Arztbesuch für Pflegestufe anrechnen

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Manuela1304
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Arztbesuch für Pflegestufe anrechnen

Beitrag von Manuela1304 »

Hallo

hab jetzt schon bissl quer gelesen, aber ich habe noch eine Frage.
Wir haben 2 mal die Woche Therapie (Logo/Physio)) angegeben das läuft ja regelmässig in der Woche.
Wird da eigentlich ein erschwernissfaktor mit eingerechnet anstatt die Standartzeit weil wir nicht einfach los können sondern eingeschränkt sind durch Sauerstoff, parenteraler Ernärung mit Pumpe ( läuft 24 Stunden kann also nicht für den Transport abgemacht werden ) und Heimmonitorüberwachung.
Meine Hauptfrage :
J.muss alle 4 Wochen zum Kinderarzt zur Impfung gegen RS Virus und dann auch noch alle 4 Wochen in eine Uniklinik ( Kinderchirurg, SPZ, Kardiologe )
Der Uniklinik Termin geht sehr lange und eine Fahrt dauert schon alleine ein stunde, heisst in allem sind wir an dem Tag etwa 5-6 Stunden unterwegs.
Zählt es auch wenn man regelmässig alle 4 Wochen wo hin muss ?
Hab gelesen das es dann wohl auf die einzelnen Wochen umgrechennet wird, also die Zeit durch 4 geteilt, ist dies richtig ? Würde sich zeitmässig wohl lohnen denk ich.

Ganz liebe Grüße
Manu
Pflegesohn J. ( Juni 2013 ): Extremfrühchen ( 24+2 SSW ) mit Kurzdarmsyndrom wegen Magen-,Dünndarmperforationen ( z.n.Darmstoma, 2 Fisteln, Broviac Katheter mit TPN ) BPD, Monitorüberwachung und Sauerstoff nur noch bei Bedarf, Frügeborenenretinopathie Grad 5 dadurch Blind, Pfortaderthrombose,Button, Pflegegrad 4

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MichaelK
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Beitrag von MichaelK »

Hallo Manu,

zunächst mal gibt es keine Standartzeit, sondern der individuelle Bedarf ist maßgeblich.
Uniklinik und Kinderarzt sind berücksichtigungsfähige Maßnahmen bei der Grundpflegeverrichtung "Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung". Innerhalb dieser Verrichtung muss nicht jede einzelne Maßnahme wöchentlich sein, damit sie anerkannt wird, sondern die Verrichtung muss mind. wöchentlich erforderlich sein. Das ist bei euch aber schon durch Logo und Physio erfüllt, so dass dann die Arztbesuche zusätzlich zu berücksichtigen sind, sofern sie mind. auf Sicht von 6 Monaten weiter notwendig sind.

Der Bedarf wird auf einen Tag heruntergerechnet. Also alle Maßnahmen, die in 6 Monaten anfallen, zusammenrechnen und den so ermittelten Minutenwert durch 180 teilen.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

maksiu73
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Beitrag von maksiu73 »

Hallo,
was die Zeiten der Kontrolle betrifft, da werden uns auch die regelmäßige Kontrollen in der Klinik angerechnet. Allerdings, obwohl wir normalerweise dort halbes Tag verbringen, angerechnet werden nur 45 min. Die MDK Frau hat mir erklärt, dass so die Rechtslinien sind... Für die Fahrt, wird tatsächliches Aufwand angerechnet.
Viele Grüße
Dorota, Mama von Alex (HTX)

monika61
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Beitrag von monika61 »

Hallo Dorota,

schau mal in der Pflegegeldfibel von "MichaelK" Seite39 steht-
------------------------------------------------------------------------------------------------
Zu den Wartezeiten hat sich das Bundessozialgericht geäußert und hält im
Normalfall 30 bis 45 Minuten für angemessen (sog. Regelfallarztbesuch).
Manchmal ist das nicht ausreichend, dann muß man das nachvollziehbar
begründen können. Bei uns wird z.B. regelmäßig bei der Uni-Kontrolle eine
spezielle Untersuchung zusätzlich vorgenommen, Sono oder
Urodynamikmessung bzw. auch Röntgen, EEG, Nervenleitmessungen etc...
Manchmal sind es auch zwei Fachrichtungen an einem Tag, Chirurgie und
Orthopädie........ das sind dann schon um die 3 Stunden Wartezeit, trotz
vorheriger Absprache. Keine Seltenheit bei pflegebedürftigen Kindern, also
lasst euch nicht mit Pauschalen abspeisen. Der individuelle Bedarf ist
maßgebend.
------------------------------------------------------------------------------------------------

Liebe Grüße :D
Monika

maksiu73
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Beitrag von maksiu73 »

Hallo Monika,
Das habe ich auch begründet. Bei uns schon reine Untersuchungszeit ist deutlich über 45 Min. Sono von inneren Organen (ca. 30 min), Herzultraschall (15 min), Sauerstoffsättigung, EKG, Blutdruck, messen, wiegen, allgemeine Untersuchung, Arztbesprechung... Die Wartezeiten dazwischen sind auch meistens lang. So verbringen wir in der Klinik halber Tag. Die Dame von MDK war aber ganz anderer Meinung. Wir sind trotzdem auf unsere PS1 gekommen, deswegen habe ich das nicht mehr angegriffen. Demnächst aber wird es wohl nicht anders gehen.
Danke für den Hinweis :D So genau habe ich wohl der Pflegegeldfibel nicht durchgelesen...
Und MichaelK, danke das du uns diese tolle Zusammenfassung zur Verfügung stellst :lol:
Liebe Grüße
Dorota, Mama von Alex (HTX)

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MichaelK
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Beitrag von MichaelK »

maksiu73 hat geschrieben:Die Dame von MDK war aber ganz anderer Meinung.
Hallo,

Meinung darf der MDK ja haben. Die Meinung hat aber keinen Bestand vor den Gerichten.

LG Michael
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SonjaSo
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Beitrag von SonjaSo »

Ich habe eine Frage:geht es jetzt um die Wartezeiten vor den Terminen oder um die Zeit der Untersuchung?
Sonja(*03/78)mit Chaos-Chefengel R.(*01/09).SSW 34+1,Mikrodeletion 2p 16.3,ASS und ADHS,Pflegegrad 5
"Normalität ist wie eine gepflasterte Straße,man kann gut drauf gehen, aber es wachsen keine Blumen drauf.
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MichaelK
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Beitrag von MichaelK »

Hallo Sonja,

die sogenannte Wartezeit bei der Verrichtung Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung ist im eigentlichen Sinne die Zeit in der Praxis, in der die notwendige Begleitperson keiner anderen sinnvollen Tätigkeit nachgehen kann, die sie ansonsten erledigen würde (Haushaltstätigkeiten, Erwerbsarbeit etc..)

Der MDK legt dies gern so aus, als ob hiermit nur die eigentliche Behandlungszeit gemeint wäre. Dafür gibt es aber keinerlei Hinweise im Gesetzesmaterial und in der Rechtsprechung. Vielmehr deutet die vom Bundessozialgericht als angemessen bezeichnete Zeit von 45 Minuten für einen "regulären" Arztbesuch darauf hin, dass eine Wartezeit im Wartezimmer beinhaltet ist.

Die Angabe in den BRi erscheint zudem nicht in sich logisch. Einerseits steht dort, es könnten keine Zeitorientierungswerte angegeben werden und "die Zeiten seien individuell zu erheben" und andererseits "könnten im Zusammenhang mit dem Aufsuchen von Ärzten und Therapeuten bis zu 45 Minuten für Wartezeiten angesetzt werden".

Insofern kann man die 45 Minuten nur als einen Orientierungswert für einen unkomplizierten Arzttermin werten, wo keine wesentlichen Wartezeiten im Wartezimmer entstehen und der Arzt auch nur eine vorab feststehende Behandlung vornimmt (Blutdruck messen, Abhören, ...)
Keinesfalls können damit also zeitintensive Untersuchungen wie bei schwerstbehinderten Kindern in einer Spezialklinik mit zusätzlichen zwischenzeitlichen Wartezeiten gemeint sein.

LG Michael
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SonjaSo
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Beitrag von SonjaSo »

Okay,danke…man an was man alles denken muss /sollte,weil man immer Angst haben muss vom MDK benachteiliLGgt zu werden.
Sonja(*03/78)mit Chaos-Chefengel R.(*01/09).SSW 34+1,Mikrodeletion 2p 16.3,ASS und ADHS,Pflegegrad 5
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Manuela1304
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Beitrag von Manuela1304 »

Hallo

Danke für eure antworten...prima dann kommen da noch ein paar Minuten zu. Mir war halt nicht klar wie man es rechnet wenn ein Termin nur alle 4 Wochen statt findet anstatt ein,-zweimal die woche. Jetzt weiss ich wie es umgerechnet wird.
Die Pflegegefibel hab ich gelesen, super super gut das es sie gibt. Da wurde sehr viel arbeit reingesteckt. Vielen Dank dafür ! Das hilft echt.
Da hatte ich es auch mit der Uniklinik gelesen.
Das plus regelmässig mindestens alle 4 Wochen Kinderarzt hilft uns evtl weiter. Manchmal geht es nur um ein paar Minuten.
J.hat Pflegestufe 1 bekommen, wir haben nun Wiederspruch eingelegt, weil laut Gutachten so einige Lücken bestehen wo einiges nicht berücksichtigt wurde.
Da wurde teilweise echt pauschal abgerechnet :(
J. hat z.b. nicht nur ein künstlichen Darmausgang sondern insgesamt 3 ( ein eigentliches Stoma und 2 Fisteln wovon eine wie ein doppelläufiges Stoma ist und eins eine normale Fistel ) da dort überall Dünndarmflüssigkeit rausläuft ist es auch dreifache Versorgung/saubermachen angesagt weil eins immer undicht ist *grummel* Zum Glück hat das die Dame vom MDK auch gesehn, allerdings wurde es nur bedingt berücksichtigt.

Angeblich auch keine eingeschränkte Alterskompetenz, meine aber hier gelesen zu haben das man das bei einem Baby auch durch bekommen kann.

Da waren noch ein paar andere Punkte die nochmal angesehn werden sollten. Pflegefibel hab ich mit dem Gutachten schon verglichen und aufgeschrieben was wir noch reinnehmen können.
Das doofe ist, ich habe das eine und andere dargestellt wie es ist, aber es ist nicht alles mit eingeflossen :cry:
Naja erstmal freuen wir uns aber das es zumindest Pflegestufe 1 gab und nicht direkt abgelehnt wurde, liest man ja auch häufig.

Ganz liebe Grüße
Manu
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