Lohn-/Prämienzahlungen in der WfbM

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Inge
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Lohn-/Prämienzahlungen in der WfbM

Beitragvon Inge » 25.06.2015, 08:09

Hallo zusammen,

gibt es bei euren Kindern, die in der WfbM arbeiten, neben dem Lohn auch Prämienzahlungen?
Falls ja, wie oft? Und wie hoch sind diese dann im Verhältnis zum Lohn?

Ich habe erfahren, dass die Löhne in einigen WfbM niedriger geworden sind und die Prämienzahlungen angestiegen sind.

Während bei der Grundsicherung nur ein Teil des Lohnes in einer komplizierten Berechnung angerechnet wird, werden die Prämienzahlung komplett auf die Grundsicherung angerechnet.
Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt?

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
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Beitragvon monika61 » 25.06.2015, 08:35

Hallo Inge,

wir bekamen gerade im Juni ein Rundschreiben
und da habe ich auch gestaunt.... :shock:

Meine Tochter bekommt in diesem Jahr eine Prämie von 350,-EUR als Urlaubsgeld ausgezahlt.


Ihr Lohn setzt sich zusammen aus:

75,00 EUR Grundbetrag
18,50 EUR Steigerungsbetrag
26,00 EUR Arbeitsförderungsgeld
__________________________
119,50 EUR Bruttolohn


Es ist schon traurig das man unseren behinderten Kindern schreibt:
Wir freuen uns Ihnen mitzuteilen.........

Worüber freut man sich bloß....wenn dann als letzter Satz da steht:

Bitte beachten Sie, dass die Grundsicherungsämter über die Höhe der Prämie informiert werden müssen.



Übrigens die "Urlaubsprämie" betrug im Jahre 2013 noch 200,-EUR.

Außerdem bekam unsere Tochter
eine Weihnachtsprämie in Höhe von 93,50EUR.

Nachdenkliche Grüße :?
Monika

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Re: Lohn-/Prämienzahlungen in der WfbM

Beitragvon ehemalige Userin » 25.06.2015, 08:43

Inge hat geschrieben:Hallo zusammen,

gibt es bei euren Kindern, die in der WfbM arbeiten, neben dem Lohn auch Prämienzahlungen?
Falls ja, wie oft? Und wie hoch sind diese dann im Verhältnis zum Lohn?

Ich habe erfahren, dass die Löhne in einigen WfbM niedriger geworden sind und die Prämienzahlungen angestiegen sind.

Während bei der Grundsicherung nur ein Teil des Lohnes in einer komplizierten Berechnung angerechnet wird, werden die Prämienzahlung komplett auf die Grundsicherung angerechnet.
Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt?



Hallo Inge,

danke, dass Du das Thema aufgreifst, da dieses hier erst zur Diskussion stand und ich keinen blassen Schimmer zur Bezahlung der Mitarbeiter habe, werde ich die Erkenntnisse interessiert verfolgen. :icon_thumleft:

JulemitLotte
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Beitragvon JulemitLotte » 25.06.2015, 09:49

Hallo Inge,

ich bin in einer WfbM Lohnbuchhalterin. Die Prämie ist von der Höhe des Umsatzes in der WfbM abhängig. Da ja kein Gewinn erzielt werden darf, muss der Überschuß an die Beschäftigten ausgezahlt werden. Daher können wir nie Angaben zur Höhe der Prämien machen. Also bei uns errechnet es sich folgendermaßen: Summe X (wird aus den Umsätzen ermittelt) wird in einen Topf geworfen und dann wird diese nach Punkten (aus dem Bewertungssystem, in dem der Steigerungsbetrag bereits ermittelt wurde) verteilt. Also ergeben sich in diesem Fall ganz individuelle Prämien. Dann gibt es bei uns noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld, welche im Werkstattvertrag festgelegt sind. Die Sonderzahlungen haben wir schon manche Jahre 2x ausgezahlt.

Am Ende hat keiner etwas davon. Da ab 325€ das anrechnungsfreie Arbeitsförderungsgeld wegfällt, ab 483€ ost (567 €) eigene Rentenversicherungsbeiträge gezahlt werden und ab 567€ Kranken- und Pflegeversichung dazu kommt.

Wir hatten Fälle da kamen die Beschäftigten im Jahresbrutto durch die Sonderzahlungen so hoch, dass sie das Kindergeld für das ganze Jahr zurückzahlen mussten. Aber das wurde wohl jetzt geändert, und nur noch der Monat der Sonderzahlung angeschaut.

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Beitragvon Inge » 25.06.2015, 19:33

Hallo zusammen,
Monika, wenn die Prämie 3x so hoch wie der Lohn ist, könnte man doch wirklich vermuten, dass die WfbM die „Überschüsse“ absichtlich in einmalige Zahlungen aussondert, damit das Sozialamt möglichst viel anrechnen kann. In einigen Regionen werden die Sozialämter sogar direkt von der WfbM über die Höhe der Prämie informiert, damit auch wirklich alle Betroffenen erfasst werden, falls manche Eltern das „versäumen“.
Man könnte diesen Werkstätten schon ein großes Interesse unterstellen, dem Sozialhilfeträger Kosten zu ersparen . . .

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Beitragvon JustinsMum » 25.06.2015, 19:51

Hallo Jule,

da Du ja genau weißt, wie diese Prämien berechnet werden hätte ich auch eine Frage:

Werden bei der Ermittlung des Gewinnes erst eventuelle Investitionskosten abgezogen?

Diese müssten ja eigentlich aus den 30% des Werkstattanteils finanziert werden, aber wenn man sich mal Interviews ansieht sieht mir das nicht mehr danach aus.

Liebe Grüße

justinsMum

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Beitragvon ehemalige Userin » 25.06.2015, 21:03

Inge hat geschrieben:Hallo zusammen,
Monika, wenn die Prämie 3x so hoch wie der Lohn ist, könnte man doch wirklich vermuten, dass die WfbM die „Überschüsse“ absichtlich in einmalige Zahlungen aussondert, damit das Sozialamt möglichst viel anrechnen kann. In einigen Regionen werden die Sozialämter sogar direkt von der WfbM über die Höhe der Prämie informiert, damit auch wirklich alle Betroffenen erfasst werden, falls manche Eltern das „versäumen“.
Man könnte diesen Werkstätten schon ein großes Interesse unterstellen, dem Sozialhilfeträger Kosten zu ersparen . . .


Hallo Inge,

was würde eine solche Praxis den Werkstätten einbringen? Ernsthafte Frage...Ich mache mir keinen Reim drauf.

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Inge
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Beitragvon Inge » 25.06.2015, 21:07

Einen guten Draht zu den Sozialhilfeträgern, mit denen die Einrichtungsträger spätestens bei den nächsten Pflegesatzverhandlungen wieder an einem Tisch sitzen?!

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Beitragvon ehemalige Userin » 25.06.2015, 21:12

Inge hat geschrieben:Einen guten Draht zu den Sozialhilfeträgern, mit denen die Einrichtungsträger spätestens bei den nächsten Pflegesatzverhandlungen wieder an einem Tisch sitzen?!


:icon_scratch: :cry:

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gelöschter User

Beitragvon gelöschter User » 25.06.2015, 21:18

Inge hat geschrieben:Einen guten Draht zu den Sozialhilfeträgern, mit denen die Einrichtungsträger spätestens bei den nächsten Pflegesatzverhandlungen wieder an einem Tisch sitzen?!


Man muss echt über 1000 Ecken denken. :?
Es wäre einfach mal schön, wenn man den Menschen vertrauen könnte.
Scheinbar muss man in dieser bescheidenen Welt immer eine Portion Misstrauen im Gepäck haben.

LG


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