Konsequenzen haben keine Wirkung

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Chantal1986
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Konsequenzen haben keine Wirkung

Beitrag von Chantal1986 »

Hallo alle zusammen,

nun war ich länger nicht mehr hier. aber heute habe ich mal wieder das Bedürfnis das ich mich mal wieder mit euch Austauschen muss!

Also mein Sohn fast 10 Jahre alt, ist momentan wieder sehr in seiner Welt gefangen!

-Er Diskutiert ohne Punkt und Komma, Immer will er recht haben, ach bei -Dingen wo er absolut keine Ahnung von hat.
-Macht hier im Haus nur Mist, geht bei Dingen be,i die ihm nicht gehören.
-Hört kein Wort.

Wenn ich dann Konsequenzen ansetze, die ich IMMER durchhalte, interessiert das aber auch nicht recht, bzw er nimmt sie ganz entspannt entgegen!
z.b Er hat Nachts sein Handy genommen, und 3 mal haben wir ihn in sein Zimmer geschickt beim 2. mal sagten wir ihm noch einmal und dein Handy ist für 1 Tag weg. Er machte es natürlich ein 3. mal gemacht, und Handy weg, er nahm es gelassen ( Handy ist immer ein sehr beliebtes Spielzeug).

Auch z.b wenn er nachts nicht geschlafen hab Schulassistenz wieder es ins Heft schreibt und er Abends früh ins Bett soll, und eventuell auch mal vor seiner Schwester oder so eben Dinge wo andere ihrem Unmut Luft machen, er nimmt es so hin und geht in sein Bett.
Nicht das ich will das er dann Theater macht oder so, aber es kommt derzeit keine Gefühlsreaktion bei sowas!

Wie geht ihr damit um?

Kennt es jemand?

Danke für eure Tips
Liebe Grüße

von Chantal und Andreas mit Darius, Mira, Tjara und Marla

Darius *04 (Myoklonische Astatische Epilpesie, Chromosomenanomalie , ADHS,LRS und Asperger Autist) PS 1 80gdb mit H und B.
Mira*10 gesund und Marla und Tjara *13

Nadine94
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Beitrag von Nadine94 »

Hallo. Mir fällt da schon was dazu ein. Es kann gut sein, dass dein Kind durch sein Verhalten prüft, ob die Konsequenzen eh eingehalten werden und die Konsequenz deshalb hinnimmt. Das ist oft bei Autisten der Fall, weil sie klare Grenzen und Strukturen brauchen. Gab es in letzter Zeit vielleicht häufige Veränderungen, sodass er keine klare Struktur hat oder hatte? Wie man damit am besten umgeht, kann ich dir leider nicht sagen, ich wünsche dir aber, dass es besser wird.

LG
Nadine
1994, blind, leicht autistisch, kleinwüchsig und andere Besonderheiten

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

Hallo Chantal,

das liest sich für mich, als wenn dein Sohn ernsthafte Einschlaf- bzw. Durchschlafprobeme hat. Den nächtlichen Handygebrauch würde ich da eher als "Symptom" und nicht als das Grundproblem ansehen. Aus irgendwelchen Gründen kann er nachts nicht schlafen, ihm ist langweilig und er muss sich irgendwie beschäftigen.

Was könnten die Gründe sein, dass so schlecht schlafen kann und nachts ständig aufstehen muss? Vielleicht sollte man sich erstmal in diese Richtung Gedanken machen. Was Nadine sagt, ist auch richtig, aber nur über Konsequenzen über den unerlaubten Handy-Gebrauch nachzudenken, wäre mir in so einem Fall zu kurz gegriffen.

Was Gefühlsreaktionen angeht: Hier ist es ja so, dass Autisten sehr wohl Gefühle haben, sie aber oft nicht so zeigen, wie Nicht-Autisten dass erwarten würden. Auch wenn er bestimmte Konsequenzen äußerlich gelassen hinnimmt, muss das nicht heißen, das sie ihm völlig gleichgültig sind und ihn nicht trotzdem irgendwo treffen. Ich würde es in solchen Fällen total falsch finden, wenn man irgendeine Gefühlsäußerung krampfhaft "erzwingen" will. Dann lieber akzeptieren, dass ein Kind wenig von sich preisgibt und vielleicht veruchen, in einem ruhigen Moment mit ihm ins Gespräch zu kommen, dann findet man wahrscheinlich eher heraus, was das Kind bewegt und wie es ihm emotional geht.

Frau K.
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Beitrag von Frau K. »

Hallo Chantal,

man setzt ja Konsequenzen ein, um Grenzen aufzuweisen und erwünschtes Verhalten aufzubauen bzw. unerwünschtes Verhalten zu beseitigen - mal ganz einfach gesagt.

Bei meinem Sohn fruchtete diese Maßnahme ebenfalls nicht und ihm schien es auch eher egal zu sein. Es gab mal eine Zeit - als er schon in der Schule war - dass ich ihm mitteilte, wenn das nicht klappt, dann gibt es eine Auszeit für seine Pokemonkarten. Es kam dazu, dass ich all seine Pokemonkarten für eine Woche im Keller verstaute. Es kam auch keine Reaktion von ihm und das erhoffte gewünschte Verhalten stellte sich auch nicht ein. nach einer Woche allerdings habe ich glatt vergessen, die Pokemonkarten wieder aus dem Keller zu holen. Sie blieben dort noch 3 Monate, ohne dass mein Sohn je danach fragte. Und seine Pokemonkarten sind ihm sehr sehr wichtig - dennoch nahm er es einfach so hin.

Damals hatten wir auch noch nicht die Diagnose. Heute kann ich keine Konsequenzen mehr einsetzen, sondern versuche verbal ihm bestimmte Dinge zu vermitteln. Alles andere ärgerte nur mich.

VG
Sohn 2002 - Asperger Syndrom (Diagnose 11/2013), V. a. ADS

Chantal1986
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Beitrag von Chantal1986 »

Frau K. Ja genau so meine ich es. Genauso ist es es hier auch.

Ich denke auch das ich das nun verbal mache, denn verbal hat er gerade aein absolutes Hoch.
Liebe Grüße

von Chantal und Andreas mit Darius, Mira, Tjara und Marla

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Chantal1986
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Beitrag von Chantal1986 »

Hallo Nadine, nee es ist eigentlich gerade akut in den letzten Wochen nichts gewesen.

Dario, das Schlafen ist schon je her ein Problem seit Geburt an. Aber ich habe mir das mal zu Gedanken genommen, das es vielleicht echt mal an der Zeit das wir da was dran machen.

Allerdings war das mit dem Handy einmalig und nur ein Beispiel was ich so meine, es ist nicht immer mt Verbindung schlafen der Fall.
Liebe Grüße

von Chantal und Andreas mit Darius, Mira, Tjara und Marla

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ehemaliger User

Beitrag von ehemaliger User »

Hallo,
wir haben das Problem hier auch:
Es wird diskutiert ohne Punkt und Koma, es wird immer weiter geredet, auf ein Stopp wird nicht gehört. Anweisungen teils überhaupt nicht Folge geleistet.

JasperJaspie
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Beitrag von JasperJaspie »

Hallo,

hier bei uns ist es auch so, Konsequenzen nutzen so rein gar nichts.
Das macht es schwierig mitunter.
Mein Sohn debattiert und redet auch so viel... seufz...

Ann
Ann *1969 mit Tochterkind *1991* sowie mit Sohn Jasper *2001* Asperger-Syndrom (Diagnose Februar 2014)

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MartinaM.
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Beitrag von MartinaM. »

Im autistischen Gehirn (zumindest bei den normativen 90% nehme ich an) soll angeblich das Strafe-Belohnungs-Zentrum nicht aktiviert sein. Könnte schon sein ...und wäre eine Erklärung für dieses Phänomen, das bei vielen Autisten sichtbar ist.
Kann mich leider nicht erinnern, wo ich das letztens gelesen habe...
"ach wie gut, dass ich dich gerettet habe, beinahe wärst du ertrunken" sagte der Affe und setzte den Fisch in den Baum.

me: F 84.5 AspergerAutismus

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo Martina,

Das finde ich sehr interessant, kannst Du da noch mehr drüber schreiben? Und vielleicht doch noch draufkommen, wo Du das gelesen hast? :wink:

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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