Vermietung der Oberwohnung an behinderten Sohn

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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B.Elisabeth
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Vermietung der Oberwohnung an behinderten Sohn

Beitragvon B.Elisabeth » 14.06.2015, 22:32

Hallo Ihr Lieben,
nach 3,5 Jahren sind wir nun wieder gezwungen eine neue Lösung für die Betreuung von Steffen zu finden.
Unsere Oberwohnung im Eigenheim wird frei und da Steffen nun schon 22 Jahre alt ist und ein Passender Wohnheimplatz nicht in Sicht ist, kam uns die Überlegung diese an ihn zu vermieten.
Da er ja nicht alleine leben kann, stell ich mir vor die Pflege natürlich weiterhin zu leisten,mir aber wie gehabt Hilfen für Fremdbetreuung einzuholen.
Die Ersatzpflegekraft würde bei Bedarf in der Wohnung bei Steffen anwesend sein, dort auch bei Bedarf im Gästezimmer übernachten.
So würde die Ersatzbetreung nicht mehr, wie jetzt in unserer Wohnung stattfinden, sondern in der meines Sohnes.
Wir möchten endlich wieder mehr Privatsphäre, denn bisher muß ja immer jeder bei uns an die Küchenschränke und auch sonst in der Wohnung zu fast allem Zugang haben, wenn er Steffen versorgt.
Das Haus ist unseres, wir arbeiten beide.
Steffen erhält Grundsicherung , ist Pflegestufe 3, 24 Stunden Betreuung ist notwendig.
Wie gehe ich das jetzt richtig an?
Besorge ich mir einen Ersatzbetreuer , damit ich mit meinem Sohn einen Mietvertrag machen kann und schreibe dann das Amt an, oder wie ist der richtige Weg.
Die Wohnung hat ungefähr 70-80 qm,Wohnzimmer, Küche, Bad, winzigen Abstellraum, 2 Zimmer, Dachboden sowie einen Balkon.
Eigentlich zu groß von der qm Zahl, aber wenn wir die Miete niedrig halten dürfte das doch keine Probleme machen oder?
Steffen hätte dann sein Schlafzimmer direkt über unserem , früher war es umgekehrt, die Pflege und auch die Hauptbetreuung würde ich auch weiterhin ( so lange wie möglich) weitermachen, aber eben in seinen Räumen.
Die Wohnung anderweitig vermieten möchten wir nicht, sie Leerstellen lassen aber auch nicht.
Ich halte die Lösung für gut, was meint ihr?


LG von Barbara

gesaartur
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Beitragvon gesaartur » 15.06.2015, 06:57

Hallo,

schau mal hier, da findest Du sicher Antworten.

http://www.bvkm.de/fileadmin/web_data/p ... modus_.pdf

Du kannst die Wohnung ja teilvermieten, d.h. im Mietvertrag sind nur SZ, WZ, Küche und Bad aufgeführt, die restlichen Räume nutzt ihr weiter. Wichtig ist, dass die Miete von seinem Konto auf Euer Konto geht, und Ergänzungspfleger ist ganz wichtig.

LG
Gesa
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Inge
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Beitragvon Inge » 15.06.2015, 08:08

Hallo Barbara,
absolut gut, was Ihr plant!
Wegen Mietvertrag und Höhe der Miete: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 98#1656498
Du kannst dann auch nach und nach die Betreuung ausweiten. Ich bin da grad selbst am Recherchieren wegen unserer geplanten WG. Sobald ich mehr weiß, werde ich das veröffentlichen.

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

'Sommerkind' von Wortfront


Viele Grüße
Inge

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Beitragvon B.Elisabeth » 15.06.2015, 15:40

Hallo,
ist hier denn niemand, der das Prozedere schon hinter sich gebracht hat?
Wie ist die richtige Reihenfolge?
Mietvertrag machen, Ergänzungspfleger suchen bzw vorschlagen und diesen dann zum Amtsgericht schicken und danach zum Sozialamt . Dann darauf hoffen, dass sie den akzeptieren?

Ich bin mir so unsicher..........

Ich habe mich heute über das persönliche Buget informiert und werde dann im Anschluß , wenn das mit der Wohnungsvermietung geklärt ist versuchen Assistenzstunden für Steffen zu beantragen.


LG von Barbara

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Beitragvon gesaartur » 15.06.2015, 18:44

Hallo,

ich war Betreuer meines erwachsenen beh. Pflegesohnes. Ich hatte für den Mietvertrag einen Ergänzungspfleger, den hatte ich aber schon vom 18.LJ an, sie war für die Vermögenssorge zuständig. Der Mietvertrag wurde vom Gericht auch genehmigt, aber der Sozialhilfeträger hat sich über 4 Jahre geweigert, ihn anzuerkennen, das ist aber noch eine andere Geschichte.
Zudem hatte er ein persönliches Budget für Assistenzstunden, die aber nicht nur fremde Leute, sondern auch wir ableisteten. Er war quasi Arbeitgeber für 3 Personen mit jeweils 30h/Monat. Unser PS ist schwerstbehindert und lebt heute in einer Behinderteneinrichtung.

LG
Gesa
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Beitragvon B.Elisabeth » 24.06.2015, 09:51

Hallo,
ich habe jetzt soweit alle vorbereitet. jetzt noch eine Frage, ist es sinnvoll die Wohnung bzw. die zu vermietenden 4 Zimmer( Küche , Bad, Schlafzimmer und Wohnzimmer, alles möbliert und voll ausgestattet) inklusive aller ! Nebenkosten zu vermieten? ( angedacht waren 350€) Wohnungsgsgröße wird von uns mit 52 m2 angegeben
Es wäre ein eigener Stromzähler vorhanden von daher könnte ich das schon splitten und nur die reinen Mietkosten , warm angeben.

Das hier habe ich nämlich für den Landkreis Cloppenburg als Richtmaß gefunden:

Angemessene Wohnungsgröße 1 Person 53 m2 Höchstmiete 318€ plus angemessene Heizungskosten pro m2 von 1,50 €

Da finde ich allerdings nicht wie groß die Wohnung sein darf , wenn man ein G im Ausweis hat.
Im Mietvertrag habe ich die Benutzung der anderen Räume(2) nur erlaubt.



Die machen bestimmt Ärger , wenn ich als Pauschale diese 350€ einsetzte?!
Über Antworten würde ich mich freuen

lisa schrenk
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Beitragvon lisa schrenk » 24.06.2015, 13:59

Hallo Barbara,

auf jeden Fall solltest du eine Kaltmiete von 318 Euro zzgl. der Nebenkosten. Das sind ja nicht nur die Heizkosten sondern auch anteilig Steuern, Versicherungen, Müllabfuhr, Heizungswartung, Wasser, Abwasser und und und. Du kannst normalerweise Steuern, Versicherungen und Müllabfuhr nach Quadratmetern abrechnen. Bei den Heizkosten musst du dich nach der Heizkostenverordnung richten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Heizkostenverordnung

Du solltest geeichte Zähler für Warm- und Kaltwasser einbauen lassen. Frag auch den Heizungsbauer, ob es möglich ist, bei euch Wärmezähler für beide Wohnungen einzubauen. Wenn es nicht möglich ist, lass es dir von ihm bestätigen. Dann kannst du mit einer Pauschale besser durchkommen.

Hinsichtlich der Kaltmiete musst du sehen, wie die ortsübliche Vergleichsmiete ist. Die Miete für deinen Sohn sollte ähnlich sein. Wenn sich die Nebenkosten ändern, z.B. Wasser oder Steuern, kannst du die dann direkt umlegen.

Rechnungen für die vermietete Wohnung kannst du bei der Steuer absetzen.

Für die Größe der Wohnung solltest du beim Schwerbehindertenamt nachfragen. Da kann es durchaus Abweichungen geben.
Auch Mietervereine oder Haus und Grund sind gute Informationsquellen. Da musst du aber Mitglied werden. Dort gibt es auch Standartmietverträge zu kaufen.

viel Erfolg

Lisa
Botho (1962), Lisa (1965), Freya (2007)
Sie ist stark entwicklungsverzögert und hat Pseudo Lennox. Sonst ist sie ein liebes, fröhliches Kind, das uns viel Freude macht.

dolo
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Beitragvon dolo » 24.06.2015, 14:48

Hallo,

nicht vergessen, die Mieteinnahmen beim Finanzamt anzugeben (vielleicht hat da schon jemand drauf hingewiesen, habe nicht alles durchgelesen). Die Miete muss versteuert werden, aber wie Lisa schon schrieb, können die Instandhaltungsrechnungen abgesetzt werden.

Alles Gute wünscht dolo
dolo, mit Pflegesohn David geb. 2007 Hydranencephalie mit Epilepsie, Tetraspastik, Diabetes insip., blind, Hörgeräte, Button, Shunt..

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Beitragvon B.Elisabeth » 24.06.2015, 15:05

Hallo, danke für die Antworten.
Das mit dem angeben der Miete bei der Einkommenssteuer ist uns bewußt.
Solange das ganze nicht vom Amt genehmigt ist ( vor allen Dingen die Unterstützung im Altag über die Eingliederungshilfe und erst dann werde ich beim Sozialamt die Übernahme der Miete beantragen) , wird das eh erstmal noch nichts. Wir haben jetzt mal den Stichtag 1.9.2015 angesetzt, weil wir noch ein wenig renovieren müssen

LG von Barbara.

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Beitragvon anitaworks » 26.06.2015, 09:07

Hallo Barbara,
Müllabfuhr, Heizungswartung, Wasser, Abwasser

diese Kosten sind Personenabhängig in Eurem Fall sinnvoller!

http://www.nebenkostenabrechnung.com/ve ... brechnung/
Einerseits bringt das Verursachungsprinzip (wer verursacht und verbraucht, zahlt) eine gerechte Kostenverteilung, andererseits dienen starre Maßstäbe (Abrechnung nach der Wohnfläche oder der Personenzahl) einer einfachen Abrechnung. Das Verbrauchsprinzip (Energie, Wasser) und Verursacherprinzip (Müllgebühr) motiviert den Mieter natürlich, Kosten einzusparen.


http://www.nebenkostenabrechnung.com/ve ... mbinieren/

Gerade Wasser / Abwasser und Müll sind hier Dinge, die man sehr gut an der Person festmachen kann.

Und es kann im Zweifel keiner unterstellen, dass Ihr hier zuviel oder zuwenig an Euren Sohn weitergebt.

Und nimm die 6€ den Quadratmeter, damit ist die Lösung am saubersten und klar erkenntlich für Außenstehende.

LG Anita
*1996 Sohn F84.5G (2010) HB
*1998 Tochter F84.5G (2013), Knick-Senk-Füße
*2002 Tochter F84.1G(2014), F90G (2011), HB, Hornhautverkrümmung
*2007 Sohn F84.5G, F90G, F83, HB (2012)
Hinzufallen ist keine Schande, liegen bleiben aber schon!!
#NoABA #FragtWarum


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