Übergriffiges Verhalten des Kindergartens

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Anja Müller
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Übergriffiges Verhalten des Kindergartens

Beitragvon Anja Müller » 19.02.2016, 09:18

Hallo,

eine Frage mal an euch:

Unser heilpädagogischer Kindergarten kümmert sich auch um die Hilfsmittelversorgung.

Ausgemacht war, dass unser Kind einen Rolli bekommen soll, der nur dort genutzt wird. Es wurde Maß genommen usw.

Nun haben wir rein zufällig erfahren, dass die wollen, dass der Rolli unseren Rehabuggy DAHEIM ersetzen soll und entsprechend bestellt wurde.

Für uns passt dieses Konzept nicht, weil wir den Buggy behalten wollen. Wir brauchen das obere Teil als Aufsatz für unser Fleet, ohne dem wir keine gemeinsamen Radtouren mehr machen können (Familienhobby).

Außerdem sind die Räder des Rollis nicht geländetauglich, wir verbringen im Sommer aber viel Zeit in Wald und Feld.

Wir sind jetzt sauer, weil nie jemand mit uns gesprochen hat und die uns was überbraten, was für unsere Bedürfnisse überhaupt nicht passt. Wenn wir den Rolli nehmen müssen wir entweder unseren Lebensstil total ändern (das betrifft nicht nur uns Eltern, sondern auch die gesunden Geschwisterkinder) oder wir können den Kleinen zu unseren Familienunternehmungen nicht mehr mitnehmen.

Mal davon abgesehen, dass wir auch die Farbe gern selber ausgesucht hätten.

Daher haben wir das Sanitätshaus dazu bewegt, das Ding vorerst noch nicht zu bauen.

Im Kindergarten herrscht die helle Aufregung. Sie verstehen nicht, dass wir eigene Wünsche haben und fassen es als Kritik an ihrem Service auf.

Daher meine Frage: Ist das üblich, dass man Eltern einfach ein Hilfsmittel für Zuhause bestellt, ohne vorher zu fragen, ob es überhaupt gewünscht ist und was eigentlich gebraucht wird?

Danke!

Anja

PS: Bitte nichts schreiben, ob die Zweitversorgung überhaupt genehmigungsfähig ist etc. Das haben wir abgeklärt ...

finnja
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Beitragvon finnja » 19.02.2016, 09:27

Hallo Anja,
ja, ich hatte solch übergriffiges wohlmeinendes Verhalten an der KB-Schule...

Interessant wäre es, wer dann nachher die Empfangsquittung unterschreibt ;-)

Beiß die Zähne zusammen (aber nicht zu fest, da kann ich dir gerade aus praktischer Erfahrung sagen, das führt zu wahnsinnigen Kopfschmerzen), atme tief durch und teil dem Kindergarten sachlich mit, dass du dich freust, dass sie dich entlasten wollen, aber das nicht der Rolli ist, der zu euren Bedürfnissen zuhause passt um zukünftig die Komplikationen zu vermeiden, wäre es doch super, wenn das mit euch gemeinsam besprochen wird.

LG, Finnja
Sohn 06 ,SBA seit 06 mit 100 GdB und PS II (die nicht seit 06), Mutation, mit Auswirkungen in allen möglichen Bereichen,
PS 06, AVWS, V.a. FAS(D)
PT 07, FAS mit gB, lebt inzwischen in einer Einrichtung
LT 12, so normal, wie bei uns als Eltern möglich ;-)

mamavonsarah
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Beitragvon mamavonsarah » 19.02.2016, 09:27

Hallo,

mal aus dem Bauch heraus.... ganz klar nein.
Würdet ihr Kindergarten oder Schule auch erlauben darüber zu bestimmen, welche Tapete ihr habt und welches Waschmittel ihr verwendet?

Vermutlich nicht... da überschreitet jemand seine Kompetenzen - gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Ich käme mir als Mutter übergangen und bevormundet vor. Aus meiner Sicht ist das ein massiver Vertrauensbruch. Blöd wäre halt, wenn ihr Abtretungserklärungen unterschrieben habt.

Der Kiga darf gern darüber bestimmen, welche Hilfsmittel dort verwendet werden und sich dann auch darum kümmern diese zu beschaffen. Mehr aber auch nicht.

LG Sandy

Sandra F
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Beitragvon Sandra F » 19.02.2016, 09:28

Hallo Anja,

hab selber nix mit Hilfsmitteln zu tun, aber ich wäre genauso wie du sauer.

Wer hat denn den Rolli beantragt? Ihr?
Dann hat der Kindergarten da maximal Mitspracherecht meiner Meinung nach, was den Einsatz im Kindergarten angeht.

Ich finde es ein Unding.

LG
Sandra
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Inga
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Beitragvon Inga » 19.02.2016, 09:29

Hallo!

Nein, so kenne ich das ganz uns gar nicht!
Es ist mein Kind, mein Leben, meine KK!
Natürlich will ich bei den Hilfemitteln mit reden. Selbst bei einem Rolli der rein in der Kita genutzt würde, wäre ich bei der Auswahl dabei!

Was ich jedoch nicht verstehe, ist, wie die Entscheidung kam, dass der Rolli auch für Zuhause ist? Was steht denn auf dem Rezept? Fehlt da "nur" das Wort Zweitversorgung, oder wurde da explizit darauf hingewiesen, dass es ein "Austauschgerät" für den Buggy ist?
Wenn der Rolli ansich so okay ist, würde ich einfach versuchen bei der KK deutlich zu machen,d ass der Buggy trotzdem bleiben muß. Wenn du ja schreibst, dass die Zweitversorgung im Vorfeld eigentlich abgeklärt war, dürfte dies ja hoffentlich kein Problem sein.

Viel Erfolg!
Inga
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Emma 07
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"Joshua" 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

Betreuer von Danielo '96 und Steven '98

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html
Unsere Galerie: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=1278

Anja Müller
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Beitragvon Anja Müller » 19.02.2016, 09:39

Hallo

und danke für eure Antworten!

Wir hatten rechtliche MÖGLICHKEITEN einer Zweit-Versorgung geklärt, die bei der Kasse aber noch nicht durch sind.

Wenn der Kiga sein Konzept durchdrückt, wird es aber nicht gehen. Einzelheiten führen jetzt etwas weit (es hängt auch damit zusammen, was auf der Fahrt in den Kiga alles mitgenommmen werden muss/kann) ...

Wie sind eigentlich unsere Rechte? Dürfen wir den Rolli für daheim ablehnen?

Die Radtouren sind eigentlich die einzige Unternehmung , die allen vier Kindern gleichermaßen Spaß machen (und das wird wohl noch ein paar Jahre so bleiben) und außerdem sogar auch uns Eltern gut tun. Für unsere Familienleben wäre es ein riesengroßer Verlust, wenn sie nicht mehr machbar sind.

Mit "Wald und Feld" meine ich ein Freizeitgrundstück (Naturgarten) - für mich der schönste Ort auf der Erde. Durch lange Klinikaufenthalte bedingt konnten wir da die letzten Jahre kaum noch hin. Wir haben uns so drauf gefreut, dass es vielleicht diesen Sommer klappt und ich will den Kleinen dann aber dabei haben. Außerdem kann es ein Stück weit die Urlaube ersetzen (für die kein Geld mehr da ist, weil ich mit dem Kleinen nicht mehr arbeiten kann). Mit diesem "falschen" Rolli geht das aber alles nicht (zu kleine Räder).

Danke!

Anja

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Beitragvon Katja_S » 19.02.2016, 09:51

Hallo Anja,
so was geht gar nicht :evil: . Schon gar nicht, dass das HM auch zu Hause genutzt werden soll.
Erlebt habe ich sowas nich nicht. Ok, wenn sie für E. in der Schule einen Stuhl mit Antirutschmatte und Hocker o.ä. aufrüsten, damit E. auf einem normalen Stuhl sitzen kann, ist das auch für mich in ordnung, weil das ja dann nur für die Schule (früher Kiga) und ich weiß, dass eine Physio in der Klasse ist, die das "überwacht". Die ganze andere HM-Versorgung lief auch bei uns über den Kindergarten (und läuft jetzt über die Schule), aber da ist es eigentlich für alle selbstverständlich, dass das in Absprache passiert und wir gemeinsame Termine mit der Physio, dem Rehatechniker und mir ausmachen, um zu schauen, welcher Rolli/ welcher Rollator/ welches Zubehör usw. notwendig und hilfreich ist. Ich kenne eine Mutter, die hat die Rolliversorgung ihres Kindes dem Kindergarten überlassen, aber das hat sie bewusst so entschieden (habe mit ihr geredet), dann ist das eine andere Situation.. Für mich könnte ich mir das nicht vorstellen (wir nutzen alle HM allerdings auch zu Hause).
Wie kam denn der Kiga dazu, zu entscheiden, dass ihr den Rolli auch zu Hause nutzen sollt und, vor allem, euren Buggy abgeben sollt? Geht denn keine Zweitversorgung mit Rolli und Rehabuggy?
Da würde ich auf alle Fälle auch versuchen, das noch zu ändern!
Viel Erfolg!
Gruß,
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

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Beitragvon carmen 815 » 19.02.2016, 10:18

Hallo,
Mich würde mal interessieren was die KK dazu sagt.
Bei uns ist es auch so das ich der beantraget bin und darum geht es auch mich was an.
Ist das mit rollstuhl von der KK genehmigt.
Wir haben auch einen rolli und unser kimba buggy ist bei uns geblieben weil für ein Wiedereinsetzung zu alt. Ich kläre viel telefonisch mit der KK und schicke dann das Gespräch noch schriftlich hinterher.
Die Schule will jetzt auch einen Stuhl für die Schule anstelle vom rollstuhl im Unterricht.
Die sagten es mir und ich kümmere mich darum. Die Reden da gar nicht mit.
Justin geht auf kbo Schule von der lebenshilfe.
Lg carmen
Vergiss es nie. Du bist gewollt. Justin 31.07.06
Frühchen 25SSW. ICP,Spastische Tetraparese,Hypotonie, knick senk fuß spitzfuß, z.n. Hydrozephalus, Gehirnblutungen, Balkenhypoplasie, kleinhirnhypoplasie, mikrozephalie, schwere geistige Behinderung, Epilepsie, BPD, Autistische Züge, Magen-Darmprobleme, z. N. Zwei Illius und NEC,

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Beitragvon carmen 815 » 19.02.2016, 10:21

Ach ich nochmal. Warum wollen die einen rollstuhl. Ich kenne es nur mit therapiestuhle für Kiga.
Draußen können die doch auch mit buggy gehen.
Lg
Vergiss es nie. Du bist gewollt. Justin 31.07.06
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Beitragvon Anja Müller » 19.02.2016, 10:44

Hallo,

ich weiß nicht, wieso Rollstuhl. Ich hatte auch für einen Therapiestuhl plädiert.

Das haben sie aber ignoriert und mich über unseren Pflegedienst informiert, dass jetzt ein Rollstuhl kommen soll. Begründung: dann kann man die Sitzhöhe besser variieren. Ich hab geantwortet, dass das mit dem Therapiestuhl auch geht. Keine Antwort.

Mir war es die Sache es dann nicht wert, deshalb zu streiten, zumal wir grad mal wieder aus der Klinik heimgekommen und ohnehin ziemlich erschöpft waren (körperlich und seelisch).

Über den PD lief dann auch die Info, dass für den Rolli Maß genommen wird usw. Und mein Mann hat mal in der Arbeit einen Anruf bekommen, dass in zwei Stunden der Techniker kommt zur Anpassung und ob er dabei sein möchte. So kurzfristig konnte er nicht weg vom Arbeitsplatz und wir dachten eben immer, dass es um den Rolli für den Kiga geht. Daher haben wir die Sache laufen lassen.

Dass er auch für daheim sein soll, haben wir rein zufällig entdeckt, weil offensichtlich auch ein "Kraftknoten" für den Transport des Rolli nach Hause in Auftrag gegeben worden war.

Auf Nachfrage hieß es dann plötzlich: "Ja natürlich - auch für daheim usw.."

Wir konnten das erst gar nicht glauben, haben nachgefragt usw.

So lief das ...


VG,

Anja


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