Schulprobleme bei Epilepsiekindern

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

Moderator: Moderatorengruppe

Britta68
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 306
Registriert: 27.12.2009, 23:00

Beitragvon Britta68 » 02.12.2013, 09:43

Zur ADS Therapie kann ich noch was beitragen: das läuft eben auch so, dass die Kinder lernen, ein gewissen Arbeitsverhalten einzuüben, um strukturiert zu arbeiten und sich nicht zu verzetteln und nicht ablenken zu lassen. Bei uns wurde das auch mit einem Belohnungssystem gekoppelt, wo positives Verhalten dann verstärkt wurde. Dazu kommen dann aber auch ganz individuell noch die Therapien für die Bereiche, wo es notwendig ist. Bei uns halt die LRS-Therapie, bei anderen Ergo oder ähnliches. Eigentlich gehört auch ein Elterntraining dazu (aber das hab ich noch nicht gemacht). Bei uns ist aber auch ganz klassisch so, dass die Therapien erst erfolgreich wurden mit der Medi-Gabe, weil er dann erst alles richtig aufnehmen und verarbeiten konnte...


Allgemein hoffe ich, dass vielleicht durch die Forschung, die überall betrieben wird, irgendwann neue Medikamente zur Verfügung stehen ohne die bisherigen Nebenwirkungen und das später den Kindern einfach besser geholfen werden kann.

LG
Britta
Liebe Grüße
Britta mit 2 Jungs: JP (01/04) Absencen-Epilepsie, LRS, SD-Unterfunktion (vom Valproat?) und ADS
und JF (08/07) gesund

Benutzeravatar
eli
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7087
Registriert: 27.06.2006, 11:53

Beitragvon eli » 02.12.2013, 10:17

Hallo Britta,

das hört sich sehr ähnlich wie bei der ASS-Therapie an. Elias wird auch durch ein Belohnungssystem motiviert. Konzentriertes Arbeitsverhalten und Struktur werden gefördert. Was mich allerdings nachdenklich stimmt ist, dass Elias Therapiestunde immer in einer Einzelsituation stattfindet, dabei hat er ja gerade in der Gruppe das größte Problem, sich zu konzentrieren. Mit den Therapeuten klappt immer alles wunderbar, da ist er oft hochmotiviert, aber die Klassensituation mit mehreren Kindern, ist sehr schwierig für ihn. Es gibt zwar auch Sozialtraining in der Gruppe, aber soweit sind wir noch nicht.

Kann Dein Sohn die in der Therapie gelernten Erfolge auch in der Schule umsetzen?

LG Petra
"Ein besonderes Kind ist ein Geschenk, das uns jeden Tag daran erinnert wie wertvoll das Leben ist"

Sohn: Panayiotopoulos-Rolando-Epilepsie, Autismus, einfache Aufmerksamkeitsstörung

Britta68
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 306
Registriert: 27.12.2009, 23:00

Beitragvon Britta68 » 02.12.2013, 22:06

Hallo Petra,

bei uns war das ne Gruppentherapie und zwar auch ganz ausdrücklich so vorgesehen, weil er in 1:1 Situationen sowieso viel konzentrierter arbeitet als in der Gruppe.
Ja, in Teilbereichen kann er das gelernte jetzt umsetzen. Aber es dauert. Ich sehe das so: er muss jetzt in der 4. Klasse in einem Jahr das nachholen, was die anderen Kinder an Arbeits- und Sozialverhalten in den ersten 3 Schuljahren gelernt haben. Das ist ne Menge. Momentan macht er noch viele Flüchtigkeitsfehler bei den Klassenarbeiten. Aber immerhin schafft er alle Aufgaben (vorher undenkbar) und immerhin macht er seine Hausaufgaben jetzt selbstständig und zügig fertig (ging früher gar nicht). Wir haben ja gsd die Lerntherapie für die LRS bewilligt bekommen und die Therapeutin arbeitet mit ihm natürlich auch daran, ihn zu strukturierterem Arbeiten zu bringen... Aber ich mache mir keine Illusionen, dass es von heute auf morgen besser wird. Nur haben wir jetzt eine stabile Situation, auf der wir aufbauen können und wo wir endlich in Ruhe arbeiten können und auch Fortschritte erzielen...

LG
Britta
Liebe Grüße
Britta mit 2 Jungs: JP (01/04) Absencen-Epilepsie, LRS, SD-Unterfunktion (vom Valproat?) und ADS
und JF (08/07) gesund

Benutzeravatar
eli
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7087
Registriert: 27.06.2006, 11:53

Beitragvon eli » 04.12.2013, 12:39

Hallo Britta,

ich glaube Elias wird immer in einer Gruppe große Probleme haben, wobei sich das schon gebessert hat, aber durch seinen Autismus fällt ihm die Gruppe nochmal schwerer. Bei mehreren Personen gibt es zu viele Reize und Eindrücke. Mein Sohn ist sehr reizoffen und lärmempfindlich. Aber hier zuhause hat es sich schon gebessert, so dass er Besuch länger aushält.

Ich würde Elias auch lieber ruhiger und entspannter sehen, denn durch diese ständige Reizüberflutung kann das Leben sehr anstrengend für ihn sein. Aber ich habe Angst Ritalin könnte mehr Schaden anrichten als es uns was nützt. Aber ich finde es toll, dass ihr damit gute Erfolge habt.

Kennst Du auch Wutausbrüche und Heulanfälle von Deinem Sohn? Elias tut mir wirklich leid. Er ist seit der VPA-Aufdosierung sehr weinerlich und regt sich über alles so auf, wo er sonst gelassener war. Armer Junge! :(

LG Petra
"Ein besonderes Kind ist ein Geschenk, das uns jeden Tag daran erinnert wie wertvoll das Leben ist"

Sohn: Panayiotopoulos-Rolando-Epilepsie, Autismus, einfache Aufmerksamkeitsstörung

janakurt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: 16.11.2013, 20:00
Wohnort: Zwickau

Beitragvon janakurt » 04.12.2013, 13:49

Bei uns ist die Zeit jetzt vorbei, doch durften eure Kinder am Schwimmunterricht teilnehmen ?
Aufgrund der Epilepsie hatte die zuständige Lehrerin bei uns da große Bedenken.
Mira *04, Asperger-Syndrom, Rolando-Epilepsie

Britta68
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 306
Registriert: 27.12.2009, 23:00

Beitragvon Britta68 » 04.12.2013, 21:35

@Petra: Nein, eher das Gegenteil bei uns. Er ist eher ruhig und zieht sich zurück, wenn ihm die Umgebung zu trubelig wird. Er weiß ganz gut, wann er zuviel hat und reagiert dann entsprechend. Das Problem ist nur, dass manche Kinder das nicht verstehen und meinen, er will nicht mitspielen.... Aber insgesamt läuft es auch in Gruppen ganz gut... Aber ist halt typisch: er ist der ruhige ADSler, der träumend in der Ecke sitzt ;)... Seit wir Medikinet nehmen ist er halt wacher und aktiver und aufgeweckter und ausgeglichener. Wutanfälle kommen hier nur selten vor, meist dann wenn sich irgendein Frust in ihm angestaut hat, der raus muss...

Ich denke, er ist genau das Gegenteil von Elias. Das ist für die Umwelt in der Regel erträglicher, aber für ihn genauso schlimm, weil er sich bei Reizüberflutung halt zurückzieht... Und man merkt halt nur, dass es ihm nicht gut geht, wenn man ihn genau kennt und genau hinguckt und das können ja viele Lehrer z.B. auch nicht.


@janakurt: Ja, unser Sohn durfte Schwimmen. Aber er war da ja auch mit Medis schon 2 Jahre ohne Anfälle gewesen. Aber ich weiß, dass es eher die Ausnahme ist. Ich war sehr froh darüber, denn er schwimmt gut und gerne und das gab ihm echt mal Erfolgserlebnisse in der Schule.
Liebe Grüße
Britta mit 2 Jungs: JP (01/04) Absencen-Epilepsie, LRS, SD-Unterfunktion (vom Valproat?) und ADS
und JF (08/07) gesund

Benutzeravatar
eli
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7087
Registriert: 27.06.2006, 11:53

Beitragvon eli » 05.12.2013, 11:54

Hallo Jana,

Elias darf am Schwimmunterricht teilnehmen. Das geht, weil sie genügend Betreuer haben, wenn sie schwimmen gehen. Ansonsten hätte ich auch große Bedenken.

Was macht die Epi Deiner Tochter momentan?

@Britta: Elias zieht sich mittlerweile auch zurück, wenn es ihm zu viel wird. Leider hat das nicht selten Fluchtcharakter. :? Aber in der Schule fängt er eher an zu stören, doch wir arbeiten daran, dass er es verbal äußert, wenn es ihm zu viel wird. Es ist beides sehr ungünstig. Ein Kind, dass untergeht, weil es sich zu stark zurückzieht und ein Kind, das stört, wenn es ihm reicht. Wobei es tatsächlich einfacher für die Umwelt ist, wenn das Kind ruhig ist.

LG Petra
"Ein besonderes Kind ist ein Geschenk, das uns jeden Tag daran erinnert wie wertvoll das Leben ist"

Sohn: Panayiotopoulos-Rolando-Epilepsie, Autismus, einfache Aufmerksamkeitsstörung

janakurt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: 16.11.2013, 20:00
Wohnort: Zwickau

Beitragvon janakurt » 05.12.2013, 12:44

Wir waren erst letzten Monat zum langzeit EEG und es schaut gut aus :)
Mir kommt es allerdings vor als ob sie zum Winter hin mehr Probleme hat. Letztes Jahr hatte sie am 19. Dezember einen Anfall und kurz darauf, noch im Krankenhaus einen weiteren.
Sie nimmt Ospolot. Wir führen momentan ein Migränetagebuch, sie klagt häufig über Kopfschmerzen.

In meiner Familie hat niemand eine Epilepsie, es heisst ja immer (jedenfalls wurde es mir so gesagt) so etwas ist oft erblich.

Wie schaut es bei euch aus ? Sind mehr Menschen in euren Familien betroffen ?
Mira *04, Asperger-Syndrom, Rolando-Epilepsie

Benutzeravatar
eli
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7087
Registriert: 27.06.2006, 11:53

Beitragvon eli » 05.12.2013, 12:49

Hallo,

nein bei uns gibt es auch keinen Fall von Epilepsie in der Familie. Für uns war es auch schwer zu verstehen, warum unser Kind nun? Aber Epilepsien können sich ja auch spontan bilden bzw. eine genetische Spontanmutation. Vielleicht gibt es eine Disposition, die vererbt wurde und irgendwann bricht es aus.

LG Petra
"Ein besonderes Kind ist ein Geschenk, das uns jeden Tag daran erinnert wie wertvoll das Leben ist"

Sohn: Panayiotopoulos-Rolando-Epilepsie, Autismus, einfache Aufmerksamkeitsstörung

janakurt
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 86
Registriert: 16.11.2013, 20:00
Wohnort: Zwickau

Beitragvon janakurt » 05.12.2013, 13:17

In der Schule wird die Epilepsie übrigens seit der Asperger Diagnose gar nicht mehr beachtet.

Bevor sie die Asperger-Diagnose hatte lagen alle Auffälligkeiten an der Epilepsie, nun hat sie die Diagnose und die Epilepsie wird gar nicht mehr beachtet. In der Schule und im Hort habe ich je eine Schmelztablette Tavor hinterlegt. Glücklicherweise hatte sie erst einen Anfall im Hort, da haben die Betreuer gleich einen Krankenwagen gerufen (zuhause hätte ich das nicht getan, kann dies allerdings nachvollziehen).

In letzter Zeit schwitzt Mira manchmal stark, vor allem nachts. Ich muss sie sogar umziehen, ihr Nachthemd ist komplett durch. Das war auch der Grund warum wir das langzeit eeg in diesem Jahr vorgezogen haben.
Dort war aber nichts auffälliges zu sehen. Dazu kommt, manchmal wird sie ganz bleich, scheint abwesend, kann sich kaum bewegen, wir setzen sie dann schnell auf einen Stuhl. Sie kann dann auch schlecht reden bzw nur auf Ansprache mit Nachdruck kurze Antworten geben. Nach einigen Minuten ist es vorbei als wäre nie etwas gewesen.

Es wurde zustäzlich ein Belastungs-EKG und ein langzeit EKG gemacht, ohne irgendwelche Auffälligkeiten. Wir notieren jetzt wenn solche Vorkommnisse waren und in welchen Situationen es auftritt. Im Januar müssen wir dann noch mal in die Klinik.

Ich bin froh, dass sie eine Schulbegleitung hat, sie reagiert in solchen Situationen sofort und kümmert sich und dokumentiert dies zum Glück auch.
Mira *04, Asperger-Syndrom, Rolando-Epilepsie


Zurück zu „Krankheitsbilder - Epilepsie“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 0 Gäste