Begleiteter Umgang

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Daniela2710
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Begleiteter Umgang

Beitrag von Daniela2710 »

Hallo,
Mir wurde im Juni das alleinige Sorgerecht zugesprochen, da der Vater sich nicht kümmerte, über 6-7 Jahre. Das Kind wird 10.
So nun gibt es etwas Neues. Wenige Wochen nach der Verhandlung schrieb er mir, er würde die Tochter gern übers WE zu sich holen. Habe ich abgelehnt und ihn Ans Jugendamt verwiesen, zwecks begleiteter Umgang. Dies tat er auch, nach 6 Wochen das erste Treffen.
Es verlief so lala, die Tochter war sehr offen, sprach ihn mit seinem Vornamen an.
Er war sehr unbeholfen, natürlich wenn man sein Kind so lange nicht sieht.
Er hat paar mal versucht die Tochter auszuquetschen über mich, was ich unterbunden habe.
Letztendlich merkte man ziemlich stark, das er Vorallem ihren geistigen Zustand prüfte. Tochter hat ja eine geistige behinderung und ist auf dem Stand einer 3-4 Jährigen.
So, nun sind 4 Wochen vergangen, in dieser Zeit hat er sich nicht einmal gemeldet. Nächsten Freitag möchte er sich wieder sehen. Ich hab zugestimmt, aber wieder mit Begleitperson.
Meine Frage.. Wie geht das weiter? Ich kann und ich werde ihm das Kind nicht mitgeben. Sie bedarf ja einer umfassenden Pflege und das Trau ich ihm nicht zu. Desweiteren hatte er mal gesagt ??er kann Väter verstehen, die ihre Kinder umbringen?? Allein deswegen, werde ich ihm das Kind nicht mitgeben.
Aber auf ewig wird es diesen Umgang ja nicht geben, was kann ich hinterher tun? Er soll sie ja sehen dürfen, aber nicht mitnehmen.
Lg
Alina 10/05 geistige Behinderung auf dem Stand einer 5 Jährigen,chronische Verstopfung, Asthma, Entwicklungsverzögerung, frühkindlicher Autismus, Verdacht auf MCAD Mangel

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Marina H
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Beitrag von Marina H »

Hallo.
Du kannst auf begleiteten Umgang bestehen. Das hatte ich damals bei meiner Großen auch, als sie noch ihre Affektkrämpfe hatte. Nachdem ich beim Jugendamt erklärt hatte, wieso, weshalb, warum ich nicht möchte, dass der leibliche Vater alleine mit ihr unterwegs ist, entschied das Jugendamt das der Umgang nur in meinem Beisein stattzufinden hat.
Falls du nicht immer dabei sein möchtest, könntest du auch mit dem Jugendamt sprechen, das eine Vertrauensperson dabei ist.
Kind 1geb. 07 ->gesund
Kind 2geb. 08 ->Pseudo-Lennox-Syndrom, selektiver Mutismus, ADS, Legasthenie und Entwicklungsverzögerung
Kind 3 geb. 11 ->Partialepilepsie, 03.16 Fensterung Arachnoidalzyste, 06.16 subdurales Hygrom ->Shunt

Daniela2710
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Beitrag von Daniela2710 »

Hallo,

Der Herr vom Jugendamt meinte es geht nur für längstens 6 Monate. Der Vater hätte das Recht sie mit zunehmen, ob ich das will oder nicht.
Das lässt mich grad schier verzweifeln.
Alina 10/05 geistige Behinderung auf dem Stand einer 5 Jährigen,chronische Verstopfung, Asthma, Entwicklungsverzögerung, frühkindlicher Autismus, Verdacht auf MCAD Mangel

kati543
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Beitrag von kati543 »

Hallo,
das geht für 6 Monate, wenn der Vater das Kind in der Zeit regelmäßig sieht und sich vor Ort wie ein liebevoller, bemühter Vater benimmt.
Das kann durchaus verlängert werden.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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claudia64
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Beitrag von claudia64 »

Ich würde ihm und auch dem JA sagen, dass es da nicht nach seiner Nase gehen kann, sondern dass dein Kind schon aufgrund der Behinderung mehr Stabilität und Regelmäßigkeit benötigt. Ich vermute, du wirst keine Schwierigkeiten haben, das auch von einem Arzt bestätigt zu bekommen. Würde also heißen, dass er sich nicht alle paar Wochen mal melden kann, sondern regelmäßig alle 14 Tage oder 3-4

Wochen einen festen Termin hat.
Will er das nicht oder schafft er das nicht einzuhalten, hast du ein gutes Argument an der Hand, warum weiter ein betreuter Umgang nötig ist.
Falls es doch klappt, kann man wohl davon ausgehen, dass ihm tatsächlich etwas an seiner Tochter liegt. Menschen werden auch älter und ändern sich. :wink: In diesem Fall würde ich an deiner Stelle meine Haltung neu überdenken.
Für deine Tochter wäre es sicher schön, neben dir auch einen Papa, den man auch so nennen kann, zu haben.
C., Hashimoto, Morbus Dercum,
mit R., ♀, * '96, ASS, HB, ADHS, Asthma, Gelenkschmerzen, Depressionen
und M., ♀, * '00, Asthma, seit 05/16 Sensibilitätsstörungen d. li. Körperhälfte ohne erkennbare Ursache

Daniela2710
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Beitrag von Daniela2710 »

Nein, wir sind ja auch in einem SPZ, sie hat auch PS 2.

Meine Bedingung war ja, das direkt beim letzten Mal ein Folgeregeln ausgemacht wird, da sagte er aber er weiß noch nicht wann er wieder kommt.
Das hat mich dann schon etwas geärgert. Dann hat er sich jetzt kein einziges mal gemeldet. Ich mein, man kann doch mal fragen, wie hat es ihr gefallen, was hat sie gesagt. Sie war leicht erkältet, ob es ihr besser geht. Er hat ihr einen Bär geschenkt, ob er schon einen Namen hat. So Sachen halt.
Aber es kam ja gar nix.
Und das sind für mich einfach keine Gründe das er es ernst mit ihr meint.

Er hatte sich ja vorgestellt, mit ich bin dein Papa, sie hat dann aber gesagt, nein bist du gar nicht. Dann hat der Mann vom Jugendamt gesagt, er soll seinen Vornamen sagen. Den konnte sie sich nicht merken u sagte dann immer "mann". Ich hab das jetzt Bissl geübt, aber sie vergisst ihn immer noch.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das er auf einmal Interesse hat. Vor einem halben Jahr noch sagte er, sie passt nicht in sein Leben u zur Sorgerechtsverhandlung kam er ja auch einfach nicht.
Alina 10/05 geistige Behinderung auf dem Stand einer 5 Jährigen,chronische Verstopfung, Asthma, Entwicklungsverzögerung, frühkindlicher Autismus, Verdacht auf MCAD Mangel

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joeysmommy
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Beitrag von joeysmommy »

Hallo Daniela,

da bei uns auch grad begleiteter Umgang angesagt ist, bin ich da relativ frisch informiert. Mit wurde gesagt, dass das erst einmal für sechs bis zehnmal festgelegt wird, wobei auch eine Frequenz vereinbart wird, und danach wird das weitere Vorgehen besprochen.

Von dieser Vorgabe wurde ja bei Euch schon abgewichen, indem er sich nach dem ersten Termin wochenlang nicht gemeldet hat. Das spricht ja schon dafür, dass ein unkomplizierter Ablauf nicht unbedingt zu erwarten ist.

Ich würde da nochmal beim Jugendamt nachfragen, was genau vereinbart wurde (auch wie das an den Vater herangetragen wurde und ob er das auch wirklich verstanden hat), und wie das nun weitergeht, wenn er sich nicht an die Vorgaben hält.

Äußerungen wie die, die Du beschreibst, von wegen, er könne sich vorstellen, wie Väter ihre Kinder unter solchen Umständen umbringen, würde ich auf jeden Fall ans JA weitergeben, denn dies impliziert ja schon, dass Deine Bedenken nicht unberechtigt sind.

Grundsätzlich sollte auch das JA dem Vater gegenüber deutlich machen, dass es für das Kind eine Zumutung ist, wenn der Kindsvater plötzlich aus dem Nichts heraus erscheint, sich als Vater vorstellt und dann wieder wochenlang verschwindet. Das noch bei einem Kind mit geistiger Behinderung, das vielleicht eh nur eine begrenzte Merkfähigkeit hat und die Dinge auch noch weniger einordnen kann als ein gesundes Kind, ist schon eher schädlich als nützlich.
Liebe Grüße, Verena (*07/78), mit Joana (*06/06), 35.SSW, V.a. ASS, FI, und Joshua (*11/10), Hypopl. d. re. unt. Extremität + Oligodaktylie, psychomot. Ret.

Kinderkrankenschwester in der amb. Intensiv-Kinderkrankenpflege

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