Mein 3-jähriger Sohn spricht nicht!

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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DeJu
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Mein 3-jähriger Sohn spricht nicht!

Beitragvon DeJu » 28.10.2014, 05:10

Hallo ihr lieben,

ich schreibe jetzt einfach gleich drauf los, ohne uns extra vorzustellen.
Wir sind schon ein paar Jahre bei REHAkids, aber da ging es um meinen grossen Sohn Denny:-).
(Stoffwechselerkrankung, operierter Herzfehler, Schwerstbehindert, Pejsonde)
Erstmal vorne weg, ich tippe hier mit Handy, also falls Fehler auftauchen ect. dann ist das Handy dran Schuld :P

Heute geht es um meinen Sohn Carlos (3 Jahre alt).
Ja und wie ihr ja sicher schon gelesen habt, in der Überschrift, er spricht nicht.:-(
Jetzt ist der Punkt angekommen wo ich mir einfach nur sorgen mache, warum es so ist.
Haben gestern bei der U7a Untersuchung gesagt bekommen das wir uns jetzt im Spz vorstellen sollen.
Worum ich mich auch gleich heute kümmern werde, aber dennoch schreibe ich hier, weil ich dachte sich evtl auszutauschen zukönnen.
Carlos hat auch verschiedene Charakterzüge, wo ich nicht weiß ob es "normal" ist.

Also Carlos spricht kein einziges Wort, alle sagen immer es kommt noch, aber ich habe halt ein komisches Gefühl und habe Angst.
Er spricht "dada", "eija" und "da" was ja nun auch keine worte sind.
Er guckt sich sehr gerne Bücher an, kann alles imitieren aber halt nicht mit Worten benennen.
Er kann sich schwer auf neues einlassen, zb.wenn er im Sommer seine Nike's trägt habe ich im Herbst/Winter das Problem ihm andere Schuhe anzuziehen. Carlos wird dann rrgelrecht aggressiv und fängt an zuweinen und das schlimme ist, es sind ja nicht nur schuhe, es ist so vieles. Mützen, Jacken zb auch.
Er braucht immer seine Routine, mit neuem tut er sich schwer, zb sind jetzt paar Tage wo er ohne Windel ausser Haus geht ( so zuhause und kita klappt es super).
Gestern zb waren wir ja beim Arzt, ich musste ein Pullertopf mitnehmen, er lässt sich nicht
hochheben um draussen zupullern oder wollte da nicht auf Toilette mit festhalten. Ich muss immer jetzt sein Topf mitnehmen. Gottseidank hatte ich den topf im Auto :lol:

Wie gesagt, vielleicht ist es ja auch normal aber ich kannte es nicht, Carlos lässt sich ja auch nichts sagen. Alles will er alleine machen (was ja super ist) aber man darf ihn nicht berichtigen.

In der Kita hat er sich gut eingelebt seit Aug.2013.
Er spielt mit fange bei den Kindern usw. Er fasst nur langsam vertrauen zu anderen Erziehern. Wenn ihm was gegen stricj geht, kam es auch schon vor das er doll zugetreten hat. :cry:

Sorry ihr lieben das ich immer den Satz mit "Er" beginnt.
Ich wollte soviel schreiben, meine Gedanken kreisen, aber hoffe habe erstmak das wichtigste aufgeschrieben. Falls nicht fragt ruhig :-).

Vielleicht hat ja jemand paar tipps oder kann ein hoffnung schenken.
Ich liebe ihn so oder so, ob nun mit sprechen oder ohne, aber irgendwann braucht man gewissheit und das Gerede von anderen kann nerven. "Man er spricht ja noch nicht, guckt ihr euch keine Bücher an" ect es nervt und tut weh.


Wer bis hierhin gekommen ist, bekommt ein virtuelles



:icon_flower: :icon_flower:

liebe grüße Julia

Achso im August wurde Carlos operiert, die Mandeln wurden verkleinert und die Polypen entfernt. Im op wurden noch letztere test gemacht wegen Hören (die hat er im wachen zustand nicht zugelassen) und mit seinen Ohren musste nichts gemacht werden, er hört super.

ach und wenn ich ihn lange Sätze erzähle oder was er machen oder holen soll, er versteht alles :-)
Denny*06/2007 Mitochondriopathie Komplex 1 (Rollikind, Pej-Sonde, PS3) ...im Himmel seit dem 11.10.2017 Für immer in meinem Herzen mein Bibi

Carlos*11/2011 kein Sprechen bis auf 4 bis 5 Wörter (undeutlich), starke Wahrnehmungsstörung, Unruhe, (Diagnose noch ausstehend)

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Betty1205
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Beitragvon Betty1205 » 28.10.2014, 08:09

Hallo Julia,

da erinnert mich doch Einiges an meinen Sohn. Was aber gar nichts heißen muss :wink: .

Was sagt denn Euer Kinderarzt dazu? Ich würde eine Verordnung zur Logopädin
verlangen und dann schnellstmöglich da vorstellig werden. Wir haben uns bei Fabian
auch lange vertrösten lassen, so nach dem Motto: "Ist ja ein Junge, das wird schon" :x .

Je schneller ihr Euch da einen Termin holt (und die Logo-Praxen haben mitunter lange
Wartezeiten) um so besser.

Liebe Grüße
Petra
Sohn geb. 94, Fragiles X, 100 % SBA, Epilepsie

MarinaH
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Beitragvon MarinaH » 28.10.2014, 08:28

Hallo!

Hören habt Ihr schon abgeklärt, das ist super. Sprachförderung macht ihr zuhause schon gut. Dann wartet mal in Ruhe den Entwicklungstest ab und was dabei empfohlen wird. Wenn es nur eine Sprachstörung ist, sieht die Prognose recht gut aus. Das müsste aber erst mal geklärt werden, bevor man einen Therapievorschlag macht.
Das Verhalten, das Du beschreibst, kommt mir für das Alter normal vor. Ist er dickköpfig? Will wohl schon vieles selbst machen, sagtest Du.
Zum Thema Logopädie gibt es verschiedene Meinungen- auf alle Fälle sollte klar sein, dass es sich tatsächlich um eine Sprachstörung handelt, bevor man damit beginnt.

LG Marina
Kinderärztin im SPZ

Betty1205
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Beitragvon Betty1205 » 28.10.2014, 11:30

Hallo Marina,

Zum Thema Logopädie gibt es verschiedene Meinungen- auf alle Fälle sollte klar sein,
dass es sich tatsächlich um eine Sprachstörung handelt, bevor man damit beginnt.


Damit verliert man aber doch viel wichtige Zeit. Also meine beiden Töchter haben mit
3 Jahren schon gut gesprochen und die Ältere sogar sehr gut sowie auch andere Kinder
in der Familie und in der Kita. Ich würde den Sprachgebrauch von Carlos nicht als normal
ansehen für das Alter.

Ich will Dich als Ärztin nicht angreifen, aber das wurde bei unserem Sohn auch lange
gesagt und das hat ihm natürlich viel Zeit gekostet :x . Ich denke, ein Termin bei
einer Logopädin kann doch nicht schaden.

Liebe Grüße
Petra
Sohn geb. 94, Fragiles X, 100 % SBA, Epilepsie

manuwie
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Beitragvon manuwie » 28.10.2014, 21:56

hallo Julia :)
deine Geschichte klingt so ähnlich wie bei unserem Luis
er ist schon vier und hat ein Sprachvermögen eines 15monate alten kindes-
aber das Sprachverständnis ist gut-er bekommt schon über ein Jahr Logo-und die im Spz haben uns wirklich ganz, ganz dolle geholfen-also mach das-die haben sicher schön viele ähnl.Fälle wie deinen Sohn gehabt-viel Kraft und
Glück.
Manuela mit Luis :)

MarinaH
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Beitragvon MarinaH » 30.10.2014, 10:59



Damit verliert man aber doch viel wichtige Zeit. Also meine beiden Töchter haben mit
3 Jahren schon gut gesprochen und die Ältere sogar sehr gut sowie auch andere Kinder
in der Familie und in der Kita. Ich würde den Sprachgebrauch von Carlos nicht als normal
ansehen für das Alter.

Ich will Dich als Ärztin nicht angreifen, aber das wurde bei unserem Sohn auch lange
gesagt und das hat ihm natürlich viel Zeit gekostet Mad . Ich denke, ein Termin bei
einer Logopädin kann doch nicht schaden.


Hallo!

Vielleicht bin ich da konservativ, aber für mich gilt: keine Therapie ohne vernünftige Diagnose. Ja, die aktive Sprache ist nicht altersgerecht und das sollte untersucht werden. Mir fallen zur Sprachentwicklungsstörung auf Anhieb drei Differentialdiagnosen ein: Schwerhörigkeit (wurde ausgeschlossen) geistige Behinderung und Autismus (was es hoffentlich beides nicht ist!). Alles Krankheiten, die man erkennen sollte, bevor man einen Therapieplan macht. Insofern ist eine logopädische Untersuchung zwar nicht verkehrt, würde mir aber nicht ausreichen. Ich mache bei jedem Kind in dem Alter einen Entwicklungstest, und das ist ja hier auch geplant.

Gutes Sprachverständnis spricht für eine Normintelligenz und ist ein gutes Zeichen, dass die Sprachentwicklungsstörung überwunden wird. (Leider hat das nur ein Bruchteil meiner Patienten).

Ich habe tatsächlich nicht wenige Patienten, die mit später Sprache auffielen und tatsächlich eine geistige Behinderung hatten (ich hoffe aber sehr, dass es bei Carlos nicht so ist!)

LG Marina
Kinderärztin im SPZ

sandraundsimon
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Beitragvon sandraundsimon » 30.10.2014, 11:22

Hallo Julia!

Mein Sohn ist auch 3 und hat eine Körperbehinderung.
Nur sollte ihn das eigentlich nicht davon abhalten zu sprechen, auch wenn er im Mund sehr hypoton ist....jedenfalls haben wir auch gewartet und gewartet. Wir lesen ihm viel vor, schauen Bilderbücher und reden viel mit ihm. Er versteht wirklich alles, das ist auf jeden Fall klar.
Auf Anraten seiner Physiotherapeutin haben wir uns eine Sprachheilpädagogin gesucht. Simon geht seit August hin und endlich geht´s los mit sprechen!
Erst kam ja und nein, dann endlich Mama, leichte Namen (Jana heißt Jaja)...er kann jetzt leicht auszusprechende Worte nachsprechen, wenn er auch noch kein T oder P sprechen kann, aber das liegt an seiner Mundhypotonie.

Die Therapeutin gibt uns Hausaufgaben, die wir eine Woche lang zu Hause üben sollen und sei es nur Lichtschalter an und aus knipsen :lol: .
Denn auch solche "Tätigkeiten" haben Einfluss auf die Sprachentwicklung.

Ich kann dir nicht sagen, ob es für euch auch das Richtige ist, aber vielleicht gibt ja zufällig eine/-n Sprachheilpädagogin/-en in eurer Nähe und ihr könnt ihn ihr/ihm einmal vorstellen?
Simon geb. 6/11, ICP, Sprachentwicklungsstörung, super süßer Grinsekater
Carolin geb. 03/14, topfitte Sausemaus

Anna K.
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Beitragvon Anna K. » 30.10.2014, 11:57

Hallo,

mein Sohn hat erst mit 2,5 Jahren angefangen zu sprechen. Die von Martina angesprochenen Diagnosen wurden aber ausgeschlossen, bevor wir mit Logo anfingen. Er hat auch lange "verwaschen" gesprochen, und das "sch" konnte er erst mit ca. 6 Jahren sprechen. Heute mit fast 8 Jahren redet er wie ein Wasserfall, und als er 2 Jahre war, hatte ich Angst ein Kind zu haben, dass nie mit mir sprechen wird.
Wenn man als wissen würde, was die Zukunft bringt, hätte man viel mehr Geduld.

Liebe Grüsse
Anna

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Beitragvon Betty1205 » 30.10.2014, 13:58

Hallo Marina,

mein Sohn hat eine geistige Behinderung und ein gutes Sprachverständnis und spricht
trotzdem nur 2 - 3 Wortsätze. Wir haben oft vorgelesen und er hat noch zwei Schwestern,
die auch viel mit ihm gesprochen haben.

Viele hier im Forum haben gar keine Aussicht auf eine Diagnose, trotzdem sollte doch
zumindest schon mal in den Bereichen, in denen eine "Störung" vorliegt ansatzweise
therapeutisch eingegriffen werden.

Wir haben die Diagnose erst bekommen, als Fabian schon 5 Jahre war. Gott sei Dank
haben wir vorher mit der Logo begonnen, sonst würde er vielleicht noch weniger bzw.
schlechter sprechen.

.... tatsächlich eine geistige Behinderung hatten (ich hoffe aber sehr, dass es bei
Carlos nicht so ist!)


Das hoffe ich natürlich auch.

Liebe Grüße
Petra
Sohn geb. 94, Fragiles X, 100 % SBA, Epilepsie

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MarinaH
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Beitragvon MarinaH » 30.10.2014, 14:25

Hallo!

Bevor ich mißverstanden werde: Entwicklungsverzögerung ist auch eine Diagnose. Man sollte Patienten ganzheitlich sehen und sich nicht nur auf einen Bereich beschränken. Das gefällt mir eben an meiner Arbeit im SPZ, dass ich mir ein umfassendes Bild machen kann. Bei vielen Kindern ist das ja auch nötig. Je komplexer die Störung, desto wichtiger ist ein guter Therapieplan.
Und nochmal: zwar sind die meisten Kinder mit auffälliger Sprache "ein Fall für den Logopäden" aber eben nicht alle. Und manche brauchen nicht nur Logopädie. (das ist dann auch vertane Zeit, wenn lange auf Sprachentwicklungsstörung behandelt wird und eine andere Diagnose übersehen).

LG Marina
Kinderärztin im SPZ


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