Nina mit Karli (Frühchen 34.SSW, Sprachentwicklung, etc.?)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 28.03.2018, 17:20

Hallo Nina,

habt ihr denn eine autismuskompetente und UK-erfahrende Logopädie, und wenn ja, was sagt die zu seiner Sprachentwicklung?

Ich hätte einen Buchtipp: Angela Hallbauer und Claudio Castaneda: Einander verstehen lernen.

Und zur Ergo: grundsätzlich setzt Ergo am HANDELN an, eine gute Ergo kann also zb allgemein an der sozialen Interaktion arbeiten, an der Handlungsplanung, ... bei uns gehört zu diesem weiten Feld auch Kommunikation dazu.
Wahrnehmung/Sensorik ist auch ein großes Ergo-Thema, da wäre zb das Ess- und Toilettenthema ... und auch, wie man sich selbst in Bezug setzt zu anderen, das „Innen“ zum „Außen“ (eigene und fremde Bedürfnisse wahrnehmen und äußern, ...)
Eine GUTE Ergotherapeutin kann an allen von dir genannten Baustellen ansetzen, unsere jedenfalls tut das.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 30.03.2018, 11:17

Hi Nina,

und ich hätte aufbauend auf der Buchempfehlung von Engrid noch eine konkrete Empfehlung:

http://www.ukcouch.de/
dann runterscrollen zum Buch "Modelling in der UK".

Dein Sohn kann zwar sprechen, aber (noch) nicht wirklich kommunizieren.Hier gibt es tolle Praxishilfen, wie man das im Alltag durch Vormachen "vermitteln" kann.

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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Ninagolda
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Beitragvon Ninagolda » 30.06.2018, 15:28

Heute hatten wir Sommerfest im Kindergarten. Ich hatte schon die ganze Zeit Zweifel dass das so toll wird, weil die Kinder ein Theaterstück von Räuber Hotzenplotz aufführen sollten und ich weiß natürlich dass Charlie mit vielen Leuten und anderen Situationen nicht gut klarkommt. Es hieß er hätte auch einen Part im Stück ohne Text aber trotzdem. Na gut. Wir sind dann zum Kindergarten. alle Eltern waren sehr stolz und beflissen mit ihrem Nudelsalat und allem unterwegs, Karli wollte aber nicht mal rausgehen wo das Theaterstück gespielt werden sollte. Wir haben trotzdem ein paar Versuche gestartet, aber kaum ging es richtig los wollte er gleich wieder zurück auf das Sofa. also wieder zurück und wir saßen drin. Nachher konnten wir dann rausgehen, aber kaum wollte ich mir etwas zu essen holen gab es auch wieder Proteste, aber mitgehen wollte er auch nicht, alles unheimlich und anders heute. Ich würde echt gerne einmal wie jemand normales dort bei so einer Veranstaltung sein. Mein Kind macht da irgendwo mit, ich kann mich dran erfreuen und dann essen wir was zusammen. Ich hab noch ein bisschen mit Karli geschaukelt damit wir wenigstens irgendwas da gemacht haben, 4 Lose gezogen und dann sind wir abgezwitschert, ich hab es bereut überhaupt da hingegangen zu sein. Karli und ich sind jetzt zu Hause und ich bin so müde wie nach einem Marathonlauf.

SimoneChristian
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Beitragvon SimoneChristian » 30.06.2018, 18:55

Hallo Ninagolda,

nicht aufgeben. *knuddel*
Ja, ich wünsche mir auch oft, dass irgendetwas bei uns "normal" ist.
Und mittlerweile ist es das oft auch.

Es wird besser für deinen Sohn.
Und du wirst selbstbewusster, einfach nicht hin zu gehen, wenn euch das nicht gut tut.

Aber es lohnt sich auch, es immer wieder zu versuchen und sich am Schaukeln und Lose ziehen zu freuen. :)

LG
Simone
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atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

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Beitragvon Patricia.S » 30.06.2018, 22:33

Hallo,
Es ist sicher nicht einfach aber ich würde das ganze auch möglichst gelassen sehen und keine Ansprüche an solche Tage haben.
Ich selbst habe in der Volksschule geweigert an einem Theatherstück mitzumachen - ich hasse solche Dinge :twisted:

Bei unserem Kindergartenfest sollten die Kinder in Zweierreihen mit Sonnenstangen hinausziehen. Die Eltern sollten draußen warten. Als Lorenz die vielen Leute im Garten gesehen hat wurde er ganz nervös und hat sich an mich geklammert. Kein Problem, ich hab der Erzieherin kurz bescheid gesagt und hab mich mit ihm raus gesetzt.
Danach gab es eine Zaubershow, der Mann war zwar echt witzig aber nach der Hälfte der Vorführung habe ich gemerkt das mein Kleiner unruhig wird. Aufgrund seiner Wahrnehmungstörung ist das lange Sitzen sehr anstrengend für ihn. Wir sind dann eine Runde gegangen (auch geschaukelt). Von den vielen Spielstationen hat er nur wenige in Anspruch genommen. Basteln ist für ihn halt feinmotorisch unmöglich. Dann halt dreiviertelstunde Drachenball spielen.
Trotzdem fand ich den Tag sehr gelungen und wir waren bis zum Schluss da.
Lorenz 6/2014 - Hirnstammhypoplasie mit rumpfbetonter Hypotonie, Facialisparese, Taub li. mit Hörgerätversorgung, Hornhauttrübung li. Auge, Sprachentwicklungstörung

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 01.07.2018, 10:16

Hallo Nina,
das kenne ich leider auch und immer noch... Bene beteiligt sich gar nicht bei solchen Festen. Im Grunde ist er immer auf der Flucht und zeigt gestisch oder tippt per Talker, dass er nach Hause gehen möchte. Ich gehe trotzdem mit ihm auf solche Feste, aber ohne Erwartungen und auch nur zeitlich begrenzt und ich gebe ihm die Möglichkeit des Rückzugs. Kürzlich waren wir auf einem Geburtstagsfest eines Klassenkameraden eingeladen. Wir konnten zwei Stunden bleiben :D Bene hat Kuchen gegessen, sich ins Plantschbecken gelegt und vom Liegestuhl aus das Treiben beobachet. Als er unruhig wurde, gab es das Ipad zum Trickfilm schauen. Das wr für alle total OK, aber wie gesagt, die Eltern von Benes Klassenkameraden haben eben auch alle sehr spezielle Kinder :wink:

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin

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Kaati
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Beitragvon Kaati » 01.07.2018, 18:24

Hallo, auch wir haben gerade Freitag unsere Sommerfest im kiga gehabt.
Es war nun unser zweites Sommerfest im kiga.
Wir gehen Auch immer mit keinen Erwartungen hin.
Junior möchte aber auch dabei sein. Dann schauen wir das wir eine ruhige Ecke finden wo am besten auch noch was ist was er super findet. Dieses Jahr war es ein kleines Mini Karisell mit Lautsprechern ( Intetesse ) wo Junior dann davor geseen hat und die leise Musik gehört hat.
Wir besprechen aber auch immer mit den Erziehern das es möglichst irgendwas gibt wo Junior es gut haben kann.
Und dann ist er plötzlich fertig und will nach Hause. Also gehen wir los.
Er war dabei und ist stolz und ich bin fertig weil es total anstrengend ist....

Und auch mir fellt es schwer zu sehen wie entspannt die andren Eltern sich unterhalten wehrend ihre Kinder spielen.
Aber an nächsten Tag bin dann stolz auf uns das wir es ohne großen streß für Junior geschaft haben das er dabei sein konnte.

Und auch wir sagen Veranstallu gen ab wo wir wissen das es sonst eine Katastrophe wird. Da bekommt man mit der Zeit ein dickeres Fell. Und es bringt ja auch garnichts wenn das Kind nur noch total gestreßt ist...

Lg kaati
L. 2.4.13 Autismus Spektrum
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(Kath Walter)

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Beitragvon Ninagolda » 02.07.2018, 19:57

Liebe Alle,vielen Dank für eure lieben und aufmerksamen Antworten die mich sehr getröstet haben. Ich weiß, es gibt hier ganz andere Dramen und schwierige Dinge, aber manchmal ist es eben so ein Sommerfest oder so, was einem zu schaffen macht weil da alle möglichen Gefühle und Sorgen hochkommen die man eh schon mit sich rumträgt. Aber tatsächlich haben wir das Beste draus gemacht und sind am Sonntag direkt noch zu einem Sommerfest gegangen von der Stadt, und da gab es Hüpfburg und Riesenrutsche und Trampolin und alles was Karli gerne mag, und er hat überall kräftig mitgemacht und konnte sich hervortun und hat auch die anderen Kinder angesehen und angelacht und sich so gut amüsiert, dass wir ihn nur mit Mühe und Not dann da rausbekommen haben und im Bus heimwärts ist er sofort weggepennt :) Da war ich einigermaßen stolz auf uns, und es hat mich auch mit dem Sommerfest im Kindergarten ein bisschen versöhnt. Mit meinem Partner hab ich jetzt ausgemacht entweder wir gehen nächste Mal zusammen zu so einer Kindergartenveranstaltung (er hat Samstag arbeiten müssen) oder gar nicht. Zu zweit bzw. zu dritt mit Karli kann man solchen Dingen besser trotzen und das Beste draus machen. Ganz liebe Grüße und schön dass es das hier gibt!

michie
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Beitragvon michie » 02.07.2018, 20:13

Hi Ninagolda!

Die ersten solchen Feste waren für mich auch immer so richtig demotivierend. Man kommt irgendwie nicht davon los zu vergleichen, und es ist doch nur menschlich die anderen Eltern dafür zu beneiden, wie relaxt sie sowas angehen können. Ich habe mich dann für einen relativ offenen Umgang mit dem "Dilemma" entschieden und spreche darüber, mit meiner Familie, auch mit den Pädagoginnen, wenn es sich ergibt, und durchaus auch mit den anderen Eltern. Bei unserem Sommerfest sind wir dieses Mal nach 1,5h gegangen und bei der Abschlussfeier nach 30min. Es können alle gut verstehen. Wenn es dem kleinen Prinzen nicht mehr gut geht - und das merke ich ja relativ "rasch" - dann hat es ja für niemanden mehr einen Sinn. Die Zeit, in der wir da sind, gesellen sich aber immer häufiger andere Eltern zu meinen Kindern und mir und quatschen mit mir und meinem Sohn, das ist wirklich toll. Vielleicht kommt das bei euch auch noch? Die anderen wissen vielleicht gar nicht oder haben es halt nicht auf dem Schirm, wie das für dich ist.

Glg
michie
michie mit kleinem prinzen (11/2012; ASS) und kleiner fee (02/2015)
Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic122077.html

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Beitragvon Ninagolda » 02.07.2018, 20:20

Ja, ich habe es Karlis Lieblingserzieherinnen gesagt, nicht als Beschwerde sondern damit sie weiß warum wir so früh gegangen sind und vielleicht können wir uns nächste Mal gemeinsam noch etwas überlegen was es ausser dem Theaterstück gibt, irgendwas wo man eher spontan spielen kann. Ich kannte das von früher das beim Sommerfest so alle möglichen Stände sind mit vielen Sachen wo man spielen kann und dann wird z.B. so ein zettel abgekreuzt was man alles mitgemacht hat. Das muss ja nicht sein oder ist vielleicht zu aufwendig aber man kann bestimmt überlegen das zwei drei andere Sachen da sind. Angebote für Kids die eben nicht das Theaterstück mitmachen wollen. Denn die Erzieherin sagte mir, als ich es ihr erzählt habe dass das für uns so schwierig war, dass es einige Kinder gab die da nicht mitgemacht haben. Und da dachte ich noch, wenn das so ist, wäre doch schön wenn die dann alle etwas hätten zusammen machen können. So hatte man sie gar nicht gesehen.Liebe Grüße


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