Rückstellungskampf (Einschulung)

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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marianne
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Beitragvon marianne » 24.02.2005, 21:42

Liebe Isolde, das Kinderzentrum ist immer ein guter Vorschlag, aber unsere Heilpädagogin ist ja vom Frühförderzentrum des Augustinums. Dort haben sie auch einen Psychologen, und ich denke, die heilpädagogische und die psychologische Diagnostik plus die Einschätzungen von uns Eltern und der Erzieherinnen müssen das Gesamtbild ergeben. Noch zusätzlich zum Kinderzentrum wollen wir nur, wenn wir in den nächsten Monaten (gehen das Thema ja früh an) nicht zufrieden sein sollten mit der Zusammenarbeit mit dem Frühförderzentrum zum Thema Schulwahl. Ich habe den dicken Anmeldebogen des SPZs vorsichtshalber schon seit Monaten hier liegen, aber sehe bislang keinen wirklichen Grund, all diese tausend Papiere zusammenzusammeln, die die haben wollen, weil Janosch halt durch das Frühförderzentrum betreut wird, und mal so auf Verdacht diese Riesendiagnostik des SPZ durchlaufen, dazu war Janosch einfach schon bei zu vielen Ärzten und Untersuchungen, angefangen vom EEG bis Pädaudiologie...Nur ein IQ-Test steht noch aus, weil wir bislang dachten, was soll das, wenn er nicht zwischen (Minder-)Begabung und Entwicklungsverzögerung unterscheiden kann? Aber uns ist klar, dass mit Blick auf die Schulwahl dies nun wohl nötig wird, und es gibt ja nonverbale Tests, da Janosch ja Sprachverständnisprobleme hat. Lieber Gruß Marianne

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Isolde
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Beitragvon Isolde » 24.02.2005, 21:54

Hallo Marianne,

sorry habe ich nicht mehr gewusst, dass Ihr am Augustinum seid. Ich denke, die können das genauso wie das Kinderzentrum.
Dann würde ich schon den Test machen - und Ihr hättet mehr Klarheit.
Vielleicht bestünde die Möglichkeit, in einem halben Jahr den Test nochmals zu machen.

Das ist eben das, war wir in 1998 im Kinderzentrum angefangen haben, obwohl im Saarland wohnend - dann jedes Jahr in München wiederholt, um zu sehen, wie der Verlauf ist, ob sich Jonathan parallel entwickelt, ob er aufholt, oder ob die Schere eines Tages weit auseinanderklaffen wird. Dr. Vojta hat uns damals zusammen mit Herrn Sarimski schon gesagt, bei der 2. Untersuchung, die Schere wird klaffen. Und so ist es nun, 6 Jahre später auch eingetreten.

Was ich halt noch blöde finde ist, dass jedes Zentrum so seine eigenen Tests hat.
Deshalb fallen oftmals Ergebnisse unterschiedlich aus. Das Augustinum wird sicher einen anderen Test haben als das Kinderzentrum.
Deshalb denke ich, ist es schon ratsam, an einem Zentrum zu bleiben und dort immer wiederkehrend die Test zu machen.

Lieben Gruß
Isolde
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Beitragvon Cerstin » 25.02.2005, 10:23

So,
die Lehrerin war bei uns. Ich war die ganze Zeit vorher nervös. Wie gibt sich Mascha, was macht sie...
Und Mascha setzte sich zu uns und hat gegessen und sich mit uns Unterhalten. (Da hat sie doch gleich unsere Essensmanieren gesehen :)
Das von Almuth empfohlene Buch über Linkshänder kam auch gerade als die Lehrerin kam und so war ihr dann gleich klar, Mascha ist linkshänder...

Nun aber mal sachlich, sie war super nett und super Jung, kärte mich auf, wie es nun weitergeht, daß sie nach den zwei Tagen einen Bericht schreibt, den wir dann innerhalb 3 Tagen nach Abgabe Beanstanden können, sie hat uns auch gleich das Formblatt dafür da gelassen. (Beantragung einer Förderkommision heißt das dann) Näheres schreibe ich hierzu nur wenn Interesse besteht.

Sie hatte hundert Fragebögen dabei, die Ausgefüllt werden müßen. Ich hatte aber für die Anmeldung bei der Elias Schule einen Entwicklungsbericht geschrieben, den nahm sie dankbar an und fand das toll. Also wißt Ihr was Ihr zu tun habt :)
Im großen und ganzen wollte sie nur das Umfeld und die Vorgeschichte kennenlernen. Und 3 mal fragte sie Mascha ob sie ein eigenes Zimmer hat. Scheint also sehr wichtig zu sein.

Ich fragte wegen einer Rückstellung. Die ist nun scheinbar definitiv wirklich nur Möglich, wenn abzusehen ist, daß das Kind in einem Jahr so einen Schub machen kann um in eine Regelschule zu können.
Das Thema I-Klasse ist ganz kurz angesprochen worden (der Neurologe meinte das ja) ist aber auch Förderbedarf und deshalb kein Rückstellungsgrund. Außerdem reichen bei einem Kind die Stundenzahlen nicht um eine wirklich tägliche und gute Förderung zu erreichen.

:D :) :lol: Sie meinte, nach 2 Stunden mit uns, Mascha ist zu gut für die G-Schule, zumindest nach dem ersten Eindruck. :D :) :lol:

Aber eben L-Schule und sie fand unsere Wahl der Elias Schule toll. :P

Mascha mochte die Lehrerin, und zeigte sich von ihrer besten Seite. Nun hoffe ich, daß es am Mo und Di auch so gut klapt.
Dort werden in der Turnhalle einige Sachen aufgebaut, um die Grobmotorik und der Mut getestet, und dann geht es wohl noch in einen Klassenraum, für Rechen-, Schreibtests (im möglichen Rahmen, kein Wurzelziehen, sondern nur schauen, ob sie schon ein leichtes Zahlenverständniss haben) Feinmotorik, Hör und Sehtests.

Ausführlicher erst Mo oder Di.
Mo um 9 Uhr geht es los, ich soll sie dann hinbringen, und um 12 Uhr wird sie wieder in den Kiga (gleich um die Ecke) zurückgebracht.
Hannah unsere kleine, kam gerade aus dem Kiga heim, als wir an der Tür standen um sie zu verabschieden und meinte dann: Du bist aber hübsch :lol:
Na, war doch eine tolle Verabschiedung.
Soviel für heute
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Beitragvon marianne » 26.02.2005, 06:43

Hallo Cerstin, das hört sich doch gut an. Bin mal gespannt, was ihr am Monatag erlebt! Lieber Gruß Marianne
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Beitragvon Cerstin » 02.03.2005, 20:35

So, zweiter Versuch, hab mich gerade rausgekickt.

Erstmal für Eilige:
1 Tag: Mascha ist zu gut für uns, vielleicht schafft sie die Sprach-
heilklasse.
2 Tag: Ich hab keine Ahnung, wie ich Mascha einordnen soll,
heute war alles anders, vielleicht Rückstellung??
Wir sind noch nicht schlauer, die Lehrerin ratlos. Mascha geht noch zwei Tage länger zur Überprüfung, da keiner so richtig schlau aus ihr wird.
Morgen vom Büro aus schreibe ich Euch ausführlicher, hier am Laptop bin ich zu doof und lösche ständig den halben Text wieder weg :?
Ist nun drei mal passiert.
liebe grüße cerstin
PS:Sorry Stephanie, mußt Dich noch einen Tag gedulden.
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Beitragvon Cerstin » 03.03.2005, 12:21

So, hier bin ich wieder,

also ich habe Mascha am Montag zur Schule gebracht (Förderschule Geistige Entwicklung) dort wurden sie getestet in kleinen Gruppen. Mascha sah "ihre" Lehrerin ging sofort an Ihre Hand und ich war vergessen. Sie zeigte uns die ganze Schule und ging dann mit Mascha ins Klassenzimmer. Dort konnte sie sich erst umschauen, dann wurde ein Morgenkreis gemacht und gefrühstückt.

Der ganze Tag lief unter dem Thema Affen.
Affen anmalen, in der Turnhalle waren Stationen aufgebaut u. a. hingen Bananen in der Sprossenwand. Es wurde ein Hörtest und ein Sehtestgemacht, auf das Zahlenverständniss geschaut und es sollten Oberbegriffe gesucht werden (Essen, Spielzeug)

Am ersten abend habe ich mit der Lehrerin telefoniert, und sie war ganz euphorisch. :!: Mascha ist zu gut für unsere Schule, vielleicht auch zu gut für die L, wir werden morgen sehen, ob die Sprachheilklasse etwas für sie wäre :!:
Ich versuchte sie zu bremsen, auch wenn mein Mutterherz natürlich vor Freude hüpfte.

Am zweiten Tag wurde sie dann aus dem Kiga abgeholt und ging mit der lehrerin zur Schule. Und es wurde "gerechnet". Einen moment konnte sie problemlos bis 8 zählen, zwei Mintuten später war alles wie weggeblasen. Wenn sie etwas machen sollte was sie nicht wollte... Verweigerung :( sie konnte dann aber mit einer Handpuppe aus der Reserve gelockt werden.
Ergebniss am zweiten Tag: :!: Mascha war komplett anders als gestern, ich denke Sprachheil schafft sie nicht, ich weiß aber auch wirklich nicht was ich für ihre Tochter empfehlen soll. mal ist sie gut, dann wieder nicht so gut. Ich habe schon mit unserem Direktor und meinen Kollegen gesprochen, wir wissen es nicht. Vielleicht sollten wir Mascha wirklich noch ein Jahr zurückstellen. So etwas haben wir noch nie erlebt. :!:

Da Mascha´s Freund der einzige aus dem Kiga war, der Mittwoch und Donnerstag getestet werden sollte, schlug seine Lehrerin vor (und unsere Erzieherin), daß Mascha ihn begleiten soll, damit er nicht so alleine ist.
Mascha ging nun also gestern noch mal in die Schule und sie sollte auch noch mal von einer Lehrerin der L Schule begutachtet werden. Dann habe ich getern Nachmittag erfahren, daß sie heute auch noch mal hinsoll um einen Sprachtest zu machen.

Sieht so aus, als wären auch die "Fachleute" ratlos. :? Mascha nun also 4 Tage in der Überprüfung, und es macht ihr Spaß und sie will zur Schule gehen.
Am zweiten Tag wollte sie nicht zurück in den Kiga und wollte sich dort nicht ausziehen, weil sie wieder mit zurück wollte.
Nun warte ich ab, was die Lehrerin nun sagt, nach den 4 Tagen.
Ist jemals ein Kind 4 Tage überprüft worden???
Ich weiß es nicht. Ich werde sofort berichten, wenn ich Neuigkeiten habe.

Verwirrte Grüße Cerstin
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Beitragvon marianne » 04.03.2005, 19:43

Hallo verwirrte Cerstin, also was soll man dazu jetzt sagen? Ob solch unterschiedliche Eindrücke nun ein Zeichen für "am besten Rückstellung" ist oder genau das Gegenteil? Menno, das müssen die EXPERTINNEN doch wissen... :shock: Halte uns auf dem Laufenden! Lieber Gruß Marianne
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Beitragvon shone » 04.03.2005, 19:58

Hallo cerstin,
mit großem Interesse habe ich Deinen Bericht gelesen und kann mir vorstellen wie verwirrt Du bist.
Ein bisschen kam mir manches wie bei Dennis vor: mal kann er zählen, mal nicht, manchmal macht er eine schwierige Aufgabe und kann alle Buchstaben (heisst zwar Aufgabe ist für ihn aber Spass, Sachen aus dem TEACCH) und ich bin ganz begeistert, dann wundere ich mich weil er scheinbar keinen Plan hat und nicht mehr weiss wie ein D aussieht....
Ich wünsche Dir dass Ihr herausfindet was besser für Mascha ist - vielleicht kann man ja auch so aregumentieren dass man sagt, Ihre Entwicklung ist noch nicht stabil und das kann sich in dem einen Jahr dermassen ändern, dass sie dann doch auf die Sprachheilschule kann...
LG Inci
(http://www.inci-auth.de - Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein)

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Beitragvon Cerstin » 07.03.2005, 08:33

Liebe Inci, Liebe Marianne, Liebe Stephanie und alle anderen,

das mit der noch nicht stabilen Entwicklung war ja auch unser Ansatz für einen Rückstellung. Aber es gibt keine.
Außer... Mascha geht nun am 16.3 noch mal mit ihrer Lehrerin (die sich bereit erklärt hat und das OK Ihres Direktors hat, Vielen lieben Dank dafür) in die L-Schule um da noch einmal einen Tag überprüft zu werden.

Wenn dort nicht gravierent anderes Entschieden wird, dann gibt es keine Rückstellung. Und mein Mann und ich haben uns entschieden, keine Förderkommision einzurufen, denn wir sind der Meinung, daß Mascha ein recht darauf hat sich lange genug auf das kommende Einzustellen. D.h. wir wollen ihr nicht einen Tag vor Schulanfang sagen du gehst, oder du gehst nicht.
Oder wie seht Ihr das?
Sie fragt jetzt jeden Tag, ob die Lehrerin sie wieder abholt, ob sie wieder in die Schule darf...
Ihr angeordneter Sprachtest ist soweit ganz positiv gelaufen (hat einen guten Wortschatz, aber die Aussprache...)

Ich denke ich kann erst um den 16 wieder was neues Berichten, dann will die Lehrerin auch noch mal zu uns nach hause kommen.
Schaun wir mal...
Liebe abwartende Grüße Cerstin
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Beitragvon Gundel » 07.03.2005, 09:56

Bei uns in sachsen müssen die Kinder dann noch dem Schulpsycholgen vorgestellt werden und mit denen kann man meißt reden...

Kann Dir nicht auch der Kindergarten noch eine entsprechende Empfehlung schreiben?

Drücken Euch die Daumen, daß es mit der Rückstellung klappt!
Gundel mit ihren sieben Zwergen (Marie und Nane 06(1991, Lukas 01/93, Moritz 10/98, Emma Lucie 07/02, Til Richard (09/03, caudales Regressionssyndrom u.a. thorakolumbale Spina bifida, MMCele,Analatresie, schwere Skoliose, Zustand nach VEPTR-OP 01/2009, 9/2009, Zustand nach Appendikostoma 6/2010), Jannis Frederic (05/2005)


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