Bedarfsgerechte Versorgung mit Windeln - Online Petition

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Helmut_
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Bedarfsgerechte Versorgung mit Windeln - Online Petition

Beitrag von Helmut_ »

Hallo Leute,

es ist nun doch schon einige Zeit vergangen dass ich mich hier das letzte Mal gemeldet habe. Wie viele wissen, bin ich der Admin der Homepage vom Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V., welche nun neu gestaltet wurde. Neben den Foren haben wir jede Menge neuer Themenseiten geschaffen, darunter auch welche mit aktuellen Themen. So haben wir Themenseiten zum Windelrezept und Katheterrezept gemacht, wo wir alle wichtigen Infos zusammen getragen haben. So, nun aber zum eigentlichen Thema.


Die DAK - Gesundheit hat uns wieder einmal gezeigt, dass wohl immer noch bei den GKV's das Motto "Geiz ist Geil" groß geschrieben wird. Nicht nur dass diese Kasse mit der letzten Ausschreibung die vereinbarten Pauschalen einen neuen Rekord mit 12,50 € den tiefsten Stand aller Zeiten erreicht hat und somit schon fast einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde wert ist, sondern auch weil es jetzt nur noch auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen wird.

Auch bei den ableitenden Hilfsmitteln hat die DAK - Gesundheit inzwischen einen Versorgungsvertrag mit einem Katheter Hersteller abgeschlossen, bei dem die vereinbarten Preise etwa 30% unterhalb der Festbeträge liegt, uns liegt übrigens der Vertrag vor. Es ist zu befürchten, dass auch hier der Trend in die selbe Richtung gehen wird wie bei den saugenden Hilfsmitteln. Besonders bei den Kathetern ist es sehr wichtig dass der Anwender gut damit klar kommt um seine Selbstständigkeit zu bewahren, da hier sehr viele dabei sind, welche auch Einschränkungen in der Handmotorik haben. Außerdem ist zu befürchten dass auch hier die Qualität der Produkte auf der Strecke bleibt, denn die Leistungsbringer sind ja keine Wohlfahrtsverbände, sondern Wirtschaftsunternehmen die natürlich Gewinn-orientiert arbeiten.


Von der Idee her war es von der Politik sicherlich gut gemeint, die Kosten zu senken, aber die Rahmenbedingungen dazu wurden völlig vernachlässigt. Der Gesetzgeber hat es versäumt, klare Vorgaben zu machen, etwa dass die Qualität der Versorgung nicht auf kosten des Preises auf der Strecke bleiben darf. Bei Ausschreibungskriterien wo nur der "billigste Preis" den Zuschlag erhält, da braucht man sich nicht wundern dass die ganze Sache in diese Richtung abgewandert ist. Hier ist dringend der Gesetzgeber sowie der MDK gefordert, die Rahmenbedingungen auf einen aktuellen Stand der Medizin zu bringen. Denn die Einsparungen können auch erreicht werden wenn qualitativ hochwertige Hilfsmittel eingesetzt werden und dadurch die Folgekosten auf ein Minimum gesenkt werden.

Die Einsparungen durch die Ausschreibungen und Beitrittsverträge sind bei den saugenden Hilfsmitteln nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Wenn man bedenkt dass die Ausgaben für saugende Hilfsmittel wie Vorlagen und Windeln bei nur etwa 0,2% von den Gesamtausgaben der GKV's liegen, die Einsparungen gar nur bei etwa 0,02%, dann kommt einem zwangsläufig der Gedanke dass das nur reine Schikane ist. Würde man die gleichen Einsparungen in Prozent (etwa 10%) an anderer Stelle, etwa in der Verwaltung, Managergehälter, Pharmabereich usw. durchsetzen, dann könnte man echt von Einsparungen sprechen. Da aber hier eine Finanzstarke Lobby dahinter steckt, wird eben bei denen gespart die sich nicht wehren können.


Wir haben uns nun dazu entschlossen, zusammen mit der Aktion Inkontinenzhilfe das Problem auch auf der politischen Ebene anzugehen. Dazu haben wir auch eine Online-Petition ins Leben gerufen, der Adressat soll hierbei Karl-Josef Laumann (CDU) und Patienten- und Pflegebeauftragte der Bundesregierung sein. Er sagte im Artikel im Spiegel „Es kann nicht sein, dass etwa aus wirtschaftlichen Gründen die Bedürfnisse und Schamgefühle der Betroffenen missachtet werden“. Langsam wächst auch der politische Widerstand gegen diese Politik der GKV's, wenn nur noch wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen und der Mensch/Patient zum Bittsteller degradiert wird. Dazu haben wir noch einen Musterbrief als Vorlage für ein eigenes Anschreiben Herrn Karl-Josef Laumann entworfen.


Hier nun die Links:

Aktion Inkontinenzhilfe

Online-Petition

Musterbrief an Karl-Josef Laumann (CDU)


Also nehmt zahlreich an der Online Petition teil damit wir die angepeilten 50.000 Unterschriften zusammen bekommen. Natürlich schreibt bitte auch fleißig an Herrn Karl-Josef Laumann, damit er erkennt dass hier wirklich ein Handlungsbedarf besteht.

@Admins
Wäre nett von euch, wenn ihr diesen Beitrag als Wichtig kennzeichnet und den Link zur Online Petition irgendwie oben auf die Startseite bringt dass möglichst viele den Beitrag lesen und bei der Online Petition mitmachen. Vielleicht könnt ihr das auch in einem Newsletter verteilen. Wenn ihr noch Fragen habt, dann einfach bei mir melden, per Mail oder auch telefonisch wenn gewünscht.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz Dicht ...... na und !

Meine HP

Sinale
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Beitrag von Sinale »

Hallo Helmut,

gezeichnet!
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin

Susannwe
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Beitrag von Susannwe »

Der Link wurde hier schon 2 x gepostet - hatte auch längst gezeichnet!

LG
Susann 54 , Sina 30 J. tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert

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Inge
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Beitrag von Inge »

Feilschen um Windeln und andere Hilfsmittel

Der Beitrag beschäftigte sich mit den Problemen, die behinderte Menschen mit ihren Krankenkassen bekommen, sobald sie Hilfsmittel benötigen. Darin wird auch thematisiert, dass diese Versicherten von den Krankenkassen gezwungen werden, Ausscheidungsprotokolle zu führen, gar benutzte Windeln zu wiegen. [...]
Quelle und kompletter Text: kobinet

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Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

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Beitrag von Inge »

[...] Insgesamt rund 1,5 Millionen Menschen erhalten nach Angaben des Herstellerverbands BVMed Windeln oder Einlagen auf Rezept - finanziert von den gesetzlichen Kassen. Immer häufiger kämen die Kassen ihrem gesetzlichen Auftrag nicht nach, "eine ausreichende Versorgung mit Inkontinenzprodukten sicherzustellen", sagt Stefan Süß, Vorstand beim Selbsthilfeverband Inkontinenz. [...]
Quelle und kompletter Text: SpiegelOnline

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Beitrag von Inge »

Protokoll einer Inko-Versorgung

27. Februar 2010
Schreiben an die Krankenkasse (KK), dass sich die Probleme in Bezug auf die Versorgung mit Inkontinenzartikeln häufen (nur Teillieferungen, ausbleibende Lieferung, mangelnde Qualität)
Mit gleichem Brief erhielt die KK eine ärztliche Dauerverordnung sowie einen Antrag auf Kostenübernahme geeigneter Inkontinenzhilfen

01.04.2010
Antwort der KK, u. a. mit der Aussage, dass an die Firma Y eine monatliche Pauschale gezahlt wird, die eine ausreichende und zweckmäßige Versorgung gewährleistet.

12.04.2010
Widerspruch nach Muster des BVKM mit der Forderung nach einer ausreichenden und zweckmäßigen Inko-Versorgung

26.05.2010
Telefonat der KK mit dem Angebot, dass der Lieferant weitere Produktmuster ohne Aufzahlung als Alternative zur Verfügung stellt

22.06.2010
Termin mit einem Berater des Lieferanten und Übergabe von zwei Windeln und Einlagen

26.06.2010
Alternativen wurden getestet und erwiesen sich als völlig ungeeignet

10.07.2010
Schreiben an die KK mit der Bitte um Wiederaufnahme des Widerspruchverfahrens.

07.10.2010
Schreiben an die KK mit der Bitte um eine schriftliche Rückmeldung zum Sachstand.

14.10.2010
Nachricht der Sachbearbeiterin Frau X auf unserem Anrufbeantworter mit der Bitte um Rückruf

18.10.2010
Anruf bei der Sachbearbeiterin der KK. Mein Schreiben mit der Bitte um Wiederaufnahme meines Widerspruchs sei bei der KK nicht angekommen. Auf mein Angebot, ihr die Unterlagen am gleichen Tag zu faxen, bekam ich die Antwort „nein, das brauchen Sie nicht“.
Zudem könne ich nach Aussage der Sachbearbeiterin gar keinen Widerspruch einlegen, weil es Verträge zwischen der KK und der Firma Y gibt.
Frau X wies mich außerdem darauf hin, dass der Lieferant Y mein Ansprechpartner sei, und dass ich dort meine Unzufriedenheit hätte ausdrücken müssen. Ich teilte ihr mit, dass ich das mehrmals ohne Erfolg getan hätte. Ich sagte aber auch, dass ich keinen Vertrag mit der Lieferfirma hätte, sondern einen Vertrag mit der KK, so dass diese mein Ansprechpartner sei, was Frau X erneut verneinte.
Die Sachbearbeiterin bot an, mir „entgegenzukommen“, und ich könnte die Inkontinenz-Artikel jetzt auch bei einem anderen Lieferanten einkaufen, da mich die Firma Y (Zitat) „wegen der ganzen Probleme“ aus dem Vertrag entlassen würde.
Jedoch ginge diese Alternative auch nur in Höhe der vertraglich vereinbarten monatlichen Pauschale in Höhe von 24,87 Euro. Aber ich könnte ja nach Angaben der Sachbearbeiterin das Pflegegeld nehmen, denn (Zitat) „dazu ist es ja schließlich da“. Da könnte man sich ja (Zitat) „auch mal eine Creme kaufen, wenn man sich da pflegen will“. Das Pflegegeld wäre (Zitat) „auf keinen Fall eine Entlohnung für Angehörige“.
Erreicht habe ich die Zusage, dass die Sachbearbeiterin mit ihrem Vorgesetzten spricht, ob ich ein Schreiben (Ablehnung) wegen meines Widerspruchs bekommen kann!

30.10.2010
Eingang eines Schreibens der KK mit der Aussage, dass der Widerspruch nicht eingegangen wäre, und ob ich aufrecht erhalten möchte. Die Höhe der Pauschale wurde mir trotz Nachfrage auch mit diesem Schreiben noch nicht mitgeteilt.

02.11.2010
Rücksendung des Vordruckes mit der Bestätigung, dass ich meinen Widerspruch aufrecht erhalte. Als Anlagen wurden Kopien des kompletten bisherigen Schriftverkehrs beigelegt.
Zusätzlich noch die Schreiben des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Wolfgang Zöller und der Bundesversicherungsanstalt, die ich über die Vorgänge informiert hatte.

05.11.2010
Rücksprache mit einem weiteren Lieferanten, der Muster zuschicken wird. Es wurden zwei Varianten geliefert: Variante 1 war sehr dünn und völlig ungeeignet, Variante 2 war nur gegen Aufzahlung erhältlilch.
Nachfrage meinerseits, ob es eine aufzahlungsfreie Variante geben würde. Aussage des Lieferanten: Ja, aber die sei "bestimmt nicht geeignet". Ich habe es trotzdem schicken lassen, und diese Variante ist geeignet.

15.11.2010
Anruf bei der Sachbearbeiterin, um den Ablauf der Lieferanten-Umstellung zu besprechen. Forderung der Sachbearbeiterin, dass ich meinen Widerspruch schriftlich zurückziehe. Ich habe ihr zugesagt, dass sie in ein paar Tagen "ein Schreiben" von mir bekommt.

29.11.2010
Schreiben an die KK, dass dass durch den Wechsel des Leistungsanbieters nun eine Versorgung mit Inkontinenzartikeln ohne Aufzahlung ermöglicht wurde, die in der aktuell gelieferten Qualität für die derzeitigen behinderungsbedingten Erfordernisse qualitativ zweckmäßig und ausreichend sind.
Meinen Widerspruch habe ich nicht zurückgezogen, da meinem Antrag auf eine ausreichende und zweckmäßige Inkontinenversorgung für meine Tochter und dem nachfolgenden Widerspruch ja stattgegeben wurde.

13.12.2010
Schreiben der KK, ob ich meinen Widerspruch aufrecht erhalte...

05.03.2011
der oberste Chef der KK hat letzte Woche noch mal angerufen, weil er wegen "der Angelegenheit" immer noch einen "regen Schriftverkehr" mit dem BVA hat. Ich solle doch meinen Widerspruch zurückziehen, damit die Sache abgeschlossen werden kann.
Nach neun Monaten K(r)ampf und nachdem mir ein Schreiben vom BVA vorlag, dass die Sache abgeschlossen wäre, habe ich mich geweigert, den Widerspruch zurückzuziehen.

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Viele Grüße
Inge

dennis08
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Beitrag von dennis08 »

Sie haben auf openPetition die Petition 'Bedarfsgerechte Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln ohne Aufzahlung sicherstellen!' von Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. unterschrieben.

Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. hat Ihnen eine neue Nachricht zu dieser Petition geschickt:

Betreff: Petent ist im Dialog mit dem Petitionsempfänger

Aktueller Stand und Tipps zu Kasse und Leistungserbringer

Sehr geehrte UnterstützerInnen,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen möchten wir vom Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. Ihnen zu aktuellen Themen unsere Einschätzung geben.

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1. Techniker Krankenkasse (TK) neue Verträge bei aufsaugenden Hilfsmitteln seit 1. Februar

Namhafte Leistungserbringer stellen seit 1. Februar eine qualitätsorientierte Versorgung ohne wirtschaftliche Aufzahlung sicher, so die Werbeaussage der Techniker Krankenkasse. Die Wirklichkeit sieht anders aus, für die 18,45 Euro pro Monat gibt es bei einer schweren Inkontinenz keine ausreichende und zweckmäßige Versorgung. Alle Leistungserbringer verlangen unberechtigte wirtschaftliche Aufzahlungen. Die Paul Hartmann AG sperrt sogar Produkte für die Versicherten der TK, der Leistungserbringer Attends möchte zuerst ein SEPA – Lastschriftmandat auch von Versicherten die von der Zuzahlung befreit sind, ohne dass man Aussagen darüber macht, was man da einziehen möchte. Der Leistungserbringer Abena sperrt erst mal die Kundenkonten von Betroffenen, die sich weigern das „Schutzgeld“ zu zahlen. Und was macht das Hilfsmittelzentrum der TK. Die Duisburger Sachbearbeiter rufen Versicherte an und versuchen diese mit Unwahrheiten und teilweise massiven psychischen Druck zu bearbeiten. Wer diesem unverschämten Anruf widersteht bekommt eine nichts sagende Ablehnung seiner Versorgung. Legt man hierauf Widerspruch ein, wird der Widerspruch nicht innerhalb gesetzlicher Frist bearbeitet.

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2. Auch bei der DAK bleiben die alten Probleme.

Die DAK - Versicherten sind seit Januar 2016 doppelt bestraft. Zum Einen sind nicht gerade bei einer Krankenkasse die preiswerte Beiträge hat, zum Anderen ist die Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln ihren Preis nicht wert. Auch die Leistungserbringer der DAK versuchen von den Versicherten unberechtigte Aufzahlungen zu erlangen. Auch das Hilfsmittelzentrum der DAK stellt den Versicherten keine Hilfe bei Problemen mit Leistungserbringern zur Verfügung und bearbeitet Widersprüche und Anfragen nur sehr schleppend und teilweise sehr unqualifiziert.

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3. Das Hilfsmittelverzeichnis wird verarbeitet, aber …

Qualifizierte Vorschläge des Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. führten dazu, dass der GKV – Spitzenverband im Dezember 2015 einen Vorschlag für ein überarbeitetes Hilfsmittelverzeichnis vorgestellt hat. Leider war der Vorschlag des GKV – Spitzenverband bereits unterhalb der Toleranzgrenze für Versicherte was die Qualität und Struktur angeht. Der GKV – Spitzenverband erhielt darauf einen von uns geänderten Vorschlag, was nach unserer Meinung der Minimalkonsens ist. Jedoch hatte der Industrieverband BVmed ebenfalls einen Vorschlag abgegeben. Bei diesem Vorschlag wurde deutlich, dass der BVmed kein Interesse an einer ordentlichen Versorgung ohne Aufzahlung hat. So wurde zum GKV – Vorschlag die Aufsauggeschwindigkeit deutlich reduziert, die Nachtversorgung mit Slips und die Hilfsmittelgruppe der Inkontinenzhosen (Pants) ersatzlos gestrichen. Auch die Mindestsaugstärken bei Inkontinenz(Klebe)slips wurde deutlich runter gesetzt. Außerdem wurde vorgeschlagen die Beratung, nicht wie vom GKV gefordert Marken neutral, sondern nur auf Marken die der Leistungserbringer im Sortiment hat zu begrenzen. Hersteller müssten dann nur Ihre Produkte zeigen. Der Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. ist hier kampfbereit und bereitet sich im Moment vor das Thema für den Bundestagswahlkampf 2017 aufzubereiten.

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4. Auch der Gesetzgeber wird nun aktiv.

Trotz und gerade weil Probleme mit der Aktualisierung des Hilfsmittelverzeichnis auftauchen hat sich der Gesetzgeber entschieden die Versorgung und die Vertragsgestaltung mit Hilfsmitteln im SGBV klarer zu Regel. Wichtig sind dem Gesetzgeber, dass das Hilfsmittelverzeichnis dauerhaft fortgeschrieben wird und dass die unberechtigten Forderungen von Leistungsbringern an Versicherte unterbunden werden. Auch müssen Krankenkassen nach Meinung der Politik die Versorgung überwachen und prüfen. Wir vom Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. fordern, dass man folgende Informationen jährlich veröffentlicht: Wie sieht die ausreichende und zweckmäßige Versorgung aus? Mussten Versicherte eine Aufzahlung leisten, wenn ja warum und wie viel? Wie zufrieden ist die Beratung der einzelnen Leistungsbringer? Der Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. möchte auch verbieten, dass Leitungserbringer die wirtschaftliche Aufzahlung einziehen, dies dürften zukünftig nur Krankenkassen, wenn Sie nachweisen, dass die gewählte Versorgung eine über das notwendige Maß hinaus gehende Versorgung darstellt.

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TIPP 1 – Umgang mit der Krankenkasse

- Bestehen Sie auf Ihr Recht einer ausreichenden, für Sie zweckmäßigen Versorgung ohne wirtschaftliche Aufzahlung.
- Wenden Sie sich immer schriftlich an die Krankenkasse und untersagen Sie der Kasse, Sie anzurufen.
- Sollte Sie kein Leistungserbringer ohne Aufzahlung versorgen wollen, dann fordern Sie die Krankenkasse schriftlich mit kurzer Frist zur Sicherstellung der Versorgung auf.
- Sollte die Krankenkasse Ihnen Ihre Versorgung ablegen, legen Sie sofort schriftlich Widerspruch ein.
- Sollten Sie nicht sicher sein, lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt für Sozialrecht helfen.
- Fordern Sie immer einen klagefähigen Bescheid und nutzen Sie die Chance einer Klage.
- Während des Rechtsstreits rechnen Sie die benötigten Hilfsmittel über den §13 SGBV in Höhe des GKV – Festbetrags mit Ihrer Kasse ab. Sie müssen die Hilfsmittel nicht bei einem Leistungserbringer der Kasse kaufen. Sie können günstige Anbieter im Internet suchen, z.B. auf Medizinfuchs.de.

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TIPP 2 – Umgang mit dem Leistungserbringer Ihrer Krankenkasse

- Auch hier bestehen Sie auf Ihr Recht einer ausreichenden, für Sie zweckmäßigen Versorgung ohne wirtschaftliche Aufzahlung.
- Stellen Sie klar das sie auf keinen Fall eine wirtschaftliche Aufzahlung leisten werden. Sollten Sie bereits wirtschaftliche Aufzahlung leisten, stellen Sie diese Zahlung sofort ein. Widerrufen Sie schriftlich dem Leistungserbringer getroffene Vereinbarungen und fordern Sie zu unrecht gezahlte Aufzahlungen zurück.
- Unterschreiben sie keinerlei Vereinbarung, der Leistungserbringer hat dann keine vertragliche Beziehung mit Ihnen, sondern nur mit Ihrer Kasse.
- Unterschreiben Sie niemals SEPA – Lastschriftmandate, auch wenn der Leistungserbringer sagt dies wäre nur zum Einzug der gesetzlichen Zuzahlung. Lassen Sie sich immer eine Rechnung schicken und überweisen Sie.
- Sollten Sie eine namentliche Verordnung nach der Hilfsmittelrichtlinie haben und Ihr Arzt „Aut Idem“ gekreuzt haben, dann darf der Leistungserbringer nur dieses Hilfsmittel in der angegeben Menge abgeben. Sollte er dies nicht tun, verweigern Sie die Belieferung und fordern die Krankenkasse schriftlich zu Unterstützung auf. Auch hier können Sie sich nach §13 SGBV mit Hilfsmitteln versorgen.

Ihr Stefan Süß

---
Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V.
Geschäftsstelle Augsburg
Bahnhofstraße 14
D-86150 Augsburg

Tel.: 0821/31983790
Fax: 0821/31983791

Mail: info@selbsthilfeverband-inkontinenz.org
Web: www.selbsthilfeverband-inkontinenz.org

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Beitrag von Laura21 »

Ich hab dazu mal was geschrieben.
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic55126-10.html

Es gibt schon lange ein BGH Urteil dazu.
Leben mit Down-Syndrom und Bonebridge http://www.Laura21.de/bonebridge-knoche ... implantat/
Bonebridge: Das erste HÖREN mit Down-Syndrom https://youtu.be/5YXz7bga42s

Rike04
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Beitrag von Rike04 »

Hallo, @Laura21 - eigentlich steht es auch so im Gesetz, eigentlich ;) - Was einem gar nix nützt, wenn weder Kkasse noch Lieferant wollen. Unser Windeldrama ging auch 10 Monate.
Viele Grüße
Rike

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