Wie erkenne ich eine gute/schlechte Wohneinrichtung?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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konik
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Beitragvon konik » 21.02.2016, 01:13

Hallo ihr drei,

Ich freue mich für euch Alle!
Endlich.
Das es nun so gut passt und es eine bekannte Umgebung ist, ist das extra Goodie.
Ich wünsche euch Erholung und Lorenz das er sich gut einlebt und gerne dort ist!

Viel Freude bei der Vorbereitung

Ich bin schon sehr gespannt wie es läuft!

Herzliche Grüße

Koni

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NorbertMN
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Beitragvon NorbertMN » 21.02.2016, 18:10

Hallo,

vielen, vielen Dank für eure Glückwünsche!

Wir sind wirklich enorm erleichtert. Ich hatte kaum noch damit gerechnet. Am Ende waren wir beide wirklich am Ende unserer Kräfte.

Dass es dann doch geklappt hat, ist dem Einsatz zweier Männer zu verdanken. Der eine ist der Bereichsleiter Wohnen der Trägerorganisation (den ich fast ein halbes Jahr lang mit wöchentlichen Anrufen genervt habe, ohne dass er unfreundlich oder ungeduldig geworden wäre). Der andere ist der zuständige Beamte bei der Landesregierung, den ich nie gesehen habe, der aber sehr nett, sehr verständnisvoll und vor allem auch sehr ehrlich und offen war. Ich weiß, man darf Beamte für ihren Einsatz nicht belohnen, aber mir ist gerade sehr danach. Vielleicht lasse ich mir noch was Unverfängliches einfallen.

Jetzt sind wir dabei, alle möglichen Sachen zusammenzukaufen. Ein Bett haben wir schon, jetzt suchen wir gerade nach Tisch, Kommode, Vorhängen. Er kriegt seine Lieblingsbilder neu abgezogen und laminiert. Die Liste ist lang. Der Umzug soll (inoffiziell) am 3. März stattfinden, also noch vor dem übernächsten Wochenende.

Im Kühlschrank steht nich eine Flasche Sekt. Auf die Idee, die aufzumachen, sind wir noch nicht gekommen... wenn ihr versteht, was ich meine.

Gruß,
Norbert
Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, berufstätig und außer Haus

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Beitragvon IrisB » 21.02.2016, 18:46

Oh, Norbert, das sind ja gute Nachrichten! Und so bald!!! Hoffentlich kommt Ihr Eltern dann wieder zur Ruhe und zu Kräften.

Viele Grüße
Iris
Iris mit Johannes (Herbst 2003), Asperger Syndrom, und Konstantin (Frühling 2006), HFA
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Beitragvon B.Elisabeth » 22.02.2016, 08:24

Hallo,
ich schließe mich den Glückwünschen der anderen gerne an. Es freut mich wirklich sehr, dass es nun endlich nach so vielen Rückschlägen und Hoffnungen geklappt hat.

Geniest die "neue" Zeit ( ich habe etwas gebraucht , weil es so ungewohnt ist und dabei wohnt
unser Sohn ja nur eine Etage über uns).
Erholt euch von den stressigen Zeiten und macht endlich was für euch.
Sei lieb gegrüßt von Barbara

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Riki
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Beitragvon Riki » 22.02.2016, 08:49

...auch von mir die besten Wünsche für den neuen Lebensabschnitt;-)
- und dass ihr endlich mal - verdienterweise - auch "zu euch" kommt und nicht nur Lorenzens Belange im Vordergrund stehen.
Jetzt habt ihr gewiss gut zu tun mit div. Vorbereitungsarbeiten wie Zimmereinrichtung, Wäsche namentlich beschriften, usw.
Die Vorfreude auf bessere Zeiten wird euch vermutlich beflügeln :)

Wir haben unseren 21 - jährigen behinderten Sohn (ASS) noch bei uns wohnen (Tafö - Gänger)
und warten drauf, dass in ca. 2 Jahren (lt. Planung) seine Wohneinrichtung bezugsfertig ist.
Der Alltag mürbt mit der Zeit, die elterlichen Kräfte / Nerven nehmen leider nicht zu.
Übrigens ließ ich ebenfalls Poster laminieren für den Sohn - zwecks längerer Haltbarkeit...
er reißt gerne Papier klein :?

Einen guten Einstieg nochmals für euch!
Super, dass die Einrichtung von euch nicht weit entfernt ist und Lorenz die Umgebung bereits kennt.
Beste Voraussetzungen...toi toi toi
:icon_thumright:
Riki

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Beitragvon Inge » 22.02.2016, 10:41

Hallo Riki,

wo kann dein Junior dann hinziehen?

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

'Sommerkind' von Wortfront


Viele Grüße
Inge

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Beitragvon NorbertMN » 04.03.2016, 08:25

Hallo,

vielen Dank noch einmal für eure Anteilnahme!

Nach meiner letzten Mitteilung ging alles glatt. Gestern Abend nun ist Lorenz in sein Wohnheim umgezogen.

Die letzten Tage waren turbulent. Es mussten Möbel gekauft, das Zimmer eingerichtet, aller möglicher Papierkram musste erledigt werden. Zu Grübeleien war keine Zeit.

Lorenz war sehr aufgeregt. Je näher der Termin rückte, desto skeptischer wurde er. Gestern wurde er von seiner Tagesstätte zum ersten Mal zu seinem neuen Wohnheim gefahren, wo wir Eltern ihn schon erwarteten. Statt ins Haus zu gehen, lief er unter lauten "Hausi, Hausi!"-Rufen ("nach Hause!") direkt aus dem Bus auf unser Auto zu. Wir sind dann noch bis nach dem Abendessen geblieben und dann gefahren. Am Ende war er dann ruhig. Heute Abend werde ich mal anrufen und fragen, wie es war.

Die MitarbeiterInnen im Haus waren äußerst gelassen. Die Übergabe ging ganz informell vonstatten, fast ein bisschen zwischen Tür und Angel. So genau, wie wir alles mitgeteilt hätten, wollte man es nicht wissen. Vielleicht ist das ja auch ganz richtig so.

Die letzten Abende hatte ich dann mehrere Stunden allein im Wohnheim verbracht, Möbel zusammengeschraubt, Bilder aufgehängt, Fernsehen angeschlossen usw. Dabei habe ich mich gewundert, wie ruhig es dort war. Es leben immer fünf Menschen in je einer Wohnung; offenbar ziehen sich alle nach dem Abendessen in ihre Zimmer zurück. Zur Leiterin habe ich gesagt: "Da wird Lorenz wohl wie ein Hecht in den Karpfenteich einfahren." Die Leiterin hat aber nur nachsichtig gelächelt und gesagt: "Mit der Zeit sind schon viele Hechte zu Karpfen geworden." Glücklicherweise nicht unter starken Medikamenteneinfluss, wie die sehr sympathische Frau mir glaubhaft versichert hat.

Gestern Abend sind wir dann gegen acht nach Hause gefahren, haben noch ein Bier getrunken, ein Stündchen am Wohnzimmertisch über Familienpolitik und Kinderbetreuung diskutiert und danach - aus Versehen - Kühlschrank und Küche abgeschlossen. Um zehn (!) sind wir ins Bett. Meine Frau ist heute auf ein Seminar gefahren, ich bleibe am Wochenende zu Hause. Das Leben als "älteres Ehepaar" hat begonnen.

Gruß,
Norbert
Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, berufstätig und außer Haus

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Beitragvon Engrid » 04.03.2016, 09:58

Hallo Norbert,

hört sich ja ganz positiv an. Ich hoffe, Lorenz wird sich gut einleben.

Dann wird es ja jetzt Zeit, das Flascherl aufzumachen. :wink:

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Beitragvon Gixi » 04.03.2016, 10:00

hallo,

willkommen im club! :lol:

ich musste die letzten tage ein paarmal an euch und lorenz umzug ins wohnheim denken.

dann war er die tage vor umzug noch in der tafö? wie war er denn so drauf? so umtriebig und nervös wie zuvor oder jetzt nach absetzen des medikamentes doch ruhiger?

wird die tafö weiterhin die tagesstruktur für lorenz darstellen oder hat das wohnheim eine eigene tagesstruktur?

das mit dem abschliessen und wegstellen von gegenständen hatten wir hier auch, macht der gewohnheit. :wink:

wie seid ihr denn jetzt mit dem wohnheim verblieben bezüglich besuche und heimfahrten von lorenz?

ich drücke die daumen, dass die eingewöhnung gut verläuft.

dass deine frau gleich wegen eines seminares ein wenig abwechslung hat, ist vielleicht sogar ganz gut.

ich könnte jetzt defintiv mehr arbeiten als meine 30% -stelle, teilweise langweile ich mich zuhause und weiss nicht so recht was anzufangen mit mir.

im moment ist daran aber nicht zu denken, weil in unserem team eine unglaubliche unruhe und fieses mobbing herrscht, da hab ich keine lust drauf.

ich arbeite ja in der altenpflege und da herrscht ein grauenhaftes kompetenzgerangel, was natürlich kontraproduktiv für eine gute pflege ist. :roll:

noch bin ich mir nicht sicher, ob ich kpl. was neues anfange oder aber erstmal versuche, meine freie zeit zu geniessen.


lg
gixi

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Beitragvon Sabine » 04.03.2016, 13:23

Hallo Norbert,

das hört sich alles super an! :) Hoffentlich bleibt alles so und ihr könnt euch in Ruhe auf euer Leben als "altes Ehepaar" vorbereiten und euer "Altenteil" genießen. :wink: Alles Gute!

LG
Sabine
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