Schreibschrift lernen - wichtig oder nicht?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Susanne1972
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Beitrag von Susanne1972 »

Na ja, die Begründungen der FAZ finde ich nicht wirklich fundiert. Texte besser merken? Heute wird doch kaum noch was selbst abgeschrieben, die Texte stehen doch in Druckschrift im Arbeitsheft oder Buch. Und in den Unis stitzen die Studenten auch nicht mehr mit Block und Stift da, sondern mit Laptop, etc.


Gruß
Susanne

Lisa Maier
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Beitrag von Lisa Maier »

Hallo Susanne,
Heute wird doch kaum noch was selbst abgeschrieben, die Texte stehen doch in Druckschrift im Arbeitsheft oder Buch.
Vielleicht ist das der Grund, warum auf mich heute manche Abiturienten mit keineswegs schlechten Noten einen ziemlich ungebildeten Eindruck machen. Ich glaube kaum, daß der Stoff weniger geworden ist, aber offensichtlich wurde das für die Prüfungen gelernte nicht wirklich verinnerlicht.
Was die Unis betrifft, mag das mit den Laptops bei den Laberfächern stimmen. Würde ich da auch so machen. Aber wenn ich an meine Vorlesungen aus dem mathematisch/naturwissenschaftlichen Bereich denke - ne, ganz bestimmt sitzen da die, die nicht generell nur aus Büchern lernen, immer noch mit Papier und Stift da.

Viele Grüße

Lisa

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Sabine
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Beitrag von Sabine »

Susanne1972 hat geschrieben:Heute wird doch kaum noch was selbst abgeschrieben, die Texte stehen doch in Druckschrift im Arbeitsheft oder Buch.
Hallo Susanne,

vermutlich können deshalb viele Kinder nach der Grundschulzeit immer noch nicht richtig schreiben. Studien haben ergeben, dass 10Jährige heute deutlich schlechter schreiben als noch von 30, 40 Jahren. Die Rechtschreibung ist eine Katastrophe und die Schrift bei vielen auch.

LG
Sabine
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vjestica
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Beitrag von vjestica »

Hallo,

also ich finde es schade das heutzutage das schreiben so vernachlässigt wird in der schule.
stelle fest das mein 6klässler ( gym, sehr guter schüler ) auch probleme mit dem schreiben allgemein und der rechtschreibung im besonderen hat.
obwohl er kiloweise bücher inhaliert ... er schreibt einfach zu wenig!
leider wird schreiben / schreibschrift von der grundschule und den weiterführendne schulen jedes jahr mehr vernachlässigt. :?
das kenne ich von seinen größeren geschwistern noch ganz anders und die sind trotz schlechterer noten im wortbild einfach viel sicherer gewesen.

LG jenny
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Susanne1972
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Beitrag von Susanne1972 »

Sabine hat geschrieben:
Susanne1972 hat geschrieben:Heute wird doch kaum noch was selbst abgeschrieben, die Texte stehen doch in Druckschrift im Arbeitsheft oder Buch.
Hallo Susanne,

vermutlich können deshalb viele Kinder nach der Grundschulzeit immer noch nicht richtig schreiben. Studien haben ergeben, dass 10Jährige heute deutlich schlechter schreiben als noch von 30, 40 Jahren. Die Rechtschreibung ist eine Katastrophe und die Schrift bei vielen auch.

LG
Sabine
Ja, das stimmt. Die Kids lernen heute Englisch und Computerbediehnung, da muss ja irgendetwas auf der Strecke bleiben. Aber das ist ja wieder ein anderes Thema.......... :wink:

Gruß
Susanne

Zwuckel
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Beitrag von Zwuckel »

Hallo zusammen,

J. hat in der zweiten Klasse die vereinfachte Ausgangsschrift gelernt und obwohl ich vorher vielemBedenken hatte und seine Druckschrift sehr krakelig war, geht diese Schrift ihm viel besser von der Hand. Nach einem halben Jahr üben im normalen Schulalltag schreibt er zwar immer noch recht groß, aber meist regelmäßig und leserlich. Vielleicht geht auch bei Euch Probieren über Studieren und ihr versucht es einfach und macht euch keine Gedanken. Sollte es gar nicht gehen, dann habt ihr ja immer noch die Möglichkeit bei Druckschrift zu bleiben.
Unsere größte Baustelle bleibt die Stifthaltung. J. kippt den Stift nach oben statt auf die Hand. Er schreibt mit Links. Außerdem stimmt die Druckdosierung am Stift nicht - entweder Schraubstock mit weißen Kalten Fingern oder wie leblos, so dass der Stift fast aus der Hand fällt. Ich hoffe aber, dass sich das mit den vermehrten schriftlichen Arbeiten in der dritten Klasse noch bessert.

Lg
Steffi
Steffi mit J. (*2005) komplexe fokale Anfälle (Z.n. West-Syndrom), Autismusspektrumstörung und M., gesund

Daniplus
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Beitrag von Daniplus »

Hallo zusammen,
ich finde den letzten Beitrag von Steffi einen guten Ansatz: es einfach einmal probieren. Eine gewisse Zeit ausmachen, in der die vereinfachte Ausgangsschrift gelernt wird.
Eine Frage: was sagt eigentlich die Lehrerin bzw. der Sonderpädagoge? Probieren oder nicht?

Wir können jedenfalls berichten, dass unsere Tochter in der zweiten Klasse statt Schreibschrift einen weiteren Druckschiftlehrgang gemacht hat in der Zeit, in der die anderen Kinder dann ihren Schreibschriftlehrgang hatten. Klar fällt Kind damit aus dem Rahmen der Klasse, aber unsere Tochter hat durch ihre Schulbegleitung sowieso von Anfang an einen Sonderstatus in der Klasse gehabt.

Was die generelle Frage anbelangt, ob Schreibschrift weiterführend ist bzw. - wie Sabine verwies - auch wirklich sinnvoll ist zu erlernen, möchte ich eine Beobachtung anführen: beruflich habe ich immer wieder mit Kindern im Alter zwischen 12 und 15 Jahren zu tun, die fast ausnahmslos einen eigenen wilden Mix aus Schreib- und Druckschrift schreiben.
Unsere ältere Tochter hat auch ab Klasse 5, als die Lehrerforderung nach Schreibschrift nicht mehr da war, sofort umgeschwenkt.

Und was den Laptop oder ähnliche Hilfsmittel anbelangt: unsere Tochter schreibt jetzt vermehrt auf dem Computer (daher hatte ich neulich einmal nach einem Lehrgang für das 10Finger-Schreiben gefragt) und siehe da: ihre Rechtschreibung ist erheblich besser geworden, weil sie ihre eigenen Buchstaben besser erkennt :)

Liebe Grüße und gute Gedanken
Daniplus
Daniplus (ohne Kalorien) mit Tochter Ly (in vieler Hinsicht ein besonderes Menschenkind), Jahrgang 2004

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Beitrag von Reginas Family »

Hallochen,

bei uns wurde die Schreibschrift nicht gelehrt, aber mein Sohn wollte sie lernen und hat sie innerhalb von zwei Wochen sich selbst angeeignet. Das war in der 5. Klasse. Ihm gefällt sie jetzt nicht mehr und schreibt lieber Druckschrift.

Mein Mittlerer schreibt in der 10. Klasse noch immer Schreibschrift. Ich kannst nicht lesen, für mich sind das Hyroglyphen. Die Lehrer schaffen es scheinbar. Meine Große hat in der 5. Klasse wieder auf Druckschrift umgestellt und so schreibt sie jetzt im Studium auch.

Ich finde es nicht wichtig. Eher glaube ich, dass so mancher ein wenig traurig ist, dass er das lernen soll. Die Aussage unserer Lehrerin bei meinem Mittleren war damals, dass nur bei Schreibschrift eine individuelle Schrift entstehen würde....

Viele Grüße

Regina
Tochter 1995, Sohn 1998 Asperger, Sohn 2001 frühkindlicher Autist

ehemaliger User

Beitrag von ehemaliger User »

Meine beiden Söhne können nicht in Schreibschrift schreiben, beide können damit nichts anfangen, sie schreiben in Druckbuchstaben mit sehr vielen fehlern, aber man kann es mit ein wenig Phantasie raus lesen was es heißen soll ( Ktofel = Kartoffel) . Die Kleine hat fast zeitgleich in der ersten Klasse Druck- und Schreibschrift gelernt und kann mit beidem schreiben ( aber eben auch mit vielen Fehlern - die Schrift ist aber sehr leserlich ) .

Was meine Söhne betrifft, so bestehe ich nicht drauf dass sie irgendwann mal Schreibschrift lernen, ich freu mich einfach drüber, dass sie in Druckbuchstaben so schreiben können, dass man es lesen kann, das ist mehr als bei beiden erwartet wurde :-)

manja-marc
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Schreibschrift ist keine Pflicht!

Beitrag von manja-marc »

Hallo,
Unser Sohn ist gerade in die 5. Klasse gekommen. Wir haben ihm die Schreibschrift auch erspart, da er recht mühsam schreibt und lange Texte gehen gar nicht. Er hat Ende der 2. Klasse einen Laptop mit Multitextprogramm bekommen. Das Programm hat die KK bezahlt, den Laptop die Schule. Leider ist das in der Grundschule nur schlecht angenommen worden, da die Lehrer sich sehr schwer taten mit PC. Und daher würde auch das 10-Fingertippen nur schleppend gelernt. Bei Aufsätzen und längeren Texten muss auch jetzt noch der Schulbegleiter übernehmen. Das alles hat aber nichts mit der Leistung zu tun. Jannes hat zwar gekürzte Arbeiten geschrieben und weniger handschriftlich gemacht, wurde aber zielgleich beschult. Er hat auf dem Zeugnis einen glatten Zweierschnitt und eine Gymnasialempfehlung. Was ich damit sagen will: Lasst eure Kinder nicht so unter Druck setzen, sie können auch ohne Schreibschrift genau so viel lernen und einen guten Schulabschluss machen. Sie haben es oft einfach schwerer, die gleichen Leistungen zu bringen, weil sie sich körperlich viel mehr anstrengen müssen. Auch konzentrationsmäßig ist es bei meinem Sohn durch seinen Hydrocephalus viel schwerer, bei so einer normalen Klassenlautstärke gut mit zu machen. Daher versuche ich ihm, Dinge zu ersparen, die überflüssig sind...und dazu zähle ich die Schreibschrift. Später wird er eh alles mit PC schreiben, so ist nun mal die Entwicklung in unserer Zeit!
LG Manja
Manja und Marc mit Timon (04/00) und gesund und Jannes (05/03) Spina bifida , ACM Typ 2 , shuntversorgter Hydrocephalus und seiner Assistenzhündin Linda

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