Schulprobleme bei Epilepsiekindern

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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MarianB
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Beitragvon MarianB » 23.11.2018, 08:21

Ihr lieben,
Ich hole den Thread mal für eine Freundin hoch.
Kurz: Kind, dritte Klasse, pseudolennox und Ronaldo, ads und LRS Diagnose. Er soll eine Schulbegleitung bekommen. Praktisch Anfallsfrei.
Frage an die mit SB: über welche Paragrafen läuft das bei euch, idealerweise in Bayern, gibt es Fallstricke die zu beachten sind (ich habe gelesen das bei Antrag wegen LRS über 35a eine neurologische Erkrankung als Ursache ausgeschlossen werden muss).
SB weil es extrem kurze Aufmerksamkeitspanne hat und immer wieder zum Thema geführt werden muss.

Lieben Dank!

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 23.11.2018, 09:17

Hallo Marian,

die entsprechenden Paragrafen sind Bundesgesetz („Eingliederungshilfe“) und gelten für alle Bundesländer. Die konkrete Umsetzung, also zb die Verfahrensweise, ist in den Ländern teils unterschiedlich.
Der Paragraf 35a SGB 8 gilt nur für REIN seelische Behinderung, da ist - bundesweit - das Jugendamt zuständig. Eine neurologische Ursache (Körperbehinderung) bedingt die Zuständigkeit des Trägers der Sozialhilfe, in Bayern sind das die Bezirke (zb „Bezirk Oberbayern“). Die relevanten Paragrafen sind 53, 54 SGB 12.
https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbxii/53.html
Aufgrund LRS auf 35a eine SB zu bekommen, stelle ich mir sehr schwierig vor, insofern seid Ihr mit dem Bezirk statt Jugendamt da eh besser dran. Die Begründung hat dann wieder mit dem Unterschied Körper- oder seelische Behinderung nichts zu tun, sondern muss ganz konkret und individuell begründet auf den Ausgleich der behinderungsbedingte Einschränkung der Teilhabe abstellen, also ist konkret hier eine „Hilfe zur angemessenen Schulbildung“ (diese Formulierung und die Paragrafen sollten im Antrag auftauchen).

Grüße
Engrid
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MarianB
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Beitragvon MarianB » 23.11.2018, 12:12

Liebe Engrid, vielen Dank! Das hilft schon mal sehr weiter.

Ein Gedanke könnte sein es wegen dem ADS zu versuchen. Wenn ich es richtig verstehe stehen ihm damit beide Wege offen, ODER bedeutet die Grunddiagnose autoamtisch, das 35a herausfällt? Hat einer der beiden Wege eine bessere Chance auf Genehmigung? Wie wichtig ist die Einschätzung der Schule diesbezüglich?

Ich weiss das sich das endlos hinziehen kann und würde deswegen gerne so viel wie möglich im Vorfeld klären....

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Beitragvon Engrid » 23.11.2018, 16:22

Hallo Marian,

wenn die Grunddiagnose als Körperbehinderung gewertet wird, dann fällt 35a definitiv aus.

Das bestimmt ja aber nur die grundsätzliche Zuständigkeit. Das zieht sich nicht ewig hin: Man stellt den schriftlichen Antrag bei dem Amt, wo man denkt, dass man richtig ist, samt entsprechenden Unterlagen. Innerhalb relativ kurzer Zeit (so etwa zwei Wochen) muss das Amt von sich aus (!) entweder seine Zuständigkeit anerkennen oder den Antrag ans andere Amt weiterleiten.

Wenn ADS-bedingte Teilhabebeeinträchtigungen bestehen, und eine SB das geeignete Mittel zur Abhilfe ist, dann kann/soll man damit argumentieren. Wie gesagt, muss ganz konkret begründet werden.

Grüße
Engrid
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Beitragvon Sanne in München » 24.11.2018, 21:24

Falls sich der Bezirk für nicht zuständig erklärt, wird er den Antrag an das JA verweisen, dann wird dort geprüft.... so haben sie es zumindest bei meinem Sohn gemacht, auch mit Epi und den Begleiterscheinungen wie mangelnde Konzentration und quasi ADS. Ich weiss bis heute nicht, wer schlussendlich die Kosten getragen hat, nach einem Jahr hatte keine Lust mehr, nachzufragen.
Viele Grüsse

Sanne

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 24.11.2018, 22:13

Hallo Sanne,

das steht doch in Deinem Bescheid, der kommt doch vom Kostenträger. :wink:

Grüße
Engrid
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Beitragvon Sanne in München » 25.11.2018, 10:24

Hallo Engrid,

ích habe bisher keinen bekommen ;-) Nur ein Schreiben mit der Begründung, warum der Bezirk meint, nicht zuständig zu sein.

So wie ich das verstanden habe, musste der Bezirk aber wohl erstmal an die HPT zahlen, wegen Fristüberschreitung - wollte das Geld aber vom JA zurückfordern. So war zumindest die Auskunft der HPT mir gegenüber. Das ist nun schon mehrere Jahre her, habe es daher aus den Augen verloren.

Was bringt mir ein "gültiger" Bescheid ? Kann ich mich darauf berufen, wenn ich wieder was beantragen muss/will ?
Viele Grüsse

Sanne

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