(BuTeiHa-Gesetz): Änderung Zuständigkeit Jugend-/Sozialamt

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dagmar neo frea
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(BuTeiHa-Gesetz): Änderung Zuständigkeit Jugend-/Sozialamt

Beitrag von dagmar neo frea »

In der Planung zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe(Teilhabegesetz) wird seid einiger Zeit die große Lösung propagiert.
Alle behinderten Kinder sollen dann über das Jugendamt abgewickelt werden.
Dazu hat Autismus Deutschland eine Stellungnahme verfasst:

http://w3.autismus.de/media/Autismus_De ... 042015.pdf

Es wird in der Stellungnahme auf die vorliegenden Probleme mit den Jugendämtern hingewiesen,die in unfachlicher Weise Eltern von autistischen Kindern Erziehungsunfähigkeit vorwerfen und gleichermaßen die Leistungen der Eingliederungshilfe mit den Hilfen zur Erziehung vermischen.

L.G.
Dagmar *1962,Robert *1965,Frea Jakobine *1985, T21,operierter AV- Kanal,Neo Leander*2004, HFA

http://www.institut-fuer-menschenrechte ... rpd_de.pdf
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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Morgen Dagmar,

na, das ist doch mal eine klare gute Aussage vom Bundesverband, insbesondere auch der letzte Absatz.

Wollen wir hoffen, dass es was hilft.

Grüße
Engrid
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Isolde
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Re: Stellungnahme Autismus Deutschland zur 'Größen Lösung'

Beitrag von Isolde »

dagmar neo frea hat geschrieben:...
Alle behinderten Kinder sollen dann über das Jugendamt abgewickelt werden.
Hallo Dagmar,

alle Kinder mit der Diagnose Autismus oder alle Kinder, auch ohne Autismus und / oder ADHS?
d.h. auch Kinder die "nur" eine geistige Behinderung aufweisen zu diversen körperlichen Einschränkungen.

Schönen Gruß
Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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anitaworks
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Beitrag von anitaworks »

Hallo Isolde,

wenn ich die Stellungnahme richtig verstanden habe, soll es nur die Autisten betreffen.

Wobei nicht auszuschließen ist, dass dann alles zusammengefasst wird. Und das ist nicht gut!


@ Dagmar

mal von einigen wirklich guten Denkansätzen und dem letzten Absatz abgesehen............


Eine klare Abgrenzung über das Alter zu schaffen und mit 21 Jahren den Wechsel ins SGB XII klar zu regeln...............

DAS IST NICHT GUT!!!


Besser wäre eindeutig, alle Hilfen ins SGB XII zu legen, da hätte man dann den entsprechenden Sachverstand bzgl. des Behinderungsbegriffes UND keine Kompetenzstreitigkeiten mit Eintritt in die Volljährigkeit, weil dann zum Teil noch Hilfen laufen, die nicht einfach durch einen anderen Träger übernommen werden sondern quasi sofort geändert werden sollen.

Und DAS ist gerade für Autisten dann oft der Ober GAU schlechthin............

So wurde diese Änderung der Zuordnung zB Annette Schmidt jetzt offeriert und Uli soll mitten in der laufenden Ausbildung, kurz vor den Prüfungen sein privates Umfeld umstellen, in dem er aus der Einrichtung raus und mit reduzierten Hilfen weiter arbeiten soll.........

Es muss sichergestellt sein, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter nicht in übergriffiger Weise das Familiensystem von Eltern mit autistischen Kindern ausforschen und eine unangemessene Mitwirkung erwarten. Das ist eine Anforderung an die Fachlichkeit !


Diesen Absatz möchte ich aber unbedingt einrahmen!!! Denn das ist es, was uns immer wieder entgegenschlägt!!!

Liebe Grüße
Anita
*1996 Sohn F84.5G (2010) HB
*1998 Tochter F84.5G (2013), Knick-Senk-Füße
*2002 Tochter F84.1G(2014), F90G (2011), HB, Hornhautverkrümmung
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dagmar neo frea
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Re: Stellungnahme Autismus Deutschland zur 'Größen Lösung'

Beitrag von dagmar neo frea »

Isolde hat geschrieben:
dagmar neo frea hat geschrieben:...
Alle behinderten Kinder sollen dann über das Jugendamt abgewickelt werden.
Hallo Dagmar,

alle Kinder mit der Diagnose Autismus oder alle Kinder, auch ohne Autismus und / oder ADHS?
d.h. auch Kinder die "nur" eine geistige Behinderung aufweisen zu diversen körperlichen Einschränkungen.

Schönen Gruß
Isolde
Hallo Isolde

ALLE behinderten Kinder sollen über das Jugendamt abgewickelt werden, einschließlich KInder mit geistigen und körperlichen Behinderungen.

http://www.fachtagungen-jugendhilfe.de/ ... tail/29387
Zitat:
Die interkonferenzielle AG habe sich mehrheitlich für die Große Lösung im SGB VIII und dort für eine Zusammenführung der Hilfe zur Erziehung mit der Eingliederungshilfe ausgesprochen (Einführung eines Leistungstatbestandes „Hilfe zur Entwicklung und Teilhabe“).

L.G.
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dagmar neo frea
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Beitrag von dagmar neo frea »

anitaworks hat geschrieben:Hallo Isolde,

wenn ich die Stellungnahme richtig verstanden habe, soll es nur die Autisten betreffen.

Wobei nicht auszuschließen ist, dass dann alles zusammengefasst wird. Und das ist nicht gut!


@ Dagmar

mal von einigen wirklich guten Denkansätzen und dem letzten Absatz abgesehen............


Eine klare Abgrenzung über das Alter zu schaffen und mit 21 Jahren den Wechsel ins SGB XII klar zu regeln...............

DAS IST NICHT GUT!!!


Besser wäre eindeutig, alle Hilfen ins SGB XII zu legen, da hätte man dann den entsprechenden Sachverstand bzgl. des Behinderungsbegriffes UND keine Kompetenzstreitigkeiten mit Eintritt in die Volljährigkeit, weil dann zum Teil noch Hilfen laufen, die nicht einfach durch einen anderen Träger übernommen werden sondern quasi sofort geändert werden sollen.

Und DAS ist gerade für Autisten dann oft der Ober GAU schlechthin............

So wurde diese Änderung der Zuordnung zB Annette Schmidt jetzt offeriert und Uli soll mitten in der laufenden Ausbildung, kurz vor den Prüfungen sein privates Umfeld umstellen, in dem er aus der Einrichtung raus und mit reduzierten Hilfen weiter arbeiten soll.........

Es muss sichergestellt sein, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter nicht in übergriffiger Weise das Familiensystem von Eltern mit autistischen Kindern ausforschen und eine unangemessene Mitwirkung erwarten. Das ist eine Anforderung an die Fachlichkeit !


Diesen Absatz möchte ich aber unbedingt einrahmen!!! Denn das ist es, was uns immer wieder entgegenschlägt!!!

Liebe Grüße
Anita

@Anita

Bis jetzt macht lediglich Autismus Deutschland auf die Problematik , die sich durch Zusammenlegung Eingliederungshilfe und Hilfen zu Erziehung ergeben würden aufmerksam.
Vorgesehen ist die Lösung jedoch für alle behinderten Kinder.

L.G.
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finnja
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Beitrag von finnja »

Hallo,

prinzipiell finde ich das Zusammenlegen aller behinderter Kinder in ein SGB gut.

Frühe Hilfen ist ja auch schon ein SGB-Misch-Masch. Für behinderte Kinder bzw für von Behinderung bedrohte Kinder ist das SGB XII zuständig, wird ein Kind durch die Erziehungsunfähigkeit der Eltern von Behinderung bedroht, das SGB VIII, die meisten Kommunen /Kreise haben inzwischen ein Team, das mischfinanziert ist (KVs, SGBVIII, SGB XII).

Ich finde es wirklich nicht verwunderlich, dass der Autismusverband der einzige ist, der auf die Vermischung aufmerksam macht, es betrifft bisher wenige andere spezifischen Behinderungsbilder, seelisch behindert ist so oder so ein sehr seltsamer Begriff, finde ich.

Meine große Hoffnung (  8) ) bei Zusammelegung der Eingliederungshilfe ins SGBVIII ist, dass es in Zukunft mehr "tatsächliche" Unterstützung im Sinne von Einzelfallhilfe in der Eingliederungshilfe gibt, als bisher (Bei uns gibts als allerhöchstes Gefühl einen SB vom Sozialamt für Kinder oder finanzielles kurz vor der Klage).

Wenn es klar getrennt wird (was fachlich wirklich Sinn macht), muss irgendwie noch was Familienentlastendes ins Gesetz.

LG, Finnja
Sohn 06 ,SBA seit 06 mit 100 GdB und PS II (die nicht seit 06), Mutation, mit Auswirkungen in allen möglichen Bereichen,
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Beitrag von anitaworks »

Hallo Finnja,

komischer Begriff hin oder her, die Behinderung ist nun mal da.............. gut finde ich den auch nicht.
finnja hat geschrieben:Meine große Hoffnung ( 8) ) bei Zusammelegung der Eingliederungshilfe ins SGBVIII ist, dass es in Zukunft mehr "tatsächliche" Unterstützung im Sinne von Einzelfallhilfe in der Eingliederungshilfe gibt, als bisher (Bei uns gibts als allerhöchstes Gefühl einen SB vom Sozialamt für Kinder oder finanzielles kurz vor der Klage).

und nach meinen Erfahrungen mit dem Jugenamt würde das SGB VIII denen Probleme bereiten, die bisher keine Einmischung in der Familie hatten.

Wenn ich unser Anforderungspotential sehe.............. dann müsste hier was Neues geschaffen werden, was den KINDERN gerecht wird, die Familien unterstützt und nicht Forderungen stellt, die nicht leistbar sind.

@ Dagmar

na das wird aber eine *Sarkasmus on* Lösung werden *Sarkasmus off*

Die haben die Inklusion noch nicht begriffen, von umgesetzt mal ganz abgesehen und schon wenden die sich der nächsten Baustelle zu, die dann wieder mangels Masse (Geld) minderverwaltet wird. :roll: :roll: :twisted: :twisted:

Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

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Beitrag von Isolde »

Hallo Dagmar,

nach der 6. Arbeitsgruppen-Sitzung folgten noch 3 weitere Sitzungen.
Kam das Thema da nochmals zur Debatte?
Vielleicht schon mit anderen Gedankengängen, besser oder schlechter?

Schönen Gruß - Isolde
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finnja
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Beitrag von finnja »

Hallo Anita,

das müssten dann "neue" Leute sein, die bisher nicht ihre Erfahrungen in der KJH gesammelt haben, sondern neue fachlich versierte Leute, die wirkliche Eingliederungshilfe leisten ;-)

Das Sozialamt (zumindest das hiesige) ist was Eingliederungshilfe für Kinder betrifft (abgesehen von der Finanzierung) völlig überfordert (JA erst recht)

LG, Finnja
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