Rentenversichert, über 14 Std. / Woche Pflege

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Stella 81
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Rentenversichert, über 14 Std. / Woche Pflege

Beitragvon Stella 81 » 07.10.2015, 13:42

Guten Tag,
Habe bereits "gegooglet" leider nicht die Infos gefunden, die ich gerne hätte.
Da hier viele Profis am Werk sind, erhoffe ich mir, hier die Antworten auf meine Fragen zu finden.
Beziehen seit 2007 Pflegegeld. Stufe 1.
Überprüft worden und nun einen Brief von der KK bekommen, in der mir mitgeteilt wurde, dass geprüft würde, ob eine Rentenversicherungspflicht Ihrerseits bestünde.
Hierzu hätte ich eine Bescheinigung meines Arbeitgebers beizulegen und Unterlagen auszufüllen.
Beides geschehen.

Frage:
Ich gehe 20 Std. arbeiten. Pflege 15 Std.
Was kann ich erwarten?
Was wird in die Rentenkasse wie eingezahlt?
Was muss ich mir unter der Prüfung vorstellen?


Wäre schön eine Antwort zu bekommen.
habe schon viel Positives hier mitgenommen.... hoffe jetzt auch :-)

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Beitragvon MichaelK » 07.10.2015, 14:00

Hallo Stella 81,

die Rentenversicherungspflicht für Pflegepersonen. Dazu kannst mal die Broschüre der DRV lesen. Ist da gut erklärt: http://www.deutsche-rentenversicherung. ... nFile&v=17

ab 2017 ändert sich da allerdings Einiges: Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II)

Was muss ich mir unter der Prüfung vorstellen?



Die Prüfung, ob du die Anspruchsvoraussetzungen erfüllst. Siehe Broschüre.


LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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Beitragvon Stella 81 » 07.10.2015, 22:48

ich danke dir,.
duch gelesen und jetzt verstanden!
Danke!

mirco k.
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Beitragvon mirco k. » 07.10.2015, 23:38

Hallo MichaelK,

hab da mal eine Zwischenfrage.
ab 2017 soll sich wg. der rente was ändern :!: :?:
weist du schon mehr :?:
können wir später auf mehr rente , als hartz 4 rechnen :?:

lg susanne
Susanne(*67) und Mirco(2001) - tuberöse sclerose, epi , riesenzellastrozytom , authistische züge - unser wirbelwind

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Beitragvon MichaelK » 09.10.2015, 20:13

Hallo Susanne,

du kannst dazu im Gesetzentwurf nachlesen.

Eine Zusammenfassung kopiere ich hier mal rein:

Neugestaltung der sozialen Sicherung der Pflegepersonen
Die rentenversicherungsrechtliche Absicherung der Pflegepersonen, die nicht erwerbsmäßig einen Pflegebedürf-tigen in seiner häuslichen Umgebung pflegen, wird grundlegend neugestaltet. Die Neugestaltung ist zwingende Folge der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, da der primäre Anknüpfungspunkt des Zeitauf-wands der pflegenden Angehörigen für pflegerische Verrichtungen wegfällt. Die soziale Pflegeversicherung ent-richtet derzeit für Pflegepersonen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, wenn diese wenigstens 14 Stun-den wöchentlich pflegen, nicht bereits eine Vollrente wegen Alters beziehen und eine Erwerbstätigkeit den Um-fang von 30 Wochenstunden nicht überschreitet.

Nach der neuen Regelung wird entscheidend sein, ob die Pflege wenigstens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche, erfolgt, ob der pflegebedürftigen Person mindestens der Pflegegrad 2 zugeordnet ist, und welcher prozentuale Anteil der Pflege auf die Pflegeperson entfällt. Dabei gilt auch weiterhin, dass Beiträge zur Rentenversicherung nicht ent-richtet werden, wenn die Pflegeperson eine Vollrente wegen Alters bezieht oder eine Erwerbstätigkeit von mehr als 30 Stunden in der Woche ausübt.
Eine weitere wesentliche Neuerung ist, dass die Bemessung der Rentenbei-träge im höchsten Pflegegrad 5 künftig bis zu 100 Prozent der Bezugsgröße betragen kann. Wegen des vergleichs-weise geringen Umfangs des Pflegebedarfs ist die rentenrechtliche Absicherung nicht für Pflegepersonen geöff-net, die Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 pflegen.

Darüber hinaus hat der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff Auswirkungen auf die Einbeziehung der Pflegepersonen in die Unfallversicherung.
Der Versicherungsschutz in der Arbeitslosenversicherung für Pflegepersonen wird auf der Grundlage einer um-fassenden Versicherungspflicht nach den oben genannten Maßstäben neu geregelt. Derzeit sind Arbeitnehmerin-nen und Arbeitnehmer, die ihre Beschäftigung wegen einer Pflegetätigkeit unterbrechen, nur unter den Voraus-setzungen des Pflegezeitgesetzes, d.h. für längstens sechs Monate, in die Versicherungspflicht einbezogen. Für darüber hinausgehende Pflegezeiten oder bei Unterbrechung des Bezugs von Arbeitslosengeld durch die Pflege, steht Pflegepersonen derzeit die Möglichkeit offen, den Versicherungsschutz durch eigene Beiträge im Wege der Antragspflichtversicherung aufrecht zu erhalten. Mit der künftig umfassenden Versicherungspflicht wird der Ver-sicherungsschutz für den Fall der Arbeitslosigkeit im Anschluss an eine Pflegetätigkeit erheblich gestärkt. Zu-gleich sind die Betroffenen für diesen Fall in das Leistungssystem der Arbeitsförderung einbezogen.

Gesetzentwurf: http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateie ... ntwurf.pdf

LG Michael
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Beitragvon mirco k. » 09.10.2015, 20:29

Hallo MichaelK,

du bist ein schatz !

danke , für deine spontane, auf dem punkt gebrachte antwort.

lg susanne
Susanne(*67) und Mirco(2001) - tuberöse sclerose, epi , riesenzellastrozytom , authistische züge - unser wirbelwind

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Beitragvon AngelikaB » 02.07.2016, 20:47

Hallo,

Ich hätte auch mal eine Frage zu der Rentenzahlung wegen meiner Pflegetätigkeit.
Der MdK war da und ich habe heute das Gutachten bekommen. Zuerst mal die gute Nachricht für uns, es ändert sich nichts.
Jetzt habe ich aber eine Frage zu den Zeiten: Bei meiner Tochter wurde eine Zeit von 27,88 h, ergibt gerundet 28 Stunden festgestellt. Die Pflegestufe bleibt bei 2 mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, was auch in Ordnung ist. Aber wie wird jetzt die Rentenzahlung berechnet? Bei mir steht jetzt unter dem Punkt Pflegetätigkeit 28 Stunden, dort wird unterschieden in Schlüssezahl 3:21-28 Stunden oder Schlüsselzahl 4: über 28 Stunden. Und bei mir steht Schlüssel 4, da dort zu meinen Gunsten gerundet wird. In dem Vorgutachten war das anders.
Aber ich finde im Netz nicht die Beträge, die dazu passen. Bei Pflegestufe 2 ist es irgendwie nicht vorgesehen, dass für 28 Stunden eingezahlt wird.

Weiß da jemand Bescheid und kann es mir erklären?

LG, Angelika

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Beitragvon MichaelK » 03.07.2016, 10:33

Hallo Angelika,

die Beitragsbemessung richtet sich

a) nach der Pflegestufe
b) nach der tatsächlichen Pflegezeit

in Stufe II gibt es nur die Beitragsstufen

a)
53,3333 vom Hundert der Bezugsgröße, wenn er mindestens 21 Stunden in der Woche gepflegt wird,
b)
35,5555 vom Hundert der Bezugsgröße, wenn er mindestens 14 Stunden in der Woche gepflegt wird

Darüber hinaus wird die Pflegezeit rentenrechtlich nicht berücksichtigt.
Gesetzl. Regelung siehe hier in Absatz 2: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__166.html

LG Michael
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Beitragvon AngelikaB » 03.07.2016, 11:56

Hallo Michael,

Danke für Deine Antwort. Hilft mir weiter.

Schönen Sonntag noch,
Angelika


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