Essen schlecht - Kind merkt es nicht

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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Eliotsmama
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Essen schlecht - Kind merkt es nicht

Beitrag von Eliotsmama »

Hallo ihr lieben,

Im Regelfall, koste ich alle Lebensmittel für Eliot vor oder kontrollieren anhand der Optik, ob etwas schlecht ist.

Vor einiger Zeit ist es aber vorgekommen, das Eliot morgens eine warme Milch bekommen hat und bei der Zu Steigung ist mir Salz aus dem Gewürzfach gefallen und ich habe nicht gemerkt, das davon einiges im Milchgefäß gelandet ist. Eliot hat sie getrunken als wäre nichts. Zum Schluss habe ich den letzten Schluck trinken wollen und bin fast nach hinten umgekippt. Da dachte ich zum ersten Mal: "schmeckt er den Unterschied vielleicht nicht?"

Eliot ist kein rohes Obst oder Gemüse, daher machen wir ihm Mus oder Kompotte. Heute morgen hat er dann bestimmt 8-9 große Löffel Apfelkompott genüsslich verdrückt. Gerade wollte er wieder Obst und ich hab ihm wieder einen Löffel gegeben, hab dann aber selbst Lust bekommen und mir eine. Löffel gegönnt - es war widerlich schlecht. 😱

Ist das ein normales Verhalten oder erkennen Kinder in dem Alter eigentlich so etwas? Bin da gerade etwas verunsichert.

Lag
Yvonne
Yvonne & Eliot Liam *12/2010, SBA 100% GBH, PG 5
Frühkindlicher Autismus mit geistiger Behinderung, Alternierende Hemiplegie im Kindesalter (AHC), schw. allg. Entwicklungsst. und fehl. expressiver Sprache, Umschr, Entwicklungsst. der Mundmotorik, extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne und hohe mot. Unruhe, Muskelhypotonie etc.

Nadine94
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Beitrag von Nadine94 »

Hallo Yvonne. Ob Kinder das in diesem Alter schon merken, weiß ich leider nicht. Mir fällt dazu aber Folgendes ein: Kann es sein, dass dein Sohn gustathorisch hyposensibel ist, also im Geschmack zu wenig empfindet? Das hört sich danach an. Ich habe auch eine leichte Unterempfindlichkeit in diesem Bereich.

LG
Nadine
1994, blind, leicht autistisch, kleinwüchsig und andere Besonderheiten

Angela77
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Beitrag von Angela77 »

Hallo Yvonne,
doch das erkennen gesunde Kinder normalerweise! Klingt für mich nach dem was Nadine schreibt: Die Geschmacksswahrnehmung ist zu wenig stark ausgeprägt ...

Lg
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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FinnjasMama
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Beitrag von FinnjasMama »

Hallo ,

Finnja würde es auch essen wenn es schlecht ist . Sie hat auch schon Saft getrunken der "gekippt" ist.

Finnja würde auch total versalzene Lebensmittel essen

LG Dani
Finnja geb 4/09 Epilepsie/SD Unterfunktion / Blutgerinnungsstörung / globale Entwicklungsstörung , verschiedene Wahrnehmungsstörungen, Muskelhypoton, verkürzte Archillissehnen Faltenasymmetrie des Hüftdreiecks
06/08 unser Sternenkind in der 11 SSW
Sophia 03/07 gesunder Dickkopf
Ann- Kathrin 04/04 Neurodermitis

Eliotsmama
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Beitrag von Eliotsmama »

Hm. Ich denke ich sollte das einmal bei der Logopädin ansprechen. Ich find es schon merkwürdig, das so gar keine Reaktion kam. Aber ich kann mich auch täuschen.
Yvonne & Eliot Liam *12/2010, SBA 100% GBH, PG 5
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JanaSnow
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Beitrag von JanaSnow »

Hallo,

das finde ich spannend.

Unsere Tochter lehnt manche Lebensmittel komplett ab. Scheint also sehr wohl Geschmack wahrnehmen zu können.

Wie ist das bei Deinem Sohn? Isst er alles oder hat er schon auch Vorlieben?

Zu unserer Tochter kann ich sagen, dass sie es auch nicht merkt, wenn ein Lebensmittel verdorben ist. Hat auch schon komplett schlechte Mandelmilch getrunken. Die hatte ich frisch gekauft. Aber irgendwie war sie verdorben. Sie hatte schon 100 ml davon getrunken, bis ich es gemerkt habe, weil ich mir etwas davon in den Kaffee gemacht hatte. Aber sie hat ne halbe Stunde später alles erbrochen. Im Moment der Nahrungsaufnahme hat es sie nicht gestört.

Bei Säften wiederum sind kleine Nuancen der Rezeptveränderung für sie manchmal schon Grund genug, den Saft abzulehnen.

Sie hat lange HA-Nahrung mit Frühchenzusatz FM irgendwas bekommen (ekliges Zeugs). Unser Arzt sagte mal, dass diese Kinder oft einen etwas "außergewöhnlichen" Geschmack entwickeln würden.

Kommt sowas vielleicht bei Euch in Frage oder hat er von Beginn an wohlschmeckende Nahrung erhalten?

LG
Jana

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RolliTanteSilvi
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Beitrag von RolliTanteSilvi »

Hallo,

Auch ich kenne das Phänomen aus Kindheitstagen "schmeckt doch gut" (obwohl Milch sauer) oder auch sehr scharfe Sachen.

Meine Eltern haben lange mit mir üben müssen was "schmeckt / tut gut" und was "schmeckt / tut nicht gut"

Versuchserklärung:
Zitrone vs. Zucker (mir schmeckte immer die Zitrone besser)
Zitrone vs. sehr süße Orange (da schmeckte plötzlich die Orange besser)
sehr süße Orange vs. sehr verdünnter Essig (Orange schmeckt lecker)
Milch mit Schoko-Pulver (hauts. süß) vs. Essig (Milch lecker)
Milch mit Schoko-Pulver (hauts. süß) vs. echt saure Milch (Milch mit Schoko schmeckt viel besser)

So habe ich gelernt was "schmeckt / tut gut" und was "schmeckt / tut nicht gut"

Ich weiß heute das mein Geschmacksempfinden durch die pürierte Nahrung gestört war. Habe bis ich 5 war keine Löffel usw. akzeptiert.
Heute esse ich mit Messer, Gabel und Löffel und es schmeckt mir (manchmal auch zu gut). :D :wink:

Es ist aber nachgewiesen das es Menschen gibt wo die Geschmacksknospen / Zonen auf der Zunge nicht besonders gut angelegt sind - somit wird der Unterschied z.B. süß / sauer nicht wahrgenommen.

Macht doch mal so ein SpieleSpass s.o. mit der ganzen Familie - wird lustig.

Heute - 36 Jahre später: :lol: Nur aus der Vorstellung heraus das die offene Milch sauer sein könnte mit dem dazu gehörigen Geschmack lässt mich heute jedes mal vorsichtig an der Verpackung riechen und einen winzigen "Probeschluck" nehmen.

Viel Spaß und liebe Grüße
Silvi :icon_flower: :icon_sunny:
Moritz (geb.2007) - richtiger Sonnenschein und "Wirbelwind" mit Muskeldystrophie des Typs Duchenne - hat beide Eltern bei einem Autounfall verloren - seit 2017 Diffuser Ösophagusspasmus (Schluckstörung) - seit 2018 Tracheastoma & GastroTube
" Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas bauen". (Erich Kästner)

Eliotsmama
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Beitrag von Eliotsmama »

Hallo ihr lieben,

Danke nochmal für eure Antworten.
Hab das Thema heute mal bei unserer Logopädin angesprochen und sie meint, es sei nicht verwunderlich, da Eliots Mundraumwahrnehmung eh gestört und wenig ausgeprägt sei. Da wäre eine geringe Geschmackswahrnehmung möglich und logisch. Ich solle alles vorher probieren, ansonsten kann man da nicht viel machen.

LG
Yvonne
Yvonne & Eliot Liam *12/2010, SBA 100% GBH, PG 5
Frühkindlicher Autismus mit geistiger Behinderung, Alternierende Hemiplegie im Kindesalter (AHC), schw. allg. Entwicklungsst. und fehl. expressiver Sprache, Umschr, Entwicklungsst. der Mundmotorik, extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne und hohe mot. Unruhe, Muskelhypotonie etc.

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Jakob05
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Beitrag von Jakob05 »

Mein Grosser hat auch mit 10 oder 12 Jahren noch ohne Zucken schimmeliges oder faules gegessen. Wir haben dann über optische Merkmale Regeln trainiert wie "weisser, grüner Belag" oder Schillern auf der Wurst. Ich habe das auf seinen Autismus geschoben, obwohl er ja auch lange Sondenkind war und dies evtl. eine Folge davon.
Komischerweise ist er aber auch ein Feinschmecker, der leckeres Essen sehr zu schätzen weiss und auch gerne neue Rezepte probiert, auch wenn bestimmte Dinge (Wurst mit Gesicht, Kekse in Tierform...) völlig abgelehnt werden (Autismus?).
Heute hat er verstanden, dass es verdorbene Lebensmittel geben kann und wenn die antrainierten Regeln nicht weiterhelfen, fragt er manchmal nach. So kommt es nicht mehr allzuoft zu unappetitlichen Zwischenfällen. Geschmacklich würde er Verdorbenes auch heute noch nicht erkennen.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†,* 05, 37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, HG-versorgt, Lordose, Rachenfehlbildung => Tracheostoma...)

Elly82
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Beitrag von Elly82 »

Hallo,

mein Sohn kann verdorbene Lebensmittel auch nicht "schmecken", was aber anscheinend mit seiner Wahrnehmung als Autist und nicht mit seinen Geschmacksnerven zusammenhängt. Also wir sind absolute Feinschmecker und bevorzugen nur bestimmt Lebensmittel, andere (Wurst, Obst) lösen Erbrechen aus, dafür können wir aber ohne mit der Wimper zu zucken eine halbe Tüte schlechte Milch austrinken und ihm ist nicht mal übel. :shock:
Daher muss ich immer alle Lebensmittel probieren, bevor er sie bekommt.

Grüße
Elly
meine Sonne (11) atypischer Autist, Lernbehinderung, motorische Störungen; Töchterchen (4) - absolut normal in unserer irren Welt

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