Niedrigschwellige Entlastungsleistungen

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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AnneJaJoLu
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Niedrigschwellige Entlastungsleistungen

Beitrag von AnneJaJoLu »

Hallo!
Da es ab dem 01.01.2015 ja 104,- Euro für niedrigschwellige Entlastungsleistungen für alle mit Pflegestufe gibt (also nicht nur mit eingeschränkter Alltagskompetenz), wollte ich von meiner KK gern wissen, was das denn nun genau ist. Hier vor Ort wusste niemand Bescheid (Infos erst ab 2015), so dass ich kurzerhand auf die Barmerseite bei Facebook gepostet hab :-)

Hier das vorläufige Ergebnis:

Hallo! Ab dem 1. Januar 2015 werden zusätzliche Betreuungsleistungen um die Möglichkeit ergänzt, niedrigschwellige Entlastungsleistungen in Anspruch zu nehmen und das auch ohne dass der Pflegebedürftige eine eingeschränkte Alltagskompetenz hat. Was sind denn jetzt genau niedrigschwellige Entlastungsleistungen im Gegensatz zu Betreuungsleistungen? Bedeutet niedrigschwellig, dass ich - mal ganz platt formuliert - meine Nachbarin zum Bügeln der massig anfallenden Bettwäsche anheuern kann ?
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Barmer GEK Hallo Anne,

das mit dem Bügeln wäre nicht übel
Aber ganz ehrlich muss ich dir gestehen, dass du mich mit deiner Frage im Moment auf dem falschen Fuß erwischst. Sorry!

Ich weiß, dass mit dem neuen Gesetz Verbesserungen in der pflegerischen Versorgung umgesetzt werden sollen, was genau im Detail dahinter steckt, würde ich gerne mit unserer Fachabteilung abklären bevor ich dir nur "halbe Sachen" antworte. Ich bitte dich deshalb um etwas Geduld. Sobald ich die genauen Infos von meinen Kollegen erhalten habe, melde ich mich bei dir. Ich hoffe, das ist ok für dich

Viele Grüße
Bettina
Gefällt mir · Antworten · Gestern um 17:26

Barmer GEK Hallo Anne,

niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote sind Angebote, in denen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer die Betreuung von Anspruchsberechtigten in Gruppen oder im häuslichen Bereich übernehmen, Alltagsbegleitung einschließlich hauswirtschaftlicher Unterstützung und Versorgung leisten sowie pflegende Angehörige und vergleichbar nahestehende Pflegepersonen entlasten und beratend unterstützen. Die Angebote müssen qualitätsgesichert sein und daher von der jeweiligen Landesregierung anerkannt werden. Folglich können Privatpersonen keine zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen erbringen. Angebote aufgrund der gesetzlichen Änderungen ab 01.01.2015 müssen sich erst noch entwickeln.

Zu den niedrigschwelligen Betreuungsleistungen gehören z.B. Demenzcafé´s, zu den niedrigschwelligen Entlastungsleistungen zählt hingegen die Unterstützung im Haushalt (z.B. Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung). Somit steht bei den niedrigschwelligen Betreuungsleistungen die Beaufsichtigung und Betreuung im Vordergrund. Bei den niedrigschwelligen Entlastungsleistungen steht die Unterstützung der Hauswirtschaft und Bewältigung des allgemeinen oder pflegebedingten Alltags im Vordergrund.

Wir werden unsere Versicherten Mitte Dezember in unserer Mitgliederzeitschrift über die gesetzlichen Änderungen zum 01.01.2015 umfangreich informieren. Dort werden wir zu diesem Thema ebenfalls Informationen zur Verfügung stellen.

Viele Grüße
Sara
Gefällt mir · Antworten · 7 Std.

Anne: Hallo Sara, dann lag ich ja mit dem Bügeln gar nicht so falsch. Was wirklich wichtig wäre zu wissen, ist, ob die Leistungen im Haushalt auch nur von anerkannten Trägern (FuD etc.) geleistet werden dürfen. Und warum sind die Angebote plötzlich von ehrenamtlichen Helfern? Der FuD hier nimmt das gut bezahlt (ansonsten bräuchte man ja auch die 104,- Euro nicht).... Ich bin dann mal gespannt auf die Mitgliederzeitschrift und hoffe, dass sie wirklich detailliert! informiert. Liebe Grüße, Anne.

Claudia_mit_zwei_Zwergen
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So einfach ist nicht.

Beitrag von Claudia_mit_zwei_Zwergen »

Hab ein bisschen gegoogelt zu dem Thema. Hört sich prinzipiell ganz gut an aber dann kommen wieder die vielen Bedingungen hinzu, z.B., dass die Entlastungsangebote nur von ganz bestimmten Organisationen durchgeführt werden dürfen und vom jeweiligen Land zugelassen sein müssen usw. Viele neue Hürden, die man erstmal überwinden muss und woran wohl die meisten scheitern werden :roll:
Mein Gott, warum darf man sich dann nicht eine taffe Haushaltshilfe nehmen, die es gut macht und zuverlässig ist?!!! Wie schwachsinnig, dass alle bestimmte Zertifikate und Zulassungen brauchen, haha, das "Zertifikat zum Putzen als niedrigschwellige Entlastungsleistung" oder so....
LG, Claudia

AnneJaJoLu
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Beitrag von AnneJaJoLu »

Hallo Claudia,

das mit den bestimmten Organisationen - so meinte der Mitarbeiter meiner KK - soll dann eigentlich nicht so sein ...

Weiß hier inzwischen jemand Genaueres????
In der Zeitschrift, auf die die KK verwiesen hat, stand leider auch nur, dass das Ganze Ländersache sein wird und das war es dann. Genaueres wäre noch abzuklären.

Aber ab Januar besteht doch der Anspruch ... also würd ich den auch gern jetzt geltend machen.

LG
Anne

Martina78
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Beitrag von Martina78 »

Hallo, mich interessiert das auch sehr. Wäre eine Hilfe zum Putzen wohl denkbar, das würdemich als Pflegeperson z.B. Sehr entlasten und darum geht es doch, oder? LG martina
Martina mit Julia (*1/2012), Pachygyrie und Epilepsie, Pflegegrad 5. Seit 6/15 sehr erfolgreich Ketogene Diät. Kann kurze Strecken laufen. Plus Neuankömmling Franziska (*12/16).
"Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen." (Schopenhauer)

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... highlight=

Kaja
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Beitrag von Kaja »

Hallo Anne,
AnneJaJoLu hat geschrieben:das mit den bestimmten Organisationen - so meinte der Mitarbeiter meiner KK - soll dann eigentlich nicht so sein ...

Weiß hier inzwischen jemand Genaueres????
In der Zeitschrift, auf die die KK verwiesen hat, stand leider auch nur, dass das Ganze Ländersache sein wird und das war es dann. Genaueres wäre noch abzuklären.
schau mal hier:

http://www.pflege-deutschland.de/pflege ... ungen.html
Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung das Nähere über die Anerkennung der niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangebote zu bestimmen.
http://www.pflege-deutschland.de/pflege ... turen.html
Die Anerkennung niedrigschwelliger Betreuungsangebote und niedrigschwelliger Entlastungsangebote kann durch die Länder in zwei getrennten Rechtsverordnungen, sie kann aber auch in einer gemeinsamen Rechtsverordnung geregelt werden.

Es liegt in der Kompetenz der Länder, Bestimmungen dazu zu erlassen, wie der Anbieter seine Qualifizierung für die Tätigkeiten, die er jeweils erbringen will, nachweisen soll, um eine Anerkennung als niedrigschwelliges Angebot im Sinne von § 45c erhalten zu können.
Entsprechende aktuelle Rechtsverordnungen habe ich leider im Netz noch nicht finden können.

Viele Grüße Kaja

AnneJaJoLu
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Beitrag von AnneJaJoLu »

Hallo Kaja,
ja, das meinte ich mit der Info, dass das Ganze auf Länderebene zu regeln ist.
Leider finde ich auch nichts Näheres ...
Was heißt z.B. Qualifizierung im hauswirtschaftlichen Bereich?

Am besten sind wir jetzt mal ganz geschäftstüchtig und öffnen einen qualifizierten Putzdienst für pflegende Angehörige. Das wird sicher wieder ein Riesengeschäft für DRK und Co. Ich bin es sooo leid ....

Hab gerade die Barmer über FB noch mal angeschrieben :-) Schließlich hatten die ja versprochen in
ihrer Mitgliederzeitschrift Mitte Dezember nähere Infos zu geben.

LG
Anne

Josefine2009
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Beitrag von Josefine2009 »

Habe bei der Techniker KK angerufen und die meinten, die zusätzlichen Entlastungsleistungen könnten ausschließlich über einen Pflegedienst laufen, der die Zulassung für die zusätzlichen Betreuungsleistungen machen darf. Ich beim Pflegedienst angerufen und gefragt; ja, machen sie, sind 5 Std. monatlich. Wir lassen sie zum Bügeln und Staub wischen kommen, eine HH-Hilfe haben wir eh schon aber sie schafft nicht alles in der Zeit.

LG, Claudia

AnneJaJoLu
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Beitrag von AnneJaJoLu »

Ja,

das hatte ich befürchtet: Über 20 Euro Stundenlohn für eine Bügelhilfe o.ä.
Das ist ja wohl ein Witz!!!

LG
Anne

Anne&Hannah
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Beitrag von Anne&Hannah »

Hallo Ihr Lieben!
Aus aktuellem Anlass bei uns zuhause ( haben gerade beschlossen, eine Haushaltshilfe zum Putzen zu suchen ) ne Frage dazu:
Wie sehr "grauzonig" findet Ihr es, jemanden über die ( ja frei verfügbare ) Verhinderungspflege zu suchen, der sich dann allerdings etwas mehr um den Badezimmerfussboden als um das pflegebedürftige Kind kümmert?
Ich meine zur Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegestufe wird ja auch ein hauswirtschaflicher Anteil gezählt...
Macht das wer?
Neugierig:
Anne
Anne&Thomas mit D. ,J. & HANNAH (13) - Mitochondriale Enzephalomyopathie/Morbus Leigh. MtDNA 12706 T>C im MT-ND5-Gen, dadurch Hirnschädigung mit Mehrfachbehinderung, Rolli, Button. z.N. Stammhirnschädigung und nächtlicher Beatmung. Tracheostoma zu seit 4/14. Chronisch fröhlich!

Sabrina82
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Beitrag von Sabrina82 »

Hallo,

zur Verhinderungspflege zählt auch die Hauswirtschaftliche Seite und ist von daher kein Problem. Machen wir auch so.
Ein Pflegedienst bei uns macht bei Kindern sogar nur die Hauswirtschaftliche Sachen, da sie bei der Pflege Fachkräfte benötigen würden was sie nicht haben.

Gruß Sabrina
PS L 2008, Z.n. Battered Child, Bilaterale dyskinetische CP, Epilepsie, atypische ASS uv Baustellen mehr; AT J. 2010 , Bindungstrauma, ADHS, Legasthenie, Dyskalkulie, Sprachverständnisprobleme, V.a. FAS; PT J. 2012, PKU, Bindungsstörung, FAS, Epilepsie, geistige Behinderung, ADHS, Neurodermitis und Allergien.

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