Einzelintegration im Regelkindergarten

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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dieMeike
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Einzelintegration im Regelkindergarten

Beitragvon dieMeike » 09.12.2004, 10:45

Hallo zusammen,

Neis geht in einen Regelkindergarten, Montessorikinderhaus, und ich hab schon mehrfach geschrieben das er und auch wir sehr zufrieden sind.

Nach dem Umzug in unser saniertes Kinderhaus wird auch die Frühförderung durch die Lebenshilfe dort stattfinden. Die Physio läuft weiterhin extern da ich die Mütter-Kinderrunde nicht vermissen möchte und unsere Therapeutin von Neis innig geliebt wird.

Nun meine Frage:

Neis ist mit 100 % b g aG h eingestuft worden, kann für den Kindergarten eine Hilfe beantragt werden? Neis muss ja mehrfach umgesetzt werden und er wird auch nicht leichter?

Unter Umständen laufe ich Gefahr, das das Jugendamt sagt, Nehmen Sie sich ein I-Platz in einer I-Einrichtung. Dagegen spricht für mich das unser Haus Rollstuhlgerecht ist und hat ein pädagogisches Konzept, eben Maria Montessori, das dem Handicaps von Neis entgegenkommt. Außerdem sind auch hier die guten I-Plätze auch rar.

Liebe Grüße
dieMeike mit

der Große, an der Grenze zur leichten Schwerhörigkeit ADS und LRS

Der Kleine, Muskelhypoton,
unklare Genese, einseitiger HG Träger

"Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das uns jederzeit genommen werden kann."

Richard von Weizsäcker

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Beitragvon Sabine2 » 09.12.2004, 10:59

Hallo Meike,

hier in Karlsruhe ist es so, dass versucht wird, alle Kinder in die Einzelintegration zu geben. Das hört sich erst einmal gut an, hat in der Praxis aber seine Tücken.
Im Prinzip kann jedes Kind in jeden beliebigen Kiga, wenn der Kiga einverstanden ist. Dafür benötigt er ein Integrationskonzept, das beim Jugendamt eingereicht wird. Dann stehen dem Kind pädagogische Hilfen (bis 460 € monatlich) zu, hier wird darunter eine Heilpädagogin verstanden, die einmal die Woche in der Kiga kommt und dort über Spiele behinderte Kinder noch besser integriert etc. Ideal ist es, glaube ich, wenn nicht einzeln mit den Kindern geübt wird, sondern wenn man gemeinsame Spiele, Bastelein etc findet, die alle machen können.
Bei uns gibt es einen Kiga mit drei behinderten Kindern. Da wird das Geld zusammengeworfen und die Heilpädagogin kommt einen langen Vormittag.

Dann gibt es noch die begleitenden Hilfen (308€), die sich nur um Dein Kind kümmern. Also anziehen, beim Essen helfen etc. Hier ist so, dass meist davon eine FSJlerin (Freiwilliges Soziales Jahr) bezahlt wird.

Heilpädagogische Kindergärten mit einer kleinen Gruppe gibt es hier gar nicht. Die Alternative sind Schulkindergärten, in denen häufig (je nach Jahrgang)ausschließlich schwerst mehrfachbehinderte Kinder untergebracht sind.

Es sind also keine riesigen Summen, die bereit stehen und wahrscheinlich ist es auch von Bundesland zu Bundesland verschieden.
Viele Grüße
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)


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