Wie erkenne ich eine gute/schlechte Wohneinrichtung?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Sabine
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Beitragvon Sabine » 04.03.2016, 13:25

ich könnte jetzt defintiv mehr arbeiten als meine 30% -stelle, teilweise langweile ich mich zuhause und weiss nicht so recht was anzufangen mit mir.
Hallo Gixi,

du musst auch erst noch lernen, damit umzugehen, mehr Zeit zu haben. Das hat mich anfangs auch ganz umtriebig und hektisch gemacht. Das legt sich dann aber... :wink:

LG
Sabine
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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 22.03.2016, 21:53

Hi Norbert,
wie geht es Lorenz - und euch NUN?

Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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NorbertMN
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Beitragvon NorbertMN » 29.03.2016, 12:42

Hallo Angie und alle anderen,

danke der Nachfrage! Wenn ich bloß so eine einfache Antwort darauf wüsste...

In den letzten Monaten hatten wir auch zu Hause immer mehr mit Lorenz' Zwängen zu tun, die sich enorm gesteigert haben. Er begann, sich das Gesicht aufzukratzen, um sich aus seiner Erregung eine Abfuhr zu verschaffen, und er zog sich ständig aus, oft ganz nackt (auch im Bus), mindestens aber mussten um jeden Preis die Schuhe ausgezogen werden. Zum Schluss, die letzten beiden Wochen vor seinem Umzug, haben wir ihn nicht mehr in die Tagesstätte geschickt und erst einmal mit Handschuhen dafür gesorgt, dass sich die offenen Stellen im Gesicht wieder schlossen.

Soviel zur Vorgeschichte. Seit seinem Umzug vor drei Wochen hat sich an alledem nichts geändert. Das mit den Handschuhen klappt jetzt nicht mehr - natürlich nicht, denn keine Einrichtung hat zwei Mitarbeiter, die wie wir Eltern ständig auf ihn aufpassen könnten. Lorenz ist nach wie vor zwanghaft. Der Psychiater hat auch jetzt noch kein passendes Medikament gefunden, das ihn von seinen Zwängen befreien könnte.

Lorenz war zweimal übers Wochenende zu Hause. Er ist unruhig, teilweise sehr unruhig, hat dann aber immer wieder ruhige Phasen. Verzweifelt wirkt er nicht. Im Wohnhaus ruft er oft nach Mama und Papa, was dort natürlich als Heimweh gedeutet wird, aber wenn er zu Hause ist, ruft er nach dem Wohnhaus. Das kennen wir schon lange: Er will immer da sein, wo er gerade nicht ist.

Jetzt versuche ich eine "Lorenz-Konferenz" (oder eine "Konflorenz") zusammenzubringen. Daran sollen außer uns Eltern der Psychiater, die Autismustherapeutin (eine Psychologin), die Tagesstätte und das Wohnhaus teilnehmen. Alle sind im Prinzip bereit, aber es wird, fürchte ich, ewig dauern, bis wir einen Termin zustandebringen.

Ja, und uns Eltern geht es - besser. wir sind noch in der Erholungsphase. Jetzt begreife ich erst, wie unendlich viel Zeit alle anderen Menschen haben...

Gruß,
Norbert
Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, berufstätig und außer Haus

Gixi
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Beitragvon Gixi » 29.03.2016, 14:27

hi norbert,

wir hatten eine "moritz-konferenz" vor genau zwei wochen.

das gespräch fand mit der bezugsbetreuerin, dem leitenden betreuer und der einrichtungsleitung statt.

vorab hatte ich ein gespräch mit der behandelnden ärztin aus der einrichtung. sie konnte leider nicht an dem termin dabei sein.

bei uns kam recht schnell ein termin zustande, wir waren angenehm überrascht.

das "medikamenten-problem" hatte ich schon vorab telefonisch mit der ärztin besprochen.

das war also geklärt. das dipiperon wurde heruntergesetzt, weil m. gerade morgens mit der dosis uns doch recht "runtergedrückt" erschien.

das anti-epileptikum wurde langsam erhöht, da wieder einzelne grosse anfälle aufgetreten waren.

das war überhaupt kein problem, die ärztin war sehr offen für unsere beobachtungen und hat auch dementsprechend nach rücksprache mit dem personal gehandelt.

nun zum gespräch. wir wollten vor allen dingen wissen, wie so der tagesablauf in der einrichtung aussieht.

dort gibt es keine externe tagesstruktur, d.h. es findet alles im haus, bzw. ums haus herum statt.

an den wochenenden hatten wir manchmal den eindruck, dass doch wenig bis nichts lief.

da hat man auch keinen hehl draus gemacht, an den wochenenden ist meist weniger personal vor ort und so findet auch weniger statt.

aber unter der woche wird doch einiges mit dem bewohnern unternommen.

bei uns ist es gsd immer noch so, dass moritz sehr gut drauf ist und kaum probleme macht. das "klo-geh-problem" konnten wir zusammen mit dem personal lösen.

man ist immer offen für konstruktive kritik und mein mann und ich fühlten uns während des gespräches ernst genommen und verstanden.

die erholungsphase haben wir inzwischen hinter uns, wir fangen jetzt an, die freie zeit langsam zu geniessen. ich ertappe mich dabei, dass ich manchmal über stunden nicht an moritz denken muss.

bei mir ist es aber so, dass ich eigentlich nur richtig gut abschalten kann, wenn ich weiss m. geht es gut. das gelingt mir nicht so, wenn ich in sorge um ihn bin. insofern hat gerade mir das gespräch unheimlich weitergeholfen.

es wäre echt schön, wenn man die situation für lorenz dort noch verbessern könnte. wie - kann ich natürlich nicht sagen, aber ich drücke euch die daumen, dass bei der "konflorenz" gute ansatzpunkte gefunden werden können.

was ich dich schon ständig fragen wollt: um was für eine art einrichtung handelt es sich bei eurer?

glg
gixi

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Beitragvon Senem » 29.03.2016, 18:04

Hallo Gixi,

darf ich fragen, in welcher Einrichtung dein Kind ist?
Gruß

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Beitragvon Gixi » 30.03.2016, 16:11

hallo senem,

unser sohn ist in mühlhausen/thüringen im haus "elisabeth von thüringen".

lg
gixi

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Beitragvon Angela77 » 31.03.2016, 14:03

Hallo Norbert,

danke für die Infos. Klingt für mich so, als ob es für Lorenz zumindest keine Verschlechterung, für euch jedoch eine leichte Verbesserung darstellt, richtig?

Ich wünsche euch ein glückliches Händchen für die Lorenz-Konferenz, in der Hoffnung, dass für auch noch einige Verbesserungen möglich sind!

Liebe Grüße
Angie
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Beitragvon NorbertMN » 02.05.2016, 23:01

Hallo Angela,

es ist alles noch viel schlimmer geworden (siehe "Autistisches Tagebuch").

Gruß,
Norbert
Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, berufstätig und außer Haus

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Beitragvon Gixi » 25.06.2016, 19:13

hallo norbert,

nun sind ja fast zwei monate vergangen und mich interessiert doch sehr, wie es lorenz derzeit geht? konntet ihr eine verbesserung seines verhaltens erzielen? ich hoffe doch sehr.

vielleicht magst du ja berichten.

bis dahin alles gute

von gixi

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Beitragvon Senem » 04.10.2018, 20:50

Hallo,

auch wenn dieser Thread schon etwas älter ist, wollte ich dennoch eine Frage stellen!

Gibt es Beratungsstellen oder so an die man sich wenden kann, um die geeignete Einrichtung für einen zu finden??

Bevor ich in die jetzige Einrichtung zog, hatte ich weder eine Beratung oder sonst irgendetwas! Die Einrichtung wurde im Rahmen einer Elternversammlung, wo es um meine Behinderung ging, vorgestellt!

Wäre super, wenn mir jemand ein Tipp geben könnte!
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen


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