F 93.2 öfter bei Autismus?

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F 93.2 öfter bei Autismus?

Beitragvon ehemaliger User » 08.09.2014, 16:56

Mein 14jähriger Sohn ( Aspie ) hat aktuell die Diagnose F93.2 (Störung mit sozialer Ängstlichkeit des Kindesalters ) dazu bekommen ( 2 weitere neue Diagnosen stehen im Raum, F41.1 und eine die in Richtung Zwangsstörung geht). Ich dachte immer, es hängt mit dem Autismus zusammen mit den Zwängen und Ängsten, hm.

Eigentlich ging es darum bei diesen Untersuchungen, dass er nicht in der Lage ist z.B. alleine mit dem Bus zu fahren, alleine einzukaufen etc. , und uns sollte geholfen werden von Seiten des Arztes, die Merkzeichen H und B durchzubekommen und passende Therapien für ihn zu finden, so dass er selbständiger wird. Nun gibt es aufmal eine völlig neue Diagnose. Kommt das häufiger vor bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus?

Für uns ist aktuell wichtig, die Merkzeichen H und B durchzubekommen, da wir extrem hohe Fahrtkosten haben zu Therapien etc. und ich die auf Dauer so nicht tragen kann ( zu geringes Einkommen ) , er hat momentan einen Grad der Behinderung von 60 ohne Merkzeichen.

Wie wirkt sich denn F93.2 bei der Beurteilung des GdB aus? Müßte das nun auch mit berücksichtigt werden? Oder werden evtl. die alten Diagnosen nun gar nicht mehr berücksichtigt? Unser Versorgungsamt stellt sich extrem " kitzelig" an und man muß erst klagen etc. ( mein Mann hat z.B. nur einen GdB von 20 bekommen trotz dauernder Absencen , meinem jüngeren Sohn wurde das H verwehrt trotz Asthma schwerstem Grades und Nahrungsmittelallergien bis hin zum anaphylaktischen Schock, man bekommt es hier einfach nicht durch, selbst mit VDK nicht, obwohl alles eindeutig ist) .

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ehemaliger User

Beitragvon ehemaliger User » 10.09.2014, 11:16

Ich schiebs nochmal nach oben und fasse es nochmal kürzer: Haben noch weitere Kinder hier zu der Autismusdiagnose ne Diagnose aus dem Angststörungsbereich und/ oder Zwangsstörungsbereich bekommen?

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 10.09.2014, 11:51

Hallo,

wir haben noch eine Angsstörung und Mutismus.

Gruss Ronja

Lija
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Beitragvon Lija » 10.09.2014, 13:13

Hallo,

bei uns steht noch beides im Raum, man weiß noch nicht was genau die Ursache ist.
Mein Sohn hat auf jeden Fall in irgendeiner Form eine Angststörung auch so einige "Marotten" sowie selektiven Mutismus. Ich weiß, dass man sagt, dass diese Störungen oft als Folge des Autismus auftreten. Ist aber sicherlich kein Muss....

LG
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rena99
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Beitragvon rena99 » 10.09.2014, 18:27

Ich schiebs nochmal nach oben und fasse es nochmal kürzer: Haben noch weitere Kinder hier zu der Autismusdiagnose ne Diagnose aus dem Angststörungsbereich und/ oder Zwangsstörungsbereich bekommen?
Wir haben die Diagnose Zwangsstörung, wobei als tieferliegende Ursache wohl auch Autismus eine Rolle spielen könnte. Autismus ist derzeit eine Verdachtsdiagnose.

LG

Rena
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Beitragvon B.Kant » 10.09.2014, 18:33

Hallo,

bei uns kam die Diagnose sozusagen dazu, damit J eine Verhaltenstherapie bekommen kann. Also eine Therapie unabhängig von der Autismus-Diagnose, denn für die würde eine Krankenkasse nicht bezahlen.
Liebe Grüße
Britta

Sohn, volljährig; Diagnose: "frühkindlicher Autismus auf hohem Funktionsniveau"

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der lässt mich im Leben leiden."

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Beitragvon MarleneF » 11.09.2014, 12:03

Ich schiebs nochmal nach oben und fasse es nochmal kürzer: Haben noch weitere Kinder hier zu der Autismusdiagnose ne Diagnose aus dem Angststörungsbereich und/ oder Zwangsstörungsbereich bekommen?
Hallo Quirin,

meine Tochter hat noch "Sozialphobie" dazu bekommen.
Tochter (12/98): ASS (da lt Erstdiagnose Asperger vorliegen soll und es nach einer zweiten Diagnose HFA sein soll)

Ich (7/62): ASS (Diagnose am 03.03.14)

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Beitragvon MartinaM. » 11.09.2014, 14:15

Die o.g. Zusatzdiagnosen gehören eindeutig in das Autismus-Spektrum und erscheinen mir wie hilflose Versuche der Diagnostiker, sich nicht festzulegen.

zu Differentialdiagnostik:

"Zwangsstörungen": bei Autismus sollte immer der Unterschied zwischen Ritual und Zwang beachtet werden, "Ritual" ist hilfreich, entspannend und stützend, wird auch so empfunden, Schaukeln zB.
"Zwang" ist wenn es Leiden bringt und nicht zu steuern ist, so als wäre der Mensch ferngesteuert, das fühlt sich dann nicht mehr gut an.

"Klassische" Sozialphobie ist erworben, durch Traumata etc. Kann therapiert werden zB durch Desensibilisierung.

"autistische Sozialphobie" ist angeboren, hängt vorrangig mit den fehlenden Reizfiltern zusammen, wodurch ALLES ungefiltert ins Hirn kommt über alle Kanäle, da gibt es keine Filterung in "wichtig"/"unwichtig" und deshalb ist alles zu laut und grell und schrill, was natürlich den Kontakt mit Aussenreizen erschwert, vorallem bei Kindern. Später kann durch bewusste Filterung ("Reizfilter-Imitate") und bewusstes "damit-umgehen-lernen" eine Verbesserung eintreten, aber anstrengend bleibt es immer, der Außenkontakt, die Menschen, die Reize und der Lärm.
"ach wie gut, dass ich dich gerettet habe, beinahe wärst du ertrunken" sagte der Affe und setzte den Fisch in den Baum.

me: F 84.5 AspergerAutismus

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Beitragvon Lija » 11.09.2014, 15:47

Ich kann mir immer nicht vorstellen, wieso Ärzte sich nicht festlegen wollen sollen.
Ich kann ja nur von meinen Erfahrungen ausgehen, in unserem SPZ ist es halt so dass man sagt, so eine Diagnose müsse reifen, das finde ich eigentlich auch vernünftig. Trotzdem hat man gesehen dass wir ajf Hilfe brauchen und deshalb hat man auch recht zügig reagiert. Aber was ist es dass Ärzte scheinbar gerade bei Autismus zögern lässt eine Diagnose zu stellen?! Dafür gibts ja diese ganzen Test... Liegt es daran dass viele Kinder so "Grenzfälle" sind?
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ehemaliger User

Beitragvon ehemaliger User » 11.09.2014, 18:18

Ich bin auch sehr verunsichert, denn erst hieß es Asperger, dann hieß es Kanner ( weil er schon früh auffällig war) dann wurde aber ganz schnell in atypischen Autismus umgewandelt.
Nun ist er wegen seiner starken Ängste in der Tagesklinik und bekommt eben Diagnose aus dem Angststörungsbereich und Zwangserkrankungsbereich ( wobei es in meinen Augen auch Rituale sind) .

Anfangs bekam er mal ne ADHS-Diagnose, dann 2008/2009 hieß es Tourette wegen seiner Zuckungen und Geräusche, dann emotionale und soziale Störung, dann die oben genannten Autismus-Diagnosen.

Laut Tagesklinik ist er ein Grenzfall, vor Jahren war es eindeutiger gewesen, da gab es gar keinen Zweifel.

Er selber sagt von sich, er könne gar kein Mitleid für andere spüren, dafür würde er sich schämen weil andere das wohl mitbekommen haben und ihn dafür nicht mögen. Dazu noch hatte er Probleme beim Sozialtraining, Gefühle nachzustellen ( war eine Aufgabe ) weil er Gefühle nicht nachstellen kann. Und in Deutsch sollte er in einem Aufsatz eine Konversation weiterführen von 2 fiktiven Personen, daran ist er fast verzweifelt und anschließend ausgerastet mit Wegrennen. Auch deshalb ist er in der Tagesklinik, dort kommt er aber anscheint zu gut klar, hm.

In 2 Jahren beginnt er eine Berufsausbildung und bis dahin muß klar sein, was genau mit ihm ist und wo man ihn einsetzen kann. Nach spätestens 3 Stunden kann er ja schon nicht mehr und braucht ne lange Pause und er geht keinen Weg alleine, ist nicht in der Lage, alleine mit dem Bus zu fahren, er kriegt Panik und "friert" entweder ein oder rennt weg ohne Nachzudenken bis er sich beruhigt hat.

Ich frage mich manchmal, ob es nicht eine " übergeordnete" Erkrankung mit verschobenen Hirnstoffwechsel gibt, die alle die Symptome auslöst, wo eben von jedem was bei ist. Ich mag auch nicht irgendwelche Diagnosen sammeln, sondern Klarheit was nun sache ist und wie es mit ihm weitergehn könnte. Ich bin mir so unsicher, was ihm im Leben offen stehen könnte, was er noch erreichen könnte und ob er damit wohl glücklich und zufrieden sein wird.


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