Was tun bei Fehldiagnosen? Rechnung nicht zahlen?

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

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LenchensMom
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Was tun bei Fehldiagnosen? Rechnung nicht zahlen?

Beitrag von LenchensMom »

Hallo zusammen!
Meine Maus wurde bezüglich ihrer Entwicklungsstörung an den Augen untersucht.
Beim ersten Termin hieß es: stark weitsichtig, aber zu ungenaue Werte um ein Rezept zuschreiben
neuer Termin (weil da ein neues tolles Gerät geliefert wurde, was wohl die Diagnose einfacher macht): immer noch weitsichtig, aber man könne nichts Genaues sagen, die Messungen waren nicht erfolgreich.
dritter Termin: wieder die Frage, ob das Kind schielt, ob in der Verwandtschaft Augenprobleme aufgetreten sind (gleicher Arzt!) und neben 2h Wartezeit und unfreundlicher Behandlung wieder kein Ergebnis, man könne das alles so schlecht erkennen bei ihr. Sie müsse in die Uniklinik wegen Verdacht auf Hornhautverkrümmung und jeztt kommt's: Kurzsichtigkeit! Häääää? Wie bitte?
Ich natürlich gleich zu einem anderen, erfahrenen Arzt: nein, Kind ist bis auf eine minimale Kurzsichtigkeit ganz gesund.

Ich hab soooooooo einen Hals. Man mutet diese ganzen Torturen dem Kind ja nur zu, weil man hofft, ihr so helfen zu können. Aber wenn dann nur Murks rauskommt???

Was würdet ihr in dem Fall tun? Anwalt? Rechnung nicht zahlen? Aber wie beweist man dem Arzt seine Inkompetenz??? Ich vertraue den Ärzten generell schon, aber hier fühle ich mich eindeutig verar....t.

eine saure Sanne
Sanne *1978
Papa *1971
Lenchen * Juli 2013 (entwicklungsverzögert wegen pränatalem Schlaganfall oder Anämie, strukturelle Epi, die süßeste Maus überhaupt)
kleine Schwester * Juli 2015, ganz fit
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EmanuelsMama
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Beitrag von EmanuelsMama »

Hallo Sanne,

seid ihr privat versichert? Ansonsten wird ja die Abrechnung zwischen Kasse und Arzt verlaufen und wahrscheinlich breits geschehen sein.

Aber auch wenn nicht: Du bezahlst die Untersuchungen, nicht das Ergebnis.

Du kannst dich an die Ärztekammer wenden und dort Beschwerde einreichen. Aber od das was nützt?

Ehrlich gesagt, die Nerven würde ich mir sparen. Du hast dir einen neuen Arzt gesucht und gut ist. Gerade wenn das Kind recht unspezifische Symptome hat, dann wird auch schon mal Trüben gefischt. Und Augendiagnosen in dem Alter sind nicht ganz einfach, weil die Kinder ja nicht wirklich kooperieren.

Mir hat eine Augenärztin verkündet, als mein Sohn ein halbes Jahr als war, sicher können sie nichts sagen, aber er sei wahrscheinlich blind. Wenn überhaupt, könne er nur leuchtend rote Flächen erkennen. Dass das nicht stimmte, wusste ich sofort. Ich bin also einfach nach Hause gegangen, habe mir einen neuen Augenarzt gesucht und eine über Jahre gute Betreuung erfahren.

Es ist also doof, dass ihr euch große Sorgen gemacht habt, die sich nun als unbegründet herausttellen, aber: Schlag dir ein Ei drüber und vergiss es.
So etwas wird euch möglicherweise auf dem Weg mit euren Kind noch häufiger passieren.

Gruß

Ingrid

P.S. Wieso bist du dir sicher, dass der jetzige Arzt mit seiner Diagnose nicht daneben liegt?

TanjaJ1972
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Beitrag von TanjaJ1972 »

Hallo Sanne,
hm, schwierig.
Woher weißt Du denn, das die Diagnose jetzt 100%tig richtig ist?
Bei so kleinen ist das glaub ich wirklich schwierig, da die Kurzen ja nicht unbedingt kooperativ sind und mitarbeiten. Ich glaub die ersten Ärzte hätten sicher auch besseres mit ihrer Zeit anfangen können. Die haben doch keine Diagnose gefunden, weils halt in dem Alter echt noch schwer ist und nicht, weil sie Dich verarschen wollten...
Will Dir jetzt nicht die Illusion nehmen, aber es wird Dir sicher noch häufiger passieren, daß Du Stunden in irgendeinem Wartezimmer gesessen hast und das Ergebnis ist mehr als dürftig...Also mir ist es zumindest schon zig mal passiert...Klar ist man dann enttäuscht, aber die meisten Ärzte machen doch auch nur ihren Job und wollen ihn gut machen, manchmal gehts halt einfach nicht besser. Bin natürlich auch schon auf absolute Ar***-löcher gestossen, dann hab ich mir natürlich auch n anderen Arzt gesucht, aber im großen und ganzen ist das eigentlich echt die Ausnahme.

Ich glaub rechtlich hast Du da keine großartige Handhabe...

VG
Tanja
Tanja mit N1. (*2003, Kabuki-Syndrom) und N2. (*2006, gesund)

LenchensMom
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Beitrag von LenchensMom »

Ja, ihr habt sicher recht. Aufregen bringt hier nicht viel. Und kooperativ war die Kurze die ganze Zeit. Sie ist ja nunmal aufgrund ihrer Verzögerung sehr ruhig und macht im Allgemeinen alles mit. Die Ärzte hatten ja auch jedes Mal betont, wie gut sie das macht. Trotzdem kein Ergebnis.

Und natürlich weiß ich nicht, ob der jetzige Arzt recht hat. Aber der kam mir halt deutlich kompetenter rüber. Ich meine, wenn der selbe Arzt Weitsichtigkeit diagnostiziert, 4 Wochen später Kurzsichtigkeit...dann zweifle ich einfach mal an seinen Fähigkeiten.

Ich denke auch, dass sie gut sieht, denn wenn sie weitsichtig wäre, würde sie kaum eine Fruchtfliege mit den Augen verfolgen können, die ihr vor dem Gesicht rumschwirrt. Das lässt mich dem neuen Arzt mehr glauben schenken, auch wenn wir uns - so blöd das klingt- schon erhofft hatten, dass ihre mangelnde Greifentwicklung mit dem Sehen zu tun hat. So tappen wir weiterhin im Dunkeln.
Sanne *1978
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Raphaels Mama
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Beitrag von Raphaels Mama »

Sebastian war auch schon mit 6 Monaten beim Augenarzt..es ist echt schwierig so jung eine Diagnose zu bekommen. Mit 1 Jahr konnte man schon genauer messen und auch da erst bekam er eine Brille. Er schielt und hat +5 Dipotrien.

Unser Arzt wollte auch erst mit 1 Jahr eine sichere Diagnose abgeben davor hat er immer gemeint es ist zu unsicher.

Den Arzt würde ich abschreiben was ihr ja schon gemacht habt :-)
Raphael (07/2013): Hemimegalenzephalie, Armbetonte Hemiparese links, Komb. Entwicklungsstörung; Hemisphärotomie 09/14 und seither Anfallfrei, Medikamentenfrei seit 08/17; VP-Shunt 12/14; . 2 Brüder (11/2011), (04/2017)

Und wir halten fest an der angebotenen Hoffnung, die wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele haben.

mamavonsarah
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Beitrag von mamavonsarah »

Hallo,

Du bist absolut machtlos... Dein Kind lebt und hat keinen bleibenden Schaden genommen.
Dein Stress ist leider persönliches Pech... Bei jedem Handwerker stünden deine Chancen gut, einen Teil der Rechnung einzubehalten ...

Leider wieder eine schlechte Erfahrung, die du nun sachlich in einem bewertungsforum abgeben kannst.

Ansonsten würde ich grundsätzlich Untersuchungen auf ein Minimum beschränken.
Uns wollte der Augenarzt auch ins UKE einweisen, weil unsere nicht kooperativ war.
Ich habe es nicht eingesehen, weil sie auch dort nicht besser mit gemacht hätte. Es war klar, sie hat keinen Tumor also haben wir es dann mit einer netten Kollegin über ein Jahr immer wieder probiert.
Ich tue mir keinen Stress mehr an, wenn es nicht um leben und Tod geht.

Es küt wie es küt...

LG sandy

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