Lohn-/Prämienzahlungen in der WfbM

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Beitragvon ehemalige Userin » 30.06.2015, 21:35

Und wenn sogar in Großbritannien nach dieser Hauruck Aktion immerhin noch 25% der ehemaligen Werkstattbeschöftigten in eine Tätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten.


Hallo Kirsten

toll. Ich hoffe, die verdienen auch was sie verdient haben und haben einen festen Arbeitsvertrag, Gerade England hat ja nicht gerade den besten Ruf darin, was sozialverspflichtige Arbeitsverhältnisse betrifft. Alles hört sich ja immer gut an. Aber leider ist manches wirklich kurz gedacht. Und dann weisss man überhaupt nicht mehr wohin, mit seinem beh. Angehörigen. Und das ist auch das was dazu anregt, nicht alles so umzukremplen, wie unsere europäischen Nachbarn das tun.

Manchmal habe ich den Verdacht, Schließungen aller Fördereinrichtungen sind für Dich die beste Lösung. Als ob man sich dann tatsächlich mehr um beh. Menschen kümmern und sie finanzieren würde. Wers glaubt.

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Beitragvon ehemalige Userin » 30.06.2015, 21:58

Esthephania hat geschrieben:
Und wenn sogar in Großbritannien nach dieser Hauruck Aktion immerhin noch 25% der ehemaligen Werkstattbeschöftigten in eine Tätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten.


..ich sage weder,dass der in GRoßbrittanien beschrittene Weg ideal war noch dass die Arbeitsweise und Erfolge von Spagat überallhin 1:1 übertragen werden kann.

Ich habe lediglich gesagt, dass dies deutluch daraufhinweist, dass die niedrige Vermittlungsquote des deutsche WfbMsystems nicht in der Natur der Sache sondern in einem systemischen Mangel begründet liegt...

...so, dass war aber eigentlich auch schon im ersten Durchgang klar.

Deswegen für mich jetzt gute Nacht!

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Beitragvon Inge » 30.06.2015, 22:20

mailankirsten hat geschrieben:Und wenn sogar in Großbritannien nach dieser Hauruck Aktion immerhin noch 25% der ehemaligen Werkstattbeschöftigten in eine Tätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten.


Was wurde eigentlich aus den "restlichen" 75%??

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

'Sommerkind' von Wortfront


Viele Grüße
Inge

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Beitragvon ehemalige Userin » 30.06.2015, 22:29

Hallo ,

nun ja,

es halt überall nur ums Geld. Und verblendeten macht man eben weiss, Großbritanien sei fortschrittlich:

Die Betroffenen gehören zu den Benachteiligtesten in unserer Gesellschaft und für sie ist dies eine Katastrophe. Für viele von ihnen war die Werkstatt ihr Leben und dieses Leben wurde zerstört."
http://www.53grad-nord.com/fileadmin/do ... uni-1.html

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Beitragvon JustinsMum » 30.06.2015, 22:30


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Beitragvon ehemalige Userin » 30.06.2015, 22:46

Hier noch zu England:

6.Für schwerstbehinderte Personen gibt es Tageseinrichtungen.
Anzahl behinderte Menschen im Arbeitsalter in GB: 6,6 Mio.
Davon beschäftigt: 2,7 Mio.


http://www.inklusion-im-blick.eu/linked ... rblick.pdf

Leider stehen zu D keine konkreten Zahlen mit dabei.

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Beitragvon JustinsMum » 01.07.2015, 06:54

Guten Morgen,

ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, warum wir darüber diskutieren, wie es andere Länder machen, statt uns darauf zu konzentrieren, zu schauen, was der Einzelne hier Vorort an seinem jeweiligen Wohnort benötigt.

Bei dem Thema Inklusion geht es um eigene Lösungen (eigene kann sich dabei auf die Familie, den Betroffenen selber, aber auch die jeweilige Stadt o.ä. beziehen). Damit bleiben fast nur die PB, ohne jetzt mal zu berücksichtigen, wer dann letztendlich die Verwaltungsarbeiten übernimmt.

Angeblich nehmen aber in Ba-Wü nur 1000 Menschen dies in Anspruch. Wundert mich allerdings nicht, da die Landratsämter ja selber keine Lust haben sich mit der Thematik zu beschäftigen.

Solange es jede Menge Ärger gibt, wenn das PB mal begehrt wird, die Träger den Menschen davon abraten, statt sie dabei zu unterstützen kann das ja nichts werden.

Viele Grüße

justinsMum

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Beitragvon ehemalige Userin » 01.07.2015, 07:23

JustinsMum hat geschrieben:Bei dem Thema Inklusion geht es um eigene Lösungen (eigene kann sich dabei auf die Familie, den Betroffenen selber, aber auch die jeweilige Stadt o.ä. beziehen).


Guten Morgen,

@justinsMum, du hast völlig Recht - und um andere Länder ging es auch gar nicht - jedenfalls mir nicht. ( wobei dies kein Grund sein sollte, nicht zu schauen, wie woanders diese Aufgabe versucht wird zu lösen)

Was wir brauchen ist eine tatsächlich dem einzelnen Menschen zur Verfügung stehende personengebunde Hilfe, dies würde einen Markt mit verschiedenen von den Betroffenen am häufigsten nachgefragten institutionalisierten Hilfeformen schaffen und gleichzeitig die Möglichkeit auf ganz individuelle Einzellösungen garantieren!

:arrow: Die spannende Frage ist, wie stellen wir das als Angehörige an, dahin zu kommen.
Diese Frage sollten wir, jedenfalls meiner Meinung nach, hier diskutieren. :wink:


Das z.Zt. gewährte sogenannte persönliche Budget für Arbeit bzw für Tagesstruktur ist weit davon entfernt, den tatsächlichen Aufwand in das Werkstattsystem dem Einzelnen zur Verfügung zu stellen.

Die Tatsache , dass Werkstätten dazu übergehen Teile des regulären Lohns in Prämien umzuwandeln und so dem Leistungsträger ermöglichen darauf zurückzugreifen, ist ungerecht und schäbig. Aber auch wenn so eine bedauerliche Entwicklung verhindert werden kann ( und sollte!) ändert das noch nichts an dem hier jetzt diskutierten Grundproblem - der fehlenden Wahlfreiheit!

Das Angebot von institutionalisierte Hilfesysteme im Bereich der Behindertenhilfe muss nicht zwangsläufig problematisch sein, vorausgesetzt Menschen mit Behinderung - bzw deren Angehörige- haben als Kunden die Entscheidung , welche Hilfeleistungen sie wünschen. :!:

Auch bei dem international viel beachteten Beispiel Spagat mit einer Vermittlungsquote von 70% ( bezogen auf Schulabgänger) in Vorarlberg handelt es sich übrigens um eines von mehreren instutionalisiertes Hilfsangeboten.

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Beitragvon JustinsMum » 01.07.2015, 07:50

Spagat ist ein interessanter Ansatz. Mich interessiert bei denen eher die Denkweise, die dahinter steht. Und ich denke diese ist übertragbar, wenn wir wegkommen, in Berufsbildern zu denken.

Aber wir haben grundsätzlich in Deutschland ein Problem. Die Träger kalkulieren ihre Kosten meist unter Berücksichtigung von FSJ und BFD. Da entsteht schon das erste Problem. Die Leistungen sind damit nicht mehr vergleichbar und von daher kann man die Kosten der Hilfe nicht anhand der Trägerkosten ermitteln. Aber hier sehen ja schon Behörden nicht mehr durch.

Deswegen gilt grundsätzlich ein Konzept zu entwerfen und die Kosten zu benennen. Möglichst schon konkret bei der Antragstellung. Ich befürchte allerdings, dass uns hier nur wie auch schon bei den Schulhelfern nur der gerichtliche Weg bleibt.

Viele Grüße

justinsMum

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Beitragvon ehemalige Userin » 01.07.2015, 08:00

JustinsMum hat geschrieben:Ich befürchte allerdings, dass uns hier nur wie auch schon bei den Schulhelfern nur der gerichtliche Weg bleibt.


....das wohl, allerdings mit dem riesigen Nachteil, dass eben ein teil der Leistungen gesetzlich an die Insitution WfbM gebunden ist und wir vor Gericht dann daran scheitern... :cry:

aber das ist hier jetzt schon sehr speziell diskutiert, vielleicht mehr Austausch per PN, falls Ihr auch vorbereitet, das pB im Arbeitsbereich zu beantragen... :wink:


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