wo unabhängige Beratung bzgl. Krankenkassenproblem?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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MartinaSoPäd
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wo unabhängige Beratung bzgl. Krankenkassenproblem?

Beitragvon MartinaSoPäd » 07.01.2014, 09:04

Hallo!

Wir haben hier doch einige, die sich intensiv mit allem Rechtlichen rund um die Krankenkasse (zwangsläufig) beschäftigen. Vielleicht kann mir jemand helfen.

Ein Freund hat das Problem, dass er zwischenzeitlich eine Weile selbstständig war (Fahrradkurier) und die Info bekam, in der Zeit KÖNNE man sich freiwillig als Selbstständiger versichern, müsse aber nicht (Geld ist knapp, Risiko.. naja, seine Entscheidung).

Nun studiert er (wieder) und dachte, da kommt er wieder in die gesetzliche rein, kommt er aber nicht, aufgrund dieser Fahrradkurierzeit ohne Krankenversicherung. Privat kann er nicht, da finanziell nicht möglich, Gesetzliche nimmt ihn nicht (was eben geht, weil er ja ne Zeitlang "raus" war), es sei denn, er zahlt die Zeit nach, was finanziell eben auch nicht möglich ist.

Er sucht irgendeine Möglichkeit, sich zu informieren, wie er nun vorgehen kann, was für Möglichkeiten er hat, sei es ein Fach-Forum oder gute Infoseiten zu diesem Problem, bisher waren alle damit überfordert und konnten ihm nicht helfen. So bat er mich, hier mal zu fragen, ob jemand ne Idee hat.

Vielleicht ist ja einer von euch mal über eine informative Seite gestolpert, wo er sich unabhängige Beratung holen kann.

Schöne Grüße

Martina
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biancaz
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Beitragvon biancaz » 07.01.2014, 09:19

Hallo,

ich habe vor zwei Jahren beim Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums angerufen. Es gibt verschiedene Hotlines für Krankenversicherung und andere Themen.

Wir hatten riesige Probleme, ob und wie ein Beihilfeanspruch bei gesetzlicher Versicherung besteht und wer das Pflegegeld auszahlt etc. Ich habe nach monatelangem Ärger mit Kk und Beihilfe dort sofort einen super geschulten Fachmann am Apparat und innerhalb von 30 Minuten alles geklärt und mich über das Verhalten der Krankenkasse beschwert, denn tatsächlich war ich im Recht. Die Krankenkasse hat dann schnell eingelenkt.

Lg Bianca
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Regina Regenbogen
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Re: wo unabhängige Beratung bzgl. Krankenkassenproblem?

Beitragvon Regina Regenbogen » 07.01.2014, 10:11

Ein Freund hat das Problem, dass er zwischenzeitlich eine Weile selbstständig war (Fahrradkurier) und die Info bekam, in der Zeit KÖNNE man sich freiwillig als Selbstständiger versichern, müsse aber nicht
Und das war in welchem Zeitraum, nach Beginn der Krankenversicherungspflicht?
Nun studiert er (wieder) und dachte, da kommt er wieder in die gesetzliche rein, kommt er aber nicht, aufgrund dieser Fahrradkurierzeit ohne Krankenversicherung.
Hat er denn die Mitgliedschaft bei der damaligen GKV beantragt oder bei einer anderen?

Und eine Frage noch: Hat er irgendetwas von diesen ganzen Aussagen auch schriftlich?
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MartinaSoPäd
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Beitragvon MartinaSoPäd » 08.01.2014, 15:51

Hallo Bianca und Regina!

Zwischenzeitlich hat er eine kostenfreie Rechtsberatung der Stadt wahrgenommen und einige Fragen haben sich geklärt, diverse Postsachen sind auf dem Weg. Fall es sich damit nicht lösen lässt, bedankt er sich für den Tipp mit dem Beratungstelefon, das kannte er noch nicht (ich auch nicht ;-) )

(klarer ist: er muss zur GKV zurück bei der er früher als Student war, weil er sozusagen die Zeit, die er nicht in irgendeiner KV war, dort "in der Kreide" steht. Die nimmt ihn, er hatte es vorher bei einer anderen versucht. Er versucht, diese "Schulden" erlassen zu bekommen, dafür gibt es wohl Möglichkeiten, aber da er Student ist, ist es fraglich, ob diese Regelung für ihn gilt.)

Danke für eure Antworten!

Gruß

Martina
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Beitragvon Regina Regenbogen » 08.01.2014, 16:37

(klarer ist: er muss zur GKV zurück bei der er früher als Student war, weil er sozusagen die Zeit, die er nicht in irgendeiner KV war, dort "in der Kreide" steht.
Danke für die Info, darauf wollte ich auch hinaus. :wink:
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Beitragvon Mama Ursula » 08.01.2014, 17:02

Hey!

Relativ unabhängig vom Thema, aber zur Überschrift passend, mag ich nochmal die http://www.unabhaengige-patientenberatu ... seite.html als super Adresse empfehlen. Hier sind auch sehr informierte Fachleute und falls man mal ein super spezielles Problem hat (was bei unseren besonderen Kids ja immer mal passieren kann), machen sie sich schlau und rufen zurück! :D

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

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Beitragvon Kaja » 08.01.2014, 22:49

Hallo Martina,
er muss zur GKV zurück bei der er früher als Student war, weil er sozusagen die Zeit, die er nicht in irgendeiner KV war, dort "in der Kreide" steht. Die nimmt ihn, er hatte es vorher bei einer anderen versucht. Er versucht, diese "Schulden" erlassen zu bekommen, dafür gibt es wohl Möglichkeiten, aber da er Student ist, ist es fraglich, ob diese Regelung für ihn gilt.)
schau mal hier:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__256a.html
1) Zeigt ein Versicherter das Vorliegen der Voraussetzungen der Versicherungspflicht nach § 5 Absatz 1 Nummer 13 erst nach einem der in § 186 Absatz 11 Satz 1 und 2 genannten Zeitpunkte an, soll die Krankenkasse die für die Zeit seit dem Eintritt der Versicherungspflicht nachzuzahlenden Beiträge angemessen ermäßigen; darauf entfallende Säumniszuschläge nach § 24 des Vierten Buches sind vollständig zu erlassen.
(2) Erfolgt die Anzeige nach Absatz 1 bis zum 31. Dezember 2013, soll die Krankenkasse den für die Zeit seit dem Eintritt der Versicherungspflicht nachzuzahlenden Beitrag und die darauf entfallenden Säumniszuschläge nach § 24 des Vierten Buches erlassen.
Wenn sich dein Bekannter bis zum 31. Dezember 2013 bei seiner bisherigen KK gemeldet hat, sind die Beiträge zu erlassen. Das gilt auch für Studenten, die zwischenzeitlich nach § 5 Absatz 1 Nr. 13 SGB V versichert waren.

Bestand denn für die Zeit der Selbständigkeit die Möglichkeit einer Familienversicherung (Alter, Einkommen)? Die würde der Regelung nach § 5 Absatz 1 Nr. 13 SGB V vorgehen.

Viele Grüße Kaja

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Beitragvon MartinaSoPäd » 08.01.2014, 23:21

Hallo Kaja,



ich leite das an ihn weiter.

Möglichkeit der Familiensicherung dürfte nicht bestanden haben. Er ist älter als 25 und hat das erste Studium ja abgebrochen, also nicht mal mehr in Ausbildung gewesen.

Danke.

Gruß

Martina
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