Beihilfe u PKV - Übernahme Handbike u Rolli - Mobilitätskurs

Für beihilfeberechtigte privat krankenversicherte Beamte gelten besondere Regeln. Fragen rund um diese Themen können hier besprochen werden.

Moderator: Moderatorengruppe

ChrisSae
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 18
Registriert: 02.06.2010, 22:33
Wohnort: Stuttgart

Beihilfe u PKV - Übernahme Handbike u Rolli - Mobilitätskurs

Beitragvon ChrisSae » 17.11.2015, 21:21

Hallo zusammen,
es ist mal wieder soweit: Ich muss Anträge bei der Beihilfe bzw. unserer PKV stellen. Zum einen brauchen wir einen neuen Rolli und dieser soll mit einem Handbike ausgestattet werden (es wird wohl ein Buddy von Proaktiv samt deren Bike Spike). Außerdem möchten wir einen Mobilitätskurs beim DRS besuchen.

Nun gelten ja leider Gerichtsurteile für gesetzliche Krankenkassen, die wohl Handbike sowie die Kurse übernehmen müssen, nicht automatisch auch für die private Kasse, wie wir leider mehrmals festellen mussten. Bei unserer privaten Kasse ist der Standard-Ablehnungssatz: "Sie haben Anspruch auf medizinisch notwendige Dinge... und dieses oder jenes ist nicht medizinisch notwendig." Inklusion etc. zählen als Argumente nicht.

Daher meine Fragen ans Forum:
Wer hat schon mal bei der Beihilfe ein Handbike beantragt? Wurde es gezahlt? Was stand auf dem Rezept? Wie habt ihr argumentiert?
Gleiches gilbt für den Mobilitätskurs - hat die Beihilfe gezahlt, was stand auf dem Rezept, welche Argumente haben gezogen?

Tsja, und noch spannender die Frage, wie ihr bei Handbike bzw. Mobilitätskurs bei der PKV vorgegangen seid und wie es ausging.

Allerbesten Dank an alle für eure Hilfe bei diesem leidigen Thema!
Chris. *1973; mit J. geb. 7/2009, spastische Diplegie, Rumpfhypotonie, Ursache unbekannt (Verdacht auf HSP); * M, geb. 7/2014 - bislang normale Entwicklung

Werbung
 
**Nelly**
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 26
Registriert: 08.03.2014, 17:41

Beitragvon **Nelly** » 27.11.2015, 09:03

Hallo,

also wir sind auch privat krankenversichert und beihilfefähig (Bund).

Das Handbike hat unsere Krankenkasse natürlich auch abgelehnt.

Die Beihilfe hat es erst abgelehnt, aber schließlich im Widerspruchsverfahren genehmigt. Ich weiß nicht, welche Beihilfevorschriften für euch maßgebend sind. Aber in der Bundesbeihilfeverordnung sind u.a. Behinderten-Dreiräder aufgeführt. Ich habe damals mitgeteilt, dass mein Sohn querschnittgelähmt ist und damit ein solches Fahrrad nicht für ihn geeignet ist. Aber ein Handbike ja vergleichbar wäre. Daraufhin haben Sie die 80 v.H. der Kosten übernommen.

Die restlichen 20 v.H. hat das bei uns zuständige Sozialamt im Rahmen der Eingliederungshilfe gem. §§ 53 ff SGB XII übernommen.

Als Begründung habe ich die Ermöglichung der Teilhabe in der Gemeinschaft (KIndergarten) angegeben.
Das Sozialamt hat dann die Kosten übernommen. Als Begründung schrieben sie, dass das Handbike die gemeinsame Freizeitgestaltung mit gleichaltrigen Kindern und die Teilnahme an gemeinsamen Ausflügen ermöglicht und somit die Möglichkeiten sozialer Teilhabe fördert.

Außerdem stand folgender Text in dem Bewilligungsschreiben:

"Die Leistungsgewährung erfolgt gem. § 92 Abs. 2 Nr. 3 SGB XII ohne Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen der Einstandsgemeinschaft i.S.d. § 19 Abs. 3 SGB XII, da die erforderliche Hilfeleistung dem behinderten noch nicht eingeschulten Menschen die für ihn erreichbare Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ermöglichen soll."

Bei weiteren Fragen kannst du dich gerne melden.
Viele Grüße
Nelly

ChrisSae
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 18
Registriert: 02.06.2010, 22:33
Wohnort: Stuttgart

Beitragvon ChrisSae » 03.12.2015, 22:02

Liebe Nelly,
vielen lieben Dank für deine Antwort, ich war schon ein bisschen verzweifelt, weil sich gar niemand meldete. Ich habe nun sämtliche Kostenvoranschläge und werde mit dem Einreichen beginnen. Schön, dass die Beihilfe die Kosten übernommen hat, vielleicht klappt es bei uns auch.

Weißt du noch, was auf dem Rezept stand? Der eine Orthopädietechniker meint, es müsse das Produkt darauf (also Spike von Proaktiv), der andere sagt "mechanisches Rollstuhlzugerät".

Vielen Dank für den Tipp mit der Eingliederungshilfe, wir hatten beim Therapierad (inzw. zu klein) vor 2 Jahren auch schon den Fall, dass die private Versicherung nicht zahlte, die Eingliederungshilfe wollte damals aber eine Einkommensüberprüfung.

Beim Mobilitätskurs geht es schon mal nicht unproblematisch durch, die Beihilfe will allerlei Papierkram vom DRS und erst die Zusage von der privaten Kassse. Die wird mir sicher schreiben, dass sie erst die Zusage der Beihilfe wollen...
Chris. *1973; mit J. geb. 7/2009, spastische Diplegie, Rumpfhypotonie, Ursache unbekannt (Verdacht auf HSP); * M, geb. 7/2014 - bislang normale Entwicklung

SommerAnna
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 14
Registriert: 09.12.2011, 13:25
Wohnort: Freiburg

Beitragvon SommerAnna » 10.10.2018, 08:27

Hallo Nelly,

Vielen Dank für Deinen Beitrag und für den Tip, es mit der Begründung "Therapiefahrrad" anzugehen. Das werde ich auch so machen.

Wir beginnen gerade damit einen Antrag für ein Handbike bei der Bundes-Beihilfe zu stellen.

Viele Grüße, Anna
Anna mit Jojo (2012), beide haben CMT Typ 2c. Ehemalige Diagnose: AMC (viele Gemeinsamkeiten vom Phänotyp).Jojo hat Klumpfüße, trägt US-Orthesen, kann krabbeln und schnell Rollstuhl fahren. Täglich entweder Schwimmen, Handbiken, Lauftraining mit OS-Orthesen oder Physiotherapie. Wir wissen, dass man auch mit Rollstuhl ein tolles Leben haben kann.

SommerAnna
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 14
Registriert: 09.12.2011, 13:25
Wohnort: Freiburg

Beitragvon SommerAnna » 10.10.2018, 08:29

Hallo ChrisSea,

wie ist denn Euer Kampf ums Handbike ausgegangen?

Viele Grüße,
Anna
Anna mit Jojo (2012), beide haben CMT Typ 2c. Ehemalige Diagnose: AMC (viele Gemeinsamkeiten vom Phänotyp).Jojo hat Klumpfüße, trägt US-Orthesen, kann krabbeln und schnell Rollstuhl fahren. Täglich entweder Schwimmen, Handbiken, Lauftraining mit OS-Orthesen oder Physiotherapie. Wir wissen, dass man auch mit Rollstuhl ein tolles Leben haben kann.

JanisQ
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 61
Registriert: 16.12.2016, 17:14
Wohnort: NRW

Beitragvon JanisQ » 10.10.2018, 13:03

Hallo Anna,
hier stand auf der Verordnung Rollstuhlzuggerät mit Motorunterstützung und zur Begründung u.a.
Herz-Kreislauftraining nach Tagesform ermöglichen (Erwachsener, Bundesbeihilfe).
Ging problemlos durch.
Viele Grüße
Janis
Rollstuhlfahrerin
Kind mit ehemals Asthma, Reflux 3.Grades in beide Nieren, Sphinkter-Detrusor-Dissynergie, hat sich alles mit der Zeit ausgewachsen

SommerAnna
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 14
Registriert: 09.12.2011, 13:25
Wohnort: Freiburg

Beitragvon SommerAnna » 10.10.2018, 19:04

Hallo Janis,

danke, Du machst mir Hoffnung, dass es vielleicht einfach so über die Bühne geht!

Auf unserem Rezept steht auch "manuelles Therapiezuggerät mit elektrischem Restkraftverstärker".

Falls ich Widerspruch einlegen muss, werde ich damit argumentieren, dass ein Handbike mit einem "Behinderten-Dreirad" vergleichbar ist und damit ausdrücklich als Hilfsmittel in der Bundesbeihilfeverordnung aufgeführt wird.

Viele Grüße,
Anna

JanisQ
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 61
Registriert: 16.12.2016, 17:14
Wohnort: NRW

Beitragvon JanisQ » 11.10.2018, 10:47

Hallo Anna,
vor ein paar Jahren stand es auch ausdrücklich im Hilfsmittelkatalog, wurde dann
aber irgendwann rausgestrichen. Da es aber auch nicht unter der Rubrik
"von der Kostenübernahme ausgeschlossen" auftaucht, ist die Kostenübernahme
weiterhin möglich.
Wichtig scheint mir, dass die Begründung mehr als "nur" soziale Teilhabe enthält,
sondern konkrete medizinische Sachen.
Die Bezeichnung auf eurem Rezept ist wirklich gut!
Viele Grüße und viel Erfolg,
Janis
Rollstuhlfahrerin
Kind mit ehemals Asthma, Reflux 3.Grades in beide Nieren, Sphinkter-Detrusor-Dissynergie, hat sich alles mit der Zeit ausgewachsen

Werbung
 
SommerAnna
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 14
Registriert: 09.12.2011, 13:25
Wohnort: Freiburg

Beitragvon SommerAnna » 08.12.2018, 18:26

Hallo,

jippie, das Handbike wurde bewilligt!

Vielen Dank für Eure hilfreichen Tipps.

Anna
Anna mit Jojo (2012), beide haben CMT Typ 2c. Ehemalige Diagnose: AMC (viele Gemeinsamkeiten vom Phänotyp).Jojo hat Klumpfüße, trägt US-Orthesen, kann krabbeln und schnell Rollstuhl fahren. Täglich entweder Schwimmen, Handbiken, Lauftraining mit OS-Orthesen oder Physiotherapie. Wir wissen, dass man auch mit Rollstuhl ein tolles Leben haben kann.


Zurück zu „Rechtliches - Beihilfe (Private Krankenversicherung)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 11 Gäste