schreibe... - ich halte auf dieser Grundlage eine "Ferndiagnose" sehr gewagt, und ja, in diesem Tonfall auch etwas unangebracht. Das ist, als würde euch oder euren Kindern jemand eine Diagnose stellen, ohne euch je gesehen zu haben.

Wie schon geschrieben, es gibt einen Unterschied zwischen dem lyrischen Ich und dem Autor. Wenn ich aus meiner Kindersicht schreibe, dann, weil diese Zeit in meiner Kindheit lag. Wenn ich alles aufschreibe, woran ich mich erinnern kann, was ich gedacht habe, dann spare ich nichts aus, nur weil einige dies verstörend finden könnten. Was aber nicht heißt, dass ich immer noch so denke.


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