Volles Wahlrecht für vollbetreute Behinderte gefordert

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Kaja
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Beitragvon Kaja » 08.05.2014, 23:00

Hallo Leela
aber Menschen mit schweren geistigen Behinderung sind geschäftsunfähig,
und darüber wird diskutiert.
du hast aber geschrieben, dass Menschen, die unter Betreuung stehen, nicht geschäftsfähig sind - und das trifft so pauschal nicht zu.

Und diskutiert wird, ob es richtig ist, die Verweigerung des Wahlrechts an den Umfang der Betreuung zu knüpfen. Nicht jeder "Vollbetreute" ist zwingend schwer geistig behindert und nicht jeder erheblich geistig Behinderte ist "vollbetreut"

Viele Grüße Kaja

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Leela
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Beitragvon Leela » 08.05.2014, 23:10

Hallo Kaja,
Du hast Recht, aber auf Seite 4 wird befürwortet, dass Mütter von schwerst geistig behinterten Erwachsenen für diese entscheiden sollen. Das fand ich extrem und nur deswegen habe ich etwas geschrieben.
lg
Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.
leicht entwicklungsverzögert
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Beitragvon Kaja » 08.05.2014, 23:36

Hallo Leela,

§ 57 Absatz 2 Satz 1 BWO sagt folgendes:
Die Hilfeleistung hat sich auf die Erfüllung der Wünsche des Wählers zu beschränken.
Mirianna hat in ihrem Beitrag genau das ausgedrückt:
wäre mein Sohn so schwer behindert, dass er weder versteht, was Wahlen sind, noch dass er ein Kreuz machen kann, würde ich versuchen, die Partei mit ihm anzukreuzen, die soweit wie möglich in SEINEM Sinne handelt.
Viele Grüße Kaja

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Beitragvon Leela » 09.05.2014, 00:51

...diese Wünsche muß der Wähler irgendwie artikuliert haben, sonst sind das nicht seine Wünsche :shock: :shock:
Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.
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Beitragvon dagmar neo frea » 09.05.2014, 07:06

Hallo Leela

Ich weiß jetzt wirklich nicht,was Du an Miriannas Posting nicht verstehst :?
Auch ,oder gerade weil der Betreffende seine Wünsche nicht artikulieren kann,kann man(gemeinsam mit ihm) in seinem Sinn ein Kreuz machen.
Nämlich da,wo seine Interessen maßgeblich vertreten werden.
Aber es hat dem Anschein,das Du von Menschenrechten von Behinderten nicht viel hälst :?
Dagmar *1962,Robert *1965,Frea Jakobine *1985, T21,operierter AV- Kanal,Neo Leander*2004, HFA

http://www.institut-fuer-menschenrechte ... rpd_de.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=dVrX7Gqjzs0

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RenateT
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Beitragvon RenateT » 09.05.2014, 07:23

Hallo Sabine,

wäre mein Sohn so schwer behindert, dass er weder versteht, was Wahlen sind, noch dass er ein Kreuz machen kann, würde ich versuchen, die Partei mit ihm anzukreuzen, die soweit wie möglich in SEINEM Sinne handelt.
Das wären z.B. die Kriterien: Behindertenfreundlichkeit, Barrierefreiheit und soziale Absicherung.
Ich könnte das mit meinem Gewissen vereinbaren.

LG

Ich auch. Denn mein Kind ist ja auch Bürger seines Landes und SEINE Interessen müssen doch auch vertreten werden. Leider geht das auf grund der verlängerten Minderjährigkeit nicht.

Renate
Mutter von drei nichtbehinderten Kindern und von Tikvah: schwere Entwicklungsstörung des Gehirns, Epilepsie, frühzeitige Pubertät

"Mut ist Angst die gebetet hat." Corrie ten Boom

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Beitragvon ehemalige Userin » 09.05.2014, 07:29

wäre mein Sohn so schwer behindert, dass er weder versteht, was Wahlen sind, noch dass er ein Kreuz machen kann, würde ich versuchen, die Partei mit ihm anzukreuzen, die soweit wie möglich in SEINEM Sinne handelt.
@Kaja
Das denke ich kann man überlegen, ob richtig wäre. Ich würde für mein Kind nicht wählen gehen. Aber andrerseits möchte ich auch niemanden in seiner Wahlfreiheit beschneiden. Ich denke es ist der bessere Weg, davon auszugehen, dass ein Betreuer verantwortungsbewusst handelt, wenn er für den Betreuten wählt.
Und Kaja, wie Du schon gesagt hast, für manche Menschen ist es herb, sie zu beschneiden. Zudem wurde ja auch im Beitrag erwähnt, dass es in manchen Ländern anders geregelt ist, so das jeder wählen kann.

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Beitragvon Sabine » 09.05.2014, 07:48

Hallo,

Miriannas Haltung zum Thema finde ich ganz sympathisch. Trotzdem: Ich habe dann halt zwei Stimmen, wähle für mich und "im Sinne" (hoffentlich!) meines schwer behinderten Sohnes. Das heißt, ich gebe zwei Stimmen ab - nur ich! Und wie ist das dann mit meinem Mann? Der ist ja auch Betreuer...Bekommt der dann auch noch eine Stimme mehr? Oder darf nur einer die zusätzliche Stimme haben?

LG
Sabine
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Beitragvon Engrid » 09.05.2014, 07:53

Hallo Sabine,

Nicht Du hast eine Stimme mehr, sondern JP hat eine Stimme. Natürlich kann nur einer von Euch Betreuern die in JPs Sinn nutzen.

Grüße
Engrid
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Beitragvon Silvia & Iris » 09.05.2014, 08:06

Hallo ihr Lieben,

ich möchte - nun aufgrund dieses Themas - einen weiteren Aspekt einwerfen:
http://www.ksta.de/politik/-tierschutz- ... 74198.html

Hier ist auch vieles im Gange... - und ich weiß nicht, wie weit hier unter
Grundgesetz für Menschenaffen auch ein Wahlrecht einbezogen werden soll...

... und dann denke ich: wenn man sogar den Affen ein Wahlrecht einräumen will - (das wird ja auch nicht anders funktionieren, als bei unseren Kindern??)
- dann sollen unsere Kinder keine Stimme haben dürfen??

(Obwohl auch ich hier wirklich überfragt bin - ich werde sicher nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne meines Kindes handeln - doch jemand anderer??)

Aber angeblich ist es auch schon heute Usus, dass Parteinahe Vertreter bei Wahlen durch die Altenheime ziehen und dann die nicht mehr so mündigen Wahlberechtigten dazu bringen ein Kreuz im Sinne des Wahlleiters zu setzen...
(auch wenn dieser unparteiisch sein soll).

... wir haben doch schon jetzt Stimmen bei den Wahlen die manipuliert sind...
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört


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