Gesetzesänderung - Petition "Kind auf Knopfdruck"

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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Silvia & Iris
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Gesetzesänderung - Petition "Kind auf Knopfdruck"

Beitragvon Silvia & Iris » 20.01.2015, 07:31

Falls dies hier nicht reingehört - bitte in die richtige Rubrik verschieben!
Auch mir ist es ein Anliegen, dass Kinder zu den biologisch richtigen Eltern zum natürlich gegebenen Zeitpunkt finden, ohne medizinische Intervention!

Kinder bekommen soll doch etwas Natürliches sein, kein Artefakt!


Liebe Leute!

Anfang Dezember wurde der Entwurf für ein Gesetz veröffentlicht, das den Umgang mit dem Kinderkriegen massiv verändern soll. Für jeden Menschen soll ein Kind "machbar" werden, unabhängig von der körperlichen Eignung oder dem Vorhandensein eines andersgeschlechtlichen Partners.

Kurz hat man darüber berichtet, es gab eine extrem knappe Frist, innerhalb derer man eine Stellungnahme abgeben konnte und dann sind alle in die Weihnachtsferien gegangen.

Hätte man sich etwas mehr mit dieser Materie auseinandergesetzt, wären einem wohl einige Dinge in den Sinn gekommen:

Darf eine Schwangere noch einfach guter Hoffnung sein oder muss sie schon vor der Empfängnis abklären, ob das Kind nicht doch einmal eine Krankheit haben könnte? (Präimplantationsdiagnostik)
Gefährdet eine Frau, die Eizellen spendet, ihre eigene Fruchtbarkeit? Gibt es dazu genügend Untersuchungen? Warum wird nur von den Frauen gespendet, denen es an Geld mangelt?
Ist es gut, erst mit 45 Mutter zu werden, mit 50 täglich das Kind vom Kindergarten abzuholen, mit knapp 60 die Pubertät des eigenen Kindes durchzustehen?
Wird ein Kind, das irgendwann erfährt, dass es genetisch andere Eltern hat, die Möglichkeit haben, diese kennenzulernen?
Welches geschlechtliche Selbstverständnis entwickelt ein Bub, der mit zwei Müttern und ohne Kenntnis eines Vaters aufwächst?
... und noch vieles mehr ...

Selbst wenn man diesem Themenkomplex sehr offen gegenüber steht, sollte man sich die Zeit nehmen, die Auswirkungen einer so gravierenden gesellschaftlichen Veränderung durchzudenken und abzuwägen.

Aus diesem Grund fordere ich unsere Nationalratsabgeordneten auf, das Fortpflanzungsmedizingesetz nicht überstürzt durchzuwinken.

Bitte setzt auch ihr ein Zeichen für ethische Verantwortung und schickt unter www.kinderbekommen.at ein email ab.

Vielen Dank!
Barbara


http://www.kinderbekommen.at/
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

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Katrin & Co
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Beitragvon Katrin & Co » 20.01.2015, 07:42

Ich kann echt nur den Kopf schütteln und bin tief erschrocken über deine Gedankengänge :shock:

Meine Unterschrift bekommst Du nicht !

Katrin, die trotz Kinderwunschbehandlung nie schwanger wurde, zu deren Familie eine lesbische Cousine mit Frau und 3 glücklichen Kindern gehört und deren beste Freundin mit 46 Mutter wurde und absolut happy mit ihrem Nesthäkchen ist
Wo Hoffnung ist verrücken Felsen,
wo Vertrauen ist trägt dich das Meer.
Wo Liebe ist wachsen Wunder.
(A.Schmitt)

Katrin mit Madame (2000) HFA,PTBS,Somatisierungs - und Trennungsstörungen,LI, FI,
Neurodermitis und
Junior(2000) HFA,Dyskalkulie,Aggressionsstörung,Wahrnehmungsverarbeitungsstörung,LI,FI

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Beitragvon Silvia & Iris » 20.01.2015, 07:56

Liebe Katrin,

ich weiß nicht, wie viel du davon gelesen hast...
Eispenderinnen, die nie erfahren, ob ihr gespendetes Ei wirklich zu einem Kind reifen durften, die unter 30 Jahre alt sein müssen, hingegen, die dann "Mütter", die sogar 45 sein dürfen, beim Einsetzen der Zelle...

... Eltern, die gleichgeschlechtlich sind... - wo ein natürliches Zustandekommen eines Kindes gar nicht möglich ist... - ich meine jetzt nicht Eltern, die erst später ihre "Andersartigkeit" erkannt haben und wo die Kinder dadurch sehr wohl ihren männlichen Vater kennen und ihre weibliche Mutter...

und vieles mehr...

Stell dir einmal vor, du „bestellst“ dein Kind – und es ist mit einem Handicap versehen, zum Beispiel – durch einen Fehler bei der Geburt spastisch…

Was ist denn dann?? – Wird das Kind dann sehr wohl von den Bestellern angenommen? – Wird es dann in ein Heim abgeschoben, weil die Bestellung nicht dem Wunsch entsprach? – Oder muss sich dann die austragende Frau mit dem von ihr nicht gewollten Kind rumschlagen??

Es sind viele Fragen nicht geklärt…
Liebe Grüße

Silvia

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Andrea1972
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Beitragvon Andrea1972 » 20.01.2015, 09:34

Hallo,

das ist jetzt ein Scherz...oder?

Unglaublich.

LG Andrea
Anna-Maria,93 SpinaBifida und HC VP-Shuntversorgt,Rollifahrerin.Cheyenne,02,inzwischen nachgewiesener Gendefekt,Amelogeneses Imperfecta

Bin freundlich..merkt nur keiner...

Mariaa
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Beitragvon Mariaa » 20.01.2015, 09:44

Hallo,

da unterschreibe ich selbstverständlich nicht :shock:

Viele Grüße
Früher war alles besser.... vor allem die Zukunft!

mandy cyk
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Beitragvon mandy cyk » 20.01.2015, 09:48

Was sind denn das für schreckliche Gedankengänge :icon_pale:

Betty1205
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Beitragvon Betty1205 » 20.01.2015, 10:18

Hallo zusammen,

wo bleibt hier bitte die viel gepriesene Toleranz?

da unterschreibe ich selbstverständlich nicht


das ist jetzt ein Scherz...oder?


Was sind denn das für schreckliche Gedankengänge


Was ist an diesen Gedankengängen so schrecklich?

Ist es gut, erst mit 45 Mutter zu werden, mit 50 täglich das Kind vom Kindergarten abzuholen, mit knapp
60 die Pubertät des eigenen Kindes durchzustehen?


Darüber hat wohl jeder schon mal diskutiert und jeder hat seine Meinung.

ebenso hier mit:

Welches geschlechtliche Selbstverständnis entwickelt ein Bub, der mit zwei Müttern und ohne Kenntnis
eines Vaters aufwächst?


Darüber streiten immer noch viele Gelehrte.

... zu deren Familie eine lesbische Cousine mit Frau und 3 glücklichen Kindern gehört


Aber ob diese 3 Kinder auch glücklich bleiben und sich so entwickeln wie bei Vater und Mutter kann heute
niemand sagen.

.... deren beste Freundin mit 46 Mutter wurde und absolut happy mit ihrem Nesthäkchen ist


Natürlich ist sie glücklich, aber wie wird das Kind in sagen 10 Jahren das Kind sehen?

Also, man kann schon einiges überdenkenswert finden und muß nicht gleich "schreckliche Gedankengänge"
unterstellen. Man muß diese Petition ja nicht unterschreiben.

Liebe Grüße
Petra
Sohn geb. 94, Fragiles X, 100 % SBA, Epilepsie

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Beitragvon Silvia & Iris » 20.01.2015, 10:28

... noch ein Gedanke - wer finanziert denn das alles dann??
Liebe Grüße

Silvia

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Beitragvon vjestica » 20.01.2015, 10:33

Silvia & Iris hat geschrieben:... noch ein Gedanke - wer finanziert denn das alles dann??


Bild Bild

die sozial eingestellte gesellschaft welche auch dein behindertes kind mitfinanziert!

unfassbar!
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" Es ist einfacher, eine Nation zu regieren , als vier Kinder zu erziehen. " W.Churchill

"Lass dich nicht unterkriegen! Sei frech und wild und wunderbar !" Astrid Lindgren

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Manuela1304
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Beitragvon Manuela1304 » 20.01.2015, 10:38

Hallo

Auch wir waren jahrelang in reproduktionsmedizinischer behandlung, leider ohne ein Baby bekommen zu dürfen.
Ich stehe Eizellen,Spermien und Embryonenspende offen gegenüber, natürlich sehe ich es auch so das die Kinder die Spender kennenlernen dürfen müssen.
Wir waren schon am überlegen Embryonenspende durchzuführen aber leider ist es in den wenigsten Länder eine offene Spende zu bekommen.
In Deutschland lagern z.b. etliche eingefrorene Embryonen, sie warten nur auf eine Empfängerin die diesem Kind ein schönes Zuhause geben würden, weil es ein absolutes Wunschkind sein würde.
Es muss noch sehr viel, gerad in Deutschland umgedacht werden, liberaler werden, dabei sollen schon Grenzen eingehalten werden, eine Mutter mit 60 muss definitiv nicht sein, das ist gegen das Kindswohl, das sehe ich auch so. aber es gibt heutzutage so viele "alte" Mütter, die kriegen einfach Kinder aber wenn man auf Hilfe angewiesen ist, soll mit 40 Schluss sein ???
zumindest zahlt ab da die Krankenkasse nicht mehr.
Zum Thema Präimplationsdiagnostik stehe ich etwas Zwiegestalten gegenüber, es gibt definitiv Krankheiten wo das Kind nicht lebensfähig oder ein schlimms Leben vor sich haben weil das Kind sehr sehr krank sein würde. evtl. Schon im Mutterleib stirbt, was man keinem Menschen wünschen möchte.
Aber was ist mit den Erbkrankhieten wie das gern genannte Trisomie 21 ?
Diese Kinder würden direkt "aussortiert" werden was ja eh heute schon zu 98 % bei der Fruchtwasseruntersuchung gemacht wird. ich finde aber Menschen mit Trisomie 21 oder ähnlich ausgeprägten Krankheiten haben doch ein lebenswertes Leben.
Es ist unglaublich schwer da eine Linie zu ziehen, Präimplationsdiagnostik kann vor schlimmen Situationen schützen, keine Frage aber wo fängt es an und wo endet es.
das macht die Sache so schwierig, aber das es Paare gibt wo es unglaublich wichtig ist weil z.b. schon Todesfälle gab in der Schwangerschaft oder in der Familie, das sie ins Ausland müssendem davor bewahrt zu werden ist auch nicht richtig.
eizellspende sollte natürlich auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren durchgeführt werden dürfen, wir leben im Jahr 2015, zwei Mamas ist doch auch was feines, die Hauptsache ist doch das ein Kind geliebt wird, da ist die Konstellation Mann\Frau doch auch keine Garantie für, wenn jemand Eizellspende macht dann macht man das nicht mal so ebend nebenbei, sondern weil man sehnlichst ein Kind wünscht.

Ganz liebe Grüße
Manu


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