Frage zur Entlohnung von Schulbegleiter

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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itsy
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Frage zur Entlohnung von Schulbegleiter

Beitrag von itsy »

Hi,

ich habe mich jetzt durchs halbe Forum gelesen, irgendwie komme ich jedoch nicht weiter.

Unsere Tochter körperlich und geistig behindert, soll in die Regelschule mit Integrationshelfer.
Schule und Amtsarzt sind dafür, das läuft alles super im Moment.

Wir hätten eine Integrationskraft( (Fachkraft ), nun stellt sich das Problem der Bezahlung.

Ich muss einen Antrag beim Sozialamt stellen ( witzig, es ist ein sehr kleines und die hatten so einen Fall noch nie )

Die Stundenanzahl habe ich ungefähr, aber welchen Stundenlohn beantrage ich realistisch beim Sozialamt?
Zahlt das Sozialamt die I-Kraft direkt?
Zahlt das Sozialamt an uns ?

Wer hat hier Erfahrungen?

Ich möchte den Antrag gut vorbereitet stellen.

Hoffe Ihr Erfahrenen könnt mir hier weiter helfen.

lg
Ines

mamavonsarah
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Beitrag von mamavonsarah »

Hallo,

du solltest dir gut überlegen, ob du selbst als Arbeitgeber auftreten möchtest in dem du das Persönliche Budget beantragst und dann Bezahlung und Verwaltung selbst abwickelst ODER ob du den angehenden SB über eine Organisation ; z.B. Lebenshilfe oder Caritas etc. einstellen läßt.
Diese wären dann Arbeitgeber und wickeln die Bezahlung, Buchführung etc. ab.

Beim ersten Modell hast du im Krankheits- oder Schwangerschaftsfall ein ernsteres Problem.
Du bleibst nämlich als AG weiter in der Pflicht.

Beim zweiten Modell hast du u.U. sogar die Chance, dass ein Vertreter einspringt, wenn die SB mal ausfällt. (Kann immer mal passieren)

LG Sandy

Angelika74
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Beitrag von Angelika74 »

Hallo,

ich hänge mich mal mit an ...

wir haben ebenfalls einen EFH (Fachkraft) beantragt. Unser Sohn besucht allerdings eine Förderschule... auch ich bin auf der Suche nach einem reelen Stundenlohn und eventuell jemanden, der mir bei einer ordentlichen Kalkulation helfen kann ... meine Suchfunktion spinnt irgendwie, ich weiß aber das es dazu schon einen Thread gab :/

Danke!
Sohn 02.02 starke glob. Entwicklungsverzg., hypotoner Muskelt., Wahrnehmungsst.,syndrom.Autismus,keine Spracheunsere Vorstellung
"DAS LEBEN IST WIE EIN REGENBOGEN! MAN BRAUCHT REGEN UND SONNE UM DIE FARBEN ZU SEHEN!"

mamavonsarah
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Beitrag von mamavonsarah »

Hallo Angelika,

sooo schwer ist das nicht...

Wichtig ist zu wissen, habt ihr euch schon auf einen Brutto-/Netto-Stundenlohn geeinigt?
Liegt der Stundenumfang damit über oder unter 450 Euro im Jahresmittel?

Bei einem Arbeitsverhältnis über 450 Euro monatlich musst du die entsprechenden Lohnnebenkosten, Kosten für Lohnbuchhaltung (falls outgesourcet), Versicherungen und 1-2 Pufferstunden für Rücksprachen und Papierkram mit einpreisen.
Was passiert mit den Ferienzeiten? Wie soll das einkalkuliert werden?

Das reichst du dann als persönliches Budget ein.

Vermutlich wirst du irgendwo zw. 14-18 Euro / Std landen.

WENN du nicht sicher bist, würde ich IMMER den Weg über eine Organisation gehen.

Vielleicht hilft dir dieser Link, in den du mit fiktiven Beträgen herumrechnen kanns.

http://lohnrechner.com.de/Lohnnebenkosten.php

LG Sandy

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Irene H.
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Re: Frage zur Entlohnung von Schulbegleiter

Beitrag von Irene H. »

itsy hat geschrieben:Hi,


Wir hätten eine Integrationskraft( (Fachkraft ), nun stellt sich das Problem der Bezahlung.

Ich muss einen Antrag beim Sozialamt stellen ( witzig, es ist ein sehr kleines und die hatten so einen Fall noch nie )

Die Stundenanzahl habe ich ungefähr, aber welchen Stundenlohn beantrage ich realistisch beim Sozialamt?
Zahlt das Sozialamt die I-Kraft direkt?
Zahlt das Sozialamt an uns ?

Wer hat hier Erfahrungen?

Ich möchte den Antrag gut vorbereitet stellen.

Hoffe Ihr Erfahrenen könnt mir hier weiter helfen.

lg
Ines
Hallo Ines,

wohnt ihr noch in Belgien?

LG von Irene
Irene H.mit 3 erwachsenen Kindern besonders Dorothea(20) mit frühkindlichem Autismus

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo Ines,

na am besten googelst du mal nach einer Fortbildung für deinen Sachbearbeiter, denn der bzw die bekommt Gehalt dafür das alles herauszufinden und zunorganisieren :roll: :lol:

Abe ernsthaft: ja - es ist nie schlecht, wenn man sich als Mutter MINDESTENS genauso gut auskennt wie das Amt :wink:

- :arrow: dein Job als Mutter ist eigentlich "nur" exakt zu beantragen, was dein Kind genau braucht bzgl Umfang und Qualifikation (z.B. ausgebildeten Heilpädagogen oder z.B. angelernten Integrationsassistenten oder z.B. in UK fortgebildeten Sozialassistenten oder oder...... Fachkräfte und Qualifikationen gibt es ja viele verschiedene und auch deren marktübliche Entlohnung kann sich sehr unterscheiden) und das dann eben auch so genehmigt zu bekommen.

:arrow: der Job des Sachbearbeiters ist es dann zu organisieren, dass dir diese Sachleistung zur Verfügung gestellt wird.

Normalerweise beauftragt der SB dann ortsansässigen Träger von Behinderten und/oder Jugendhife (die Schulbegleitungen als Leistungsangebot vorhalten) damit, eine geeignete Betreuung für dein Kind zu organisieren. Du selber hast ein Wunsch- und Wahlrecht und kannst im Rahmen dessen deine berechtigten Wünsche bzgl der Ausgestaltung der Hilfe anbringen. Das bezieht sich sowohl auf die Auswahl des Trögers als auch auf die Auswahl des einzelnen Mitarbeiters als auch die konkrete Stellenorganisation ...... Allerdings immer nur im Rahmen von berechtigten Wünschen!
Es ist im übrigen auch so, dass nicht "u.U. so die Chance gegeben ist" , eine Krankheitsvertretung wenn der übliche Mitarbeiter erkrankt ist, zubekommen. Eigentlich ist es so , dass der Träger und die Kostenstelle eine Lösung mitorganisieren müssen, damit dein Kind egal ob Grippewelle durchs Landschwappt oder Schulbegleiter sich das Bein bricht, die bewilligte und benötigte Hilfeleistung auch zuverlässig und durchgehend erhält ( ich weiß da gibt es eine Riesendiskrepanz zwischen Grundsätzlicher Rechtslage und praktiziertem Alltagsgeschäft)

So gesehen musst du natürlich auch gar niemanden kennen, der diesen Job als Schulbegleitung gerne machen würde. :wink:

Wenn du aber jemanden kennst, der den Job gerne und auch noch gut machen würde, dann kannst du im Rahmen deines Wunsch und Wahlrechts denjenigen auch dem Träger zur Einstellung vorschlagen. In der Praxis gehen die Trägersehr gerne auf die Vorschläge ein,weil das garnicht so einfach ist die passenden Stellenbewerber zu finden.

In diesem Fall muss deine Wunschperson halt wissen, wie die übliche Entlohnung für ihren Qualifikationsstand ist und was sie sonst noch an Anstellungsbedingungen bei dem Tröger der Schulbegleitungsmaßnahme akzeptieren möchte ...oder auch nicht ( du als Sachleistungsempfänger hast mit Fragen der Bezahlung und sonstigen Personalleistungen gar nichts zu tun,keine Einflussmöglichkeit und auch keine Verpflichtung!)

Ein Recht darauf, dass genau die von dir gewünschte Person die Stelle als Schulbegleitung bekommt, hast du aber natürlich auch nicht.


Dieses Recht - und Verpflichtung zu bestimmen, wer macht den Job und zu welchen Konditionen, hättest du nur wenn du beim Amt die Gewährung der grundsätzlich bewilligten Leistung Schulbegleitung als persönlichs Budget beantragst. Falls du diese Variante möchtest, würdest du quasi freiwillig die Rolle des Trägers bzw Organisators der Leistung übernehmen. Nur bei dieser Variante musst du dann dem Amt auch sagen, WIEVIEL geld du verlangst/ braucchst um die Leistung zu organisieren.

Wenn du selber Träger bzw Arbeitgeber wirst musst du ALLES in diese Summe einkalkulieren bzw anderweitige konkrete Regelungen treffen.

krankheitstage der Schulbegleitung, Einarbeitung, Fortbildung. Krankheit des Kindes, Urlaubsanspruch, Schwangerschaftsrisiko, Betriebshaftpflicht, Besprechungszeiten, kosten für vorhalten eines Springers bzw andere Regelung zur Vertretung deines erkrankten Mitarbeiter !!! usw.


Ich habe das Schulbegleitung als pB ja mittlerweile das 4te Jahr so organisiert... Diese Variante garantiert das höchste Maß an Selbstbestimmung aber auch die meiste Arbeit und das größteRisiko für die Eltern.
( muss man schon deutlich lieber wollen als eine mit glück kompetenten Träger, der meinen Wunschbewerber einstellt :wink: )

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo Angelika,

Lies mal da nach, da findest du bestimmt was du suchst http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic118006.html

Lg
Kirsten

Zwecks Lohnhöhe würde ich mich am öffentlichen Dienst orientieren
Also z.B s2 oder s3 bei angelernten bzw ausgebildeten Kindpflegern Oder halt was eure benötigte Qualifikation ist...
http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/ ... uppen.html

Angelika74
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Beitrag von Angelika74 »

Hallo Kirsten,

habe dir gerade ne PN geschrieben ;)

... aber genau diesen Thread habe ich gesucht ! DANKE!

L.G.
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Inga
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Beitrag von Inga »

mamavonsarah hat geschrieben:
Das reichst du dann als persönliches Budget ein.

Vermutlich wirst du irgendwo zw. 14-18 Euro / Std landen.

LG Sandy
Hallo Sarah!

Ne, für eine Fachkraft reichen 14-18 € auf keinen Fall!
Wir haben es uns vor ca. 4 Jahren ausrechnen lassen, da waren es ca. 23 € (inkl Lohnnebenkosten, externe Abrechnung über Lohnbüro, Puffer für Krankzeiten,...) Bei ForseA gibt es dazu sehr ausführliche Infos, an was man da alles denken muß! Wie man den Lohn errechnet,...

Gruß, Inga
Michelle 02 Apert-Syndrom & Epi
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Emma 07
Nico 09 ADHS,...
Joshua 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

Betreuer von Danielo '96 und Steven '98

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html

Esther55
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Beitrag von Esther55 »

Hallo,
Bei uns wird es über den Malteser laufen, allerdings sind sich die Ämter noch nicht richtig einig, da wir eine für sein Verhalten brauchen und eine für die Behandlungspflege. Auf jeden Fall übernehmen dann das Sozialamt und/oder die Pflegekasse die Bezahlung.
Die meisten wollen zwar das er auf die Körperbehinderte kommt um dem ganzen Stress aus dem Weg zu gehen, aber das möchten wir als Eltern nicht und so streben wir die Regelschule an.
LG Esther

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