Sharon M. Draper, Mit Worten kann ich fliegen

Berichte von Eltern, die mit einem besonderen Kind leben

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Sharon M. Draper, Mit Worten kann ich fliegen

Beitragvon Sabine » 12.01.2016, 09:31

Hallo,

hier kommt eine Buchvorstellung von Userin ElaM.
Ela: "Ich bin tatsächlich zufällig auf dieses Buch in der Bücherei gestoßen. Zunächst dachte ich, es geht evtl. um ein taubstummes Kind, umso verblüffter war ich dann, dass es in dem Roman um ein Mädchen mit Zerebralparese geht."

"Mit Worten kann ich fliegen" von Sharon M. Draper

Inhalt:
Die 11 jährige Melody ist wegen ihrer Zerebralparese körperlich komplett eingeschränkt und kann nicht sprechen, ist aber geistig mehr als fit. Sie beschreibt aus der Ich-Perspektive von ihren Alltagsproblemen und Gefühlen bezüglich ihrer Familie und ihrer Umgebung. Durch einen Talker ist sie dann tatsächlich in der Lage "gehört" zu werden und schafft es durch ihre Intelligenz bis zu einem Wissenswettbewerb mit Ihren gesunden Mitschülern aus der Integrationsklasse.Aber die Reaktion des Teams und einer angeblichen Freundin ist eine andere als sie gehofft hat.
Ein Unfall reißt sie schließlich aus ihrem Schneckenhaus in dass sie sich aus Enttäuschung zurück gezogen hat

Rezension:
Ela: "Erst einmal der Hinweis, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Es ist aber auch für Erwachsene sehr gut geeignet UND für diejenigen unter euch, die selbst gehandicapt sind! Das Buch ist gut verständlich und auch nicht so extrem dick (317 Seiten).
Der Roman wird aus der Ich-Perspektive der 11jährigen Melody geschrieben, die Cerebralparese (Tetraspastik,keine Sprache) hat, aber intelligent ist. Sie lebt in Amerika.
Melody will einfach gehört werden, dazu gehören, aber muss feststellen, dass dies in unserer Gesellschaft größtenteils noch nicht funktioniert.
Ein Beispiel ist ihre Teilnahme an einem Wissenswettbewerb. Zunächst glaubt keiner von ihren Klassenkameraden, noch nicht einmal der Lehrer, dass sie überhaupt in der Lage ist, daran teilzunehmen. Sie schafft es aber. Dann sieht sie sich als Teil des Teams, das Team sieht aber tatsächlich nur ihre "Sonderstellung".

Aber ich will jetzt nicht zuviel verraten, lest es selber!

Die Kritik an der Gesellschaft ist genauso deutlich wie auch die Freude über Menschen, die eben den Mensch und nicht die Behinderung sehen.
Zudem zeigt es, dass es wohl auch noch "Sonderklassen" gibt, in denen behinderte Schüler zwar abgestellt, jedoch teilweise nicht wirklich entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert werden (von wegen alle Behinderten sind gleich!).
Ich finde es ist ein sehr realitätsnaher Roman.

Ich habe gelacht, geweint, gehofft und diese Wut, Verzweiflung und auch Scham gespürt, die Melody bewegten.
Oft sehe ich die Dinge ja nur aus der Mama-Perspektive, aber dieser Roman hat mir eben irgendwie einen Einblick in das gegeben, wie es in meinem Sohn aussehen könnte."

LG
Sabine
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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