Rückstellungskampf (Einschulung)

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Isolde
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Beitragvon Isolde » 22.03.2005, 14:52

Hallo liebe Cerstin,

"es kommen immer die Dinge so wie sie kommen sollen".
Ich glaube, wenn ich das Posting von Dir heute morgen lese, dass es der richtige Weg ist, dass Mascha in die Schule geht, denn wenn jetzt nur noch Kleinere im KiGa nachkommen und die besten Freunde schon weggehen, dann wäre es sicher nicht so gut, wenn Mascha da bliebe.
Das ist meine Ansicht.

Rückstellung muss nicht immer gut für ein Kind sein - und ich denke, in Eurem Fall ist die Zeit reif, einen Schritt im Leben zu beenden, und in den neuen Schritt einzusteigen.
Es sind neue Gefühle, die jetzt hochkommen - der Abschied aus dem Kindergarten und eintauchen in die Schule.
Die Waldorfschule ist da eine gute Entscheidung, viel besser als die herkömmlichen Regelschulen. Und somit drücke ich Dir und Mascha ganz feste die Daumen, dass Ihr positiv durch dieses Kommitée kommt.

Der Weg hat positiv begonnen und ich glaube daran, dass er auch positiv endet.
Und dann ist es der richtige Weg.
Feststellen kannst Du es erst in einem Jahr, wenn Mascha in die 2. Klasse kommt und Ihr zurück blickt.

Deine Tränen sind vielleicht diese Abschiedstränen - der Abschied von einer Welt in der Mascha bisher lebte, einfach noch diese Kindergartenwelt, wo alles noch nicht so anfordernd war, alles noch spielerisch, etc., und jetzt die Schule. Lass die Tränen laufen - nehme den Abschied, den Du brauchst, dann kannst Du auch voll hinter der neuen Entschiedung stehen.

Liebste Grüße an Dich - Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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Margarete
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Beitragvon Margarete » 22.03.2005, 19:43

Hallo Cerstin,

klasse, dass ihr alle gemeinsam zu dieser Entscheidung gekommen seid! Wahrscheinlich wärest Du noch unsicherer, wenn ein Teil in der Runde heute morgen vehement die Rückstellung befürwortet hätte.

Ich hätte wahrscheinlich auch geweint! Schließlich geht mit dieser Entscheidung zunächst einmal ein Stück Geborgenheit, Heimat in der Kita und auch Sicherheit verloren. Es beginnt für Mascha und für Euch ein neuer Lebensabschnitt, was dieser bringen wird, weiß noch keiner vorher zu sagen.

Ihr habt Euer bestes getan! Ihr habt Euch die Entscheidung nicht leicht gemacht, habt Rat gesucht und Euch schlau gemacht. Mascha kann sich jetzt auf die Schulzeit einstellen und ich denke sie freut sich auch darauf. Wenn es jetzt noch mit der Waldorfschule klappt, sind alle Grundlagen geschaffen, damit Mascha in eine ihr angemessene Schulkarriere starten kann.

Ich freue mich über Deinen Dank und habe dies gerne getan!

Ich drücke Euch und besonders Mascha die Daumen!

Liebe Grüße

Margarete

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Beitragvon marianne » 09.04.2005, 20:03

Zum Thema Rückstellung habe ich auch einige, allerdings eher schockige, Neuigkeiten zu berichten. Hier in Bayern kann es gut sein, dass im nächsten Jahr die Möglichkeit der Rückstellung sowie auch damit die schulvorbereitenden Einrichtungen (wie SVE) abgeschafft werden. Ist noch nicht klar, wann, aber anscheinend wohl geplant nach Auskunft unserer Heilpädagogin in der Frühförderung. Wenn dann ein Kind für eine Förderschule aufgrund von Entwicklungsverzögerungen noch zu leistungsschwach ist, wird die Schule für geistige Entwicklung (für Geistig Behinderte) empfohlen, wie dies nach heutigem Stand dann für unseren Sohn, der in einigen Bereichen bis zu 2 Jahren verzögert ist und in anderen nicht, auch gelten würde. Er ist erst 5, aber unsere Heilpädagogin weiss halt so wenig wie wir trotz all seiner ständigen Fortschritten und trotz seiner altersgemäßen Stärken und Begabungen dennoch nicht, ob er mit 6 schon "schulreif" für eine Förderschule ist. Und dann? Wenn unser Sohn später auf einer Schule für geistige Entwicklung am besten aufgehoben wäre, dann wär´es halt so. Aber das kann doch bei einem entwicklungsverzögerten Kind nicht schon mit 6 Jahren festgeschrieben werden. Damit ist doch dann bei Aufholen der Verzögerungen (ist das überhaupt möglich in einer Schule für geistige Entwicklung?) der schulische Weg gar nicht mehr durchlässig zur Regelschule und zu verspäteten Schulabschlüssen wie bei den Förderschulen. Ist das nicht unmöglich? Lieber Gruß Marianne

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Beitragvon Uschitwin » 09.04.2005, 22:06

Hallo Marianne, ja so ähnlich geht es uns, doch wir haben Glück in Baden-Württemberg ist es noch anders und Tobias wäre dieses Jahr schulpflichtig. Stand jetzt wäre auch die Schule Geistig Behinderte die Empfehlung, nur weiß ich inzwischen "trotz Zusicherung, dass diesen Kindern ALLE Wegen offenstehen würden" dem nicht so ist.
Nun wir haben ein Jahr gewonnen und ich hoffe, dass dann die Förderschule reicht.
Aber ich finde so was total schrecklich, dass es für Kinder dazwischen keine anderen Lösungen gibt.
Gruß
Uschi
Anja und Tobias, 10.03.1999, 33. SSW + 0, Kaiserschnitt, Tobias entwicklungsverzögert, Wahrnehmungsstörungen, ADHS

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Beitragvon Uschitwin » 09.04.2005, 22:09

Was vergessen,
bei unserer Schule für Geistig Behinderte gibt es eine Eingangsklasse und dann wird sortiert, das geht dann bis eine Klasse zum Grundschulniveu - angeblich neu ab diesem Jahr. Da muß ich mich dann erkundigen ob das wirklich so ist. Der Psychologe vom SPZ sagte mir, dass in diesen Schulen ca. 25 % Kinder sind die gar nicht dorthin gehörten und ich denke das wird mit Abschaffung von Rückstellungen und der Grundschulförderklassen noch mehr werden.
Gruß
Uschi
Anja und Tobias, 10.03.1999, 33. SSW + 0, Kaiserschnitt, Tobias entwicklungsverzögert, Wahrnehmungsstörungen, ADHS

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Beitragvon marianne » 10.04.2005, 07:38

Hallo Uschitwin, ich finde das auch total schrecklich, vor allem in Zeiten, wo dauernd von Vorschulerziehung, Frühförderung und davon, je eher und früher desto besser zu lernen und zu fördern geredet wird. Als ich vor einigen Wochen euren Kampf um Rückstellung gelesen habe, war ich viel zu naiv, die Folgen soooo zu bedenken. Ich dachte, der Hauptschock sei wie jetzt auch bei uns, zu wissen, dass die Entwicklungsverzögerungen in einigen Bereichen bei einem IQ-Test nicht von Minderbegabung ergebnismäßig zu unterscheiden wären. Aber nein, ein in anderen Bereichen normalentwickeltes Kind soll dann gleich für minderbegabt festgeschrieben werden? Grausam! Mit 7 Jahren würden wir ja einiges mehr akzeptieren, aber nicht mit gerade dann mal 6 Jahren nächstes Jahr bei unserem Sohn, der sein erstes Lebensjahr ohne Liebe, Bewegung und Anregungen im russischen Kinderheim vor allem im Bett verbrachte und mit 1 Jahr nicht mal krabbeln konnte, aber 2 Wochen später blitzschnell und so ging es mit den Fortschritten weiter. Was soll denn ein Kind schulisch unterfordert werden, das jetzt schon recht sicher mit Zahlen, super sicher mit Farben umgeht, jedes Lied nach 2mal Hören ganz schön in Text und Melodie nachsingt, so dass der Kiga immer schwärmt und der sportlich alle Altersgenossen in die Tasche steckt..u.a.?

Vielleicht ist ja im nächsten Jahr in der Entwicklung unseres Sohnes oder gesetzlich nicht alles so horrormäßig wie jetzt befürchtet. Vielleicht finden wir ja auch in dem vielfältigen Angebot hier um und in München was Passendes. Was ich nur furchtbar finde, ist dieser unfaire Wettlauf mit der Zeit. Wir müssen uns also auch rechtlich fit machen, ob wir ein Aussetzen der Schulpflicht erstreiten könnten bzw. ich selber unseren Sohn unterrichten könnte oder ob wir ggfs. ins Ausland umziehen, denn wir weigern uns hinzunehmen, dass unser Sohn schon mit 6 Jahren einen wahrscheinlich unterfordernden Lebensweg festgeschrieben bekommt. Lieber Gruß Marianne

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Beitragvon Cerstin » 23.05.2005, 08:52

Hallo Ihr alle,

ich habe am Samstag den Anruf bekommen, daß Mascha aufgenommen ist .... :lol: :icon_bounce:
Und es werden noch andere Kinder aus ihrem Kiga dabei sein, so daß sie nicht ganz alleine in eine neue Welt kommen wird.

Bald wird es auch einen Schnuppertag geben mit ihrer neuen Lehrerin.
Wir sind schon super gespannt.
Liebe Grüße Cerstin
Mascha 5/99 leichte geistige Behinderung, Rolando Focus, Entwicklungsverzögert ca. 2 Jahre. KISS Syndrom. und Hannah 5/01 ADS-Träumer
Cerstin66 nach Depr./Angstat.nun ADS Gemischter Typ
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Beitragvon BineBe » 23.05.2005, 16:14

Hallo Cerstin,
lange nix gehört... Ich freue mich für Euch !!!!!!!!! :wink:
Gruß BineBe

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Beitragvon marianne » 23.05.2005, 16:31

:icon_cheers: :icon_bounce: :icon_flower: :icon_sunny: Hallo Cerstin! Lieber Gruß und ganz herzlichen Glückwunsch auch von mir! Marianne

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Beitragvon Nina Falentin » 19.06.2005, 23:37

Hallo Cerstin und auch alle anderen!

Habe gerade mit viel Spannung dieses ganze Thema gelesen, weil es mich auch gerade so umtreibt... Cerstin, Du hattest ja auch vor kurzem auf meine Vorstellung geantwortet, ich habe das Gefühl, bei Euch ist wirklich einiges sehr ähnlich wie bei uns, nur dass Lisa erst im März 5 geworden ist und deshalb erst nächsten Herbst (2006) schulpflichtig wird.
Lisa war ihr erstes Kiga-Jahr in einem "Schulkindergarten für besonders förderungsbedüftige Kinder" und ich habe die Leitung dieses Kigas nochmal angerufen, um ein paar Tipps hinsichtlich der Schulwahl zu bekommen und da teilte sie mir unter anderem mit, dass hier in Baden-Württemberg ab nächstem Jahr definitiv wohl nicht mehr zurückgestellt wird, außer ein Kind hatte lange Krankenhausaufenthalte, wo es nicht richtig gefördert werden konnte, aber bei jemandem wie Lisa, die seit dem vierten Lebensjahr gefördert wird und wo lt IQ-Test klar ist ( ???), dass sie auch mit 7 keine Regelschule besuchen kann, gibt es keine Ausnahmen mehr. Das bedeutet, dass wir jetzt noch ein Jahr Zeit haben und deshalb dringend anfangen müssen, uns ein paar SChulen anzugucken, da bei den privaten ansonsten kein Platz mehr ist. Und da sie sich im Augenblick kognitiv im unteren Bereich Förderschule befindet, befürchte ich, wir müssen uns wohl doch auch mal die Schulen für geistig Behinderte anschauen, aber wir tun uns einfach als Eltern noch enorm schwer, unsere Tochter in so einer Schule zu sehen. Es ist überhaupt als Eltern so schwer, sowas einzuschätzen, weil einem halt immer in die Quere kommt, was mich sich tief drinnen für sein Kind wünscht.
Wir hätten am liebsten auch eine Waldorf Förderschule, aber so etwas gibt es in Freiburg nicht. Allerdings habe ich jetzt von einer Initiative gehört, die das Ziel hat eine solche Schule bis zum Herbst 2006 auf die Beine zu stellen. Drückt uns mal die Daumen, dass das klappt, denn ich würde unsere Maus wirklich ungern an eine staatliche Förderschule schicken - sie ist doch noch so klein, so unsicher, so still und zurückhaltend....
Ich fühle mich im Moment total überfordert von der Situation, bin ganz viel am Weinen.
Ich weiß nicht, plötzlich kommt mir mein Text so etwas wirr vor. Es ist spät, außerdem merke ich, dass ich ziemlich unterzuckert bin ( bin Diabetikerin). Hoffe, Ihr könnt mich verstehen. Ich muss jetzt was essen.

Gute Nacht an alle, die noch da sind!
Nina
Lisa *2000, allg. Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen, ca. 2 Jahre zurück und Jana *2003


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