Ergotherapie

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
Lesslo
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 652
Registriert: 17.01.2014, 20:44

Ergotherapie

Beitrag von Lesslo »

Hallo,

meine Tochter geht jetzt seit April zur Ergo (sensomotorisch Perzeptive Behandlung). Mich würde interessieren was bei anderen bei der Ergo so gemacht wird.

Meine Tochter webt zb. mittlerweile die 6. Stunde. Bis sie die Tasche, die sie herstellen will fertig gewebt hat, gehen mindestens noch einmal soviel Stunden drauf. Dh, sie hätte dann mehr als eine Verordnung verbraucht um ein Werkstück herzustellen. Ich finde das wird eine ganz schön "teure" Tasche. Kommt so etwas bei anderen auch vor und kann ich bei der Therapeutin sagen daß ich es eigentlich Sundenverschwendung finde, ein ganzes Rezept für ein einziges Werkstück "zu vergeuden" ?

Wir könnten ja zb die Webseiten auch zu Hause erledigen und die Tasche wird dann in der Ergo zusammengenäht. Ich weiß nicht was es bringen soll 10 Stunden hintereinander zu weben.

Lg Lesslo[/i]
Tochter * 09.07 mit Epilepsie, Pinealiszyste, ADS, F83, LRS...
kleiner Bruder mit Infekt Asthma

dörte04
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 23
Registriert: 07.01.2010, 12:48

Beitrag von dörte04 »

Hallo,
welches Ziel habt ihr denn besprochen ?
Wie ist die Kommunikation zwischen euch?

Lg dörte

Katja_S
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2563
Registriert: 15.01.2009, 12:47
Wohnort: B.-W.

Beitrag von Katja_S »

Hallo Lesslo,
hast du denn schon mal mit der Ergotherapeutin gesprochen? Vielleicht kann sie dir ja erklären, weshalb sie immer das Gleiche macht mit deiner Tochter?
Bei uns ist das nicht so. Klar gibt es immer wieder ähnliche Sachen, die die Ergo mit meinem Sohn macht, aber 2 Stunden laufen nie gleich ab. Und in den letzten paar Minuten zeigt mit E., was er alles gemacht hat und die Ergo erklärt mir, was das Ziel/Thema der Stunde war.
Ich würde das Gespräch suchen :D .
Gruß,
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

Benutzeravatar
Lesslo
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 652
Registriert: 17.01.2014, 20:44

Beitrag von Lesslo »

Hallo Dörte,

Ziele sind Verbesserung der Konzentration, der Aufmerksamkeit und der Ausdauer, Verbesserung der visuellen Wahrnehmung und der Grafomotorik.

Gespräche haben, bis auf das erste wo wir unsere Tochter vorgestellt haben, bis jetzt nicht stattgefunden. Bestenfalls mal kurz zwischen Tür und Angel.

LG lesslo
Tochter * 09.07 mit Epilepsie, Pinealiszyste, ADS, F83, LRS...
kleiner Bruder mit Infekt Asthma

dörte04
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 23
Registriert: 07.01.2010, 12:48

Beitrag von dörte04 »

Hallo lesslo,
ich bin Ergotherapeutin, bei uns läuft es anders.
Nach jeder Einheit gibt es ein Gespräch über den Inhalt, Verlauf, Beobachtungen und mögliche Hausaufgaben, denn es ist doch wichtig, dass das in der Therapie erarbeitete im Alltag angewandt und gefestigt wird. Wenn etwas unklar ist, sprich die Therapeutin an!
Lg dörte

die_ottilie
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 637
Registriert: 01.01.2012, 17:00

Beitrag von die_ottilie »

hallo lesslo,

ich bin auch ergotherapeutin. bei der förderung der ausdauer und konzentration macht es prinzipiell schon sinn, längere zeit an einem werkstück zu arbeiten.
was sie genau im fall deiner tochter damit bezweckt, kann sie dir am besten selbst erklären.

vielleicht ist es tatsächlich möglich, dass ihr einen teil als "hausaufgabe" erledigt, um so anschließend noch mit anderen medien an den zielen zu arbeiten.
die zeitdauer ist realistisch.
wir hatten im examen für ein 20x20cm großen "lappen" 4 zeitstunden zeit (heißt 5 therapieeinheiten reine arbeitszeit), patienten benötigen zeitx120%. die zeitdauer für so ne tasche ist schon realistisch, da deine tochter ja nicht 45 min. kontinuirlich und hochkonzentriert arbeiten wird (sonst wäre sie nicht da ;) )

bitte die therapeutin, dir nochmal die genaue absicht ihrer stundeninhalte zu erklären und, wenn es dir wichtig ist, regelmäßige auswertungsgespräche. die letzten 10 min. jeder stunde reichen ja.

wurde ein befund mit testungen gemacht?

lg
ergotherapeutin, selbst mit NF1 betroffen

-don't be afraid to be different-

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 14802
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitrag von Engrid »

Hallo,

Bei uns wurden am Anfang fünf konkrete Förderziele festgelegt, und meine Erwartungen festgehalten. Alle paar Monate wird "nachjustiert". Unsere Ergo ist sehr breit aufgestellt, sie arbeitet an der Handlungsplanung, an einzelnen Baustellen wie bestimmten Zwängen, an der Eigenmotivation, sie verschafft ihm ungeahnte Erfolgserlebnisse (was die Eigenmotivation ungemein ankurbelt), aber auch klassisch an der Stifthaltung. kurz: ganzheitlich.
Während bzw nach der Stunde erklärt sie mir, was sie da tut und warum. Das meiste bewusst im Beisein von Junior (das war neu für mich), aber in sehr respektvoller Weise. Und in regelmäßigen Abständen gibt es Elterngespräche. Gelernt hat Junior da in wenigen Monaten schon sehr viel, natürlich kann man nicht jeden Firtschritt direkt auf die Ergo zurückführen.

Der Vorgänger hat ganz anders gearbeitet: keine Förderpläne, nix Schriftliches, Elterngespräche nur auf ausdrücklichen Wunsch meinerseits. Gelernt hat Junior da in zweieinhalb Jahren: Null.

Also: Nachfragen, reinsetzen, hingucken. Förderpläne und -Berichte einsehen.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

r.bircher
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 837
Registriert: 12.09.2005, 09:17
Kontaktdaten:

Beitrag von r.bircher »

Hallo

Ich würde auch mal mit der Therapeutin sprechen. Ich kenne es nur vom Sport. Meine Trainings sind sehr monoton. Momentan fahre ich seit rund 1300 km mit dem Rad eine 1 1/2 km Runde. Ich hab etwa drei verschiedene Trainings im Programm und die werden ständig wiederholt. Meine Trainings sind deswegen nicht schlecht, im Gegenteil. Ich habe meine Leistung in 5 Monaten mehr als verdoppelt, und das ist relativ effektiv. Manchmal stimmt das Sprichwort "Steter Tropfen höhlt den Stein" eben.

Aber die Therapeutin kann dir hoffentlich mehr zu ihrer Überlegung sagen.

Gruss Raphael
-------------------------------------------------------------------
Meine Vorstellung
Mein Blog

Benutzeravatar
Lesslo
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 652
Registriert: 17.01.2014, 20:44

Beitrag von Lesslo »

Hallo,

ich Danke euch für die vielen Antworten. Beim nächsten Termin werde ich um ein Gespräch bitten.

@ Engrid, bist du bei der Therapie dabei? Das ist bei uns grundsätzlich nicht erwünscht. Das wurde bereits am ersten Tag gesagt. "Das Kind ist an der Eingangstür abzugeben."

@ Anja, test wurde laut Bericht nur einer gemacht. Hat wohl was mit Grafomotorik zu tun (KgB ? Kann das sein). Wobei sich die Therapeutin ja anfangs schon irgendwie ein Bild machen musste wo die Probleme genau liegen?!

Fragt ihr immer nach was warum gemacht wurde oder kommt die Initiative von den Therapeuten? Woran erkennt man denn gute Therapeuten? Als Laie kennt man sich damit ja nicht so aus.

LG Lesslo
Tochter * 09.07 mit Epilepsie, Pinealiszyste, ADS, F83, LRS...
kleiner Bruder mit Infekt Asthma

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 14802
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitrag von Engrid »

Hallo Lesslo,

Ich bin dabei, weil erstens die Ergo das sehr gerne und häufig so macht, und zweitens, weil ich das ausdrücklich wollte (Junior hat ein autistisches Problem, das Gelernte dann auch zuhause in der "anderen" Welt umzusetzen.) es gibt sicher auch den Fall, dass es ohne Mutter sinnvoller ist. Wenn aber die Eltern grundsätzlich unerwünscht sind, auch zum Hospitieren, UND zusätzlich keine Gespräche, keine Info angeboten wird - dann hänge ich mich jetzt mal aus dem Fenster und trau mich zu sagen, dass Deine Ergo wahrscheinlich nix taugt.

Ich würde also an Deiner Stelle drauf bestehen, dass sie Dir so oder so ermöglicht, Dir ein Bild zu machen, was und wie und wozu sie mit Deiner Tochter arbeitet.
Wenn sie dann nicht wirklich einschwenkt, würde ich sie wechseln.

Gute Therapeuten finden sich über Mundpropaganda, und man erkennt sie daran, dass sie Kind UND Mutter ernst nehmen, dass sie einen (schriftlich fixierten) Plan haben, dass sie ihr Handeln erklären können und das auch gerne tun, dass das Kind gerne hingeht und Fortschritte macht.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Antworten

Zurück zu „Krankengymnastik, Frühförderung und andere Therapien“