Pflegekind ohne Krankenversicherung

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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AngelaMeyer
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Pflegekind ohne Krankenversicherung

Beitragvon AngelaMeyer » 27.01.2016, 12:19

Hallo,

heute hab ich mal eine Frage für eine Freundin. Sie hat 3 Kinder und nun hat sie auch noch ganz überraschend ein Pflegekind aufgenommen (der Antrag läuft). Das PK ist gerade einmal 7 Monate jünger als ihr jüngstes eigenes Kind. Das eigene Kind ist U1 und das PK in 3,5 Monate alt.

Und weil alles so schleppend läuft, hat das PK aktuell gar keine Krankenversicherung!

Ihr habt hier doch viel Erfahrung mit dem Thema. Ich habe ihr geraten, dass sie mal bei ihrer KK Anfragen soll,Indias Ok mit in die Familienversicherung kann (schließlich trägt die Familie auch aktuell den Unrhalt für das Kind, weil noch kein Geld vom Jugendamt kam). Das Kind ist jetzt schon seit Monaten in der Pflegefamilie. Habt ihr noch genauere Infos oder Ideen? Würde ihr so gerne ein paar Tipps geben.


Welche Hilfsmöglichkeiten für eine Familie in der Situation gibt es sonst noch?

LG Angela
Sohnemann *2001 Asperger und HB
Minimann *2013 geboren mit 6. Zeh und Hypospadie (OP Anfang 2015), globale Entwicklungsstörung, geräuschempfindlich und (taktile) Wahrnehmungsstörung und seit März 2016 Epilepsie. Nach einem 2 Jahre dauernden tränenreichen Umweg über das Bardet Biedl Syndrom seit Februar 2016 endlich die Diagnose SYNGAP1 Mutation.

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Inga
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Beitragvon Inga » 27.01.2016, 12:24

Hallo!

Man braucht nur eine Bescheinigung vom JA, dass das Kind als PK in der Familie untergebracht ist, dann kann man es bei den PE familienversichern!

Machen wir bei allen unseren PK´s!
Die Frage ist aber, warum es nicht noch bei den LE versichert ist? Hatten die keine Versicherung? Ansonsten bleibt das Kind eigentlich bei ihnen versichert auch wenn es nicht bei ihnen lebt.

Gruß, Inga
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Beitragvon Inga » 27.01.2016, 12:26

Ach, glaube das Kind muß aber auch bei dem PE gemeldet sein, aber das muß es ja so und so...
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Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 27.01.2016, 12:29

Hallo Angela!

1. Das Kind hat definitiv einen Amtsvormund der alle 4 Wochen zur Familien kommen muss!!!
Diesem Druck machen und ebenfalls das JuA mit Fristen anmahnen.
Unterhalt und KV müssen übers JuA sicher gestellt und zeitnah überwiesen sein!

2. Wenn das Kind nicht (halbwegs sicher) Dauerpflegekind ist, macht es wenig Sinn, es in die Familienversicherung der Pflegefamilie mit aufzunehmen. Dafür braucht es auch diesen entsprechenden "Bestallungsbescheid".

3. einfach zum Arzt gehen..., das JuA/ SozA MUSS die Kosten ggf. tragen - diese Info vorab mit Frist eben auch ans JuA geben, die MÜSSEN sich schneller kümmern!

Den PFAD vor Ort einschalten und versuchen, dort Unterstützer zu finden, die vielleicht einen "heißeren" Draht zum JuA haben und dort schneller was bewegen können.

Wenn man da überall binnen einer Woche nicht deutlich Fortschritte erzielt unbedingt das Familiengericht, welches ja die in Obhut-Nahme oder ähnliches autorisiert haben muss, informieren und auf diese unhaltbaren Zustände aufmerksam machen!

Für mich geht das Verhalten des JuA gar nicht.

Geschockte Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

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Beitragvon Inga » 27.01.2016, 12:41

Hallo Ursula!

Ich glaube, ich muß dir zum ersten Mal widersprechen. :wink:

Warum muß ein Amtsvormund da sein, kann ja auch sein, dass die Eltern noch das Sorgerecht haben?!
Wir haben zum Anmelden bei der KK nie einen Bestallungsbescheid gebraucht, immer nur eine formlose Bescheinigung vom JA udn (glaube) die Meldebescheinigung.
Auch bei noch nicht sicherer DP haben wir die Kinder sofort bei uns angemeldet...

LG, Inga
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Beitragvon AngelaMeyer » 27.01.2016, 12:50

Danke für eure schnellen Antworten. Ich werde nachher nochmal mit ihr telefonieren und alles berichten.

Das Kind war gerade einmal 14 Tage alt als es in die Familie kam. Ich befürchte die Mutter hat sich bis dahin noch gar nicht um die Krankenversicherung gekümmert. Ich sag nur feiern, Drogen, kein Vater, Mutterr total unzuverlässig ohne jegliche Anbindung zum Kind .... vielleicht sogar Alkohol... Und das schlimme ist, es auch noch eine Verwandte meiner Freundin :(

LG Angela
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Beitragvon Mama Ursula » 27.01.2016, 12:51

Na sowas Inga :shock: :lol:

Ich lerne nie aus!

Bei uns war "zwischendurch" immer ein Amtsvormund drin - mein Denk-Fehler.

2. Das JuA geht so trotzdem nicht!

3. Bei uns war die Ummelderei immer nicht so einfach - zumal da die Eltern trotz entzogenem Sorgerecht zustimmen mussten...

4. Und wie ist das, wenn das Kind bislang gar keine KV hat :shock: ?
Bin mir nicht sicher, dass die KK verpflichtet ist, das Kind dann mit aufzunehmen :think:

Ganz liebe Grüßle
Ursula
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Beitragvon Inga » 27.01.2016, 12:59

Hallo!

Doch, die nehmen in der Regal trotzdem auf. Danielo hatte auch kein KK als er zu uns kam, unsere KK hat sogar aus Kulanz die Kosten aus der Zeit übernommen als er keine KK hatte. Wichtig ist sich darum zu kümmern, dass die neue KK entweder rückwirkend aufnimmt, oder für die Lücke vorher die KK der Mutter noch mal aktiviert wird.

Wenn nämlich durch Drogen und Alkohol später evtl. eine PS nötig ist benötigt das Kind 2 Jahre Vorversicherungszeit, also beim Kind ab Geburt, und wenn dann die 2 Jahre noch nicht voll sind werden die Zeiten der Mutter mitgerechnet. Daher ist es aber wichtig, dass keine Lücke da ist!

@ Ursula!
Punkt 2 : JA!!!!!
Punkt 3: Nö, da hatten wir nie Probleme, vielleicht aber auch weil wir im kleinen Dorf mit keiner Verwaltung leben und sehr bekannt sind?! :oops:
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Beitragvon nina-st » 27.01.2016, 14:47

Punkt 4:
Auch wenn das Baby nie bei der KK der leiblichen Mutter gemeldet wurde ist es trotzdem rückwirkend da versichert.
Das ist gar nicht so selten.......Unser JA hat uns das mal so erklärt, weil unser Pflegesohn die ersten Monate auch nicht angemeldet war.



Der leibliche Vater hatte das Kind dann angemeldet und nach Inobhutnahme bei seiner KK abgemeldet ohne jemanden zu informieren und wir haben die Karte weiterbenutzt weil wir von nix wussten. Das war über ein halbes Jahr so.

Als wir das dann erfahren haben konnten ihn in unsere Familienversicherung mit aufnehmen und es wurde rückwirkend alles übernommen.


Wenn das Kind schon so lange in der Pfelgefamilie ist muß das JA sich aber schleunigst bewegen. Bei Verwandschaftspflege geht da ja meistens alles ganz schnell...
Pflegesohn ,traumatisiert, blind, 6. Klasse Blindenschule

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Beitragvon Angelika74 » 28.01.2016, 13:53

Hallo Nina,

ich gehe mal davon aus, dass dein letzter Satz ironisch gemeint war ...

@all

Unsere Minimaus ist bei uns familienversichert. Die KK wollte die Personensorgerechtsbescheinigung und die Anmeldebestätigung der Stadt.

Viele Grüße
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