Mehrbedarf bei Windelpauschale

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Inge
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Beitrag von Inge »

Rike04 hat geschrieben: Es kam auch die Sprache auf die Versorgung im stationären Berreich. Wie ist es dort geregelt? Wie lange bleiben dort Patienten in Nässe und Stuhlgang? Wie wird der Bedarf dort ermittelt bzw. festgelegt? Gibt es auch eine bestimmte Anzahl pro Patient?

Aus einem Interview mit Claus Fussek
Häufig fehle es an der Zeit, die Windeln zu wechseln . . .

Auch das passiert. Saugfähige Windeln werden leider häufig als Pflegeerleichterung verwendet. Bei Vorträgen sage ich manchmal zum Publikum: Es ist Sommer, trinken Sie bitte viel – und gehen Sie die nächsten drei Stunden nicht auf Toilette, ich habe eine Windel dabei mit einem Fassungsvermögen von 3,8 Litern.
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inh ... 2e8c1.html

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

'Sommerkind' von Wortfront


Viele Grüße
Inge

Rike04
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Beitrag von Rike04 »

So hatte ich es leider auch vermutet und diese Umgangsweise mit zu pflegenden Menschen ist dann demnach der angemessene Standart. Vielen Dank für den Link! Das ist auch sehr interessant.

Polemik enthält ein Selbstversuch nicht, denn ich habe gerade beim "Hilfsmittel-Kometenzzentrum" nicht den Eindruck, dass sie tatsächlich Erfahrung mit Produkten hätten. Das die Kompetenz eher in der Gesprächsführung mit Patienten besteht, aber eben nicht für den Patienten zielführend ist.

Mir scheint es auch alles sehr durcheinander. Schon allein der Sinn eine Trinkmenge zu erfassen erschließt sich mir nicht. Die Hochrechnung auf der Aufforderung zum Protokoll : 4 Windeln reichen für eine Trinkmenge von 7,2 Litern, da die Windeln ja ein Saugvolumen von 1800 ml hätte. Hieße ja jeder, der am Tag 7,2 Liter trinkt darf innerhalb von 24 h 4 x aufs Klo, aber dann auch wirklich nur Pipi.

Ich habe nun nochmal ein Protokoll über den Ablauf angefertigt, für den Anwalt. Für den MDK haben wir einen Foto - und Zeittag gemacht und mit heute zwei Tage schriftliches Protokoll. Dann werde ich nochmal eine Begründung schreiben und dann haben ich "X- kg" Papier beschrieben ....

Viele Grüße

Rike04
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Beitrag von Rike04 »

So nach und nach fallen mir so einige Dinge ein und auf ...

Zum Beispiel suchte ich mal nach der Definition "wohnortnah" ...

Dabei habe ich nur dieses gefunden : http://www.diesozialgerichtsbarkeit.de/ ... etail.html

Man hat immer mal Einzeldefinitionen für z.B Kitas oder Arbeitnehmer, Krankenhausversorgung etc. dabei liegen die Angaben zwischen 10 - 50 km. Auch bei med. Begutachtung ist es nicht eindeutig, da definiert man es über die Zumutbarkeit. Also so lange eben noch kein Gerichtsurteil genau zu XY - Thema existiert, ist "wohnortnah" sehr dehnbar.

Es ist also nicht näher bestimmt. Ich kann mich an die Anfangszeit der Windelversorgung erinnern. Da kam jemand mit einer großen Tasche zu uns nach Hause und hat Produkte vorgestellt, das Kind angeschaut und dann wurde das abgesprochen. Ich gehe mal davon aus, dass das SGB die auch weiterhin so sichern wollte. Aber eben wohnortnah nicht definiert ist.
Das betrifft ja nicht nur Windeln, sondern alle HM mit Ausschreibung/Vertragspartner.

"Unser" "wohnortnahe" Lieferant ist ca. 180 km entfernt.

Gibt es vielleicht dazu noch andere Definitionen?

Edit: Wichtig ist wohl auch noch sich auf gar keine telefonischen Erklärungen aller Art einzulassen, sondern darauf zu bestehen dass dies schriftlich erfolgt. Wo soll das alles noch hinführen, mir machen diese ganzen "Zustände" und Möglichkeiten an gesetzlichen Lücken einfach Zukunftsangst. Wie lange werden pflege-/und hilfmittelbedürftige Menschen wohl überhaupt noch versorgt werden...???

Viele Grüße

Sinale
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Beitrag von Sinale »

Hallo Rike,
Wichtig ist wohl auch noch sich auf gar keine telefonischen Erklärungen aller Art einzulassen, sondern darauf zu bestehen dass dies schriftlich erfolgt.
so ist es! Denn Telefonate und Ergebnisse aus Telefonaten haben keine rechtliche Gültigkeit.
Darauf hatte ich in der Vergangenheit sowohl in diesem Thema, als auch in anderen Themen hier in REHAkids hingewiesen.

Wie ist der Stand der Dinge bei Euch?
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin

Rike04
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Beitrag von Rike04 »

Hallo

Danke der Nachfrage! Im Moment gehts hier weiter:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... highlight=

Viele Grüße
Viele Grüße
Rike

christian1987
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Beitrag von christian1987 »

Hallo Rike,

das ist echt heftig.... wenn ich das alles so lese dann komme ich, für´s Erste doch zu dem Entschluss alles so laufen zu lassen wie es ist, denn ich bezweifle dass mich dabei der VDK unterstützen würde und bei allen anderen Anwälten müsste ich erst einmal einen Beratungsschein usw. beantragen und dazu habe ich derzeit nicht die Kraft. Denn in kommender Zeit stehen genügend andere Hilfsmittel an die beantragt werden müssen.

Wünsche euch viel Erfolg! Habe eben schon drüben gelesen.

Grüße Christian

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