Blindheit und Einschulung 2015

Hier könnt ihr euch über Hör- und Sehbehinderung austauschen.

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nina-st
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Beitragvon nina-st » 10.10.2014, 16:41

Ich finde auch, "einen Schritt rückwärts gehen" wenns aus rigendeinem Grund nicht klappt ist rel einfach.

Also von der Regelschule zur Förderschule zu wechseln geht ruckzuck. Andrsrum ist das schon eher ein behördlicher Akt....

Auch noch interessant: Wie ist das mit Hilfsmitteln? Wiviele Braillezeilen z.B: teilen sich in der BLindenschule die Kinder? Da muß sowas ja die Schule anschaffen, aber nicht eins pro Kind sondern da wird geteilt.
An der Regelschule bekommt er die HIlfsmittel für sich alleine. Bedeutet aber auch daß man sich selbst um Verordnung, Kostenübernahme usw kümmern muß
Pflegesohn ,traumatisiert, blind, 6. Klasse Blindenschule

cari.a
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Beitragvon cari.a » 10.10.2014, 19:22

Was für ein Quatsch! An fast allen Schulen für blinde und sehbehinderte gibt es Braillezeilen für alle so wie Laptops oder PCS, die verliehen werden. Was für eine schule soll das denn sein, in der man sich die Zeilen teilen muss? Unsinn! Ich war von 2000 bis 2013 auf 3 Schulen für blinde und sehbehinderte und ich musste nie teilen! Jeder bekam seine eigenen Hilfsmittel und auf der Sehbehindertenschule auf der ich die einzige blinde war, besorgte man sogar die Hilfsmittel extra für mich. Ich bin erschüttert, wie schlecht hier über die Schulen für blinde und sehbehinderte geschrieben wird und das sie "Förderschulen" genannt werden.

SonjaUSA
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Beitragvon SonjaUSA » 10.10.2014, 20:42

Hallo,
runterkopiert von der homepage unserer Frühförderstelle:
Staatlich anerkanntes privates Förderzentrum
Förderschwerpunkt Sehen
oder hier aus Marburg:
Die Carl-Strehl-Schule (CSS) in der mittelhessischen Universitätsstadt Marburg ist eine staatlich anerkannte private Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „Sehen”.

Zwischen Förderschule und Förderzentrum kann ich nur insofern einen Unterschied feststellen, dass Schule expliziert das Alter von 6 - ca. 18 Jahren meint, während Förderzentrum alle Altersgruppen miteinbezieht: Kiga, Schule und Berufsschule, Internat, usw. .

Also bleibt es wohl bei der Formulierung: Förderschule versus Regelschule .

Gruß
Sonja
J. 5/09 LCA-> sehbehindert; H.04/05 und M. 07/02 gesund

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Beitragvon cari.a » 10.10.2014, 21:42

Hallo,
Also ich kann von meiner Schullaufbahn in 3 verschiedenen Schulen für sehbehinderte, für sehbehinderte und Blinde und dann die Carl-Strehl-Schule nur gutes berichten. In der 1. Schule hat man extra für mich, da ich die einzige blinde war die Hilfsmittel besorgt und bei der Beantragung für meine Privaten Hilfsmittel geholfen und mitgekämpft. In der 2. Schule waren wir 6-12 Schüler und Schülerinnen, die alle einen PC hatten mit den Dingen die sie brauchten. Braillezeile, Vergrößerungen, Lesegeräte. Jeder hatte sein eigenes teil. In der CSS oder die ganze Einrichtung: Blister, hatte ich meinen eigenen privaten Laptop mit meiner Braillezeile. Aber wir hatten viele Schüler, die Lei-Laptops von der Schule bekamen. Und auch hier: Lesegeräte, große Bildschirme, jeder sein eigenes Gerät. Der Vorteil an kleinen Klassen: bessere Kontakte zum Lehrer, und sogar ein Stück weit Vertrauen in den Lehrer. Also ich weiß wirklich nicht, in welcher Schule man sich eine Braillezeile teilen muss. Jeder kriegt das was er braucht von der Schule zur Verfügung gestellt.
Meine Schulzeit war die beste zeit in meinem leben, ohne Probleme, guter Kontakt zu anderen betroffenen, vorbereitung auf die Große weite Welt mit vielen sehenden, aber auch einen geschützten Rahmen.
Cari Selbstbetroffen: Blind, Mittelgradige Depression im Jahre 2012, jedoch heute lebensfroh und immer gutgelaunt.

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Beitragvon nina-st » 10.10.2014, 22:42

An der Blindenschule an der unser Knirps 3 Wochen hospitiert hat gab es 1 Lesegerät für 6 sehbehinderte Kinder und eine Braillezeile die sich 4 blinde Kinder geteilt haben.

Es gibt eine Schreibmaschine pro KLasse. Das klappt bestimmt auch ganz gut, aber es ist ein Unterschied ob man an eigenen HIlfsmitteln arbeitet oder warten muß bis man dran ist.
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Beitragvon cari.a » 11.10.2014, 12:31

Hallo, Entschuldigung, dann war das eine schlechte Schule. Ich kenne es so, dass entweder jeder ein Lesegerät bekommt oder 2 sich eines teilen. Braillezeile gab es wie ich schon sagte für jeden und Laptops/PCS auch.
Wo wohnt denn die Themenerstellerin, vielleicht gibt es in der Umgebung eine gute Schule.
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Beitragvon Mik2009 » 12.10.2014, 17:31

Hallo Ihr Lieben,

@nina-st: Hab mir ehrlich noch keine Gedanken darüber gemacht,ob die OGS bis 16:30 auch für ein Inkusionkind gilt. Dachte da würde man keine Unterschiede machen und es wär halt für alle so!!! Da muss ich mich wirklich nochmal schlau machen.

@sonjaUSA: Ja, um die Betreuung muss ich mich wirklich noch kümmern, da da noch einige Fragen offen stehen. Falls mein Sohn gegen 15:45 aus der Förderschule nach Hause kommen sollte, muss ich ja defintiv vor ihm zu Hause sein. Da ich mit mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, und zwar locker ne Stunde, müsste ich theoretisch fast ne Stunde eher heim fahren als normal, da es ja auch mal sein kann, das die Bahn oder der Zug ausfällt. :x

@cari.a:Bzgl. der Hilfsmittel mach ich mir eigentlich keine Sorgen. In der Förderschule hieß es, er würde über die Kasse eine Braille Schreibmaschine kriegen (für sich alleine) und eine müssten wir uns wohl privat für zu Hause besorgen, damit er auch seine Hausaufgaben machen kann. Da könne man aber noch mit der Kasse drüber streiten, wer die Kosten letztendlich übernimmt. Die Förderschule wäre übrigens in Köln (NRW).

LG

Mik2009

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Beitragvon nina-st » 13.10.2014, 10:05

Die Krankenkasse übernimmt keine Hilfsmittel die in der Förderschule genutzt werden. Die Eingliederungshilfe auch nicht. Da würde ich voher mal bei der KK nachfragen.
Zumindest hier in Niedersachsen ist das so.

Solche Hilfsmittel muß komplett die Schule stellen!

Bei Inklusion ist das anders, da bekommt das Kind die Hilfsmittel über die KK oder über die Eingeliderungshilfe.


Außerdem habe ich grade gelernt daß wenn die Schulassistenz des Inklusionskindes krank ist der Träger keine Vertretung ab sofort stellen muß. Bei 6 Wochen überlegen die sich nie Lösung, aber bei 3 Tagen Erkältung der Assistenz muß das Kind zu hause bleiben.
Wir haben so viel Ausfälle und Termine vormittags im ersten Schuljahr gehabt- ich arbeite von zu hause aus, alles andere wäre sehr schwer geworden. Das ist bei ner Förderschule anders.

Vielleicht ist das bei Euch alles viel einfacher, aber hier merkt man deutlich daß Inklusion nur dann funktioniert wenn die Eltern viel Energie und Zeit investieren.
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Beitragvon cari.a » 13.10.2014, 20:23

Nina, dann ist das von kasse zu kasse unterschiedlich, weil Ich in Ba-Wü meine Hilfsmittel für die Schule von der Kasse gezahlt bekommen habe. Liegt wohl an der Kasse.
Mik2009
wo wohnst du denn genau?
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Beitragvon nina-st » 14.10.2014, 09:36

Wir wohnen in Niedersachsen.
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