Wer hat sein Kind gerade "frisch" ins Heim gegeben

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Tania07
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Wer hat sein Kind gerade "frisch" ins Heim gegeben

Beitragvon Tania07 » 16.01.2015, 20:55

Hallo,
ich würde mich freuen, über eine privat Nachricht oder Telefon mit Müttern zu sprechen, die ihr relativ junges Kind (meines ist nun 12 Jahre) gerade erst in einer Einrichtung untergebracht haben.
Ich fühle mich wieder einmal dermaßen allein mit meiner Entscheidung und den Gefühlen, die ich im Moment habe, dass ich mich freuen würde, mit Müttern zu sprechen, die sich eventuell ähnlich verwirrt fühlen. Vorausgesetzt, diese haben auch das Bedürfnis, sich mit mir darüber auszutauschen! Habe meinen Sohn heute nach zwei Wochen zum ersten Mal als "Gast" wieder nach Hause geholt.

Würde mich über Mütter freuen, die evtl. in ähnlicher Situation sind

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Sinale
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Beitragvon Sinale » 16.01.2015, 21:07

Hallo Tania,

auch wenn im folgendem Thema bereits seit über einem Jahr nichts mehr geschrieben wurde, evtl. ist das Thema hilfreich für dich und du möchtest es evtl. fortsetzen? :

http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... er&start=0
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
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koni64
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Beitragvon koni64 » 16.01.2015, 21:14

Hallo ,
Lass dich mal drücken!
Bei mir ist das schon länger her und der Grund damals war furchtbar.
Meine Tochter war damals 11 Jahre alt .
Ich kann mich noch genau an die Gefühle erinnern.....
Einerseits eine Entscheidung getroffen zu haben , die Alle weiter bringen soll.
Auf der anderen Seite Ängste , was wohl mein Kind macht , wie es ihm geht , ob es Unterstützung hat , wie sind die anderen Kinder , Angst nichts mehr mit zugekommen , nicht helfen zu können , das Gefühl eine Mutter zu sein die es nicht verhindern konnte , die fassungslos war den Schritt gehen zu müssen.
Alles gleichzeitig!
der Kopf hat ganz klar gesagt, ja das ist gut so!
Der Rest meines Körpers war traurig , wütend , verzweifelt aber auch hoffnungsvoll .
Ich wünsche euch ganz viel gutes Gelingen!
Mut immer zu sagen was ihr denkt , ein Team das zuhört , annehmen kann , sich freut wenn Eltern sich kümmern.
Ich weiss natürlich nichts über eure Situation, weswegen ich bloß über meine Gefühle reden kann.
Ìch möchte dir aber noch was schönes sagen:"mein Kind sagt heute das es eine schöne Zeit war" !
Falls du möchtest melde dich gerne per PN.
Ich drück dich noch mal
liebe Grüsse
koni
64 Ich
85 Junge
86 Pflegekind Junge
89 Mädchen
93 Junge
03 Frühkindlicher Autist , Neurodermittis , Angst/Panik Störung , Tourette, Astigmatismus + 6 Dioptrien.
06 ADHS , Asperger ? A Typischer ? ??
In all den Jahren hatte ich immer wieder Pflegekinder dazu.

Tania07
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Beitragvon Tania07 » 16.01.2015, 21:43

Ach Danke, Koni 64!

Ehrlich gesagt habe ich nämlich ein ganz prima Gefühl dabei bislang - nur die Umwelt versucht einem ständig zu suggerieren, dass diese Entscheidung irgendwie
"politisch nicht korrekt" ist.
Deswegen behalte ich es für mich.
Man ist eben keine unter vielen in dieser Situation....

Papa von Dominik
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Beitragvon Papa von Dominik » 20.01.2015, 07:13

Hallo,

derjenige, der das generell als politisch nicht korrekt ansieht hat keine Ahnung von solchen Situationen, die so einen Schritt notwendig machen.
Uns betrifft es nicht, aber eine befreundete Familie hat ihre Tochter gerade "weggegeben" und das war für das Kind die absolut richtige Entscheidung.
Liebe Grüße

Tom

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 20.01.2015, 07:23

Liebe Tania,

ich verstehe dich, ich kam mir anfangs - und da ist es nur ein "Internat" auch in der Zwickmühle vor... - doch nun fühle ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe - sie ist ausgeglichen, wir sind noch alle zusammen... - es gibt Situationen, die einfach Maßnahmen erfordern zum Wohle der gesamten Familie! - Du sollst nicht dabei zugrunde gehen, und sonst auch keiner... -

... und man hat ja die Möglichkeit sein Kind jederzeit zu sehen, bekommt es am Wochenende, in den Ferien usw. nach Hause... - die Geschwisterkinder profitieren, man selbst kann sich wieder freier bewegen...

Ich habe mir das als Motto gemacht: "Ein Kind ist eine Lebensaufgabe - aber man muss sein Leben deswegen nicht aufgeben!" - Vielleich hilft dir das auch?

Liebe Grüße

Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

mijo
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Beitragvon mijo » 20.01.2015, 08:05

hallo Tanja

2Von mir sind seit September und Oktober in einer Wohngruppe und Internat.
Fuer uns wahr es genau jetzt der richtige Zeitpunkt.
Es entschaerft vieles,und die Kinder koennen sich gut weiterentwickeln.

VG
Fuer Wunder brauchen wir Augen,die sehen und EIN Herz,DAs versteht ,fuer EIN Wunder zu Danken.

Silke05
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Beitragvon Silke05 » 20.01.2015, 12:06

oh jaaa ich kann das auch recht gut nachvollziehen denn wir stehen nun vor genau dieser Entscheidung das unser "Lütter" 14 im nächsten Jahr nun ausziehen soll
auch wir reden kaum drüber da man dann womöglich noch als Raabeneltern bezeichent wird :-(
Wenn dir jemand Steine in deinen Weg gelegt hat , schmeiße sie ihm nach!!!

* LT 1998
* LS 2001 beide so normal wie man hald sein kann in dem Alter

*Bonustochter 1997 verdacht auf FAS
* Bonunssohn 2001 FAS Diagnostiziert
alle Kinder leben bei uns

Annette Schmidt
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Beitragvon Annette Schmidt » 20.01.2015, 12:34

Hallo Tania!


Ob man das Kind gerade erst in eine Einrixhugn gegen habw ode ob es schon länger her ist, die Gedanken, die man sich vor allem als Mutter macht bzw gemacht hat, sind die gleichen.

Bei uns jährt sich die Aufnahme unseres Sohnes (Asperger-autismus) in eine Einrichtung am 05.02. zum 10. mal, er war damals auch 12.

Schau mal hier in die da verlinkten Thenen:

http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 54#1882254

Liebe Grüße

Annette
Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, Polyneuropathie, CFS, Insulinresistenz, EM-Rentnerin mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Syndrom

Bitte keine PN-Anfragen, danke.

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Tania07
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Beitragvon Tania07 » 20.01.2015, 14:03

Hallo Leute,

ich bin es nochmal - es sind drei Wochen seit dem Auszug unseres Sohnes ins Land gegangen - und mein mulmiges Gefühl im Bauch ist verflogen.

Bereits innerhalb dieser kurzen Zeit höre ich viel Gutes und Erstaunliches über meinen Sohn - sowohl von seiner Bezugsbetreuerin als von seiner neuen Schule.

Was mich nur immer wundert - ich kenne mindestens eine Handvoll ähnlich betroffene Mütter, welche diese Lösung kategorisch ablehnen: "Daran möchte ich jetzt noch gar nicht denken", "Das käme für mich nie infrage", "Wie schwer muss das jetzt für Dich sein!"

Aufgrund solcher und anderer Reaktionen habe ich nun eine komplette "Nachrichtensperre" verhängt, die auch Verwandte und Bekannte betrifft.

Das macht zwar einsam, fühlt sich aber besser an!

Also - auch wenn das Kind mit 12 noch recht jung ist:
Das Kind ist viel besser in der Lage, sich in der Pubertät von den Eltern abzugrenzen und die Gefahr, dass sich eine "ungute" Symbiose zwischen Mutter und Kind bildet, ist ebenfalls nicht mehr da.
Somit ist das eine "erwachsene" Entscheidung, die ich schon jetzt nicht bereue - auch wenn dies jetzt ein extremer Einschnitt ist.

Euch allen vielen Dank und viel Glück weiterhin mit Euren Kindern!


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