Sekten/Lernbehinderung

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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AndreasLindemann
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Beitragvon AndreasLindemann » 28.12.2015, 16:20

Vielen Dank für eure ganzen Beiträge!
Ich selbst kenne keine Zeugen Jehovas, habe aber zwei Berichte von Aussteigern gelesen und von daher einen sehr negativen Eindruck. Diese Vorstellung, dass Gott alle Nicht-Zeugen im Harmageddon vernichten wird; die Angst vor diesem Gericht Gottes; das Kontaktverbot - mir kommen die nicht harmlos vor.Wenn mein Kind betroffen wäre, würde ich sagen, ich stelle mich dem Glück meines Kindes in den Weg, wenn ich es einfach machen lasse.
Das Mädchen, das wir kennen, ist einfach nur froh über diesen intensiven Kontakt, gerade auch zu Nichtbehinderten. Den hat sie so intensiv noch nie gehabt. Die Eltern sind verzweifelt, weil sie mittlerweile auch nicht mehr zu ihnen kommen mag (sie sind eben keine Zeugen Jehovas). Diesen Punkt finde ich sehr hart.
Ich denk nochmal über eure Beiträge nach.
Andreas

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gelöschter User

Beitragvon gelöschter User » 28.12.2015, 19:26

Dario hat geschrieben:
Mirianna1 hat geschrieben:Viele Menschen benötigen scheinbar ein autoritäres System, um sich im Leben zurechtzufinden und glücklich zu sein.


Deshalb haben fundamentalistische Relgionsgemeinschaften ja so ein leichtes Spiel, immer wieder Leute zu rekrutieren. Religionsfreiheit hin oder her: Im Grunde bräuchten solche Menschen keine religiöse Unterordnung, sondern eher eine Pychotherapie, die ihnen hilft, ihre Angst vor der Eigenverantwortlichkeit und dem eigenen Denken abzulegen.


Hallo Dario,

volle Zustimmung!

LG

Dario
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Beitragvon Dario » 28.12.2015, 20:42

Noch als kleiner Tipp, ich finde dieses Buch sehr lesenswert für alle, die sich auf grundsätzlicher Ebene mit destruktiver Religiosität auseinander setzen wollen:

http://www.elke-worg.de/html/wenn_glaub ... macht.html

gelöschter User

Beitragvon gelöschter User » 28.12.2015, 22:25

Dario, danke für den Link!
Sehr interessant......vielleicht bestelle ich mir das Buch. Das Thema interessiert mich, auch wenn ich noch nie unter einer Religion leiden musste.

LG

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T.Sophie
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Beitragvon T.Sophie » 29.12.2015, 13:27

Hallo Andreas!

Das was du beschreibst hört sich sehr bedenklich an. Ich denke, da wäre es wirklich an der Zeit zu handeln.
Dass das Mädchen den Kontakt zu den Eltern schon am abbrechen ist, ist sehr bedenklich...

Wenn es die Gemeinschaft ist... Es gibt auch genug kirchliche Angebote, die für eine starke Gemeinschaft sorgen, und die nicht solche engen und einschränkenden Strukturen haben. Vielleicht könntest du / die Eltern mal zusammen mit dem Mädchen in so eine Gemeinschaft reinschauen.


LG T.Sophie
Baujahr 1988 / diverese Traumafolgestörungen / Tinitus, Dysplasie im Knie / chronische Magen-Darm-Probleme (subtotale Dickdarmentfernung + Entfernung der Galle)
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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 29.12.2015, 14:06

Hallo Andreas,

vielleicht berichtest Du ja, wie es mit dem Mädchen weiter geht.

Einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr Euch allen.

Eulen-Tina
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Beitragvon Eulen-Tina » 29.12.2015, 21:26

Hallo,

leider habe ich auch so einige negative Erfahrungen mit den Zeugen Jehovas machen müssen.

sie haben auch einige lernbehinderte Bewohner immer wieder in ihren Wohnungen aufgesucht um mit ihnen über ihre Einstellungen zu sprechen. Das war schon bedenklich, weil die Bewohner damit nicht umgehen konnten und nicht selber in der Lage waren, zu sagen, dass sie keinen Kontakt mehr wünschen-oder es wurde einfach ignoriert. Die waren schon sehr penetrant.

Vielleicht suchen sie sich extra die schwächeren der Gesellschaft?

Liebe Grüße
Tina

Josephine_M
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Beitragvon Josephine_M » 30.12.2015, 10:37

Hallo,

ich finde das Thema sehr schwierig.
Vielleicht findet die junge Dame bei den Zeugen Jehovas genau das, was sie braucht? Bedingungslose Aufnahme in eine Gemeinschaft, klare Wertvorstellungen, ein eindeutiges Weltbild?

Ob man selbst etwas damit anfangen kann oder nicht: Für manche Menschen ist das genau richtig.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass von Seiten der Religionsgemeinschaft das Verhältnis zu den Eltern absichtlich gestört wird. Was hätten die denn davon?

Liebe Grüße
verschiedene Menschen mit Behinderung im näheren Umfeld

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 30.12.2015, 10:43

Hallo,

hier gibt es einen neuen Artikel.

Darin steht, dass die Zeugen Jehovas nicht wählen dürfen. :shock: Das wäre natürlich einer der härtesten Eingriffe in die Demokratie, der in Deutschland keinesfalls toleriert werden kann und darf.

http://www.welt.de/finanzen/immobilien/ ... oklyn.html

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T.Sophie
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Beitragvon T.Sophie » 30.12.2015, 11:36

Hallo Josephine!

Ich glaube, die haben schon recht viel davon.
Mitglieder der Zeugen Jehovas werden so gesehen von der Gesellschaft isoliert. Es gibt nur noch die Gemeinschaft. Alle anderen sind böse und vom Teufel besessen. Deswegen muss man sich von ihnen trennen.

Aber wer den Kontakt zu der Gesellschaft verliert kann auch nicht so einfach aussteigen. Denn das bedeutet, von jetzt auf gleich ganz alleine da zu stehen. Keine Freunde mehr zu haben und keine Familie (wenn man mit der gesamten Familie bei den Zeugen Jehovas z.B. ist).

Ich kannte ein Mädchen aus einer Parallelklasse. Sie war nicht glücklich bei den Zeugen Jehovas. Ihr Ausstieg stand mehr oder weniger kurz bevor. Oder sie war schon zum Teil ausgestiegen.
Sie durfte immerhin bis zu ihrem 18. Geburtstag bei ihren Eltern wohnen bleiben. Doch zu ihrem 18. Geburtstag musste sie das Elternhaus verlassen, wenn sie sich nicht für die Zeugen Jehovas entscheiden würde.

Leider weiß ich nicht, wie es weiter gegangen ist, weil ich nicht viel Kontakt zu ihr hatte und nach Ende der Schulzeit sowieso gar nicht mehr.


Achja und was den Sektenstatus angeht. So weit ich weiß ist es nur in Berlin der Fall, das die Zeugen Jehovas eben nicht mehr als Sekte zählen. Was wohl daran liegt, das sie sich mit einer anderen Gemeinde irgendwie zusammen geschlossen haben.
So genau habe ich mich aber nie damit beschäftigt. Ich möchte mit diesen Menschen einfach nichts zu tun haben, weil ich sie als gefährlich einschätze!


LG T.Sophie
Baujahr 1988 / diverese Traumafolgestörungen / Tinitus, Dysplasie im Knie / chronische Magen-Darm-Probleme (subtotale Dickdarmentfernung + Entfernung der Galle)

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