Moralapostel in der Gemeinde - kennt ihr das?

Hier könnt ihr Diskussionen bezüglich religiöser Fragen und Meinungen führen - oder auch einfach über religiöse Feste wie Taufen, Konfirmationen etc. brichten. Für Familien mit besonderen Kindern haben religiöse Sitten und Gebräuche schließlich auch einen besonderen Charakter.

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Susannwe
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Beitragvon Susannwe » 04.01.2014, 20:16

Hallo Shira,

dass es so einfach bei Euch ist mit der Adoption ist ja schön, besonders, wenn Ihr in so jungen Jahren schon so große, recht kranke Kinder habt.
Ich wünsche Euch alles Gute.

LG
Susann
Susann 51 , T. 28 J.; Sina 27 J. tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert; L. 16 J.: Frühchen 31 W 1T, Herzklappenfehler(erledigt)

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JohannaG
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Beitragvon JohannaG » 05.01.2014, 14:15

Hallo Shira,

aus Erfahrung sage ich: Familiengottesdienst ist eine gute Idee - aber NICHT, um eure Kinder vorzuführen, bzw zu zeigen, daß sie genau so gut oder besser sind wie andere. gleichaltrige Kinder... der Schuß kann in mehrerlei Hinsicht nach hinten losgehen.... ich würde auch NICHT mit einem Thema wie "unterschiedliche Begabungen" oder so anfangen, sondern erst mit was möglichst allgemeinen...

Und ja, man wird tatsächlich auch als Pfarrer angegangen dafür, daß man "so ein Kind" nimmt. Wobei das, wie gesagt, in unserer jetzigen Gemeinde überhaupt kein Problem ist, aber in der davor war es eins. Vielleicht auch aus eine unterschwelligen Angst heraus, daß ich dann so völlig mit meinem Kind beschäftigt sein könnte, daß keine Zeit mehr für die Gemeinde bleibt? Was, vielleicht, auch bei euch reinspielt.
Noch ein anderer Gedanke, der vielleicht reinspielt - ist bekannt, daß eure Kleine HIV-positiv ist? Wenn ja, dann kann da einfach auch unterschwellig viel Angst davor da sein. Wenn nein, würde ich es auch nicht unbedint an die große Glocke hängen....

Liebe Grüße, Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

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Beitragvon Susigurke » 05.01.2014, 16:01

Hey.

Eure Umgebung hat nen Knall. Versuch das an dir abprallen zu lassen. :)

Was ich aber gerne wüsste: wie sicher ist das denn, dass euer Familienzuwachs wirklich Waise ist?
Weil leider ist das anscheinend nicht immer der Fall:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/madon ... n-1.183430
Mich würde ehrlichgesagt auch interessieren ob ihr eine Art Kontakt zu Verwandten des Kindes habt, seien es Geschwister oder Cousins.

Jedenfalls, lasse reden.

LG

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Beitragvon Shira » 05.01.2014, 16:47

Liebe Johanna,
so war das mit dem Familiengottesdienst nicht gemeint. Es soll auch nicht um Begabung und Anderssein gehen. Vielmehr habe ich mir vorgestellt, alle Kinder in den Gottesdienst eine Aufgabe zu geben. Vielleicht koennte man auch eine kleine Bibelgeschichte als Theater auffuehren. Meine Tochter soll darin mit allen anderen ganz normal mitspielen.
Die Leute wissen nicht, dass sie HIV positiv ist, aber ich denke, wenn sie aelter wird und vielleicht bei anderen Kinder zu Hause ist und ich nicht da bin, werde ich es den Eltern wohl anvertrauen muessen. Es st zwar nicht gefaehrlich, aber nur, wenn man weiss, dass kleinere Wunden, die bein Spielen ja oft vorkommen, gleich angemessen abgedeckt werden muessen. Aber bis dahin haben sich andere Eltern vielleicht auch schon an sie gewoehnt.

Susigurke: Der Status als Vollwaise ist rechtlich anerkannt worden. Es gibt Graeber der Eltern und Aussagen von Yaels aelteren Geschwistern. Sie hat drei aeltere Geschwister, die soweit ich weiss von Amerikanern adoptiert wurden. Mehr konnte man uns aus rechtlichen Gruenden leider nicht sagen, es gibt also zzt keinen Kontakt. Von einer Tante hat sie schon Post bekommen, aber die ist sehr arm und koennte Yael kaum ernaehren.

LG
Yannai ('85) und Shira ('89), Asthma, Vollwaise seit Kindertagen und nach langer Therapie trotzdem Gluecklich, mit Yael ('08) Down Syndrom, HIV positiv, Rivka und Chaya ('10), Asthma, Untergewicht ohne Diagnose (beide), Aram ('12), Asthma, Herzfehler

.....Der ganz normale Familienwahnsinn....

Simonegu
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Beitragvon Simonegu » 05.01.2014, 20:55

Hallo Shira,

wir sind als Familie gegangen um unseren Glauben nicht noch zu verlieren. Ich konnte die Heuchelei und die dummen Sprüche nicht mehr hören.
Vor zwei Jahren lag ich mit einer nicht sehr schönen Verdachtsdiagnose im KH und musste mir vom Pastor anhören das die Medis noch nichts währen für mich in meinem Alter. Ha ha ha , ein Gebet in diesem Moment wäre "heilsamer" gewesen.

LG Simone
Simone (71) Karlheinz (62)
J. 7/95 Asperger-Autist, Borreliose (80%GdB)
S. 2/97 Laktose-,Glutenintolleranz, Skoliose, Hashimoto Thyreoditis, Borreliose
D. 10/98 HB,Asthma,Autistin
R †.7/00
J. 2/02 Asthma
M. 8/09 Hemiparese li (50% Merkz. H), Asperger-Autistin
T. 3/16

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RenateT
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Beitragvon RenateT » 07.01.2014, 14:31

Liebe Shira

ihr seid erst vor 6 Wochen aus Venezuela in diese Gemeinde gekommen. Dein Mann leitet also erst seit 6 Wochen diese Gemeinde. Ich geh mal davon aus, dass es euch wichtig ist, eure Gemeindemitglieder kennenzulernen. Und das geht doch oft am Besten, wenn man sie zum Essen einlädt. So lernen sie euch und eure wunderbaren Kinder kennen, merken wie gut es eurer Adoptivtochter geht und ihr lernt die Leute kennen und so kann gegenseitiges Verständnis, Interesse, Liebe, Freundschaft entstehen und wachsen.
Das muss ja nichts grosses sein. Als ich ganz am Anfang in Belgien war, wurden wir von Gemeindemitgliedern oft zum Essen eingeladen. Mir war es oft zuviel, zuerst Apperetief, dann Vorspeise, dann Hauptgericht, dann Dessert. Viel zu viel!!!!!Aber einmal wurden wir von einer ebenfalls jungen Familie eingeladen und da gab es Brötchen, Käse und warme Schokoladenmilch. Das war einfach super. So lernt man Menschen kennen und ich denke, in eurem Dienst ist gerade das sehr wichtig.
Oder unternehmt was mit anderen, ladet eine Familie zum Spaziergang ein, zum Schlittenfahren, usw.
Ich weiss allerdings nicht, ob es so weise ist, hier die GANZE Problematik eures Kindes blos zu legen. Gemeindeleiter, Venezuela, adoptiertes Kind mit Down-Syndrom und auch noch....Ihr seid also leicht zu erkennen und der eine oder andere könnte Angst vor eurem Kind entwickeln. Denke ich.

Lieben Gruss

Renate

PS: ich merke grad, dass ich das wohl falsch verstanden habe. Ihr habt vor 6 Wochen ein Kind aus Venezuela geholt, seid aber schon lange im Gemeindedienst. Ist das richtig?
Mutter von drei nichtbehinderten Kindern und von Tikvah: schwere Entwicklungsstörung des Gehirns, Epilepsie, frühzeitige Pubertät

"Mut ist Angst die gebetet hat." Corrie ten Boom


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