Autistische Züge durch Adenoide?

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steffi_81
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Autistische Züge durch Adenoide?

Beitragvon steffi_81 » 03.03.2015, 22:09

Hallo Ihr Lieben.

Ich habe mal eine Frage.

Bei unserem Sohn steht ja der Verdacht auf ASS.

Kurz zu den "Rahmenbedingungen"
- 4 1/2 Jahre alt
- verzögerte Sprachentwicklung
- Diagnosen: sensorische Integrationsstörung
expressive Sprachentwicklungsverzögerung
-diverse Verhaltensauffälligkeiten, die auf ASS zutreffen

Hier steht mehr zum Verhalten meines Sohnes

http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic114253.html

Nun wurde schon vor ein paar Monaten festgestellt, dass er scheinbar vergrößerte Rachenmandeln hat, was durch eine Tympanometrie festgestellt wurde. Auch ein Paukenerguss ist auf einer Seite vorhanden.
Sein Trommelfell schwingt wohl beidseitig nicht richtig. Laut Hörtest hört er aber gut, deshalb nehmen die Ärzte an, dass es an den Rachenmandeln liegt.
Wir haben uns nun dazu entschlossen doch operativ nachschauen zu lassen.

Sein Verhalten bezüglich des Verdachtes auf ASS ist aus heutiger Sicht aber schon im Alter von ca 6 Monaten auffällig...

Kann es sein, dass diese ganzen Auffälligkeiten allein durch diese vergrößerten Rachenmandeln zustande kommen oder ist das eher unwahrscheinlich???

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Andrea5
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Beitragvon Andrea5 » 03.03.2015, 22:26

Hallo Steffi,

mein Sohn Jan hatte als Kleinkind (so mit 3 bis 3,5 Jahren) chronische
Mittelohrentzündung. Dadurch entstanden auch Paukergüsse, wo darauf hin
die Rachenmandeln entfernt wurden. Vor der Op hatte ich immer den Eindruck
Jan war mehr oder weniger in seiner eigenen Welt. Reagierte sehr zeitverzögert
auf Ansprache. Jan konnte allerdings sehr früh sprechen (mit 2,5 Jahren redete
er wie ein Buch und war ziemlich altklug). Es wurde nach der Op wesentlich
besser. Nur wenn der Fernseher oder das Radio im Hintergrund lief (läuft), dann
war eine Ansprache wieder mal schwieriger. Was ich damals nicht wußte, daß
sich aus der Mittelohrenentzündung mit den Paukergüssen (beidseitig) sich
AVWS (auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung) entwickel hatte
und bis heute geblieben ist. Jan ist Nichtautist.

Ob dann die autistischen Züge wie weggeblasen sind, mage ich nicht beurteilen.
Die Op ist aber wichtig, ein Paukerguss ist lästig und Kind nimmt seine Umwelt
dumpf wahr. Ich denke, du wirst es nach der OP gewahr.

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), Legasthenie mit kormobide AVWS
/Ben 01/04 KISS(KIDD)2 Jahre blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis
"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)

steffi_81
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Beitragvon steffi_81 » 04.03.2015, 07:22

Hallo Andrea.

Danke für deine Antwort.

Mein Sohn hatte nie Mittelohrentzündung. Das kenne ich von unseren Kindern nicht. Zum Glück. ..
Er hört auch nicht schlecht. Das sagte auch unsere Hno Ärztin schon immer. In der Pädaudiologie einer Uniklinik waren wir schon.
Der Paukenerguss scheint wohl eher Nebensache zu sein.

Unser Sohn ist ja auch anders in seinem Verhalten. Da gibt es aber auch Verhalten , dass sicher nichts mit der Hno Sache zu tun hat. Z B. das in den schlafen Schaukeln , verschiedene Vorlieben,....
Die Gleichgewichtsstörungen und die Sprache würde ja schon dazu passen...
.....und mit dem explosive Verhalten, die Routinen , Wutausbrüche bei jeder Kleinigkeit , Echolalie ...in dieser Hinsicht kann ich nicht beurteilen, ob Day durch diese Hno Sache kommen kann :?

IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 04.03.2015, 07:34

Mein Enkelkind hat auch massieve Paukenergüüse gehabt und bekam Röhrchen eingesetzt. Autistische Züge hatte sie nie. Ihre Mama(also meine große Tochter hatte früher massievste Mandel- und Mittelohrentzündungen und war auch nie autistisch. Meine Mittelste hatte nie Oren- oder Halsentzündungen, das gehör ist Spitze, ebenso die Hörverarbeitung- trotzdem ist sie Autist.

Das einzige was für mein Enkelkind nach dem einsetzen der Röhrchen entschieden besser wurde war , das sie nicht mehr soviel Krank wurde.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

Stefanie+2
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Beitragvon Stefanie+2 » 04.03.2015, 08:13

Hallo,
mein Kind hatte auch eine vergrößerte Rachenmandel. Wir haben sie vor ca. 4 Jahren entfernen lassen.
Er konnte danach zwar besser hören aber seine Verhaltensweise hat sich nicht verändert.
Sprachlich hat sich von da an aber sehr viel verbessert.....logisch :wink:
Die ASS-Diagnose haben wir seit letztem Jahr.
LG

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Beitragvon steffi_81 » 04.03.2015, 12:46

Stefanie, dein Fall ähnelt dann doch eher unserem.
Stand der Verdacht auf ASS denn auch schon vor der Op?

Ilona, danke für deine Antwort. Mein Sohn hat ja keine schweren Erkältungen, Mittelohrentzündungen etc. Auch der Paukenerguss steht nicht im Vordergrund.
Die Verhaltensweisen, die auf Autismus deuten sind jedoch deutlich vorhanden.

Ich wollte halt wissen , ob dieses Verhalten auch rein durch den Hno Befund auftreten kann ...

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Beitragvon Regina Regenbogen » 04.03.2015, 12:58

Auftreten eher nicht, es kann aber erheblich verstärkt werden. Nicht ohne Grund sollte vor Autismus- und auch ADHS-Diagnostik ein Pädaudiologe konsultiert werden.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Stefanie+2
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Beitragvon Stefanie+2 » 04.03.2015, 14:04

Hallo Steffi,
ja den Verdacht gab es vorher schon. Allerdings von der Ergotherapeutin die er damals hatte, mit der Begründung das er ja immer das selbe Spiel aus dem Regal nimmt. Aufgrund dessen haben wir es nicht wirklich für voll genommen. Das er anders war von Anfang an war uns klar, so im Vergleich mit anderen Kindern.
Von unserer Seite aus hat sich der Verdacht "Autismus"über Jahre entwickelt und letztes Jahr kam dann die Diagnose. Ich muss dazu sagen, dass ich selber unter "Autismus-verdacht" stehe und von daher alle seine Verhaltensweisen als normal emfand, da ich als Kind genauso war.
Lg
Ich (V.a.ASS)mit Kind1 (2006 A-typischer Autismus) +Kind2 (noch klein und anscheinend NT)

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Beitragvon steffi_81 » 04.03.2015, 17:15

Ok.
Das hört sich für mich jetzt so an , dass es sicherlich nicht alles komplett vom Hno Befund kommt.

Das man vor Autismus und ADHS Diagnostik zum Pädaudiologen gehen sollte, wußte ich auch noch nicht. Das ist ja nun zufällig bei uns der Fall.

An eine AVWS hatten wir auch schon mal gedacht, aber das passt nicht wirklich.

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TabeaS
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Beitragvon TabeaS » 05.03.2015, 00:03

Also autistische Symptome bzw Autismus verschwinden nicht durch eine OP der Rachenmandeln. Mal so ganz generell gesprochen. Schaut das ihr zu einem guten Diagnostiker kommt der sich genug Zeit nimmt mit dem Kind und Euch in Ruhe.


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