Sekten/Lernbehinderung

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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MAIKE TEE
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Beitragvon MAIKE TEE » 28.12.2015, 03:50

wie wäre es ,wenn du ihn mal begleitest und ir selbst von der radikalität,dieser gruppe ein bild machst ?
ich kannte evangelianer,die sprachen von hölle und so,ich sah lange nach einem gespräch geister am himmel.auch sagten die immer wieder nur die kommen in den himmel.
im ausland haben mal jehouva 2 kinder getrennt,und sie gezwungen zu beten,brüder. aus dem haus wo ich zu besuch war. vorsicht !!!
als die mutter da anrief sagten diese jehhouvas ja,heute haben wir 2 jungen zum glauben gebracht. die jungen weinten,12 u 9 jahre alt.
ASS,seit 2012 - pc anfänger

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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 28.12.2015, 09:44

MAIKE TEE hat geschrieben:wie wäre es ,wenn du ihn mal begleitest und ir selbst von der radikalität,dieser gruppe ein bild machst ?
ich kannte evangelianer,die sprachen von hölle und so,ich sah lange nach einem gespräch geister am himmel.auch sagten die immer wieder nur die kommen in den himmel.
im ausland haben mal jehouva 2 kinder getrennt,und sie gezwungen zu beten,brüder. aus dem haus wo ich zu besuch war. vorsicht !!!
als die mutter da anrief sagten diese jehhouvas ja,heute haben wir 2 jungen zum glauben gebracht. die jungen weinten,12 u 9 jahre alt.


Hallo,

es ist wahrsheinlich so, dass sich Mithlieder, die einen guten Eindruck erwecken wollen, zunächst immer von der besten Seite zeigen.

Ich kenne niemanden, der beispielsweise beim Missionieren an der Haustür einen Eindruck erweckt, der furchterregend wäre. Ich hatte auch einmal eine Kollegin, die bei den Zeugen Jehovas war. Welche Kontrolle ausgeübt wird, das merken Außenstehendse nur schwer.

Sie musste warum auch immer , das tun was ihr Vater für richtig empfand. Das hieß u.a, eine Aufstiegsmöglichkeit abzulehnen, da die Mission wichtiger war und zuletzt sogar zu kündigen. Sie durfte sich mit einigen männlichen Mitgliedern verabreden, um sich einen Ehemann auszusuchen..........

Ein Verwandter von ihr ist verstorben, weil eine Bluttransfussion abgeleht wurde. Ich weiss, dass das hat die junge Frau damals ziemlich aus der Bahn geworfen. Ich weiss nicht, ob sie immer noch bei den Zeugen Jehovas ist.

@ Mirianna, so leicht kommt niemand raus, weil es einfach schwer ist, von den Glaubensansichten und von der Struktur zu lösen.


Und wenn. dann darf in den meisten Fällen weder Kontakt zur Familie noch zu Freunden innerhalb der Zeugen Jehovas gehalten werden.
Das macht einen Ausstieg nicht einfacher.

Ich finde solche Kreise und ihren Einfluss sehr bednklich. Schon gesunde Menschen haben oft erhebliche Probleme. In der Hinsicht ist es für Menschen mit einer Behinderung sicher nicht einfacher.

konik
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Beitragvon konik » 28.12.2015, 09:49

Hallo ,

Von dem Moment "mir geht es gut ", bis zu "ich will da raus ", vergeht eine lange Zeit!
Wenn es überhaupt noch möglich ist klar zu sagen was man will.
Das gefährliche ist ja das man erst emotional abhängig wird.
Wenn jemand alleine ist und einsam , dann ist die Gemeinschaft genau das wiso man sich anschließt.

Ich bin sehr dafür das man seinen Kindern ihr Leben lässt!
Auch wenn das abweicht von dem was man selber für richtig hält .
Bei sowas glaube ich aber sicher nicht das man rechtzeitig merkt es geht Bergab.
Nach meiner Erfahrung kann ich nur sagen " Augen auf "
Wenn ich jetzt zurück zum Anfang gehe des Fadens , würde ich Kontakt suchen.
Reden, was zusammen machen. Vermitteln das man Interesse hat.
So lange man da nur ab und zu mal hin geht , sollte es kein Problem sein aber dabei bleibt es selten.

Liebe Grüße

Koni

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Beitragvon ehemalige Userin » 28.12.2015, 10:05

Von dem Moment "mir geht es gut ", bis zu "ich will da raus ", vergeht eine lange Zeit!

Hallo konik,

die Zeugen Jehovas glauben fest an den Weltuntergang und daran dass 144000 von ihnen erlöst werden.

Es gibt eine Frau, die nach Jahrzehnten ausgestiegen ist und Öffentlichkeitsarbeit macht. Soweit ich ihre Berichterstattung verfolgt habe, ist ihr Sohn zuerst ausgestiegen und hat sämtliche Schriften der Zeugen Jehovas öffentlich beleuchtet. Diese hat sie wohl im Internet gelesen, sich mit seiner Kritik auseinander gesetzt und hat dann einige Zeit später die ZeugenJjehovas verlassen. Mir fällt gerade ihr Name nicht ein, aber sie erzählt dass es sehr schwer war. Kraft gab wohl die Trennug vom Sohn, die doch sehr weh getan haben muss.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 28.12.2015, 10:58

Mirianna1 hat geschrieben:Hallo Koni,

ich habe mit den Zeugen Jehovas auch meine Probleme, aber wenn ich sehen würde, dass mein Sohn in dieser Gemeinschaft glücklich und zufrieden wäre, dann müsste ich meine Meinung und Moralvorstellungen zurückhalten. Das Glück und der Wille meines Sohnes haben Priorität, solange er nicht in Gefahr ist. Er hat ein Recht darauf, selbst Erfahrungen machen zu dürfen. Das ist Selbstbestimmung.

Anders würde es aussehen, wenn man ihn im Namen der Religion für Dinge missbrauchen würde, die er nicht will und seinen Willen brechen würde. Das würde ihn sicher nicht mehr glücklich machen und dann besteht dringender Handlungsbedarf.

LG


Hallo Mirianna,

mit dem eigenen Willen ist es halt so eine Sache. Der ist im Prinzip von solchen Gemeinschaften vorgegeben und im Endeffekt ist es der Wille von Gott. Eigener Wille , wenn man tgl. daraufhin beeinflusst wird. was man zu tun und zu lassen hat? Ich denke nicht umsonst ist es so , dass Außenstehende hier kaum Einfluss haben. Wie soll man sich verhalten? Ich würde versuchen Kontakt zu halten, was für Eltern deren (beh.) Kinder noch zu Hause wohnen, nicht schwierig ist. Ansonsten kann man nur hoffen, dass Betroffene selbst irgendwann aufwachen und Hilfe suchen, bzw. annehmen. In dem konkret geschilderten Fall würde ich eventuell mal mit den Eltern reden und fragen, welchen Eindruck sie von der Tochter und dieser Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas haben. Im Grunde kann man glaube ich, wenig tun. Und dafür wie man sich als Außenstehender richtig verhält gibt es kein Patentrezept. Ich habe mich damals mit meiner Arbeitskollegin manchmal über ihren Glauben unterhalten. Sie war nett und schien sich völlig wohl zu fühlen. Ob es ihr eigener Wille war, alle Chancen in den Wind zu schießen oder einfach Erziehungssache, dem Vater nicht zu widersprechen? Ich glaube, sie hätte den Posten, der ihr damals angeboten wurde , schon gerne angenommen. Aber sie durfte halt nicht.

gelöschter User

Beitragvon gelöschter User » 28.12.2015, 11:55

Hallo,

auch wenn ich der Meinung bin, dass die Zeugen Jehovas schrecklich, gruselig und unterirdisch sind, so muss ich dennoch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die glücklich sind dieser Gemeinschaft anzugehören und davon gibt es ganz offensichtlich eine ganze Menge.
So wie es das in anderen anerkannten sehr rigiden, konservativen Religionsgemeinschaften auch gibt.
Viele Menschen benötigen scheinbar ein autoritäres System, um sich im Leben zurechtzufinden und glücklich zu sein. Verstehen kann ich das nicht, aber wir haben nun einmal (glücklicherweise) Religionsfreiheit, was eben leider auch Nachteile mitsichbringen kann. Da müssen wir noch nicht einmal innerhalb der Sekten schauen. Manches Elend und Druckausübung spielt sich auch in den Landeskirchen und anderen anerkannten Religionen bzw. deren "Splittergruppen" ab.

Die Zeugen Jehovas sind übrigens keine Sekte, sondern eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes und somit sind sie den Landeskirchen gleichgestellt:
http://www.sekten-info-essen.de/texte/zj-kdoer.htm

LG

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 28.12.2015, 12:08

Die Zeugen Jehovas sind übrigens keine Sekte, sondern eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes und somit sind sie den Landeskirchen gleichgestellt:


Hallo Mirianna,

das ist richtig.


Allerdings kann man geteilter Meinung darüber sein, dass man hier eine sektenähnliche Struktur vorfindet.

Wie gesagt, der Begriff Sekte ist negativ behaftet und offiziell hat die Bundesregierung andere Formulierungen, die aber an der Problematik wenig bis nichts ändern. :wink:

Der Unterschied zur Landeskirche ist, dass sie nicht kontrolliert, ob ihre Mitglieder im Gottesdienst sind oder nicht. Und Missionszwang usw....gibt es auch nicht. Ich denke es gibt himmelweite Unterschiede. Und darüber kann auch die Anerkennung nicht hinweg täuschen. Gesetze sind kompliziert und die Religionsfreiheit ein hohes Gut. Das heißt noch lange nicht, dass Strukturen der Demokratie nicht im Wege stehen. Und besonders problematisch ist der Zwang oft für Kinder, die eben damit glücklich werden MÜSSEN.

gelöschter User

Beitragvon gelöschter User » 28.12.2015, 12:20

Hallo Esthe,

die Landeskirche kontrolliert natürlich nicht, ob jemand zum Gottesdienst erscheint.
Das übernimmt dann in manchen Gegenden dafür die Dorfgemeinschaft erfolgreich. :?
Schau mal auch in andere Länder, wo Staat und Kirche noch nicht getrennt sind. Dort würde ich der katholischen Kirche schon sehr stark sektenähnliche Strukturen unterstellen. Solche Strukturen wirst du auch in Europa problemlos finden.

Und hier in Deutschland wird es den austrittswilligen Katholiken auch nicht gerade einfach gemacht. Wer austritt muss mit einigen Nachteilen zurechtkommen und kann sogar seine Existenz verlieren:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenaustritt
Aber das wird als gegeben hingenommen und auch noch von den Gerichten gestärkt.
Die soziale Kontrolle kann zudem in dieser Hinsicht sehr erdrückend sein.

LG

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 28.12.2015, 12:30

. Dort würde ich der katholischen Kirche schon sehr stark sektenähnliche Strukturen unterstellen. Solche Strukturen wirst du auch in Europa problemlos finden.


Hallo Mirianna,

das stimmt. Im Endeffekt sind wir aber froh, dass wir in Deutschland im Großen und Ganzen nicht mehr schräg angeschaut oder verteufelt werden. Ich glaube extreme kleine Dorfgemeinschaften die das tun, sind die Seltenheit. Und immerhin sind m.W. auch christliche kath. Schulen sehr angepasst, halten sich an Lehrpläne und verbieten nicht mehr alles wie früher. Ich denke entscheidend ist, dass eine engmaschige Kontrolle in dem Sinn, wie es früher war und manche Glaubensgemeinschaften ausüben nicht mehr statt findet. Und das ist m.E. das Entscheidende.

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Dario
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Beitragvon Dario » 28.12.2015, 13:17

Mirianna1 hat geschrieben:Viele Menschen benötigen scheinbar ein autoritäres System, um sich im Leben zurechtzufinden und glücklich zu sein.


Hallo Mirianna,

den Eindruck habe ich auch, und genau das finde ich das eigentlich Traurige: Dass es erschrechend viele Menschen gibt, die selbst im Erwachsenenalter nie gelerernt haben, mündig zu werden und für sich selbst zu denken, für sich selbst Entscheidungen zu treffen und dafür die Verantwortung zu übernehmen.

Deshalb haben fundamentalistische Relgionsgemeinschaften ja so ein leichtes Spiel, immer wieder Leute zu rekrutieren. Religionsfreiheit hin oder her: Im Grunde bräuchten solche Menschen keine religiöse Unterordnung, sondern eher eine Pychotherapie, die ihnen hilft, ihre Angst vor der Eigenverantwortlichkeit und dem eigenen Denken abzulegen.

Ich glaube schon, dass (fast) jeder Mensch das Bedürfnis hat, sich in eine Halt und Sicherheit gebende Struktur einzuordnen, sich auch an Regeln und Gesetze zu halten, das verurteile ich auch gar nicht. Das Problem ist nur: Es gibt gesunde und kranke Strukturen (auch in der Religion), in die man sich einordnen kann. Beides voneinander zu unterscheiden, das ist ein existenziell wichtiger Punkt.


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