ADHS und Gymnasium

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 23.01.2018, 13:06

Kommende Woche haben wir das Empfehlungsgespräch in der Schule. Ich bin mir aber jetzt schon sicher, dass er keine Empfehlung füss Gymnasium bekommen wird, weil aus Sicht der Lehrerin sein Arbeitshaltung einfach nicht stimmt und er natürlich immer an den "fleißigen Bienchen" gemessen wird, die immer noch gerne 15 Zusatzaufgaben bearbeiten und konstant ihre Einsen schreiben....
Das ging uns damals auch so, trotz super Noten. Er ist dann nach der 10. gewechselt. Ich war so sauer auf die Grundschulempfehlung. Heute ist er in der 12. und ich muß mir langsam eingestehen das die Grundschullehrer wohl garnicht so unrecht hatten. Wer keine vernünftige Arbeitshaltung an den Tag legt ist ab der 11. Klasse echt verloren. Mein sohn hatte bis zur 10. nur einser und zweier ohne je gelernt zu haben. HA kurz vor Unterrichtsbeginn erledigt u.s.w.
Tja das reicht ab der 11. nicht mehr, er hat nie gelernt zu lernen und sich selbst zu organisieren. Das haut ihm jetzt die beine weg.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

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sabine_emil_elsa
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Beitragvon sabine_emil_elsa » 23.01.2018, 13:18

Bei uns steht jetzt auch (theoretisch) die Entscheidung zur weiteführenden Schule an und wir haben uns für eine Anmeldung an der hieisigen Realschule entschieden, die einen sehr guten Ruf hat. Mein Sohn ist zwar clever, aber auch unwahrscheinlich faul und stur. Er ist ein Oberchaot, der wirklich null auf die Reihe kriegt, was Organisation und so weiter anbelangt. Wenn man ihn ließe würde er mit Schlafanzug in die Schule gehen. Er nimmt seit einem Jahr Medikinet, damit kann er wenigsten in der Grundschule zeigen, was er kann, aber das auch nur, weil seine Klassenlehrerin ihm alles vorstrukturiert und teilweise noch seinen Ranzen einräumt. Wenn jetzt manche sagen woll: Lass ihn doch mal auflaufen, tragt ihm nichts hinterher - ja, das haben wir schon versucht und endete ihm absoluten Superchaos. Er ist wirklich lieb, hilfsbereit anderen gegenüber, hat einen großen Gerechtigkeitssinn und hält alten Damen die Türe auf, aber strukturiert arbeiten und freiwillig lernen - keine Chance. Da ich selber jahrelang auf einem Bayerischen Gymnasium von versetzungsgefährdet zu versetzungsgefährdet gestrauchelt bin (erst in der 11 Klasse hat es bei mir geschnackelt) will ich das meinem Sohn nicht antun. Wenn er später das Abi machen will, gbit es dazu verschiedene Möglichkeiten.
Aber bei uns steht im Sommer sowieso ein Umzug ins Ausland an, daher ist die Schulanmeldung pro forma. Aber natürlich treibt es mich schon jetzt um, wie mein Großer dann im Ausland an einer neuen SChule zurecht kommen wird.....
Sozialen Anschluss hat er nämlich auch nur lockeren, er ist für den Großteil der Jungs in seiner Klasse einfach zu "speziell".

fanny
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Beitragvon fanny » 23.01.2018, 14:43

Wir müssen gerade auch die Entscheidung treffen, auf welche weiterführende Schule unser ADS-Kind gehen wird. Das letzte Schuljahr war eine Katastrophe, dieses Jahr wurde es dank Therapie sehr viel besser und in den letzten zwei Monaten lief es sehr gut.

Entscheidend für uns ist:
- durch die Therapie lernt sie, sich zu strukturieren und zu organisieren. Sie verliert keine Sachen mehr, hat über ihre Dinge den Überblick, ist viel selbständiger geworden
- sie bekommt jetzt den Schulstoff im Unterricht mit, so dass sie auch ohne viel zu lernen gute oder sehr gute Noten schreibt; ich muss nicht mehr den ganzen Stoff mit ihr zu Hause nacharbeiten
- in allen Fächern ist sie 1-2 Noten besser geworden
- Hausaufgaben erledigt sie inzwischen fast ganz ohne Hilfe
- sie hat einen großen Ehrgeiz, will unbedingt aufs Gymnasium und das Abitur machen

Die Lehrerin empfiehlt ebenfalls das Gymnasium. Sie berücksichtigt nicht nur die Noten, sondern auch das Gesamtverhalten des Kindes für die Grundschulempfehlung.
Habe gestern Abend noch mit meinem Mann darüber gesprochen, dass wir sehr erleichtert darüber sind, dass wir vor einem Jahr auf unser Bauchgefühl gehört und uns Hilfe geholt haben, obwohl das viele Außenstehende damals übertrieben fanden. Aber es war genau zum richtigen Zeitpunkt: Jetzt greift die Therapie und dadurch fällt uns die Entscheidung für die weiterführende Schule sehr viel leichter.

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Sandra B.
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Beitragvon Sandra B. » 26.09.2018, 11:27

Hallo,
ich wollte mal kurz berichten, wie es uns geht.
Wir haben uns im Frühjahr für das Gymnasium entschieden und im Moment läuft echt alles super. Die ersten Hauptfacharbeiten hat er 2, 3 und 1 geschrieben, die mündliche Mitarbeit scheint überall gut zu sein. Auch ist die Hausaufgabensituation im Augenblick deutlich entspannter als noch vor einem Jahr. Ich habe echt das Gefühl, dass sich alles in die richtige Richtung bewegt - und das ohne Medis!
Klar, er ist immer noch ein Chaot und braucht eine Menge Struktur, aber er macht seine Sache wirklich gut und zumindest für den Moment habe ich das Gefühl, dass wir uns richtig entschieden haben. Mal sehen wie es weiter geht...
Liebe Grüße
Sandra
Sandra (47) und Max (48) mit Nina, 17, geistig und körperlich schwer behindert nach Frühgeburt. 25.SSW, 530g, sehr starke Sehbehinderung, keine Sprache, autistische Züge, infektabhängige Anfälle und vieles mehr
& Lukas, geb. 19.06.2008 (ADHS)

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Beitragvon IlonaN » 26.09.2018, 11:37

Hallo Sandra B.,
das freut mich sehr für euch. Ich drück die Daumen das dies auch in den höheren Klassen so bleibt. Mein Sohn hat jetzt "nur" 12 Jahre statt 13 gemacht und so den schriftlichen teil vom Fachabi. Er hat es dann doch eingesehen das er die abiprüfungen nicht durchhalten wird und für seinen berufswunsch reicht das fachabi.
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Beitragvon Sandra B. » 06.02.2019, 19:16

Hallo,

will anderen, bei denen nun die Entscheidung ansteht, mal etwas Mut machen....

Das erste Zeugnis auf dem Gymnasium ist prima ausgefallen. Lukas hat sich im Vergleich zur Grundschule so gut wie nicht verschlechtert, er hat 7x die Note 2 und 4x die Note 3, diese in Deutsch, Musik, Sport und Erdkunde. Sogar im Arbeitsverhalten hat er eine 2 geschafft, das hatte er noch nie! Bin echt stolz auf ihn. Klar, es ist oft ein Kampf und die Hausaufgabensituation ist oft genug stressig, aber ich sehe auch hier klare Fortschritte....Hoffen wir, dass es so bleibt

liebe Grüße
Sandra
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Beitragvon MamaMonika0912 » 06.02.2019, 21:01

Ich lese das gerade mit großem Interesse weil wir uns mit 80%iger Sicherheit wohl auch für das Gymnasium entscheiden werden. Mein Sohn hat ASS, ADS und ein extrem heterogenes Intelligenzprofil (schlechtester Wert 90, bester 140). Er nimmt keine Medikation, wird aber hoffentlich mit Schulbegleitung wechseln. Obwohl er somit andere Voraussetzungen und Problematiken hat machen mir die Berichte Mut. Danke euch!


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