Christoph Schwyzer, Jakob und der Wolkendeckelvogel

Berichte von Eltern, die mit einem besonderen Kind leben

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Sabine
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Christoph Schwyzer, Jakob und der Wolkendeckelvogel

Beitragvon Sabine » 08.04.2014, 10:03

Hallo,

hier eine Buchvorstellung eines Vaters, dessen Sohn eine Genmutation hat. Vorgestellt von Userin "beatrice1967".

Was der Vater beim Hüten seines Sohnes erlebt, verwirrt ihn:
Jakob scheut sich, seinen eigenen Bauchnabel anzuschauen. Er hat Angst vor Delphinen, ob in einem Tierlexikon oder in Form eines Luftballons. Beim Anfassen von Tomaten und Gurken muss er sich übergeben. Jakob redet auch als Fünfjähriger noch nicht, er trägt Windeln, ringt im Park dem Alkoholiker ein Lächeln ab. Sieht Jakob in der Bahnhofshalle die feuerrote Kehrmaschine, kennt seine Freude keine Grenzen. Stürzt er beim Laufen, so weint er nie. Am Morgen, nach dem Erwachen, reisst er im Schlafzimmer aus lauter Freude die Vorhänge herunter. Oder dreht sich mit ausgebreiteten Armen im Kreis. Er liebt Lastwagen und Autos über alles, und also auch das stundenlange Stehen an Strassenkreuzungen.
Was ihn beschäftigt, zeichnet er mit seinen Händen in die Luft, macht dazu Geräusche, die hin und wieder an Worte erinnern.
Die wildesten Katzen hören auf seine Stimme und liegen ihm zu Füssen.
Jakobs Verhalten ist für den Vater immer wieder Rätsel und Geheimnis

Schon wenige Monate nach der Geburt wird die Ärztin sagen, etwas stimme nicht, Jakobs Kopf sei zu klein. Drei Jahre später die Diagnose: terminale Deletion 13q, eine seltene Genmutation, die genauso rätselhaft tönt, wie sie sich die ganze Zeit zuvor schon geäussert hat. Mit seiner Eigenwilligkeit führt das Kind den Vater mitten ins Leben – und oft dorthin, wohin er nicht will.
Ja, Jakob, sagt der Vater eines Tages zu seinem Sohn, so, wie du bist, ist es gut: Du bist meine Leiter zum Himmel!

Die Texte von Christoph Schwyzer umfassen die ersten fünf Lebensjahre von Jakob. Sie schliessen sich zu einem ergreifenden,
in unzähligen Farben leuchtenden Porträt seines Sohnes zusammen. Sie folgen aber auch der Spur, wie sich zwei Menschen,
die sich gegenseitig nicht ausgesucht haben, sondern einander geschenkt wurden, in ihrer Eigenart verstehen und lieben
lernen. Ein Buch, das sich nicht scheut, von Widersprüchen und von Verzweiflung zu erzählen. Ein Buch auch, das sich dem
Geheimnis eines Menschen nähert, ohne es je lüften zu wollen.
Und ein Geschenk an die Mutter, die Tag für Tag für Jakob da ist.

In seinem Buch fängt Christoph Schwyzer Momente im Alltag mit Jakob ein – einem Kind, bei dem sich erst Monate nach der Geburt herausstellen wird, dass es geistig behindert ist. Die Texte, knapp in der Sprache, reich an Geschichten, öffnen Räume und Welten, ohne die Verzweiflung zu verheimlichen. Sie folgen der Spur von Vater und Sohn und zeigen, wie sich zwei Menschen, die sich nicht ausgesucht haben, verstehen und lieben lernen.

LG
Sabine
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
Bücher für Kinder und Jugendliche http://buch.blogon.de/

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Beatrice1967
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Beitragvon Beatrice1967 » 30.10.2015, 20:02

Hallo an alle

Ups, ich sehe gerade, dass sich hier in der Titelvorstellung zum Buch ein Fehler eingeschlichen hat.

Der Titel des hier vorgestellten Buches heisst: Jakob und der Wolldeckenvogel, ISBN 978-3-905969-32-0

Ich habe das Buch heute schon zum 2. Mal gelesen, da ich nun ein Hütekind habe, das ähnlich ist wie Jakob. Ich habe einige Spielideen für meine Nachmittage mit der Hütemaus daraus picken können.
Jakobs Genmutation trägt übrigens den Namen: terminale Deletion 13q

Liebe Grüsse
Bea

Übrigens, in diesem Bericht hier - siehe Link -gibt es weitere Details zum Buch und zur Entstehung des Titels mit dem Wolldeckenvogel
http://insieme.ch/wp-content/uploads/iM ... lanche.pdf
selbstbetroffen von Cerebralparese und kongenitaler Amblyopie, hochgradiger Kurzsichtigkeit und Makuladegeneration,
-------------------------------------
Bücher-und Homepage-Fee im Schweizer Forum für Eltern behinderter, chronisch kranker oder mit Fehlbildung geborener Kinder
www.dasanderekind.ch


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