Parken auf dem Behindertenparkplatz als Begleitperson

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Ute K.
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Parken auf dem Behindertenparkplatz als Begleitperson

Beitragvon Ute K. » 30.09.2014, 12:23

Hallo zusammen,

ich hätte da mal eine Fachfrage, die ich gerne an euch stellen möchte.

Ich bin Inklusionsbeauftragte in unserer Stadt, kenne mich aber auch nicht in allen Detaillfragen aus. Heute hat mich eine Vollzugsbeamte um Rat gefragt. Sie hat einer Autofahrerin, die offensichtlich nicht behindert war, einen Strafzettel ausgestellt, wegen unerlaubten Parkens auf einem Behindertenparkplatz. Sie war mal eben in die Bank gerannt, um Geld abzuheben. Diese hat sich nun beschwert, denn sie hätte ihren 3-jährigen Neffen im Auto gehabt, der eine Parkberechtigung aufgrund von Behinderung gehabt hätte, den Ausweis hätte sie auch auf der Ablage liegen gehabt. Die Vollzugsbeamte sah aber lediglich die (nichtbehinderte) Freundin der Autofahrerin im Auto sitzen, das Kind und auch der Parkausweis waren ihr nicht aufgefallen. Sie hat mich deshalb gefragt, ob man auch einen Behindertenparkplatz benutzen dürfe, wenn man zwar einen Menschen mit Parkberechtigung dabei habe, dieser aber im Auto sitzen bleibt. Könnt ihr mir dazu vielleicht was schreiben? Ich habe nichts passendes im Internet gefunden.

Vielen Dank!
LG Ute mit N. (2004),Tuberöse Sklerose, Epilepsie, epilepsiechirurg. Operation im Januar 05 und August 07, sprachl. und motor. Entwicklungsverzögerung u. autistisch.

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Beitragvon Vanessa167 » 30.09.2014, 12:29

hallo unsere "politesse" hat ja gesagt das man auch dort parken darf wenn die beeinträchtigte person nicht mit aussteigt...lg
mein großer *07/09: deletion chromosom 17;
globale entwicklungsverzögerung;Epilepsie;
psychomotorische Entwicklungsverzögerung;schlafstörung;Gehirnschaden nach
sauerstoffmangel;Hirnblutungen(1grad) und Muskelhypotonie
meine kleine*03/12 kern gesund

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Beitragvon else » 30.09.2014, 12:36

Hallo Ute,
mir hat die Polizei erklärt, dass man dort nur stehen darf, wenn der Behinderte mit aussteigt.
Finde ich auch schwierig mein großes Kind und den Rollstuhl immer rein und raus zu wuchten. Oft wäre es einfacher mal schnell irgendwo ein paar Minuten allein zu gehen, aber dann darf man den Parkplatz eben nicht benützen, müsste sich weiter weg stellen und so lange kann ich ihn dann wieder nicht allein lassen. Also schleppe ich ihn immer mit.
LG
Else

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Beitragvon AnjaH » 30.09.2014, 13:34

DOch klar darf man parken wenn der behinderte nur dabei ist und nicht aussteigt. ICh kann doch nicht sonstwo parken und sehe den behinderten dann vielleicht garnicht.

Wenn derjenige dabei ist und auch der Ausweis hat man die Berechtigung..auch wenn ich nur kurz in Bäcker reinhüpfe..das tue ich ja dann auch für denjenigen..
LG
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Beitragvon Ellert » 30.09.2014, 13:45

huhu

also ich parke auch und lasse Ellert kurz im Auto.
Wäre ich ihn mitnehmen würde das ewig dauern und sol lange der Parkplatz blockiert sein.
Und weiter weg parken und ihnnicht sehen geht nicht
DAGMAR mit
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Beitragvon AnneJaJoLu » 30.09.2014, 14:00

Hallo!

Ich parke auch auf den Rolliplätzen, wenn Lukas mit im Auto ist, auch wenn er nicht mit aussteigt, weil ich z.B. nur kurz ne Überweisung abholen muss. Würde ich ihn mit rausnehmen, wäre der Parkplatz schließlich noch viel länger blockiert.

Wenn ich vier Stunden einfach nur mit Lukas im Auto sitzen würde, würde ich dort doch auch parken dürfen ...

Liebe Grüße,
Anne

P.S.: Haben wir nicht schon genug um die Ohren, als dass man uns wegen solcher Dinge noch nen Strafzettel verpassen muss????

P.P.S.: In Bezug auf gesunde Leutchen, die mit dem Rolliausweis die Parkplätze blockieren ohne jemanden mit Behinderung dabei zu haben, reagiere ich allerdings echt allergisch. Kenne eine Dame, die fährt schon seit über zwei Jahren mit dem Ausweis ihres verstorbenen Mannes durch die Gegend - geht gar nicht ....

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Beitragvon kal-el » 30.09.2014, 14:49

hallo,

also ehrlich gesagt würde ich mich als autofahrer ganz schön ärgern,
wenn eltern behindertet kinder den parkplatz benutzen,
obwohl das kind nicht mit raus oder rein muß oder nicht einmal dabei ist....
wobei ich den aufwand an sich verstehe.

chris

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Re: Parken auf dem Behindertenparkplatz als Begleitperson

Beitragvon MichaelK » 30.09.2014, 15:19

den Ausweis hätte sie auch auf der Ablage liegen gehabt. Die Vollzugsbeamte sah aber lediglich die (nichtbehinderte) Freundin der Autofahrerin im Auto sitzen, das Kind und auch der Parkausweis waren ihr nicht aufgefallen.
also zunächst muss der blaue Parkausweis gut sichtbar hinter der Vorderscheibe ausgelegt sein.
War das nicht der Fall, erübrigt sich jede weitere Diskussion.

Der Parkausweis darf ausschließlich vom Berechtigten und für dessen Zwecke benutzt werden. Alles Andere ist Ausweismissbrauch. Ergibt sich also aus dem Tatbestand, dass nur durch eine Nichtberechtigte Person eine zweckfremde Handlung vorgenommen wurde, ist dies nicht nur ordnungswidrig, sondern strafbar.

Macht euch da bitte nix vor. Das kann teuer werden. Mal schnell Brötchen holen und husch wieder ins Auto etc.. ..... Wenn die auf der Lauer liegenden Ordnungshüter das beobachten und bezeugen, kennen die Richter keine Gnade. Die Anzeige kommt auch ohne dass vorher ein Strafzettel ausgelegt wird. Es gibt mehrere Urteile dazu.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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Beitragvon Silvia & Iris » 30.09.2014, 15:33

Liebe Chris,

stell dir mal vor, du fährst mit deinem Kind - welches im Bus hinten im Rolli stitz - und musst noch schnell Anträge beim Amt abholen... dort sind zwar Behindertenparkplätze, doch leider parallel zur Fahrbahn... - du stellst dein Auto ab -
Fall 1 - du nimmst dein Kind mit - brauchst Hilfe, weil dort wo du rein kannst ins Gebäude mit Rollstuhl, dort ist zwar eine Trageschnecke, doch da brauchst du einen Schlüssel, den du nicht hast - du läutest, es kommt jemand, lässt dich mit dem Rolli in den Halbstock, dort ist der Lift, den nimmst du dann... - du gehst, gibst die Formulare ab oder holst welche - nimmst das Kind und alles wieder retour... - diesmal reagiert der Hausmeister - oder die Putzfrau schneller und du kommst dann das letzte Stück schon recht flott runter - du gehst zum Auto retour, dort parkt jemand, der nicht lesen kann, so dicht an deinem Auto, dass du die Rampe nicht runter lassen kannst... - du lässt das Kind stehen, rangierst und parkst dann in 2. Reihe - jetzt kannst du dein Kind auch wieder einladen...

... Oder du parkst, weil du mit dem Bus weder in das Parkhaus fahren möchtest noch es kannst, 500 m vom Gebäude entfernt und läufst?

Das Kind sitzt dann 20 min drin? - Oder länger, weil die nächsten Parkplätze alle belegt sind??

Machst du das wirklich?? Oder lässt du dann das Kind nicht auch im Rolli sitzen, läufst, holst das Formular und fährst wieder??
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

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Beitragvon Ellert » 30.09.2014, 16:03

huhu

also wenn einer parkt ohne den Behinderten im Auto finde ich das auch wirklich das allerletzte.
Allerdings macht es keinen Sinn ob man nun den behinderten im Auto lässt KURZ wohlgemerkt oder aber er aussteigt und das zum Teil kompliziert und lange ist - der Parkplatz ist so oder so besetzt.

Interessant wäre zu dem Thema die rechtsprechung.
Oder auchw enn man mit dem Behinderten ankommt, den ggf in der Schule abgibt und dann wieder weiterfährt. Da sieht die Polizei auch nur dass man gesund ist und selbst einsteigt...
DAGMAR mit
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