Angst, dass mein Kind an OP "zerbricht"

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

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Thea-OS
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Angst, dass mein Kind an OP "zerbricht"

Beitragvon Thea-OS » 09.01.2016, 19:01

Unsere Tochter wurde im November operiert. Muskeln und Sehnen in beiden Beinen wurden verlängert. Mehr als 6 Wochen waren beide Beine komplett im Gips.

Irgendwie hatten wir uns auf die Gipsabnahme regelrecht gefreut aber unserer Tochter geht es seit der Gipsabnahme am 4.1. richtig schlecht.

Vor der OP hatte ich ein mobiles fröhliches Kind, aber nun kämpfen wir darum sie lediglich in den Rolli setzen zu können. Sie will die Knie nicht bewegen, lässt sich ungern anfassen, hat regelrecht Panik sich auch nur im geringsten zu bewegen und verweigert bei der Physio quasi komplett. Sie hat extreme Angst und jammert bei jeder Bewegung das es weh tut. Sie sagt immer wieder "Mama mir geht es nicht gut" und das merke ich natürlich auch.

Ich weiß gar nicht wie das in der Reha werden soll, wenn sie sich so ängstigt das sie es nicht mal probieren will sich zu bewegen. Ich könnte den ganzen Tag heulen, weil ich sehe wie sie leidet. Der Stationsarzt meinte auch das man mehr erwartet hätte und sie in Sachen Beweglichkeit verzögert wäre. Das tröstet natürlich so gar nicht. Sie ist geistig top fit und kommuniziert uns ja ganz klar ihre Ängste und Gedanken.

Ist es einfach noch zu früh? Wer hatte eine ähnliche Situation nach OP?
Thea *84 mit Birte *04/10 Frühchen 28.SSW nach Blasensprung in 21.SSW, PVL, ICP-beinbetont, 3/16 erste freie Schritte!! :) Inklusionskind in der Regelschule
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Senem
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Beitragvon Senem » 09.01.2016, 19:04

Hallo Thea,

tut mir echt leid, das die Kleine so leidet!

Warum habt ihr denn gleich beide Beine machen lassen und nicht einzeln?
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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Ani
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Beitragvon Ani » 09.01.2016, 19:12

Hallo Thea,

ich kann mir vorstellen, das ihr das höllisch weh tut.
Nach der Gibsabnahme tut alles erst mal weg, in den Gibs war beschützt und wenn das weg ist werden die Stellen belastet und auch anders durchblutet und das tut weh.

Mein Sohn hate ein Beinbruch und war auch so, in den Gibs konnte man ihm ohne Problemen bewegen aber nach dem der Gibs weg war hatte er starke Schmerzen.
Wir haben ihm dann, der abgeschnittenen Gibs (praktisch die Hälfte) immer dran gemacht wenn wir ihm ins Rolli setzen wollten und der Bein dann hoch gelegt.
Das hat sich zum Glück nach ca. 2 Wochen gegeben.

Liebe Grüße
Ani
Ani mit Max(21.06.04). Durch angeborene Fehlbildung am Gehirn schwerstmehrfach behindert. Schwer therapierbare Epilepsie (Lennox-Gastaut Syndrom), blind, ICP ,Skoliose (OP-2015) und Hüftluxation, Ateminsufizienz und Schlafapnoe, PEG Sonde. Kann nicht sprechen, laufen, sitzen.
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Beitragvon Line86 » 09.01.2016, 19:23

Hey,
ich habe gerade 4 Operationen an der Hüfte+Oberschenkel hinter mir und darf seit Anfang Oktober nicht belasten. Passive Bewegungen sind manchmal unangehmer wie aktive....
Bekommt eure Kleine genügend Schmerzmittel?
Lg line
Ich habe selbst viele Besonderheiten (u.a. Psoriasis Arthritis, Asthma, z.n 20 Operationen) und Sonderpädagogin mit FS GENT/L im SBBZ KMENT

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Beitragvon Thea-OS » 09.01.2016, 19:33

Wir geben ihr vor der Physio 5mg Diacepam und Ibuprofen obwohl ich da kaum einen Unterschied sehe ob mit oder ohne Schmerzmittel. In der Ruhe hat sie keine Schmerzen. Und wenn sie zur Nacht ihre Gipse angewickelt bekommt (so lange die Nachtlagerungsschienen noch nicht fertig sind) ist sie auch deutlich besser zu frieden. Aber um sie auf Toilette setzen zu können müsste sie wieder die Knie knicken und da kämpft sie massiv gegen an :(
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LarissaD
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Beitragvon LarissaD » 09.01.2016, 20:15

Für mich klingt das nach einer unguten Kombi von Schmerz, Angst und dadurch noch mehr Schmerzen.

Am wichtigsten wäre, daß sie wirklich schmerzfrei ist, also nicht nur zur Physio.

Gegen die Angst könnte ich mir vorstellen, daß man wirklich viel kleinere Schritte macht, halt die, die sie jetzt zulassen mag.
Vielleicht kann sie ins warme Wasser?

Gute Besserung!
Viele Grüße, LarissaD

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Beitragvon Thea-OS » 09.01.2016, 20:23

Das mit dem Wasser meinte der Arzt auch aber leider ist das Therapiebad der Klinik wohl trocken gelegt wegen zu geringer Nutzung.
Die Rehaklinik wird sicher eins haben.

Ja vielleicht sollten wir ihr doch vermehrt Schmerzmittel geben. Obwohl ich den Eindruck habe, dass die Psyche hier die größte Rolle spielt. Sie war schon immer ein ängstlicher und sehr feinfühliger Typ und empfindet schon Nägel schneiden als "schmerzhaft", daher wird nun grade dieses veränderte Gefühl in den gesamten Beinen gepaart mit den Narben für sie zum absoluten Horror.
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Beitragvon anneha » 09.01.2016, 20:47

Hallo Thea,
die Aussage des Stationsarztes ist irgendwie nicht gerade diplomatisch gewesen...anstatt dass er Lösungswege mit euch sucht...
Du sagst selbst, dein Kind hat Angst, und deshalb mehr Schmerzen.
Ich denke, daran muss und kann man arbeiten, und dann wird das auch mit der Mobilisation klappen.
Beim Thema Angst habe ich immer dieses Bild im Kopf, wenn man im Kino sitzt, und es läuft ein schlimmer oder sehr spannender Film, die Muskeln spannen sich an, man verkrampft sich und macht sich immer kleiner in seinem Sessel, und dann passiert was lustiges im Film, und man lacht, und die Muskeln entspannen sich und man wird locker :D Und so geht es schon allen gesunden Menschen!
Deine Tochter spürt auch deine Angst...
Wir haben keine OP Erfahrung, aber so vieles ist Kopfsache, davon kann ich ein Lied singen :D

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Beitragvon LarissaD » 09.01.2016, 21:08

Vielleicht könnt Ihr zusätzlich zu den offiziellen Therapieangeboten zuhause jetzt mehr nette lustige Dinge mit den Beinen machen.
Eincremen, streicheln, warme Tücher drauf, lustige Gesichter auf die Knie, die bei Bewegung Grimassen schneiden.. was immer möglich ist und nicht weh tut. Ganz ohne diesen Druck und Zwang.
Viele Grüße, LarissaD

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Eulen-Tina
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Bitte sorgt für eine richtige Schmerztherpie

Beitragvon Eulen-Tina » 09.01.2016, 21:09

Hallo,

ich denke, du solltest vielleicht auch das Schmerzmittel wechseln. Ich fand Novalgin immer besser nach Operationen.
In höherer Dosierung kann Ibo aber auch den Magen angreifen.

Ich bin auch sehr schmerzempfindlich und benötige immer ein bißchen mehr an Mittel oder auch stärkere Medikamente. Gerade wir empfindlichen die schnell "aua" rufen, spüren alles ganz besonders schlimm.

Heutzutage sollte niemand Schmerzen haben. Man hat ja auch ein Schmerzgedächniss. Sie sollte min 3x tägl und bei Bedarf ein Mittel zu Verfügung haben.

Ich hoffe, dass es ihr bald wieder besser geht.

Liebe Grüße
Tina


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