Erzähl mir die Wahrheit

Hier könnt ihr Gedichte, Texte und kleine Geschichten zum Thema "besonderes Kind" einstellen und darüber dikutieren.

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Petra43
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Erzähl mir die Wahrheit

Beitragvon Petra43 » 24.02.2016, 18:19

Die Entscheidung ein Kind zu haben, ist von großer Tragweite. Denn man beschließt für alle Zeit, dass das eigene Herz außerhalb des eigenen Körpers herumläuft.

Es tut weh.. Nicht helfen zu können, immer stark zu sein, zu lachen, obwohl man lieber weinen würde, zu schweigen, obwohl man lieber schreien würde..

Manchmal wenn ich sage: "Danke, mir geht´s gut!" wünsche ich mir jemanden, der mir in die Augen sieht und sagt: "Erzähl mir die Wahrheit"
13jährige Tochter mit angeborener diltertativer biventrikulärer Kardiomypathie mit dreifacher Herzklappeninsuffizienz (Mitralkappe Grad 1-2, Trikuspidalklappe 2-3, Aortenklappe 1-2), NAYA 3 - 4, wartete auf ein Herz. Seit Mitte Juni HTX Herztransplantation

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oli h
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Beitragvon oli h » 24.02.2016, 18:26

Das ist wunderschön... Und so wahr

Lg
Oli

monika61
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Beitragvon monika61 » 25.02.2016, 08:13

oli h hat geschrieben:
Das ist wunderschön... Und so wahr





Liebe Petra,

ich schließe mich Oli an.

Du hast es wirklich auf den Punkt gebracht und so eindrucksvoll in Worte gefasst... :icon_thumleft:

"Manchmal wenn ich sage: "Danke, mir geht´s gut!" wünsche ich mir jemanden, der mir in die Augen sieht und sagt: "Erzähl mir die Wahrheit"


Genau das würde ich mir auch manchmal wünschen. :wink:

Ich habe leider das Gefühl das es viele aber nicht so genau wissen möchten wie es einem wirklich geht....vielleicht auch aus eigener Unsicherheit heraus... :?

Dir alles Gute
und liebe Grüße :icon_flower:
Monika

sandra3
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Beitragvon sandra3 » 25.02.2016, 08:16

Danke für deine Zeilen. Ihre Wahrheit haben mich sehr getroffen. Wie oft habe ich mir genau das schon gewünscht...

LG Sandra
J. (04/05) Hydrocephalus mit Ableitung, Meningocele, Balkenmangel, Kleinwuchs, Zöliakie

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Petra43
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Beitragvon Petra43 » 25.02.2016, 09:43

Ich gestehe, es ist nicht von mir.

Ich habe es irgendwo gefunden, und es passt grade sehr in mein Leben.

Mir geht es grad nicht gut, und wie oft werde ich gefragt, wie es mir geht. Ich sage dann lala. Meistens folgt Schweigen, manchmal aber Unverständnis. Denn niemand weiß, was bei uns los ist. Alle denken, unser Kind ist transplantiert und damit ist alles in Ordung. Ist es aber nicht. Wir haben das eine gegen das andere getauscht. Natürlich geht es unserer Tochter besser, als vor 2 Jahren. Aber trotzdem zieht es mich runter, dass sie nicht so leben kann, wie wir es uns wünschen.

Damit will ich sagen, dass ich nicht nur am Jammern bin. Aber es geht mir halt derzeit sehr schlecht. Und wenn jemand so eine Frage stellt, dann sollte er sich im klaren sein, auch mal eine Negativantwort zu erhalten.
13jährige Tochter mit angeborener diltertativer biventrikulärer Kardiomypathie mit dreifacher Herzklappeninsuffizienz (Mitralkappe Grad 1-2, Trikuspidalklappe 2-3, Aortenklappe 1-2), NAYA 3 - 4, wartete auf ein Herz. Seit Mitte Juni HTX Herztransplantation

Chrissie64
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Beitragvon Chrissie64 » 25.02.2016, 10:22

Hallo Petra,
wenn ich danach gefragt werde, wie es mir geht, wollen die Fragenden vielleicht gar nicht die Wahrheit hören, weil sie damit nicht umgehen können.
Manchnmal denke ich, dass es einfach eine Floskel ist, ohne echtes Interesse, nur um was gesagt zu haben. Vielleicht tue ich auch meinen Mitmenschen unrecht.


Liebe Grüße
Ich 1964
Mann 1964
Vanessa 1993 / geistig behindert, 100 % SBA mit H, Anfallsleiden,
Sascha 1995, lernbehindert


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