Rückstellungskampf (Einschulung)

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Cerstin
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Beitragvon Cerstin » 20.06.2005, 09:36

Hallo Nina,

Dein Text war nicht wirr, ich kann Dich voll und ganz verstehen. Ich bin über den Punkt hinaus, wo es mir schwerfällt, daß Mascha auf eine Förderschule kommt. Denn wir haben ja die Erfahrung gemacht, wie grausam Kinder, speziell manche Jungs sein können. Daß ich es für besser erachte auf ein Förderschule zu geben und da das Selbstbewustsein gestärkt zu kommen.
Vielleicht ist sie dort eine der besseren und kann anderen helfen, statt immer untergebuttert zu werden. Klar fällt es Ihr schwer zu verstehen, warum sie nicht auf die "Mühlenschule" wie unsere Nachbarin und ihre Cousine kommt. Und das tut weh, wenn sie dann immer wieder weint.

Ich verstehe nicht, warum Freiburg noch keine Förder Waldorf hat. Ihr habt doch 3 Waldorfschulen da, oder? hab ich jedenfalls von unserem Besuch aus Freiburg gehört (ehem. selbst Waldörfler)

Ich denke das Problem sind nicht die Förderschulen im allgemeinen sondern die L Förder im speziellen.
Wenn ich mir die G Schule hier bei uns ansehe, dann ist das eine super staatliche Schule. Ich hätte denke ich Mascha auch dort hin gegeben.
Wenn ich mir aber die Förder L staatlich ansehe, wo alle hinkommen, die keine andere Schule mehr haben will, und wo laut der Schulleitung das Problem der kriminalität besteht, dann kann ich nur sagen, da kommt meine kleine, süße Maus nicht hin.
Ich denke es wäre viel einfacher für uns alle, wenn es auch für unsere Entwicklungsverzögerten Kinder eine eigene Schulform gäbe.

So, nun habe ich leicht wirr geschrieben, ich hoffe daß Du es trotzdem verstehst.
Ich drücke Euch die Daumen, daß es mit Eurer Förder Waldorf klappt. Als Tipp, wenn sie als Schulzweig einer bestehenden Waldorf gegründet wird, bekommt Ihr staatliche Zuschüsse schon nach einem ode zwei Jahren und nicht nach sechs wie bei der Gründung einer völlig neuen Schule.
LG Cerstin
Mascha 5/99 leichte geistige Behinderung, Rolando Focus, Entwicklungsverzögert ca. 2 Jahre. KISS Syndrom. und Hannah 5/01 ADS-Träumer
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Beitragvon marianne » 20.06.2005, 13:05

Hallo Nina, auch ich schicke dir einen ganz lieben Gruß und kann dir nur versichern, dass dein Text klar und deutlich und gar nicht wirr ist, aber die darin beschriebene Situation ist eben so verwirrend. Ich weiss das so genau, weil abgesehen davon, dass unser Janosch eben kein Mädchen ist, jeder Satz deines Textes unsere derzeitige Situation schildert. D.h., ein IQ-Test steht noch aus, den werden sie wohl jetzt bald hier am Münchner Kinderzentrum machen. Dass sie aufgrund eines Ergebnisses von einem IQ-Test bei euch schon jetzt genau sagen können, wie es mit 7 Jahren bei eurer Tochter wegen eines Regelschulbesuchs ausschauen wird, das überrascht mich allerdings:!: . Wie wird das denn genau begründet? Lieber Gruß Marianne
Janosch (06/00) Frühkindlicher Autismus, leichte geistige Behinderung, Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind

There´s a crack in everything but that´s how the light gets in (Leonard Cohen)

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Beitragvon Nina Falentin » 20.06.2005, 17:51

Hallo Ihr Lieben!
Es tut so gut zu hören, dass es auch noch anderen so geht! Ich fühle mich hier nämlich ziemlich allein mit dem Problem.
@ Cerstin: Ja, wir haben drei normale Waldorfschulen und eine Waldorfschule für "Erziehungshilfe", die nehmen auch schon mal Lernbehinderte auf, aber eigentlich sind sie da nicht 100% richtig. Sie wurde mir trotzdem ans Herz gelegt und ich habe auch heute persönlich unsere Anmeldung mal eingeworfen (man muss sich dort erst anmelden, dann kann man die SChule angucken...?), dann hat man schon mal einen Schritt getan. und wir haben das Haus Tobias, da ist unter anderem eine Schule für Geistig Behinderte drin.
@ Marianne: Naja, so klar hat man das bisher noch nicht gesagt, ich habe ja mit dem "Rückstellungskampf" noch gar nicht begonnen, aber wenn ein Kind im kognitiven Bereich 2 Jahre zurück ist, sagen halt die Fachleute, da kann man nicht allzuviel erwarten. Es ist wohl etwas ganz anderes, wenn ein Kind motorisch entwicklungsverzögert ist.
Liebe Grüße von der immer noch sehr traurigen
Nina
Lisa *2000, allg. Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen, ca. 2 Jahre zurück und Jana *2003

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Beitragvon marianne » 20.06.2005, 18:31

Hallo Nina, die Schocksituation, in der ihr gerade nach den Tests steckt, haben wir Anfang April erlebt, als eine unserer Heilpädagoginnen auf unsere Frage, welche Schule nächstes Jahr für Janosch aus heutiger Sicht in Frage käme, meinte, es sei jetzt noch zu früh, aber aus heutiger Sicht sähe sie eher eine Schule für Geistig Behinderte. Wir fielen aus allen Wolken, denn natürlich sahen wir selber, dass er ca 2 Jahre verzögert ist in einigen Bereichen und dass es darum vielleicht erst mit 7 Jahren mit der Einschulung sinnvoll wäre oder eben auch im Lernbehindertenbereich für den Anfang. Aber geistig behindert, das haute uns um. Mittlerweile sind Wochen mit Informationen ins Land gegangen und wir sind "klüger" geworden und wissen jetzt, dass mit einer Rückstellung die Situation wahrscheinlich nur aufgeschoben und nicht aufgehoben ist. Janosch braucht ab 6 mehr Förderung als in seiner Integrationsgruppe im Kiga, auch wenn er schon Logopädie und zweimal Frühförderung bei Heilpädagoginnen wöchentlich hat. Darum suchen wir jetzt nach guten schulvorbereitenden Einrichtungen oder Schulen im Sonderpädagogischen Schulzentrum, die aber offen sind, so dass der Entwicklungsstand immer wieder berücksichtigt wird und die Schulwahl, und wenn es auch geistig behindert sein müsste, keine Einbahnstraße ist. Sehr wichtig wird in dem Zusammenhang auch die Begutachtung und Schulempfehlung des SPZ in München sein. Dann falle ich nochmal aus allen Wolken, auch wenn ich natürlich gewappnet bin, wenn ich dann aber womöglich hören müsste, IQ unterdurchschnittlich oder "autistische Züge" oder "hyperaktiv" oder irgendetwas, was bislang nicht so diagnostiziert wurde. Ich glaube, wir machen da alle sehr ähnliches mit. Ich kann nur immer wiederholen, dass meine Mutter mit ihrem Einsatz meinem entwicklungsverzögerten Bruder bis zu einem normalen Berufsabschluss gepusht hat, und er sollte auch früh in die Sonderschule, wie es damals hieß. Heute ist die Auslese früher und krasser, dafür sind die Regelschulanforderungen aber auch höher und die sonderpädagogischen Fördermöglichkeiten besser. Schau´n wir mal. Wenn ich mir unser lebensfrohes, quicklebendiges und aufgewecktes Bürschchen daheim angucke, dann sind es eh "2 verschiedene Filme", die Altersnormen und Janoschs Entwicklung gemessen an sich selber. Lieber Gruß und viel Kraft! Marianne

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Beitragvon Cerstin » 21.06.2005, 09:51

Hallo Nina,

wir haben dort angerufen, einen Termin ausgemacht und sind zur Anmeldung hingefahren. Dann muß man ja noch durch das Auswahlgremium. Ruf doch einfach mal an und frag nach, ob Du Dir die Schule einmal ansehen kannst, und ob überhaupt die Möglichkeit besteht, daß Ihr dort genommen werdet.

mascha hat am 1.7 einen Schnuppernachmittag und lernt ihre Lehrerin und Mitschüler kennen. Wobei sie 2 schon kennt, einen aus Ihrer Kiga Gruppe und eine aus dem Kiga. Insgesamt werden es 11 Schüler/innen.

Liebe Grüße Cerstin
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Beitragvon Cerstin » 04.07.2005, 13:56

Hallo Ihr lieben,

am Freitag war Mascha´s Schnuppertag in der Schule. Wir lernten ihre Klassenkameraden kennen (7 Jungs 4 Mädels) einen Jungen und ein Mädchen kennt sie ja schon aus dem Kiga.
Die Lehrerin ist super nett, ich glaube Mascha mochte sie, auch wenn auf Nachfragen immer nur kommt:" ich kenne sie doch noch garnicht", sie hat ja garnicht so unrecht, von einmal kurz sehen kann man jemanden auch noch nicht "kennen".
Die Klassenbegleitung ist auch sehr nett.

Wir haben uns Vorgestellt, gesungen, getanzt, Kuchen gegessen und im Garten gespielt. 2 Stunden lang. Man mußte Mascha erst überreden nach Hause zu fahren.
Dann wollte sie plötzlich nach Hause und blieb dann aber doch noch um mit Aufzuräumen.
Nun weiß sie wo es nach den Ferien hingeht, und sie freut sich darauf.
LG Cerstin
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Beitragvon marianne » 05.07.2005, 17:11

Liebe Cerstin, das hört sich doch sehr schön an. Mascha weiss, wo es nach den Ferien hingeht, es gefällt ihr, ihr Eltern wisst, dass sie sich dort wohlfühlen wird und endlich ist die lange Ungewissheit erstmal vorbei und ihr alle könnt aufatmen. Wären wir nur erstmal soweit.... :? Lieber Gruß Marianne

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Beitragvon Karin 67 » 06.07.2005, 09:01

Hallo Cerstin,
ich freue mich für Euch, dass es Mascha in ihrer neuen Schule so gut gefällt.
Nun könnt ihr ganz entspannt diesen neuen Abschnitt starten.
Die Suche nach der richtigen Schule war auch für uns eine nervenaufreibende und schwierige Zeit. Dauernd diese Grübelei, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat. Nun sind wir zur Ruhe gekommen und Theresa freut sich auch schon ganz toll auf ihre wirklich sehr engagierte Schule. Ich denke, wir müssen uns keine grossen Sorgen mehr machen, sie wird ihren Weg gehen.

In letzter Zeit kommt sie mir überhaupt so "völlig normal" vor, hört sich vielleicht etwas komisch an, aber sie macht so tolle Fortschritte, dass ich mir schon vorstellen kann, dass sie ihre Entwicklungsverzögerung von ca. 2 Jahren doch noch etwas aufholen kann. Ich bin und bleibe zuversichtlich.
Alles Gute für Euch
Karin 67


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